Frage von Merkur1, 80

Hartz-IV Heizkostennachzahlung halbiert?

Eine Bedarfsgemeinschaft (Mutter und volljähriger Sohn) bezieht Hartz-IV und demzufolge werden auch Miete und Heizkosten übernommen.

Nunmehr erstellte das Energie-Unternehmen die Jahresabrechnung für die Heizkosten. Es ist eine Nachzahlung zu leisten. Die Höhe ist unstrittig und wird auch vom Jobcenter als angemessen betrachtet.

Aber: Seit zwei Monaten gehört der nach wie vor in der Wohnung wohnhafte Sohn nicht mehr zur Bedarfsgemeinschaft (... jetzt BAFÖG). Mit der Begründung, dass der Sohn aktuell nicht mehr Hartz-IV bezieht, kürzt das Jobcenter die Nachzahlung um die Hälfte (... die andere Hälfte muss somit die Mutter aus ihrem Regelsatz bestreiten).

Kann das richtig sein? Schließlich empfing der Sohn noch für zehn Monate die Heizwärme. Nur weil vertragstechnisch der Abrechnungszeitpunkt für die Jahresabrechnung zwei Monate liegt, kann der Sohn doch für die zehn Monate nicht als existent betrachtet werden. Wäre die Abrechnung zufällig in seinem letzten Hartz-IV-Monat erfolgt, wäre die volle Heizkostennachzahlung bewilligt worden. Aus meiner Sicht müssten 10/12 der auf den Sohn entfallenden Heizkostennachzahlung bewilligt werden.

Ich bin überzeugt: Hätte es im Gegensatz ein Guthaben gegeben, hätte das Jobcenter dieses Guthaben ohne jegliche Aufsplittung in voller Höhe vereinnahmt.

Rudi

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 40

Wenn es ein Guthaben gegeben hätte,dann dürfte das Jobcenter auch nur 50 %,also deinen Kopfanteil auf deinen Kopfanteil der KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ) mindernd anrechnen,weil dein Sohn nicht mehr zur BG - gehört,weil er Bafög - bezieht !

Das ist genauso wie wenn man eine Gutschrift aus einer Jahresendabrechnung außerhalb des Leistungsbezuges bekommen würde,die aber aus einer Zeit stammt,in der man ALG - 2 bezogen hat,auch dann würde diese Gutschrift nicht dem Jobcenter,sondern dir zustehen.

Es kommt also bei deinem Sohn nicht darauf an bis wann er Leistungen bezogen hat,sondern nur darauf,ab wann er keinen Leistungsanspruch mehr hat und wann die Abrechnung zugegangen ist.

- Abrechnung im Leistungsbezug erhalten = Kosten würden übernommen

- Abrechnung erhalten außerhalb des Bezuges = keine Kostenübernahme

Hat dein Sohn beim Jobcenter einen Antrag auf einen Mietzuschuss zu seinen ungedeckten KDU - nach § 27 Abs. 3 SGB - ll beantragt ?

Dann könnte er ggf. diese Nachzahlung über diesen Leistungsbezug abdecken lassen.

Es käme dann darauf an was dein Sohn an Bafög - bekommt bzw.was davon als anrechenbares Bafög - angesehen würde,was er außer dem Kindergeld noch für Einkommen hat,wie alt er ist und wie hoch die KDU - insgesamt ist.

Antwort
von ahmedschachbret, 37

wenn der sohn noch in der wohnung wohnt werden die kosten geteilt, egal ob der geld bekommt oder selber was verdient spielt keine rolle, du kannst vorsichtshalber mal auf die seite gehen und denen mal fragen per mail http://www.eidinger.eu/

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