Frage von oceanize, 109

Was wird von Hartz 4 abgezogen?

Hey liebe Community,

Ich beziehe zur Zeit Hartz 4 und habe einen 450 Euro Job. Ich wohne noch bei den Eltern, aber ziehe bald in eine WG. Meine Frage ist: Bekomme ich Wohnungsgeld trotz meines Minijobs? Und wieviel kann man neben Hartz 4 verdienen? Ich habe gehört 20% des Gehalts kann man behalten bis zu einem bestimmen Betrag, aber mir wird davon nichts abgezogen, obwohl die das wissen.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 50

Seit wann hast du denn deinen Job und wann hast du bzw.deine Eltern es gemeldet ?

Ob du nach deinem Aus / Umzug überhaupt etwas bekommst,käme darauf an ob dein Auszug auch notwendig ist,ob du dies vorher beim Jobcenter beantragt hast und auch die Zusicherung für die Kostenübernahme bekommen hast,was du dann an Brutto und Netto verdienst und wie alt du bist.

Bei 450 € würden dir auch deine 450 € bleiben,wenn du diese von deinem Arbeitgeber Brutto wie Netto auf dein Konto bekommen würdest,also keine Abzüge haben würdest.

Nur wird dir dann dein Nettoeinkommen nach Abzug von Freibeträgen auf deinen Bedarf angerechnet,also von deinen dir evtl.zustehenden Leistungen abgezogen.

Dir stehen auf Erwerbseinkommen erst mal 100 € Grundfreibetrag zu und von den übersteigenden Teil von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir noch mal 20 % Freibetrag zu und von 1000 € - 1200 € Brutto sind es noch mal 10 % Freibetrag.

Diese Freibeträge werden wie gesagt vom Brutto berechnet,dann theoretisch vom Netto abgezogen und das ergibt dann dein anrechenbares Nettoeinkommen,dass dann auf deinen Bedarf angerechnet und von deinen Leistungen abgezogen würde.

Beispiel :

Du würdest die Zusicherung zum Auszug bekommen und dann in der WG - 300 € zahlen müssen.

Dann läge dein Bedarf bei 404 € Regelsatz + 300 € KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ( Warmmiete ),gesamt dann min. 704 € Bedarf pro Monat.

Wenn du jetzt nur 450 € Brutto wie Netto verdienen würdest,dann stehen dir erst mal deine 100 € Grundfreibetrag zu und von den übersteigenden 350 € stünden dir noch mal 20 % Freibetrag zu,also 70 €.

Dein Freibetrag würde dann bei 170 € liegen und 240 € wäre dein anrechenbares Nettoeinkommen,dass dann von deinen angenommenen 704 € Bedarf abgezogen würde,der Rest würde dir dann als Aufstockung gezahlt,hier also dann 464 € pro Monat,hättest dann also 170 € mehr als ohne Arbeit.

Würdest du jetzt 800 € Brutto und 650 € Netto verdienen,dann läge der Freibetrag bei 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 700 € stünden dir wieder 20 % Freibetrag zu,also dann 140 € dazu,der gesamte Freibetrag läge dann bei 240 €.

650 € Netto minus 240 € Freibetrag = 410 € anrechenbares Einkommen.

704 € Bedarf minus 410 € anrechenbares Einkommen = min. 294 € Aufstockung pro Monat.

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