Handwerker möchte Vorauskasse - was soll ich tun ? Habe endlich einen scheinbar verlässlichen Handwerker gefunden. Jetzt hat er alles ausgemessen und möchte aber von mir für die gesamte Arbeit vorauskasse. Ich fühl mich dabei nicht wirklich gut. Was ist wenn ich bezahle und der Handwerker kommt nicht mehr oder wenn ich Reklamationen hab ? Ist das eigentlich seriös sowas wenn man gleich sein ganzes Geld will bevor man irgendwas angefangen hat?
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Komplette Vorauskasse würde mich auch stutzig machen. Biete ihm das Geld für das Material an und zahl ihm seine Arbeit, wenn er sie geleistet hat.

Mein Mann ist selber Handwerker, daher weiß ich mittlerweile, was da so abgeht... auf beiden Seiten!
Gesamte Vorauskasse würde ich als unseriös ansehen.
Ohne den Handwerker zu kennen würde ich mal sagen, nach der Bezahlung passiert bei Euch nicht mehr viel...
Ein Abschlag in Höhe des Materials (auf keinen Fall in Höhe des Arbeitslohns!) bis zu max. 50% der Endsumme ist in Ordnung, wenn es im Angebot aufgeführt wird.
(So regeln wir das auch mit den Kunden, jedoch erst ab einem Materialbetrag von >5.000,- €.)
Kleiner Tipp: als Privatperson kannst Du Dir den Arbeitslohn und die Materialien in Angebot und Rechnung separat ausweisen lassen, weil Du dann einen Teil bei Deiner Steuererklärung anführen kannst.
So siehst Du auch, ob sich der Arbeitslohn im Rahmen bewegt.
Echt! Ich könnte schreien, wenn Handwerker sich so benehmen. Deswegen haben wir ständig mit Mißtrauen zu kämpfen...
MiAnTo am 26. Mai 2008 17:30 Ach ja: die Vorkasse/den Abschlag nehmen wir jedoch nie bei Leuten, deren gute Zahlungsmoral wir bereits kennen gelernt haben.
Wenn wir aber Bedenken bzgl. der Zahlungsmoral und/oder Bonität des Kunden haben, bestehen wir auf den Abschlag auf's Material oder verzichten auf den Auftrag
- je nachdem.
Wenn wir das Material bezahlt bekommen, haben wir im Zweifelsfall wenigstens nicht den Ärger mit unserem Lieferanten. Das ist, denke ich, auch legitim.
raubkatze am 26. Mai 2008 17:44 Super Antwort! Das mit der Steuer wollte ich auch erst noch anfügen! DDH! Katze

Wir hatten für die Renovierung unseres Hauses vor kurzem diverse Handwerker im Haus und KEINER hat vorab Geld verlangt. Ich persönlich würde darauf auch nicht eingehen und mir lieber einen anderen Handwerker suchen.

Ich würde mir andere Handwerker suchen, ansonsten könnte es für Dich Probleme geben, siehe Deine Befürchtungen.

Frag mal bei der Industrie und Handelskammer nach, ob der Handwerker seriös ist, evt. hat auch er sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit Kunden die hinterher nicht zahlen. Bei größerer Summe evt. über einen Treuhänder nachdenken, oder einen Bankbeglaubigten Scheck übergeben, der erst bei Verrichtung der Arbeit einlösbar ist, muss natürlich mit der Bank abgesprochen werden. Die Zahlungsmoral ist leider sehr schlecht in Deutschland, aber auch die Handwerker stehen nicht immer zu ihrem Wort.

Nie in Vorkasse gehen. Erst die Arbeit - dann das Geld. So seriös scheint dein Handwerker nicht zu sein.

Biete ihm eine Anzahlung, aber alles würde ich auch nicht im vorraus bezahlen. ich denke nicht das es so üblich ist alles im vorraus zu kassieren.

normalerweise ist es wirklich so, dass erst nach vollbrachter und abgenommerner Leistung bezahlt wird..
leider hat aber die schlechte Zahlungsmoral dazu geführt, daß immer mehr Handwerkbetriebe am Stock gehen, weil sie ihrer Kohle hinterherrennen müssen und in vielen Fällen erfolglos..
komplett in Vorkasse würde ich nicht gehen, maximal 50% des KVA und der Rest bei Übergabe. Ist der Kollege Handwerker damit nicht einverstanden,. dann würde ich den Auftrag sterben lassen für ihn.. wenn schon, dann sollen AN und AG das Risiko zu gleichen Teilen tragen
Üblich ist Zug-um-Zug, auch Handwerker können nicht für ihre gesamte Leistung in Vorleistung gehen. Üblich sind auch Anzahlungen, und zwar dann, wenn der Dienstleister Material für den Endkunden bestellt. Die komplette Zahlung vor Arbeitsbeginn (Kleinbeträge würde ich mal ausnehmen) ist unseriös.
Zerline am 20. Juni 2009 15:36 sehe ich ganz genauso!
Bezahlte Dienstleistung ist die schlechteste Dienstleistung! Nur Abschlag zahlen!
Also es ist ja so, daß leider auch die Kunden nicht immer die zuverlässigsten sind. Deshalb verlange ich, je nach Auftragsumfang, von Kunden die mir nicht persönlich bekannt sind, 30% bei Arbeitsbeginn. Sollte das eine "längere Geschichte" sein, verlange ich zwischendrin nochmals 30%. Mit der Fertigstellung ist dann der Rest fällig! Ich denke das ist weder unverschämt noch unüblich! Schließlich müssen die Handwerkerr ja oftmals mit erheblichen Materialkosten in Vorleistung gehen!
Zerline am 20. Juni 2009 15:35 Genauso schauts aus, finde ich vollkommen ok!
Für alles komplett Vorkasse? das würde ich nie machen. Eine Anzahlung von 10-15 % ist in Ordnung, dann muss der Handwerker aber erst mal ran und etwas leisten.

Je nach Umfang der durchzuführenden Arbeiten kann eine Drittelung vereinbart werden:
ein Drittel der veranschlagten Kosten bei Arbeitsbeginn
das zweite Drittel nach Beendigung der Arbeit
das letzte Drittel nach Abnahme der Arbeit
das Ganze aber schriftlich fixieren.
So geht's auch!
DH