Frage von dieNervige, 17

Hartz 4 für Selbstständige?

Bin seit 20 Jahren im "Gesundheitsbereich" erfolgreich selbstständig gewesen. 2012 stürzten meine Einnahmen rapide in den Keller, weil ich mich zusätzlich um meinen an Demenz erkrankten Vater kümmere.... Frühjahr 2015 wurde mir "ergänzendes Hartz 4" für zweimal 6 Monate bewilligt. Leider sind die Umsätze noch nicht wieder so ausreichend wie zuvor, zum einen gesunden meine Patienten, was mich sehr freut, zum anderen kann ich ja keine neuen Patienten von der Straße in meine Praxis zerren.... Es braucht noch Zeit, "bis meine Aktivitäten zur Wiederbelebung" wirken. Kann ich nochmals Folge-Antrag für weitere 6, im schlimmsten Fall 12 Monate stellen ???

Zur Info: ich bin bereits 60, davon mehr als 35 Jahre selbstständig und gelte auf freiem Arbeitsmarkt als nicht mehr vermittelbar.

Ich bedanke mich für verständnisvolle Antworten, die mir wirklich weiterhelfen in meiner Selbstständigkeit bleiben zu dürfen. Herzlichen Dank <3

Antwort
von Docvomdorf, 6

Hallo,

die Frage ist halt, ob man tatsächlich an der Selbstständigkeit festhalten sollte. Leider (und ich spreche hier aus eigener schmerzvoller Erfahrung) ist der Preis dafür, sein eigner Chef zu sein, manchmal einfach zu hoch. Zumal die die Politik in Deutschland viele kleine/neue Unternehmen am ausgestreckten Arm verhungern lässt, während sie Konzernen und Lobbyisten das Geld vor und hinten rein pumpt. Das gilt im gleichen Maße für die Banken.

Wenn die Restrukturierungsmaßnahmen tatsächlich einen Aufschwung erwarten lassen (hier darf man sich allerdings nicht selbst in die Taschen lügen), könnte man vielleicht noch einmal bei einer (anderen) Bank zwecks langfristiger Finanzierung vorsprechen. Manchmal ergeben sich, besonders im Gesundheitsbereich, auch Kooperationsmöglichkeiten mit Kliniken oder Sanitätshäusern. Oder man kann einen Partner finden, der einen Teil der Kosten mitträgt (man gibt dann zwar auch ein Stück Kontrolle ab, aber manchmal besser als die Liquidation).

Darüber hinaus würde ich niemals kategorisch ausschließen, dass man mit 60 "nicht mehr vermittelbar" ist. Viele Unternehmen suchen, gerade im Gesundheitsbereich, händeringend nach Experten. Und wer 35 Jahre selbstständig war, braucht keinem Personaler mehr beweisen, dass er/sie etwas auf die Beine stellen kann. Gerade, wenn noch die Pflege von Angehörigen ansteht und vielleicht die eigene Gesundheit (für die man ja als Selbstständiger mehr als genug zahlt) schon angeschlagen ist, kann es manchmal auch (psychisch und physisch) entlastend sein, wieder ins gesetzliche System zurückzukommen.

Alles Gute!

Antwort
von Phantom895, 6

Hallo!

Ich bin auch schon einige Jahre selbstständig und bekomme immer noch Aufstockung. Also ist auf jeden Fall auch länger als 1 Jahr Alg2 möglich.

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