Frage von IchbinJahwe, 285

Haltet Ihr Prostitution für Etwas verwerfliches?

Ich brauche diese Antworten für eine Aufgabe an unserer Schule, ich wäre echt froh wenn Ihr eure Antworten begründen könntet

Antwort
von Undsonstso, 222
Anderes

Auch ich habe meine Schwierigkeiten, das genau zu definieren..... Wo fängt Prostitution an, wo hört sie auf..... Gibt ja nicht nur die klassischen Protituierten, sondern auch Sexualassistenz für Behinderte ist ein wichtiges  Thema.
In Dänemark z.B.  sind alle Betreuer verpflichtet, sich auch um die sexuellen Bedürfnisse ihres Pflegebefohlenen zu kümmern und erforderlichenfalls Unterstützung zu organisieren.
Das halte ich für eine tolle Sache, aber ich muss zugeben, ich sehe mich nicht in dem Job eines solchen Assistenten.

Kommentar von RFahren ,

Sexualassistenz bzw. Surrogatpartnerschaft  als Dienstleistung gibt es auch in Deutschland immer mehr. Ich kenne eine junge Dame, die zunächst als Krankenschwester tätig war und sich dann bei einer Behindertenorganisation zur Sexualbegleiterin weitergebildet hat. Nun arbeitet sie 50/50 in beiden Sparten. Selbst in kirchlich geführten Einrichtungen wird diese Dienstleistung vielfach akzeptiert und teilweise gefördert, da es den Patienten merklich gut tut.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Expertenantwort
von RFahren, Community-Experte für Sex, 192
Nein, weil

Prostitution ist - solange sie freiwillig und selbstbestimmt ausgeübt wird - eine Dienstleistung, die in Deutschland legal ist - und das ist gut so!

Wer Prostitution verurteilt bedient sich oft einer Doppelmoral, denn bei der oft empfohlenen Alternative "Such Dir doch einen One-Night-Stand" wird oft gelogen bis sich die Balken biegen ("Natürlich bin ich Single", "Ich suche etwas festes...", "Ich bin schon so gut wie geschieden..." usw.) um das Opfer ins Bett zu bekommen. Auch eine Versorgungsehe, bei der der Braut die finanzielle Ausstattung des Gatten wichtiger war, als die Liebe zu einem "armen Schlucker" wird selten wirklich beanstandet.

Die Ablehnung der Prostitution rührt oft von Vorurteilen und Des-Informationskampagnen der selbsternannten Moralwächter und Feministinnen. Ein modernes Bordell ist weder "schmuddelig" noch werden die Frauen zur Arbeit gezwungen (Wobei einige Feministinnen selbst die Notwendigkeit Geld verdienen zu müssen als "Zwang" auslegen - so gesehen sind wir dann wohl alle "Zwangsarbeiter"). Heutige FKK- und Saunaclubs ähneln auch eher einem Wellnesshotel als einer üblen Spelunke. Wer sich informieren möchte, wie Paysex heute funktioniert sollte erst mal "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon) lesen.

Frauen sind Prostituierte natürlich meist suspekt, da die Möglichkeit jederzeit unkompliziert Sex kaufen zu können, die Damen eines beliebten Belohnungs- und Steuerungsinstruments beraubt... .

Kommentar von Kajjo ,

Wer Prostitution verurteilt bedient sich oft einer Doppelmoral, denn bei der oft empfohlenen Alternative "Such Dir doch einen One-Night-Stand" 

Ich habe noch nie gehört, dass Menschen, die Prostitution unmoralisch empfinden, zu ONS raten. Ist das echt deine Erfahrung? Im Gegenteil sagt meine Lebenserfahrung, dass die Schnittmenge jener, die Promiskuität ablehnen, und jener, die Prostitution ablehnen, ziemlich groß ist.

noch werden die Frauen zur Arbeit gezwungen

Gewiss gibt es Prostituierte, die es freiwillig tun -- aber erste Berufswahl ist es nur für ganz weniger. Sehr viele Freier sehen den Tatsachen nicht ins Auge, dass die allermeisten Prostituierten es nur als "letzten Ausweg" machen oder gar gezwungen werden. Der prozentuale Anteil wirklich freiwilliger, ihren Job gerne ausübender Prostituierter ist verdammt gering und auch der Anteil an Wellness-FKK-Clubs an allen bezahlten Akten ist nicht so hoch, wie du hier Glauben machen möchtest -- du blendest Straßenstrich, Menschenhandel, organisierte Kriminalität einfach aus..

Im übrigen frage ich mich, ob du sein Pseudonym hier geklaut hast oder aber einfach billige Werbung treibst... weder das eine noch das andere wäre in Ordnung.

Kommentar von RFahren ,

Ich habe noch nie gehört, dass Menschen, die Prostitution unmoralisch empfinden, zu ONS raten.

Hier gibt es genug Fragen nach dem Motto "ist es OK, wenn ich als Single ins Bordell gehe" bei denen dann mit schöner Regelmäßigkeit "Geh' in die Disco und schlepp' eine ab..." empfohlen wird.

Gewiss gibt es Prostituierte, die es freiwillig tun -- aber erste Berufswahl ist es nur für ganz weniger.

Ich arbeite auch nicht in dem Beruf, den ich mir am liebsten ausgesucht hätte (Astronaut) und verdiene meine Brötchen anderweitig (nein: Nicht als Autor) - bin ich deshalb Zwangsarbeiter? Macht eine Frau, die statt für 200 € pro Monat in Rumänien als Krankenschwester zu arbeiten und stattdessen für 200-1200 Euro am Tag im Club arbeitet nun wirklich unfreiwillig? verzweifelt? geknechtet? Im Gegensatz zum Krankenhaus kann sie sich im Club ihre Kundschaft wenigstens aussuchen... . Die Stigmatisierung durch moralisch erhabene Mitmenschen, die ihren Job "widerwärtig" finden und sie wie eine Aussätzige behandeln ("käme für mich als Partnerin nie in Frage...") und das damit verbundene Versteckspiel, die Lügereien gegenüber Freunden und Familie usw. sind meist das Unangenehmste...

Der prozentuale Anteil wirklich freiwilliger, ihren Job gerne ausübender Prostituierter ist verdammt gering 

Wo hast Du diese Weisheit denn her? Von Seiten wie http://berufsverband-sexarbeit.de/ sicher nicht...

Wenn wir die Arbeitsplätze der Prostituierten nach ihrem Anteil quantifizieren wollen, so käme als erstes die Wohnungsprostitution (was auch nicht das unangenehmste Arbeitsumfeld ist), dann die Clubs, dann Laufhäuser und irgendwann der Strassenstrich, der auch gerne von Drogenabhängigen Frauen genutzt wird. Je weniger das jeweilige Geschäftsmodell kontrolliert und in geordnete Bahnen gelenkt wird, umso eher finden sich dort auch Zwangsprostituierte. Die Tendenz geht allerdings immer mehr zu den bereits beschriebenen Clubs, da sich hier Gast und Dienstleisterin auf Augenhöhe begegnen und unverbindlich kennenlernen können. An Hygiene und Sicherheit (für beide Seiten) gibt es hier nichts zu bemängeln. Die Einlasskontrolle stellt z.B. sicher, dass sich z.B. keine Minderjährigen oder erkennbar Drogenabhängigen anbieten.

Ich kenne hunderte Prostituierte und ihre Hintergrundgeschichte privat - teilweise schon über 10 Jahre. Manche davon machen den Job gerne, andere weil sie auf das Geld scharf sind, wieder andere weil sie auf einen Loverboy hereingefallen sind und - nachdem sie diesen irgendwann abgeschossen haben - trotzdem dabeigeblieben sind. Manche machen den Job schon einige Jahre, andere haben sich inzwischen einen anderen Beruf gesucht. Letztendlich sind auch Prostituierte Menschen wie Du und ich - und keine davon ist "widerlich"... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Kajjo ,

und sie wie eine Aussätzige behandeln ("käme für mich als Partnerin nie in Frage

Wie viele Männer, meinst du denn, würden gerne eine aktive oder ehemalige Prostituierte als Lebenspartnerin haben? Der Anteil ist dich verschwindend gering. Guck doch mal den Tatsachen in die Augen!

Es gibt wahnsinnig viele Partnerwahlkriterien und jeder darf wählen und wollen, wen er will. Keine Ex-Nutté zu wollen, ist legitim und extrem weit verbreitet -- nicht ohne Grund im übrigen.

Ich kenne hunderte Prostituierte und ihre Hintergrundgeschichte privat

Aha, alles klar. Die erzählen alle die volle Wahrheit... Mensch, jede hat ihre Mitleidsstory drauf und keine erzählt die Wahrheit darüber. Im allgemeinen sprechen die doch gar nicht über ihr Privatleben!

Letztendlich sind auch Prostituierte Menschen wie Du und ich - und keine davon ist "widerlich"

Logisch sind es Menschen wie alle anderen auch. Und genau wie bei vielen anderen Menschen mit bestimmten Schwächen muss man auch bei Prostituierten nicht jede Einstellung toll finden. Ich will auch nicht sagen, dass es nicht nette Menschen sein können, die man in manch einer Umgebung nicht einmal als solche erkennen würde. Aber als Partnerinnen kommt so eine Einstellung halt nicht in Frage für mich... genauso wenig wie erzkonservative Christinnen oder Veganerinnen im übrigen. Warum sollte nicht jeder sagen dürfen, was in sein Beuteschema passt und was nicht?

Kommentar von RFahren ,

Wie viele Männer, meinst du denn, würden gerne eine aktive oder ehemalige Prostituierte als Lebenspartnerin haben?

Dazu habe ich keine verlässlichen Zahlen - ich kenne aber ein paar Girls, die im Laufe unserer Bekanntschaft geheiratet haben - teilweise ehemalige Gäste, teilweise Männer, die nichts vom Vorleben ihrer Traumfrau wissen... .

Aha, alles klar. Die erzählen alle die volle Wahrheit... Mensch, jede hat ihre Mitleidsstory drauf und keine erzählt die Wahrheit darüber. Im allgemeinen sprechen die doch gar nicht über ihr Privatleben!

Faszinierend, was Du alles weisst... . Mitleidstories kenne ich jetzt weniger - aber Urlaubsfotos, Facebook-Accounts, Familienbilder und wenn man sich zufällig in der Stadt begegnet trinkt man auch mal einen Kaffee zusammen oder hält ein Schwätzchen.

...genauso wenig wie erzkonservative Christinnen oder Veganerinnen im übrigen. 

Schön, dass wir doch 'was gemeinsam haben!

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Kajjo ,

Schön, dass wir doch 'was gemeinsam haben!

Ja, man wundert sich immer wieder, bei welch drastisch unterschiedlichen Ansichten dann doch plötzlich wieder Schnittmengen zu entdecken sind... sage ich als Atheist, Naturwissenschaftler und Nacktbader...

Kommentar von Brainus ,

"Sehr viele Freier sehen den Tatsachen nicht ins Auge, dass die allermeisten Prostituierten es nur als "letzten Ausweg" machen oder gar gezwungen werden. Der prozentuale Anteil wirklich freiwilliger, ihren Job gerne ausübender Prostituierter ist verdammt gering "

Ich kann Ihnen nur raten, mal bei BKA nachzulesen, wieviele Straftaten es gegen die sexuelle Selbstbestimmung gibt. Die von Ihnen gemachte Aussagen ist wohl von Alice Schwarzer. Sie entbehrt jeglicher Grundlage.

Die allermeisten Frauen und ich habe bislang über 150 kennengelernt und ihre Dienste genutzt, machen diesen Job freiwillig, um in kurzer Zeit erheblich mehr Geld zu verdienen, als sie es in einem normaler Job könnten. Ich rede mit den Frauen, viele kenne ich schon länger und da spricht man über viele Dinge, nicht nur Smalltalk und ich weiß wovon ich da spreche.

Antwort
von asjdkfl, 285
Nein, weil

Ich finde es verwerflich, die Not von Leuten auszunutzen um sie zur Prostitution zu zwingen. Prostituierte zu sein halte ich aber nicht für verwerflich. Entweder es geschieht aus Not heraus, dann gibt es kaum/keine Alternative. Oder es geschieht aus freiem Willen. Wenn man das machen will, dann sollte man meiner Meinung nach dürfen, ohne dafür verurteilt zu werden.

Antwort
von EdNewgate, 257
Nein, weil

Nein Ich sehe Prostitution als normales Dienstleistung Gewerbe, solange natürlich alle freiwillig daran beteiligt sind.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sex, 233
Anderes

Bei dieser Fragestellung bin ich wirklich stark hin- und hergerissen und kann sie kaum prägnant und bündig beantworten.

  • Einerseits vertrete ich mit Nachdruck das Menschenrecht auf Freiheit und Selbstbestimmung. Natürlich dürfen wir mit unserem Körper machen, was wir wollen und das schließt ein, freiwillig und einvernehmlich sexuelle Handlungen gegen Entgelt vorzunehmen. Ich sehe darin nichts, das fundamental einer natürlichen Basismoral widersprechen würde und offensichtlich hat es zu jeder Zeit und in jeder Kultur Prostitution gegeben. Mir persönlich schadet es nicht, wenn andere einvernehmlich so etwas tun.
  • Andererseits sind meine persönlichen Moralvorstellungen schon dergestalt, dass ich Prostitution als verachtenswert empfinde, und zwar sowohl Prostituierte als auch deren Freier. Für mich persönlich ist der Stellenwert von Intimität und Sexualität einfach zu hoch, und ich kann nicht einmal ansatzweise nachvollziehen, wie man so etwas tun kann. Ich würde keine Frau als Partnerin in betracht ziehen, die sich prostituiert hat, und finde schon den Gedanken absolut widerwärtig.
  • Prostitution ist sprichwörtlich "das älteste Gewerbe der Welt" und das dürfte sogar zutreffen. Prostitution kommt in vielen Varianten und gar nicht wenige Frauen lassen sich auf eine gewisse Art kaufen, durch materielle Zuwendungen zu Sex verführen oder heiraten aus Vermögensgründen. Da besteht manchmal nicht viel Abstand zu eigentlicher Prostitution. 
Kommentar von RFahren ,

Mir ist nicht ganz klar, wie man etwas "widerwärtig" finden kann, das man selbst nicht erlebt hat - also nicht wirklich kennt.

Von einer Entspannungsmassage (was in den meisten Kulturkreisen ja eine akzeptierte Dienstleistung ist), bei der ja ebenfalls ein Profi dem Körper des Kunden etwas Gutes tut, bis zur sexuellen Entspannung ist es nur ein kleiner Schritt und den Moment zu finden ab dem es dann "widerwärtig" wird, schwer zu definieren... .

Auch der Masseur "macht es" nur für Geld - genau wie der Verkäufer, der Arzt, die Krankenschwester und der Rechtsanwalt.

Natürlich ist Sex zwischen zwei Liebenden toll - aber ist Sex ohne Liebe dann automatisch widerwärtig? Ist ein One-Night-Stand genauso "widerwärtig" - denn auch hier hat ja wohl kaum die unendliche Liebe die beiden Bettgenossen zusammengebracht...? Ist es nur gegen Bezahlung "widerwärtig"? Zählt eine Essenseinladung und ein paar Cocktails dann auch als Bezahlung?

Macht dann die Anzahl der vorangegangenen Sexualpartner die Frau als Partnerin ungeeignet? Ab wie vielen wird es dann "widerwärtig"? 2, 20, 200, 2000? Ist eine Berufsanfängerin mit bisher 20 Kunden dann widerwärtiger als eine Frau, die bei ihrer Versorgungsehe den ältlichen Gatten erfolgreich ins Grab gebracht hat?

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Kajjo ,

Mir ist nicht ganz klar, wie man etwas "widerwärtig" finden kann, das man selbst nicht erlebt hat 

Das ist dann aber wirklich dein Problem. Es gibt mehr als genug Dinge, die man widerwärtig findet, obwohl man sie noch nicht erlebt hat. Wozu hat der Mensch seinen Verstand und seine Phantasie? Seien es nun sexueller Missbrauch von Kindern, das Auslutschen fremder blutender Wunden, das Anfassen von Kot, das Öffnen einer Leiche oder oder oder... gewiss hat jeder Mensch einige Dinge, die er widerwärtig findet, auch wenn er sich noch nicht erlebt hat. Und gewiss gibt es viele dieser Dinge, die andere Menschen durchaus tun. Auch das bestreite ich ja nicht.

Von einer Entspannungsmassage [...] bis zur sexuellen Entspannung ist es nur ein kleiner Schritt 

Auch das ist eher deine höchst persönliche Bewertung aus deiner Sicht als Freier. Für mich ist der Schritt zwischen Nackenmassage und Handbetrieb doch ein ganz gewaltiger. Intimitäten sind für die meisten eben nicht einfach nur Freizeitgestaltung, sondern höchst persönlich und schützenswert.

Auch der Masseur "macht es" nur für Geld

Wogegen argumentierst du denn? Ich habe doch selbst ausdrücklich geschrieben, dass Prostitution das älteste Gewerbe ist und dass jeder tun soll, was er möchte. Ich persönlich finde aber sexuelle Dienstleistungen verletzen die Würde des Menschen  die Intimzone sollte nicht käuflich sein. Aber das darf jemand anders gerne anders finden -- siehe ersten Absatz meiner Antwort.

aber ist Sex ohne Liebe dann automatisch widerwärtig?

Nein, das habe ich doch hier auch nicht behauptet. Warum verdrehst du die Worte im Munde? Ist das deine Vorstellung von konstruktiver Diskussion? Sex mit Lust und Leidenschaft ist etwas anderes als Sex gegen Bezahlung -- aber ja, ich finde willfährige Sexualkontakte wie ONS ebenfalls moralisch nicht in Ordnung. Das ist aber meine persönliche Wertvorstellung und ich will sie anderen gewiss nicht aufzwingen. Ich schätze aber, dass es eine ganz gute Korrelation gibt zwischen Ablehnung von Prostitution und der von Promiskuität.

Kommentar von RFahren ,

Meine Kommentar war darauf gerichtet zu ergründen WAS denn nun an Prostitution widerwärtig ist - dank Deiner Klarstellung weiss ich nun, dass es Deine Fantasie ist, die Prostitution in die Nähe von Leichen, offenen Wunden und Kindesmissbrauch bringt.

Kommentar von Kajjo ,

Unfug! Das waren Beispiele für Dinge, die man widerwärtig finden kann, ohne sie persönlich erlebt zu haben. Ich traue dir durchaus zu, das verstanden zu haben. Bleibt also nur, deine absurde Rhetorik als Kapitulation aufzufassen -- dir sind keine sinnvollen Argumente mehr eingefallen als solche absurde Wortvedreherei.

Prostitution DARF man in Ordnung finden und man DARF sie ach moralisch verwerflich finden. Es gibt keine Zwangsmoral in Deutschland und so wie ich akzeptiere, dass du gerne zu Prostituierten gehst, so akzeptiere du bitte, dass ich persönlich Prostitution verachtenswert finde.

Unsere Gesellschaft braucht keine verordnete Zwangsmoral.

Lies dir deinen ersten Kommentar noch mal durch und dann stelle ggf. die Fragen, die du hättest angeblich stellen wollen.

Kommentar von RFahren ,

Etwas "Moralisch verwerflich" zu finden ist eine Sache - etwas "widerwärtig" eine Andere. Wie würdest Du denn reagieren, wenn Deine Traumfrau, mit der Du seit Monaten oder Jahren glücklich bist, gesteht, dass sie z.B. während des Studium "anschaffen" war. Würdest Du Dich von solch einer "widerwärtigen" Person dann trennen? Würdest Du weiter mit ihr zusammenbleiben?

Meine ursprüngliche Frage war ja was denn an Prostitution nun so "widerwärtig" ist - Sex ohne Liebe? Sex gegen Bezahlung? Sex mit vielen Partnern? Statt hier eine Antwort zu liefern greifst Du mich als Person an und schreibst von "Kapitulation" - sind wir denn im Krieg?

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Kajjo ,

Nun, das sind doch alles verdammt theoretische Fragen an der Grenze zu Scherzfragen. Traumfrau und Ex-Nutté schließt sich für mich schon mal gegenseitig aus und selbst promiskes Vorleben finde ich schon nicht akzeptabel. So eine Frau wäre einfach nicht mein Typ und schon gar nicht meine Traumfrau. Aber gut, rein theoretisch, man wäre ach-so-verliebt ineinander, wer weiß, was man dann täte? Womöglich würde man bittere Kompromisse eingehen, vielleicht auch nicht. Wer soll das vorhersagen? Dafür ist das Szenario zu theoretisch.

Widerwärtig ist zunächst einmal die hohe Promiskuität, außerdem abstoßend das Nichtvorhandensein eines besonderen Stellenwerts von Intimität und Sexualität. Wenn das nichts besonderes mehr ist. das besonderen Menschen vorbehalten ist, dann hat es für mich auch keinen Wert mehr. Und ja, Sex gegen Bezahlung finde ich besonders abstoßend und primitiv. 

Kommentar von RFahren ,

Meine Fragen zu der hypothetischen "Traumfrau" sind ebenso theoretisch wie Deine Kenntnisse der Prostitution.

Traumfrau und Ex-Nutté schließt sich für mich schon mal gegenseitig aus... / ...So eine Frau wäre einfach nicht mein Typ und schon gar nicht meine Traumfrau. 

Abgesehen davon, dass "N*tté" selbst unter Prostituierten als Schimpfwort gilt: Dies würde voraussetzen, dass Du einer Frau ihre Vergangenheit ansiehst bzw. anmerkst. Hier liegt die Vermutung nahe, dass Du bezüglich Auftreten, Verhalten und Aussehen einer Prostituierten verschiedenen, gängigen Vorurteilen aufgesessen bist.

Die Eifersucht auf ein möglicherweise bewegtes Vorlieben erinnert mich an die Weisheit "Eifersucht ist die Angst vor dem Vergleich".

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Kajjo ,

Lerne: Hypothese ungleich Theorie.

Nein, es würde nicht voraussetzen, die Vergangenheit anzusehen, sondern sie anzumerken -- und das gelingt mir selbst bei mäßiger Promiskuität recht gut, wenn man sich annähert und zu vertrauen beginnt. Entweder man lässt sich aufeinander ein oder nicht -- und wenn, dann lernt man auch solche Facetten kennen. 

Eifersucht ist das falsche Ausdruck, darum geht es nicht. Es geht um die Beliebigkeit, wo ich Besonderheit spüre. Um Achtsamkeit, um den Stellenwert von Intimität und Sexualität, um das, was für mich unter anderem Freundschaft von Partnerschaft klar unterscheidet.

Kommentar von Brainus ,

Moralvorstellungen sind oft Erziehungssache,  z.B. wenn man im einem kirchlich geprägtem Umfeld aufwächst, findet man oft solche Ansichten. Meistens ist es aber so, dass die Menschen von dem Thema viel zu wenig wissen, um es überhaupt verachtenswert solltest zu empfinden. Früher hatte ich gedacht, dieser Bereich sei schmutzig und unsauber, daher hat er mich abgestoßen. Seit ich selber zu den Damen gehe, muss ich sagen, dass meine Sauberkeiterwartungen so gestiegen sind, weil es erheblich sauberer ist, als man es im Privatleben vorfindet, wenn man z.B. etwas spontaner ist. Generell empfinde ich für diese Frauen in erster Linie Respekt, Hochachtung und Dankbarkeit, für die vielen schönen Momente, die ich erleben durfte. Es geht nämlich nie nur um das Eine, Zärtlichkeiten, Annerkennung, Sympathie usw. haben einen sehr hohen Anteil an der Tätigkeit. Sammeln sie mal selbst Erfahrungen, ihre Einstellung wird sich ändern.

Kommentar von Viktor1 ,
Es geht nämlich nie nur um das Eine,
Zärtlichkeiten, Annerkennung, Sympathie usw.
haben einen sehr hohen Anteil an der Tätigkeit.

Aber ja doch , das kauft man doch und hat ein Recht darauf daß "geliefert" wird. Auch  die "Sauberkeit". !
Und was soll dies alles begründen, rechtfertigen ?

Kommentar von Kajjo ,

@Brainus: Selbstverständlich sind Ansichten und Wertvorstellungen einschließlich Sexualmoral vor allem Erziehungssache. Was soll das für ein Argument sein? Es geht in dieser Frage darum, was wir von Prostitution halten -- also WIE unsere eigene Sexualmoral aussieht. Selbstverständlich ist es in Ordnung, wenn jemand Prostitution ablehnt, weil es seiner Moral widerspricht und selbstverständlich ist es in Ordnung, dass die eigene Sexualmoral durch Weltanschauung, Religion und Erziehung vorgegeben wird -- und das sage ich als Atheist und Naturwissenschaftler. 

Antwort
von Handschlag1, 108

Nein, nichts was freiwillig geschieht ist verwerflich. Mir wäre allerdings lieber, wenn bei der Frage statt Prostitution das Wort Sexarbeit verwendet worden wäre. Wir nennen heute unsere älteren Mitmenschen ja auch nicht mehr Alte sondern Senioren....

Antwort
von Tragosso, 186
Anderes

Nicht unbedingt 'verwerflich' im Sinne von 'macht man nicht, schämt euch'. Viel eher würde es mich anwidern, wenn ich das von meinem Partner wüsste. Andere sollen und können von mir aus machen was sie wollen.

Antwort
von 2012infrage, 219
Nein, weil

Warum sollte ich? Sie bieten eine Dienstleistung an. Und sie fangen sicher viele Getriebene mit den merkwürdigsten Vorlieben auf, die sonst kein Ventil hätten. Ich bin also sogar dankbar. Ich habe überhaupt nichts dagegen.

LG

Antwort
von Blackcurrant8, 193
Nein, weil

... Prostituion für mich genau so ein Job ist wie auch andere. Sex ist nichts schlechtes und Sex außerhalb einer Beziehung oder Ehe auch nicht.

Frauen die sich dafür entschieden haben diesen Weg zu gehen tun das oft aus Not heraus (nicht alle, aber wohl die meisten) und ich kann nur bewundern wie sie es durchhalten. Die Kundschaft ist nicht immer nett und gepflegt (je nachdem wo man arbeitet).

Ich halte Prostitution für wichtig/notwendig und denke, dass sie die Anzahl von Vergewaltigungen vermindert.


Es ist allerdings mehr als verwerflich (bzw eine straftat) Menschen zur Prostituion zu zwingen, sie vielleicht sogar aus anderen Ländern her zu karren und ihnen hier den Pass abzunehmen, sodass sie nichtmal weg können. Das ist ein Problem - Prostituierte sollten daher vom Staat besser behütet werden. Ihre Gebiete an den Stadtrand und in den Untergrund zu verbannen hilft nicht gerade sie zu schützen.

Kommentar von Viktor1 ,
.. Prostituion für mich genau so ein Job ist wie
 auch andere. Sex ist nichts schlechtes und Sex
 außerhalb einer Beziehung oder Ehe auch nicht.

Soooo ? Ein Job wie jeder andere ? Du laberst hier nur etwas nach, was du in deinem Inneren bestimmt nicht bestätigen kannst.
Würdest du gern eine Prostituierte  als Lebensgefährtin oder Mutter deiner Kinder wollen und sie anderen beruflich als "Solche" outen wollen ?
Wir wollen hier nicht diskutieren, ob Sex außerhalb der Ehe "moralisch" ist oder nicht.
Hier geht es um die Würde der Prostituierten und ihrer Kunden und
um Bezahlung für "Liebe".oder eben nur Sex.
Das ganze Milieu drumherum von Heuchelei, Betrug, Gewalt Menschenhandel und vieler Verbrechen welches einen großen Teil der Prostitution einschließt ist eben nicht  ein "Beruf wie andere".

Kommentar von Blackcurrant8 ,

Was ... Du meinst... Prostuierte machen Sex gegen Geld?

...

gut dass Du mich darüber aufgeklärt hast.

Selbstverständlich könnte ich mir keine Prostituierte als Lebensgefährtin oder Mutter meiner Kinder vorstellen! Ich bin nämlich hetero.

Kommentar von Brainus ,

Vikor1: das ganze so genannte "Milieu" gibt es, aber lange nicht in dem Maße und mit den Auswüchsen, wie uns Politiker und Gutmenschen das gerne suggerieren wollen. Lesen sie mal beim BKA nach, dann werden sie das auch feststellen.

Es wäre dann ein Beruf wie jeder andere, wenn man ihn endlich mal gleichstellen würde. Und zwar mit allen Rechten und Pflichten wie jeden anderen Beruf auch und nicht mit Drangsalierungen, Meldepflichten, Gesundheitsberatungen und Zwängen mit denen z.b. Politiker die Frauen gerne schützen wollen, als seien sie nicht in der Lage wie andere erwachsene Menschen Entscheidungen zu treffen.

Es geht übrigens weder um Liebe noch nur um Sex.

Antwort
von furkansel, 162

Ja. Hier und auch in anderen industriestaaten gibt es keinen Grund warum man als n utte arbeiten sollte. Das Argument mit wenig geld haben zieht auch nicht, wir haben ja den sozialstaat

Kommentar von Brainus ,

was verdient man denn in einem Minijob oder bei Mindestlohn ? Können sie sich vorstellen, dass man in diesem Job erheblich mehr Geld in kürzerer Zeit verdienen kann? Wissen sie, dass auch Menschen in D arbeiten, die aus anderen europäischem Ländern kommen, in denen das Lohnniveau nicht ausreicht, um nur etwas Wohlstand zu bilden ? Oder dass eine alleinerziehenden Frau in Rumänien für das nackte Überleben kaum reicht ? Viele Frauen kommen z.B. aus Osteuropa hierher, arbeiten ein paar Jahre und haben dann Wohnung oder Haus sowie etwas Geld als Rücklage. Oder kommen nur ein paar Monate pro Jahr hierher um ihr Leben zu sichern, während Oma auf die Kinder aufpasst. Informieren sie sich erst einmal und überdenken sie ihre naiven Ansichten.

Außerdem es heißt nicht Nu tte, das Wort ist abwertend.

Antwort
von Repwf, 130
Nein, weil

Solange sie es freiwillig tun!


Antwort
von Sunshinex333, 161
Nein, weil

-es ist trotzdem noch eine einnahmequelle für die Damen und Herren die diesen Beruf ausüben
-es könnte zu mehr sexuellen übergriffen kommen, da menschen die auf Prostituierte "angewiesen" sind ihren "Drang" nicht mehr befriedigen können.

Antwort
von Unicorndoll, 139

Wenn eine Frau das Freiwillig macht und nicht nur weil sie auf das Geld angewiesen ist-Hochachtung. Wenn es diese Frauen nicht geben würde, würde es in den Nachrichten wohl laufend heißen 'junge Frau auf dem Heimweg vergewaltigt' oder so.. Also ich denke eben, dass die Frauen 'helfen' solche Übergriffe vorzubeugen, wenn man das so sagen kann.

Kommentar von RFahren ,

Das ist zwar ein gängiges Argument - aber Vergewaltigern geht es in der Regel in erster Linie um die Ausübung von MACHT als um Sex - und dies bekommen sie im Bordell nicht wirklich...

Kommentar von Unicorndoll ,

Das kann sein. Aber ich denke auch, dass es Männer gibt, die einfach Sex wollen, aber keine Freundin finden oder so.. Dann sind Prostituierte ja vielleicht ein Ausweg. :/

Kommentar von Brainus ,

woher kommt eigentlich das Argument, dass, wenn es keine Prostituierten geben würde, viele Männer dann Frauen auf dem Heimweg vergewaltigen würden ?? Als ob Männer, die Prostituierte aufsuchen, grundsätzlich gewaltbereit wären. 99,9% der Männer die zu den Frauen gehen, sind da völlig anders gestrickt.

Kommentar von Unicorndoll ,

Da kennt sich aber jemand aus:D

Antwort
von mnuelsen, 157

Kein problem solange sie sauber ist vor krankheiten und sie das Geld braucht und es nicht anders bekommt als so...

Kommentar von Viktor1 ,
Kein problem .... und sie das Geld braucht und 
es nicht anders bekommt als so.

Und hast du Probleme wenn sie das Geld (in der Menge) nicht braucht oder auch anderes Geld verdienen könnte ?
Wieso sind das Kriterien für die "moralische" Bewertung der Prostitution ?

Kommentar von mnuelsen ,

Also wenn sie die Möglichkeit hätte, das Geld durch einen anderen Beruf zu Verdienen, würd ich es besser finden, wenn sie das nicht macht (Prostitution). Ich meine. Wer weis die Freier würden so mehr zu Prostituierten gehen, die wirklich nicht anders Geld Verdienen können als so. Klingt Theoretisch gesehen korrekt für mich, es kann aber auch sein, dass es in der Realität nicht so ist...

Antwort
von Viktor1, 149
Ja, weil

Ja - sie richtet sich gegen die Menschenwürde auch wenn sie "freiwillig" geliefert wird. Sexualität liefern ist eben nicht das Gleiche wie Essen und trinken servieren oder ein Auto reparieren.
Hier wird (meist) auch was vor geheuchelt und getäuscht gelogen.
Außerdem ist Prostitution in aller Welt oft verbunden mit organisiertem Verbrechen und Versklavung und Ausbeutung.
Vergehen gegen sexuelle Selbstbestimmung werden ja auch vergleichsweise viel stärker vom Gesetz geahntet als  z.Bsp. Körperverletzung, welche i.R.bei sexuellen Handlungen nicht vorliegt. Hier wird schon die Verletzung der Menschenwürde mit einbezogen.
Wie heißt das Lied " wenn man für Liebe bezahlen muß dann ist man jenseits von Eden" o.ä.

Kommentar von RFahren ,

Warum das "freiwillig" in Anführungszeichen steht ist mir nicht klar. Bezweifelst Du etwa, dass es freiwillig und selbstbestimmt arbeitende Sexworkerinnen gibt? Diese Argumente kenne ich eigentlich nur von Frau Schwarzer... . Ich kann Dir da gerne mal ein paar Damen vorstellen. 

Sexualität zu liefern ist tatsächlich anders als Essen und Trinken servieren - und ebenso ein menschliches Grundbedürfnis - sogar (nach Maslow) auf der gleichen Bedürfnisebene. Warum soll irgendjemands persönliche Moralvorstellung anderen Menschen als Maßstab dienen und dadurch die professionelle Befriedigung dieses elementaren Grundbedürfnisses verbieten? Ich bin Vegetarier - also darfst Du auch kein Fleisch essen? Sexarbeit ist etwas Anderes als ein Auto zu reparieren - aber der gesellschaftlich anerkannten Entspannungsmassage doch schon wieder recht ähnlich... .

Wenn wir organisiertes Verbrechen bekämpfen wollen, dann sollten wir bei den Banken beginnen. Überall wo es Geld zu verdienen gibt, gibt es auch schwarze Schafe und (organisierte) Kriminalität - ob es um Bankgeschäfte, gefälschte Markenprodukte, Medikamente, Gammelfleisch oder eben Paysex geht. Allerdings gedeiht die Zuhälterei und der Menschenhandel vor allem dort, wo durch entsprechende Verbote das Sexbusiness in den Untergrund gedrängt wird. In den USA hat erst die Prohibition die Mafia groß gemacht... . Nur weil es Zwangsprostitution gibt gleich die Prostitution an sich zu verdammen/verbieten ist als würde man die Ehe verbieten, weil immer wieder Zwangsehen vorkommen!

Nino de Angelo hin oder her - aber wer glaubt im Bordell "Liebe" kaufen zu können, der trinkt auch Schnaps wenn er Durst hat! Im Bordell verkaufen die Frauen ihre Zeit (genau wie ein Arzt, Rechtsanwalt oder Steuerberater) und bescheren dem Gast eine schöne Zeit mit sexuellem Vergnügen. Dass es hier auch etwas Illusion als Dreingabe gibt ("Du bist der tollste, beste, zärtlichste Mann..."), ist den gleichen Verkaufsstrategien geschuldet, die sich auch Dein Versicherungsvertreter, Autohändler usw. zu Nutze macht... .

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Viktor1 ,

Deine "Vergleiche" sind völlig daneben es mit Bankenkriminalität auf eine Stufe zu stellen, mit dem unermeßlichem Leid, welches  Menschen geschieht, welche versklavt, sexuell ausgebeutet und dann weggeworfen werden.
Ja, diese extreme Verletzung der Menschenwürde ermöglicht Prostitution. Nur weil Sex auch ein Grundbedürfnis des Menschen ist ist deren Verfügbarkeit für Geld noch lange nicht gerechtfertig oder gleich zu setzen mit anderen "Dienstleistungen".
Dein Beitrag ist ziemlicher Quatsch auch wenn du mir hier Referenzen an Zustimmung zu deiner Auffassung liefern würdest.

Kommentar von RFahren ,

Ich habe im Laufe der Jahre hunderte Prostituierte persönlich kennengelernt und kenne bei vielen auch den familiären Hintergrund, Ausbildung, Werdegang, Motive usw. Darunter war allerdings nicht eine Einzige, die "versklavt, sexuell ausgebeutet" oder gar "weggeworfen" wurde. So etwas mag es in Einzelfällen geben - aber nur weil manche Textilien von minderjährigen Lohnsklaven hergestellt wird, laufe ich nicht ohne Kleidung herum. Es hat natürlich auch damit zu tun, wo man seine Gespielin auf Zeit sucht - im modernen FKK-Club ist dies etwas anderes, als auf dem Drogenstrich... .

Einer Frau, die mir zu erkennen gibt, dass sie zu dieser Arbeit gezwungen wird, würde ich jederzeit helfen und könnte mit ihr auch nicht intim werden. Das größte Problem aktuell sind nicht die "brutalen Zuhälter" aus dem letzten TV-Märchen, sondern die Loverboys, die unerfahrene Girls die große Liebe vorspielen und deren "gemeinsamer Zukunft" leider noch ein paar Schulden aus einem "schief gegangenen Geschäft" im Wege stehen, die nur sie helfen kann abzuarbeiten... . Leider glauben diese Girls tatsächlich sie arbeiteten freiwillig - aber zu beweisen, dass ihr "Freund" sie nur schamlos ausnutzt ist eine wirkliche Herausforderung... . Obwohl diese Strategie natürlich höchst verwerflich ist, hat auch dies nix mit "versklavt" usw. zu tun.

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Kommentar von Viktor1 ,
Ich habe im Laufe der Jahre hunderte 
Prostituierte persönlich kennengelernt und
kenne bei vielen auch den familiären Hintergrund
,Ausbildung, Werdegang, Motive usw. Darunter
war allerdings nicht eine Einzige,
die "versklavt, sexuell ausgebeutet" oder
gar "weggeworfen" wurde.

Meinst du daß dir die Prostituierten bei deinen hunderten Bordellbesuchen  die Wahrheit unter die Nase gerieben haben ? Wohl kaum.

Das größte Problem aktuell sind nicht die 
"brutalen Zuhälter" sondern die Loverboys,
die unerfahrene Girls die große Liebe vorspielen

Das ist nur eine Variante der "Versklavung" ,sexuellen Ausbeutung  des "Wegwerfens" und es Weges in die Würdelosigkeit , eines Weges, den diese Mädchen sich bestimmt nicht als "ihren Weg"
vorgestellt haben. Du bestätigst meine Einlassung, statt sie zu widerlegen.
Du wolltest dich nur als "Kunde" der Prostitution rechtfertigen.
Ansonsten solltest du dich mal bei den Hilfsorganisationen informieren welche Prostituierten aus ihrer "Abhängigkeit" (versch. Aspekte) heraushelfen.

Kommentar von RFahren ,

Natürlich wird nirgends mehr gelogen als beim Autohandel und im Puff - aber das schließt nicht aus, dass man auch Privates bespricht und dies der Wahrheit entspricht - gerade wenn man sich schon ein Weilchen kennt. Ich vermute trotzdem, dass ich mehr Prostituierte persönlich kenne als Du und daher besser beurteilen kann, welche Informationen fliessen.

Wenn eine Person, einer anderen, welche ihr Liebe vorgaukelt, vertraut und sie daher finanziert - egal mit welchem Job, denn das gibt es auch "andersrum" bedeutet sie würde "versklavt", dann haben wir unterschiedliche Auffassungen von der Bedeutung des Wortes. Auf "wegwerfen" trifft scheinbar das Gleiche zu.

Bei den von Dir genannten "Hilfsorganisationen" bin ich skeptisch - einem Teil der Frauen, die zuerst ihre Leidensgeschichte in Buchform auflagenstark verkauft haben um dann eine Hilfsorganisation zu gründen, wurde bereits nachgewiesen, dass ihre Geschichte frei erfunden war und lediglich als Geldmaschine diente. Bei den echten Sexworker-Organisationen kann man das nachlesen:

http://goo.gl/n5ET9Z

Die Sexworker-Organisationen, die ich kenne, bieten zwar auch Ein- und Ausstiegshilfe in/aus der Branche an - ein vordinglicheres Anliegen ist den meisten jedoch eher der Kampf gegen die Staatliche Einmischung und Schikane sowie die Stigmatisierung durch Vorurteile.

Das Paysex-Gewerbe ist nicht schwarz/weiss. Auch in anderen Branchen gibt es schwarze Schafe. Aber weil es in ein paar Hinterhofwerkstätten umfrisierte Diebesware mit zweifelhafter Verkehrssicherheit gibt, kann man nicht gleich die ganze Autobranche verdammen! 

Kommentar von Viktor1 ,
Die Sexworker-Organisationen, die ich kenne

sind Interessenvertretungen der Prostituierten für ihre "Tätigkeit".

Auch in anderen Branchen gibt es schwarze Schafe

Es ist beschämend, wie du das unermeßliche Leid,welches weltweit mit Prostitution verbunden ist, hier beschönigen willst und vergleichst mit irgendwelcher "Schummelei" oder Unredlichkeit in allen Bereichen unserer Gesellschaft.
Du bist Nutzer dieser Prostitution und verteidigst dich selbst.
 

Kommentar von Martinantwortet ,

sind Interessenvertretungen der Prostituierten für ihre "Tätigkeit".

merkst du was? Prostituierte vertreten hier ihre Interessen und die werden wohl kaum in der eigenen Ausbeutung liegen.

Und komm mal von deiner pseudomoralistischen Herzschmerz Tour runter. Man muss in einer Diskussion nicht in jedem Satz irgendwelche Leidensvokabeln ("unermeßliches(sic!) Leid, versklavt") einstreuen. Wir wissen auch so, was du meinst.

Kommentar von Viktor1 ,
 Man muss in einer Diskussion nicht in jedem 
Satz irgendwelche Leidensvokabeln
("unermeßliches(sic!) Leid, versklavt")
einstreuen.

Prinzipiell hast du recht. Wenn aber das mit der Prostitution weltweit verbundene Leid Betroffener ( dazu gehört auch Notprostitution und Entwürdigung) verharmlost wird, darf man schon mal deutlich werden . Auch das milliardenschwere Geschäft, welches vom organisiertem Verbrechen durch Prostitution, Vermarktung von Sex (oder drumherum ) betrieben wird, natürlich verstärkt in Ländern in denen die "westliche Rechtsordnung" weniger greift, belegt doch, daß das Verkaufen von Sex (auch mit Kindern) kein normales Geschäft ist wie ein Autohandel. Auch Nutzer "asiatischer" Prostitution (zig Millionen), welche sehr wohl wissend von Minderjährigen bedient werden, können nicht als "normale" Kunden
betrachtet werden.
Die hochgerechnete Statistik weist in Europa jährlich mehrere tausend Fälle von Zwangsprostitution aus wobei wohl ein mehrfaches durch Täuschung und "Verführung" und Abhängigkeit (auch mit Druck !!)  dazu kommt.
Die "Freiwilligkeit" der meisten Prostituierten ,mit der Intention zum schnellen Geld, wertet Prostitution nicht auf, schon garnicht in Bezug auf "moralisch" (nicht gemeint sexualmoralisch !) oder der Würde des Menschen, welche sich nicht durch  "Gesetzesgarantie" verwirklicht sondern durch das Handeln des Menschen selbst.

Wenn du dies alles zusammen siehst (oder machst du auch die Augen halb zu), sind dann wirklich ein paar "Leidensvokabeln" unangebracht ?

Kommentar von Martinantwortet ,

welches Menschen geschieht, welche versklavt, sexuell ausgebeutet und dann weggeworfen werden

Ich frage mich immer woher diese Weisheiten der Verbotsbefürworter kommen. Meist sind sie letztendlich auf eine nicht nachprüfbare Behauptung Schwarzers zurückzuführen, 90 Prozent aller Prostituierten würden zu ihrem Handeln gezwungen.

Begründet wird das beim reaktionären Flügels der Alt-FeministInnen nicht etwa durch Studien (die es quasi nicht gibt) sondern durch die Behauptung, dass sie es ja nur wegen dem Geld tun würden, also gezwungen werden.

Im übrigen: Denkt denn jemand ernsthaft, man könnte Prostitution verbieten? in Zeiten des Internets?

Kommentar von Brainus ,

Liefern sie doch selbst Referenzen, bevor sie andere dazu auffordern. Natürlich gibt es auch in diesem Bereich Menschen, die andere ausnutzen, wie übrigens woanders auch. Sehen sie mal in den BKA Berichten nach, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind seit jahren rückläufig und auf einem sehr sehr niedrigen Niveau. Sie glauben wahrscheinlich nur Märchentanten, die letztendlich nur die P abschaffen wollen, weil sie gegen die persönliche Lebenseinstellung verstößt. Besonders Frau, die für Frauenrechte kämpfen, sind nicht in der Lage, Frauen ihre Rechte zuzugestehen was sie für eine Tätigkeit durchführen möchten oder nicht.

Kommentar von RFahren ,

Ich maße mir nicht an beurteilen zu könne wie es beim Thema Prostitution weltweit zugeht. Ich kann Dir jedoch sagen, dass inzwischen sogar Amnesty International für die weltweite Legalisierung der Prostitution einsteht! Denn sicher ist: In Deutschland braucht eine Frau keinen Zuhälter, der sie "beschützt", vor der Polizei versteckt und ihr Kunden zuführt (und ihr dafür einen großen Teil ihrer Einnahmen abknöpft) - in Ländern, in denen Prostitution verboten ist, sieht das ganz anders aus!

Die Prostitutionsgegner tun ja immer so, als ob die geschätzt 400.000 bis 500.000 Prostituierten in Deutschland alle aus fernen Ländern verschleppt wurden, den Pass abgenommen bekommen und mit Schlägen und Psychoterror gezwungen werden perversen Freiern jeden noch so ausgefallenen Dienst zu leisten.

Die tägliche Realität einer Prostituierten sieht eben anders aus - auch wenn es sicher in Einzelfällen Zwang gibt.

Überlege mal woher Deine Infos stammen: In den Medien steht halt nie "Heute hatten 2 Mio Männer in Deutschland Sex gegen Geld", sondern höchstens "Zwangsprostituierte bei Razzia aufgegriffen" - und an diesem einen Fall ziehen sich dann alle hoch.

In der Zeitung stehen aber auch nur die tödlichen Autounfälle - und nie wie viele Menschen unfallfrei am Ziel angekommen sind. Ständig kommt was in den Nachrichten von abgestürzten Flugzeugen - also muß man doch Lebensmüde sein um sich in einen Flieger zu setzen! Dass ein Absturz ein höchst seltenes und unwahrscheinliches Ereignis ist interessiert kaum jemand...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Antwort
von JohannaWeber, 32
Nein, weil

NEIN! Ich bin selber Prostituierte.
Besser wäre es, wenn dieser Beruf Sexarbeiterin genannt wird, denn dann wäre schon durch den Titel der negative Beigeschmack zumindest ein wenig beseitigt. Das hat auch was mit der Frage nach Verwerflichkeit zu tun, denn verwerflich ist unsere Tätigkeit ja nur weil die Gesellschaft von konservativen Moralvorstellungen regiert wird und meint, dass SEX nur Platz in einer geschützten Zweierbeziehung hat.
Dies Konzept funktioniert auch für sehr viele Menschen, aber für viele eben nicht. Immer noch wird viel zu wenig über Sex und die damit verbundenen Bedürfnisse und Wünsche gesprochen. Genau da setzt Sexarbeit an.
Meiner Meinung nach sollte es auch für Frauen Möglichkeiten gegen, dies in Anspruch zu nehmen, denn nicht jede Phantasie will mit dem Partner ausgetauscht oder erlebt werden.
Gruß,
Johanna Weber

Antwort
von CorneliaVenezia, 132
Nein, weil

Solange es die Frauen freiwillig und gerne tun, sollen sie machen was sie wollen!

Es ist eine Doppelmoral unserer Gesellschaft, dass Prostituierte verurteilt werden, aber die Freier als "normal" gelten! Wir sind alle Gleich, egal welchen "Beruf" wir haben!

Antwort
von Matzeee12345, 145

Wenn es freiwillig passiert dann nicht !

Antwort
von xo0ox, 99
Nein, weil

Weil es ein Job ist.

Antwort
von TheKn0wledge, 104

Quatsch. Wer will soll alles zum Beruf machen dürfen, was er oder sie will, solange er oder sie niemandem damit schadet. Leben und leben lassen.

Antwort
von realsausi2, 86
Nein, weil

Nicht Grundsätzlich. Prostitution ist eine ehrenwerte Dienstleistung, sofern sie in einem Rahmen geschieht, der kontrolliert sicherstellt, dass keine Ausbeutung stattfindet.

Verwerflich ist das System der Zuhälter, die mit Gewalt den Ertrag abschöpfen.

Antwort
von Michael200220, 14
Nein, weil

Jeder machen kann, was er will.

Egal, ob Mann oder Frau kann tun, was sein Gewissen Ihm zulässt.

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