Frage von Fragnichtnach, 58

Hartz IV Freibetrag?

Hallo, ich hätte eine Frage bezüglich der Regelungen zu Hartz IV.
Ich bin 18, lebe alleine mit meiner Mutter und mache zurzeit das Abitur.
Nun habe ich vor vor ca. 2 Monaten einen Mini-Job gesucht, bei dem ich ca. 56€ im Monat verdiene. Gestern habe ich dann einen Brief erhalten, dass ich ca. 46€ Zahlen muss. Leider wird das ganze sehr unverständlich erklärt und nur von irgendwelchen ''Pauschalen'' geredet, wovon ich keine Ahnung habe. Im Internet habe ich das hier gefunden:

Hartz 4 IV Grundfreibetrag

Ein Betrag bis 100 EURO brutto monatlich darf anrechnungsfrei (Hartz 4 IV Grundfreibetrag) zum Arbeitslosengeld II hinzuverdient werden.

In diesem Grundfreibetrag sind enthalten:

Werbungskostenpauschale = 15,33 EURO
Absetzbeträge für Riester - Rente, andere private Versicherungen = 30,00 EURO

Was Heißt das jetzt genau?
Muss ich monatlich dann 30,00€ + 15,33€ also insgesamt 45,33€ von meinem Verdienst abgeben?

In dem Fall würden mir ja von meinen 56€ nur 10€ bleiben, obwohl man ständig liest dass man 100€ ohne Abzüge hinzuverdienen kann?

LG

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 21

Mal vorausgesetzt deine Mutter hat deinen Job ordnungsgemäß gemeldet,dann werden vom Erwerbseinkommen 100 € nicht berücksichtigt !

Wenn du also mit deinem Erwerbseinkommen pro Monat nicht über 100 € kommst,dann ändert das an deinem Leistungsanspruch nichts,erst wenn du mehr als 100 € pro Monat verdienen würdest,dann wird der Großteil des Einkommens angerechnet.

Du hast dann ab diesen 100 € Grundfreibetrag von 100 € - 1000 € Brutto 20 % und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden aus dem Brutto berechnet,theoretisch vom Brutto / Nettoeinkommen abgezogen,ergeben dann das anrechenbare Erwerbseinkommen,dass wird dann ggf.mit sonstigem Einkommen wie Kindergeld / Unterhalt / Waisenrente addiert,ergibt dann das gesamte anrechenbare Einkommen und das wird dann auf deinen Bedarf angerechnet und deine Leistungen dementsprechend gekürzt oder ganz eingestellt,wenn du deinen Bedarf dann mit deinem anrechenbaren Einkommen selber decken könntest.

In diesen 100 € Grundfreibetrag sind diese 30 € Versicherungspauschale + die 15,33 € für Werbungskosten = 45,33 € enthalten.

Es blieben dann vorerst noch 54,67 € übrig.

Wenn du z.B. jetzt noch Beiträge für die Riester Rente zahlen würdest,dann könnten die von den 54,67 € auch noch abgezogen werden.

Würdest du dann einen Job haben,bei dem du min. 400 € Brutto pro Monat verdienen würdest,dann könntest du ggf.noch separat Aufwendungen absetzen,die dir durch die Beschäftigung entstehen würden.

Mal angenommen du würdest für eine Monatskarte dann 80 € zahlen müssen,dann könntest du die Differenz von 54,67 € - zu deinen 80 € für die Monatskarte = 25,33 € zusätzlich vom Jobcenter bekommen.

Die Rückforderung muss dann also einen anderen Grund haben und der muss aus dem Schreiben ja ersichtlich sein.

Wenn du mit etwas nicht einverstanden bist,dann kannst du gegen diese Forderung ja fristgerecht einen schriftlichen Widerspruch einlegen.

Man müsste also erst mal genau wissen was in dem Schreiben steht.

Mit deinem geringen Einkommen unter 100 € pro Monat kann dies auf jeden Fall nichts zu tun haben,weil es wie gesagt bis zu 100 € nicht angerechnet wird.

Antwort
von frodobeutlin100, 27

Nun habe ich vor vor ca. 2 Monaten einen Mini-Job gesucht, bei dem ich
ca. 56€ im Monat verdiene. Gestern habe ich dann einen Brief erhalten,
dass ich ca. 46€ Zahlen muss.

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bei 56,00 Euro im Monat kommt es zu gar keiner Anrechnung ...

im Übrigen musst Du nichts zahlen - Du bekommst einfach weniger staatliche Unterstützung ...

wenn in dem Brief steht, dass Du 46,00 Euro (zurück) zahlen sollst, dann ist vermutlich (durch irggend etwas anderes) eine Überzahlung eingetreten

...

also Bitte noch mal den Betreff den Briefes genau lesen ... worum geht es genau ....

Kommentar von Fragnichtnach ,

Also im Brief werden die in kursivschrift hervorgerufenen Dinge erwähnt (pauschalkosten etc.). Dass mit dem zurückzahlen war falsch formuliert es werden nämlich die knapp 46€ gekürzt.

Dort steht auch etwas von einer überzahlung, allerdings wird diese mit meinem monatlichen Einkommen begründet, der letzten Monat sogar nur 36€ betrug, weil ich erst in der zweiten Hälfte des Monats angefangen habe zu arbeiten.

Kommentar von frodobeutlin100 ,

na dann hast Du offenbar noch andere Einkünfte - müsste doch in der Berechnung drinstehen ....  (Kindergeld z.B.)

Antwort
von Skibomor, 28

Nein - die Grundfreibeträge sind doch schon enthalten.

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