Frage von Eltarion, 90

Handy Displayschaden - Versicherung will nicht zahlen?

Hallo Leute,

Vor 1 Monat hat meine Freundin mein Handy bei einer Feier aus Versehen fallen lassen, als sie es mir gerade zurückgeben wollte, weil ein Passant sie angerempelt hat. (Sie hatte es nur ganz kurz, um etwas auf meinem Handy anzugucken)

Wir haben natürlich ihrer Haftpflicht den Schaden gemeldet und von dieser habe ich jetzt die Antwort bekommen, dass der Schaden nicht übernommen wird, da es nicht ihre Schuld gewesen sei, sondern die des Passanten und ich solle mich mit diesem auseinander setzen.

Daraufhin habe ich dort angerufen und mit der Sachbearbeiterin gesprochen, welcher ich erklärt habe, dass es doch nicht die Schuld vom Passanten ist, wenn sie das Handy fallen lässt. Klar hat der Passant eine Mitschuld, aber deswegen mal so eben zu sagen, dass meine Freundin keinerlei Schuld trifft?

Naja genau das habe ich der Dame am Telefon auch gesagt, welche dann zu mir meinte, dass man ja gar nichts dafür kann, wenn ein Passant einen anrempelt, worauf ich wieder meinte, dass man das Handy so gut festhalten kann, dass es eben nicht bei jedem kleinen Stoß aus der Hand fällt (sie wurde nur leicht angerempelt). Man hat doch eine Fürsorgepflicht, wenn man unmittelbarer Besitzer ist, oder irre ich mich da? Diese wurde für mich damit verletzt, dass das Handy eben nur unzureichend festgehalten wurde.

Nach einigem Hin und Her hat die Dame dann zu mir gesagt, sie schicke mir nun ein Bogen zu, indem ich den Widerspruch bekünden kann. Sonst weiß ich nicht was dieser Bogen genau beinhalten soll.

Das Gespräch ist nun 3 Tage her, ein Brief habe ich noch nicht, werde wohl noch ein wenig Geduld haben müssen, aber ich bin schon etwas verärgert, dass die Versicherung, in meinen Augen, sich so einfach aus der Affäre ziehen will.

Was meint ihr dazu? Sollte ich weiter gegen an gehen oder es lieber lassen, weil meine Erfolgsaussichten gegen Null sind. Liege ich denn überhaupt mit meiner Ansicht richtig? Wäre es Sinnvoll eine Schadensquote, sagen wir von z.B. 50%, vorzuschlagen bzw. anzugeben, da meine Freundin und "Der böse Passant" beide Schuld sind?

Lieber bekomme ich einen Teil erstattet als komplett auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Apolon, 47

@Eltarion,

fangen wir mal beim Beginn der Schadensursache an.

Hat sich die Freundin das Handy geliehen ?

Dann würde die Privathaftpflichtversicherung nur dann zahlen, wenn geliehene Sachen über ihre PHV abgedeckt war.

Hat sie es unerlaubt genommen (also entwendet), zahlt die PHV nichts.

Gehen wir mal davon aus, sie hat es geliehen und eine Absicherung besteht,  zahlt die PHV nur dann wenn die Schadensursache ihr zuzuschreiben ist.

In dem geschilderten Fall, wurde sie angerempelt und dadurch fiel das Handy zu Boden. Also ist der Schadensverursacher nicht die Freundin, sondern der Passant.

Allerdings könnte der zuständige Versicherungsvermittler in solch einem Fall einen Kulanz-Antrag stellen. Dies hängt aber dann davon ab, wie die Kundenverbindung ist und die bisherige Schadenhäufigkeit.

Ein Tipp - die Freundin sollte ihren Versicherungsvermittler kontaktieren.

Gruß N.U.

Kommentar von Eltarion ,

Ok, danke für die Antwort, dann muss ich wohl doch selbst bezahlen. :)

Antwort
von peterobm, 61

es gibt einen Verursacher, der ist für den Schaden verantwortlich. Die Versicherung ist aus dem Grund raus. Das wird auch nach deinem Widerspruch Bestand haben. Solche Sachen sind nicht versichert. 

Was steht denn in der Police deiner Versicherung?

Antwort
von franneck1989, 34

Die Argumentation der Versicherung ist nachvollziehbar.

Haften muss nur, wer die "im Verkehr erforderliche Sorgfalt" außer Acht lässt (Fahrlässigkeit). Das kann ich bei deiner Freundin nicht erkennen.

Antwort
von Kathyli88, 52

Sie wurde von einem passanten angerempelt, somit trifft sie keinerlei schuld was etwaige beschädigungen deines handys betrifft.

Natürlich kann man sagen "sie hätte das handy fester halten können und es trifft sie eine teilschuld" ist aber rein rechtlich gesehen völliger unsinn. Man rechnet ja nicht mit einem rempler. Haftbar ist immer der verursacher. Das heißt du müsstest dich an die andere person wenden. Deine versicherung hat folglich recht. Diese dritte person kennst du aber wahrscheinlich nicht und hast sie weggehen lassen. Die haftpflichtversicherung von dieser person müsste für die kosten aufkommen, sofern er eine hat, ansonsten ist man privat haftbar. 

Falls deine freundin eine haftpflichtversicherung hat, könntet ihr behaupten sie wäre gestolpert und das handy hätte dabei schaden genommen. Deine haftpflichtversicherung bezahlt nicht. Auch nicht wenn du behaupten würdest, dir sei das handy aus versehen heruntergefallen. Für selbstverursachte eigenschäden haftet sie nicht. Du bleibst folglich auf den kosten sitzen.

Allerdings kostet ein neues display nicht sehr viel und das wechseln kriegt man auch selbst hin. Youtube videos helfen schon dabei. Auch dann wenn du ein höherwertiges phone besitzt.

Kommentar von kim294 ,

Falls deine freundin eine haftpflichtversicherung hat, könntet ihr
behaupten sie wäre gestolpert und das handy hätte dabei schaden
genommen.

Die Freundin hat ja eine Haftpflichtversicherung und genau dieser wurde der Schaden ja bereits unter Schilderung des korrekten Sachverhaltes gemeldet.

Wenn sie dort jetzt nochmal eine andere Schilderung abgibt, wird es ziemliche Probleme geben.

Kommentar von Kathyli88 ,

Ja, da hast du recht. Das hatte ich wohl überlesen. In diesem fall bringt es jetzt natürlich nichts mehr den fall auf einmal anders zu schildern. Hätten sie von anfang an gesagt, sie sei gestolpert und das handy ist ihr dabei aus der hand gefallen und zu bruch gegangen, dann hätte ihre versicherung den schaden ohne probleme bezahlt. Aber nachdem sie den fehler gemacht haben und gemeldet haben, dass eine person sie angerempelt hat, war somit diese person schuld und auch für den schaden haftbar bzw dessen haftpflichtversicherung und nicht die der freundin. So würde aber jede haftpflichtversicherung handeln. In meinen augen ist das auch richtig. Man stelle sich einmal vor, man müsste für einen entstandenen schaden haften oder die haftpflichtversicherung, obwohl man nichts dafür kann wenn einen jemand anrempelt. Das wäre eine sehr unfaire sache

Kommentar von Kathyli88 ,

Beispielsweise wäre es das selbe wenn eine person mutwillig oder versehentlich schubst, und diese dann an eine schaufensterscheibe fällt, und diese dann zu bruch geht...und die person die dagegen gefallen ist wäre dann für den schaden der kaputten scheibe haftbar, weil ja durch das fallen ihres körpers die scheibe zu bruch ging. Das wäre doch eine sehr unfaire sache. Natürlich ist die verursachende person "der schubser" daran schuld und haftbar.

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