Frage von mumie72, 243

Hartz 4 - Bedarfsgemeinschaft - Fahrtkosten zu Arbeit?

Hoffe einer kann mir hierzu etwas sagen:

Bin leider seit September in der Situation, dass ich Hartz 4 beziehe.

Nun versuche ich gerade aus dem vorläufigen Bewilligungsbescheid schlau zu werden.

Jetzt zu meiner Frage: Ich lebe in einer Bedarfsgemeinschaft (wie es so schön heißt). Ich bekomme keinen Regelsatz, sondern "nur Miete + Heizung". Mein Partner arbeitet Vollzeit und bekommt i. d. R. ca. 1670,00 netto. Von diesem Geld zahlt er Unterhalt für 2 Kinder in Höhe von 632,00 Euro.

Um zu seiner Arbeitsstelle zu kommen, muss er täglich 44 km (Hin- und Rückfahrt, 5 Tage Woche) mit dem PKW fahren. Diese Fahrtkosten werden vom AG nicht erstattet.

Desweiteren muss er einmal die Woche zu einer Außenstelle (ca. 180 km Hin- und Rückfahrt) . Diese Fahrten werden mit 0,3 € vom AG erstattet.

Müssten die Fahrtkosten eigentlich vom Einkommen abgezogen werden?

Desweiteren haben wir jetzt eine Stromnachzahlung (über 200 €) bekommen. Ich weiß nicht, wie wir das stemmen sollen. Bekomme für Dezember gerade mal 350,00 für Miete und NK.

Kann mir jemand eine Info geben?

Vielen Dank im voraus.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz 4, 192

Wenn ihr eine BG - seid,wurde dann der zu zahlende Unterhalt beim Antrag angegeben,nachgewiesen und vom Jobcenter als zu mindernder Betrag vom anrechenbaren Einkommen abgezogen ?

Wie viel Warmmiete ( KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung ) sind denn zu zahlen ?

Denn wenn der Unterhalt berücksichtigt worden wäre,dann hätte er nach Abzug seiner 300 € Freibetrag auf Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll nur noch ca.1370 € Netto und nach Abzug der 632 € Unterhalt nur noch ca. 738 € anrechenbares Einkommen.

Demnach blieben dann nach Abzug von derzeit 2 x 360 € Regelsatz = 720 € nur noch ca. 18 € als anrechenbarer Betrag für eure KDU - und die Differenz stünde euch als Aufstockung zu.

Dazu käme dann noch seine tägliche Strecke zur Arbeit,wenn er am Tag 44 km für den Hin und Rückweg benötigt,dann würden dann an 5 Arbeitstagen 220 km und das ganze mal 4 Wochen = 880 km sein.

Er könnte dann als Sonderbedarf pro km 0,20 € also gesamt min.176 € separat geltend machen,darauf würde aber ein Teil seiner 100 € Grundfreibetrag die er von seinem Erwerbseinkommen nach § 11 b SGB - ll hat abgezogen,er würde dann evtl.pro Monat dann so um die 100 € noch bekommen bzw.die stünden ihm dann zu.

Aber wenn er für die eine Fahrt pro Woche für die 180 km dann 0,30 € = 54 € bekommt,dann werden die auf sein Einkommen mit angerechnet und von eurer Aufstockung abgezogen,aber dann muss das Jobcenter diese 180 km mit 0,20 € pro km wieder berücksichtigen,also dann nur ca. 18 € x angenommen 4 Wochen = ca. 72 € anrechnen,muss natürlich alles angegeben und nachgewiesen werden.

Der Abschlag für den Haushaltsstrom muss aus dem Regelsatz bzw.den Freibeträgen auf Erwerbseinkommen gezahlt werden und somit dann auch eure Nachzahlung aus der Jahresendabrechnung.

Ihr könnt also nur versuchen eine Ratenzahlung beim EV - zu beantragen oder beim Jobcenter einen Antrag auf ein zinsloses Darlehen stellen,aber solange es nur 200 € sind und euch noch nicht mal eine Mahnung zugestellt wurde bzw.mit der Sperrung gedroht wurde,wird das mit dem Darlehen wahrscheinlich nichts werden.

Antwort
von angy2001, 153

Es ist normal, dass die normalen Fahrtkosten nicht vom AG erstattet werden, die sind Privatangelegenheit. Er kann aber die Fahrtkosten steuerlich geltend machen, dadurch mindert sich sein zu versteuerndes Einkommen und er bekommt Geld zurück. Das ist nicht in dem Umfang zu erwarten, wie die Kosten sind, aber anteilig halt. Habt ihr schonmal eine Einkommenssteuererklärung gemacht? Wenn nein, dann so schnell wie möglich machen - geht noch 3 Jahre rückwirkend.
Fahrtkosten werden nicht vom Einkommen abgezogen - vielleicht findet er eine Möglichkeit günstiger zum Arbeitsort zu kommen z.B. durch eine Fahrgemeinschaft.

Die Stromnachzahlung müsst ihr so aufbringen. Rede mit dem Stromversorger und vereinbare Teilzahlung. Die Rate sollte auch angemessen erhöht werden. Meines Wissens nach ist der Strom nicht Bestandteil der Miete und Nebenkosten.

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