Frage von John7300, 72

Handelt es sich um den personen- oder verhaltensbedingten Bereich und wäre Abmahnung/ Kündigung realistisch?

Nur nochmal eine allerletzte Verständnisfrage. Wann man z.B. bei der Auftragseingangsbuchung einen Fehler macht (z.B. einen falschen Wert für einen Zuschlag hinterlegt), sprich einen Arbeitsfehler macht weil man es als Neuling nicht besser wusste und es somit auch nicht als Fehler erkannt hat, ist dieses doch nicht abmahnungs- oder kündigungswürdig wenn dieser Fehler durch einen anderen Mitarbeiter nach zwei Jahren entdeckt wird, oder? Zudem ist wie gesagt der Mitarbeiter garnicht mehr in der Abteilung und kann nicht mehr aus dem Fehler lernen und aufgrund seines komplett anderen Arbeitsgebiet diesen Fehler nicht erneut machen. Macht denn hier theoretisch gesehen eine Abmahnung oder sogar direkte Kündigung ohne vorherige Abmahnung Sinn?

Ist es denn realistisch gesehen möglich, dass ein Großunternehmen bzw. internationaler Konzern einen Mitarbeiter ohne vorherige Abmahnung für solche Arbeitsfehler die lange zurückliegen und lange Zeit nicht bemerkt wurden kündigt und somit eine Kündigungsschutzklage riskiert oder überhaupt eine Abmahnung erteilt? Der damals von Mitarbeiter A kaufmännisch geleitete Auftrag war sehr sehr klein und nicht von großer Bedeutung für das Unternehmen. Wie gesagt existiert ein starker BR im Unternehmen und selbst die neuen Vorgesetzten würden den Mitarbeiter A gerne behalten und nicht verlieren wollen. Mitarbeiter A ist auch nur ein ganz kleines Licht im Unternehmen und hat keinerlei Führungsaufgaben etc.

Wenn ich es recht verstehe, kann man Mitarbeiter A doch nicht für solche Fehler außerordentlich kündigen sondern nur verhaltensbedingt oder sehe ich das falsch? Er hat ja weder Fehler absichtlich gemacht noch einen schweren Verstoß wie Diebstahl begangen. Und eine verhaltensbedingte Kündigung setzt als mil­de­res Mit­tel in al­ler Re­gel ei­ne vor­he­ri­ge Ab­mah­nung vorraus. Erst dann, wenn der Ar­beit­neh­mer das be­reits ab­ge­mahn­te Ver­hal­ten wie­der­holt, ist ei­ne Kündi­gung zulässig. Sehe ich das richtig?

Allerletzte Frage: Arbeitsfehler wie beschrieben entsprechen den verhaltensbedingten und nicht personenbedingten Bereich, oder?

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Kündigung, 32

Du hast vor zwei Jahren einen Fehler gemacht den Du nicht alleine verschuldet hast. Wenn man noch neu in einem Betrieb ist, kann nicht erwartet werden, dass der AN sofort alles weiß. Daher wird ja "angelernt".

Eine Kündigung halte ich deswegen für ausgeschlossen. Wenn denn jemand etwas tun möchte, kann man allerhöchstens abmahnen. Dies ist eine Aufforderung zur Besserung.

Bei Dir ist das jetzt sowieso irrelevant, da Du diesen Fehler nicht mehr machen kannst weil Du ein anderes Aufgabengebiet hast.

Mach Dir jetzt keinen Kopf, es passiert Dir nichts, schon gar keine Kündigung.

Zur letzten Frage: das wäre verhaltensbedingt.

Kommentar von John7300 ,

Ok, also Kündigung ist ausgeschlossen und fristlos erst recht, ja?

Kommentar von Familiengerd ,

Richtig!

Antwort
von brennspiritus, 46

Man kann auch nach langer Zeit eine Abmahnung bekommen, da gibt es keine Frist.

Im vorliegenden Fall muss geprüft werden, ob der als Neuling sowas überhaupt machen dürfte, ohne dass es kontrolliert wird. Die Abmahnung wäre dann für den Vorgesetzten fällig.

Es wäre eine verhaltensbedingte Abmahnung oder Kündigung wegen Schlechtleistung.

Kommentar von John7300 ,

Danke! Also wäre es verhaltensbedingt und nicht personenbedingt, richtig? Also wäre eine Abmahnung immer vor einer Kündigung auszusprechen, richtig?

Kommentar von brennspiritus ,

nicht grundsätzlich, aber in den meisten Fällen

Kommentar von John7300 ,

In dem konkreten Fall wäre aber eine direkte Kündigung ohne vorherige Abmahnung unverhältnismäßig, oder?!

Kommentar von brennspiritus ,

Ja, ist es

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 22

Wenn dem Betrieb durch diesen Fehler, ein wirtschaftlicher Schaden entstanden ist, kann er sich selbstverständlich von diesem Mitarbeiter trennen. Da ist dann einfach das Vertrauensverhältnis gestört. 

Eine Trennung kann dann mit einer (kleinen) Abfindung erwirkt werden.

Kommentar von John7300 ,

Ein finanzieller Schaden wäre natürlich nicht durch diese falsche Auftragseingangsbuchung entstanden, sondern lediglich das Ergebnis verfälscht dargestellt. Würde dieses dann auch zur Kündigung reichen?

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