Blossom13117 am 02.11.2009 um 10:17 Uhr
Ich hab in letzer Zeit gemerkt, dass sehr viele leute sehr negativ eingestellt sind gegenüber Hartz IV-Empfänger, ohne sich damit wirklich beschäftigt zu haben... Viele sagen Hartz IVler sollten alle rausgeschmissen werden oder verhungern, oder arbeiten gehen. Aber ich habe mal in der Tafel gearbeitet, wo man viel auf arme Menschen trifft und muss sagen, dass die Vorwürfe nicht auf alle bezogen werden können. In der Tafel e.V. gibt Kinder, die hungern, Studenten die sich noch nicht mal Essen leisten können und sich das Essen kostenlos bei der Tafel abholen, alte Leute, die zu wenig Rente erhalten und Behinderte, natürlich auch normale gesunde Menschen die total unqualifiziert für irgendeine Arbeit sind und Drogensüchtige, die alle von hartz iv leben.... Wie soll ich denn jetzt darüber denken? Ist es für die oben genannten Exemplare(ausser die unqualifizierten, die sich ja weiterbilden können) möglich arbeiten zu gehen? Ab welchem Lebensjahr dürfen Kinder arbeiten, wenn ich fragen darf und wie denkt ihr über die Situation?

Liebe/r Blossom13117,
gutefrage.net ist eine Ratgeber-Plattform und um einen Rat scheint es Dir nicht zu gehen, oder? Wenn Du diskutieren möchtest ist das Forum der richtige Ort dafür: http://www.gutefrage.net/forum
Bitte beachte zukünftig unsere Richtlinien unter http://www.gutefrage.net/policy. Deine Beiträge werden sonst gelöscht.
Vielen Dank für Dein Verständnis!
Herzliche Grüße, Klara vom gutefrage.net-Support
Ich habe nur was gegen Leute welche der Meinung sind nicht arbeiten zu müssen, weil ja das große Haus alles zahlt... Leute die unverschuldet dort reingeraten schließe ich immer aus... Es kann jedem passieren...
Aber es kann ganz einfach nicht sein, dass ein 25jähriger Mann die arbeitende Gesellschaft beleidigt nur weil diese arbeiten gehen... Und noch damit angiebt das er alles bezahlt bekommt und noch nie in seinem Leben Miete zahlen musste...
Solche Menschen gehören ins Bergwerk... Ich zähle auch die Frauen dazu welche sich nur Kinder anschaffen um nicht arbeiten zu müssen... Und die Kinder tun einem nur noch Leid... Das Hartz IV wird von den Eltern versoffen und verraucht... Und ich bin der Meinung solange man rauchen und saufen kann ist genug Geld da und man muss nicht an die Tafel gehen...

ich finde es nicht gut, dass millionen ehrenwerter bürger in den dreck gezogen werden, nur weil einige hartz4-empfänger die lage ausnutzen.
die meinsten dieser leute wollen arbeiten. also zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass leute - besonders familien mit kindern - gerne so leben.
Gerd2 am 2. November 2009 10:22 so wie auch nicht grundsätzlich JEDER Politiker Millionen veruntreut
diemeggie am 2. November 2009 10:26 @gerd2: wir reden ja hier nicht über politiker. aber wenn ich mitkriege, wie leute anch konkursen usw. in die arbeitslosikeit kommen und behandelt werden...das finde ich nicht in ordnung.
und wie ich schon schrieb: die wirklich schwarzen schafe - DIE sollte man rauspicken. denn auch für diese zahlen wir steuern, und zwar nicht zu knapp.

Man sollte nicht alle Leute, die Hartz IV beziehen, über einen Kamm scheren, das stimmt wohl. Nur häufig liest man ja auch immer nur die Sachen über Hartz-IV-ler, die einen zum Aufregen bringen: Wie bekomme ich noch mehr Geld vom Staat? Dürfen sie mir als Hartz IV - Bezieher meinen großen LCD-Fernseher wegnehmen? Habe ich Anspruch auf eine größere Wohnung? Muss ich den 1€-Job wirklich annehmen, obwohl er mir nicht gefällt? Leute, denen es wirklich schlecht geht, diese fallen doch gar nicht auf mit ihren wirklich ernsthaften Problemen.
Elster79 am 2. November 2009 10:23 ich denke diese meinungsmacherrei vom staat und von den medien ist so gewollt.. da werden aggressionen geschürt um die politik durchzubringen

Es ist halt immer einfacher, alle über einen Kamm zu scheren, als sich über Einzelschicksale gedanken zu machen. Leider!
heikles Thema, ich hab letztens einen Bericht gesehen über eine Tafel in Berlin. Eine Mutter war dort mit ihren drei Kindern... Arme Frau dachte ich zuerst, aber die Schachtel Marlboro die vor ihr auf dem Tisch lag hab ich auch gesehen. Für 5 Euro koche ich lecker Kartoffeln mit Karotten und Frkadellen dazu... davon werden aber locker 4 satt!
Gerd2 am 2. November 2009 10:21 die Zigaretten waren doch auch ein Geschenk der Tafel
na dann
Elster79 am 2. November 2009 10:24 ist natürlich dämlich.. aber ich kann mir gut vorstellen, das die frau ihre ziggis sogar von einem mitarbeiter des senders spendiert bekommen hat...
na sorry, ich kenne welche die sich Anfang des Monats mit dem Taxi zum Großeinkauf fahren lassen. Ich habe halt schon immer gearbeitet, meinen Sohn auch 8 Jahre allein erzogen, also ich hab da so meine Meinung. Der Weg des geringsten widerstandes ist auch der einfachste!

Das sogenannte "Hartz IV", also Geld nach dem SGB II, bekommt man nur, wenn man arbeitsfähig ist, und seine Bemühungen um einen Arbeitsplatz nachweist, dazu muß man jede Gelegenheit nutzen und ggf auch (sog.) Zwangsarbeit leisten - eben die "Ein-Euro-Jobs".
Die "Sonderfälle", die Du oben anführst, Menschen, die nicht arbeitsfähig sind, oder nicht arbeitswillig, bekommen kein ALG II , das wird bei nicht Einhalten der Verpflichtungen gestrichen.
Der Vorwurf, irgendjemand bezöge ALG II und wäre "unwillig", ist also in jedem Fall falsch.

Ich möchte gerne auch meinen Senf dazu abgeben! Ich bin alleinerziehend (30) mit meinem Sohn (fast 4). Seid er 1 Jahr alt ist, arbeite ich wieder während andere ihre Zeit 3 Jahre mehr oder weniger genießen können. Gut, man könnte sagen...warum bist Du nicht 3 Jahre zuhause geblieben? Ganz einfach, in meinem Pflegejob kommt man schnell raus,sei es durch strukturelle Maßnahmen oder aber auch durch viele personelle Geschichten! Ich wäre liebend gern länger für meinen Sohn da gewesen! Aber ich weiß auch, wie wichtig es ist Geld zu verdienen. Der Aufwand der betrieben werden musste, damit ich wieder meinen Schichtdienst ausüben kann ist nur ein Faktor (Tagesmutter) neben der Tatsache, dass ich an manchen Tagen meinen Sohn 12 std. habe abgeben müssen! Schichtdienstzeiten sind keine angenehme Sachen wenn man z.b. von 14-22 Uhr arbeitet, was für einen Streß man hat anschl. das total übermüdete Kind um diese unkaiserliche Zeit ins Bett zu bringen, dürfte jeder Mutter klar sein!? ABER: Ich reiße mir den Arsch auf...(sorry), während andere sich vor Maßnahmen der ARGE drücken! Das traurige an der Sache ist, dass ich trotz allem Aufwand noch Geld vom Staat beantragen KÖNNTE. Ich lehne das aber strikt für mich ab! Das hat nichts mit schön blöd zu tun sondern einfach damit, dass es nicht sein kann mit Arbeit noch in so einer Lage sein zu MÜSSEN?!! Wir sparen uns hier alles vom Munde ab, dass ist die bittere Wahrheit. Ich brauche nicht daran denken, was ist, wenn z.B. mal größere Haushaltsgeräte kaputt gehen, ich kann sie mir nicht leisten!!! Die derzeitige Situation ist so, dass mein Sohn mittlerweile neben der KiTa noch 14-tägig an den Wochenenden zur Tagesmutti muß, damit Mama ihren Dienst machen kann...Er hat also auch kein Wochenende-2x im Monat! Ich frage mich manchmal wirklich, warum ich das meinem Kind und mir antue, denn ein "Egotrip" von mir ist es nicht, ich versuche einfach auch ein Stück weit meinem kind vorzuleben, dass man im Leben nichts umsonst bekommt und möchte Werte damit vermitteln...aber dafür wird man leider noch bestraft!
Elster79 am 2. November 2009 11:44 hab deinen beitrag gelesen und "hut ab"... allerdings weis ich nicht, ob das für mich mit drei kindern und ohne ausbildung so möglich wäre.. vor allem, da mindestens eines meiner kinder vorraussichtlich autistisch ist.. :(

es ist einfacher nicht darüber nachzudenken und alle über einen kamm zu scheeren, als sich wirklich einmal gedanken zu machen.. ich bekomme auch hartz 4, bin alleinerziehend mit drei kleinen kindern, nachdem mich mein ex hat sitzenlassen.. ich würde gerne arbeiten, doch mein sohn ist erst 2 und krippenplätze sind rar und teuer. Darüber hinaus habe ich keine ausbildung, ich müsste einen teilzeitjob als verkäuferin machen und das was ich dann rausbekäme würde vielleicht langen den hort für mein kind zu bezahlen... auf hartz 4 wäre ich dennoch angewiesen... ich hätte nicht mehr geld als jetzt, aber ein schlechtes gewissen, weil ich mich nicht um meinen sohn richtig kümmern kann...
Hey- du erzählst ja meinen Lebenslauf! Genau wie bei mir!
also in den Hortplätzen sind die Kinder gut versorgt! Wenn du wartest bis deine Kinder allleine klar kommen will dich auch niemand mehr. Zeige deinen Kindern von Anfang an das man für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen muß. Du erziehst die nächste Generation!
Elster79 am 2. November 2009 10:32 was nutzt mir das, wenn ich arbeite, aber dann nicht mal mehr geld zur verfügung habe, aber mehr ausgeben muss.. ich muss ja auch den sprit bezahlen um zur arbeit zu kommen.. plus der stress, den ich habe dann jeden morgen.. ne da warte ich lieber noch ein jahr, bis der kleine im kindergarten ist und such mir dann eine teilzeitstelle...in der hoffnung, das mich dann einer nimmt....
Lotta1 am 2. November 2009 10:42 Diesen Mehraufwand, den Du beschreibst habe ich seid nun 3 Jahren...soll das heißen ich bin selber schuld? Ich bin bei allem Respekt vor deinen sonstigen Beiträgen nicht deiner Meinung! Lies mal meinen Beitrag!^^
Lotta1 am 2. November 2009 10:57 Ein Krippenplatz bekommst gerade Du als alleinerziehende vorrangig! Den KiGa Beitrag müsstest Du ebenfalls nicht bezahlen-lediglich das Essensgeld (ca. 40 EUR), Antrag beim JA auf Tagespflegekosten stellen, ebenso eine Tagesmutter bekommst Du vom Amt Das hat mehr mit Willen zutun. Ausreden lasse ich hier nicht gelten!
Elster79 am 2. November 2009 11:37 oder mit dem arbeitsmarkt.. ist ja nicht so, das stellen hier an mass sind..

Das mit den Kindern ist genau der Punkt, bei dem Handlungsbedarf besteht. Man sollte anstelle von Geld Essensmarken verteilen, die Personenbezogen sind. Es kann ja nicht sein, dass die Eltern das Kindergeld für sich ausgeben und dann den kleinen nicht mal nen Butterbrot in die Schule mitgeben können/wollen.
Naja na klar sollen die, die es können, arbeiten gehen. Da aber viele Leute einfach zu lange in ihrem Hartz-Leben herum dümpeln werden die leider mehr und mehr arbeitsunfähig.
Aber am meisten ärgert es mich, dass bereits junge Leute Hartz bekommen. "ach ich bekomme ja eh nie nen job"... ja ne is klar, aber sich ausbilden, auf die idee kommt auch keiner!
ich bin auch studentin und hab nur 500 euro im monat, davon müssen miete und alles bezahlt werden. und es geht, ich jammer nicht. klar am ende ist ebbe, und essen kaufen muss auch mal warten, aber ich werde mich nie in diese opferrolle fügen. immerhin hab ich es mir selbst so ausgesucht
da muß man sich ein dickes Fell anschaffen. Und letztendlich kann man sich ja nicht für jeden Pups rechtfertigen. Die Dummheit hockt halt überall...
Ich denke natürlich, dass jeder erstmal arbeiten kann, wenn er das will.
Aber, das ist ein Fehler, der beim Staat liegt, es gibt keinen Anreiz, das zu tun. Oder nur einen zu geringen.
Ich denke, es müssen die entsprechenden Anreize geschaffen und der Leistungsmißbrauch eingedämmt werden.
Dann kann auch eine soziale Absicherung funktionieren und nicht zur sozialen Hängematte werden.
pecudis am 2. November 2009 10:27 Es gibt zur Zeit 400.000 offene Stellen, und knapp 4 Millionen Arbeitslose.
Wo sollen die denn Deiner Meinung nach arbeiten? Und wieso glaubst Du, sind die Kontrollen der ARGEN nicht ok? Es wird ja bereits jede Bewerbung etc kontrolliert, es werden sogar Hausbesuche gemacht, was erwartest Du denn noch? Lagerhaltung von Menschen? Zwangsarbeit? - Ach nee. gibts ja auch schon ...
Nein, versteh mich nicht falsch, ich habe gesagt, dass ich am System zweifle.
Ich denke, das z.B. jeder zumindest für 400 Euro irgendwas tun könnte, aber sich das nicht lohnt.
Ich habe einen Fall im familiären Umfeld und derjenige ist ein fauler Sack, der den ganzen Tag nichts macht, sich die Kante gibt und mir in den Ohren liegt, wie schlecht es ihm doch geht, da kümmert sich die ARGE überhaupt nicht drum. Das prägt mein Bild leider nachhaltig.
pecudis am 2. November 2009 10:37 Das kannst Du ja gerne denken, es ist aber nun mal falsch, es gibt auch nicht "ausreichend" 400.--Jobs.
Wenn Deine Bekannten so sind, heißt das noch lange nicht, daß das auch gleich für die ALlgemeinheit gilt!
Ja, aber wenn Du meinen Beitrag liest, sollte Dir auffallen, dass ich nicht die Allgemeinheit angreife, ich denke, dass das System nicht funktioniert, das System vielen nicht die Möglichkeit bietet aus dem Hartz4 auszubrechen. Es liegt meiner Meinung nach zum Großteil nicht an den Hilfeempfängern, sondern am System und der mangelnden Förderung der Arbeit.
das ist das typische hartz IV klischee, wie man so schön in den nachmittags-talkshows sieht. aber wie gesagt, das ist ein klischee und mag sicherlich auf den ein oder anderen zutreffen. aber ich denke, die meisten haben schuldlos ihren arbeitsplatz verloren, was ja im moment nichts seltenes ist. und wenn dann diese leute als assis etc. bezeichnet werden, ist das echt die höhe!!!!
Das kann man nie pauschal entscheiden. Hierzu gibt es ja die vielen Bediensteten in den Ämtern, die über HartzIV entscheiden, was wer wann und wieviel bekommt.
Es gibt immer Sozialschmarotzer die zu Unrecht Hartz IV kassieren und sich einen lauen Tag machen oder noch nebenbei schwarz Geld verdienen; bestimmt gibt es auch solche an Deiner Tafel. Da sind bestimmt auch Leute, die einfach nur Geld sparen wollen und auf Kosten von Wohlfahrtsorganisationen leben um ihr eigenes Geld zu horten.
Aber ehrlich: Siehst Du das den Menschen an, die da wimmernd und hungrig vor dem Suppentopf warten? Ich möchte da nicht drüber entscheiden.
Ich sehe das durchaus als zwiespältig an. Einerseits gibt es viele, viel zu viele Menschen in Deutschland, die aus der Arbeitswelt rausgefallen sind und aus irgendwelchen Gründen nicht wieder hineinfinden. Die tun mir leid. Genau wie die Kinder, die sowieso nichts dafür können, in dem Elend festzuhängen. Was mir jedes Mal die Hutschnur zum Reißen bringt, sind die jungen Leute, die mit Anfang, Mitte 20 noch nichts gelernt haben, die Schule geschmissen haben und stets darauf bedacht sind, nur ja ihren HartzIV-Anspruch nicht zu schmälern. Nein, die lerne ich nicht durch die Medien kennen, sondern durch dieses Frageforum! Mag sein, dass ich und meine Ansichten aus dem letzten Jahrtausend sind, aber für mich ist ein selbstbestimmtes Leben das ureigendste Ziel im Leben. dies geht meines Erachtens nach nur, indem man sich durch Probleme durchbeißt, seine Qualifikation so steigert, dass man einen Marktwert und damit eine reale Chance auf dem Arbeitsmarkt hat und dann die Pobacken zusammenkneift und selbst für sein Leben sorgt. Wie gesagt, die ersten Gruppen sind eindeutig ausgeschlossen, aber von den jungen Leuten gibt es schlichtweg zu viele.
oft kommt man unverschuldet in die lage hartz4 beziehen zu müssen.... zb wenn der lohn nicht ausreicht oder man sich vom partner trennen muss und es als alleinerziehende/r schwerer hat arbeit zu finden. man sollte nicht alle in einen topf werfen nur weil es in der presse immer so dargestellt wird.