Frage von Slawa96691, 110

Haltet Ihr meinen Verdienst im öffentlichen Dienst für angemessen?

Hallo liebes Forum,

ich bin bereits 3 Jahre ausgelernt und arbeite in der Haushaltsplanung und beim Jahresabschluss mit, diese mache ich vollständig selbst.

Ich habe allerdings Entgeltgruppe 5 TVÖD und jetzt Stufe 2. Ich bekomme Knapp 1.530 Euro netto im Monat, Brutto sind es knapp 2.500 Euro.

Das Geld ist völlig ausreichend, wenn man bei den Eltern wohnt, allerdings will der Chef nicht mehr bazahlen, trotz meines guten Abiturs und des guten Abschlusses in der Berufsschule, habe ich keine Chance.

Ich verdiene seit 3 Jahren das gleiche und es gab lediglich eine Erhöhung von 20 Euro in 3 Jahren.

Jetzt habe ich mich für ein Studium beworben. Denkt Ihr, einS tudium eröffnet mehr Möglichkeiten? Wäre es sinnvoller?

Danke

Slawa

Antwort
von NoHumanBeing, 31

Die tariflichen Gehälter siehst Du hier.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifvertrag_f%C3%BCr_den_%C3%B6ffentlichen_Dienst...

Sieht meines Erachtens ok aus.

Natürlich verdienst Du mit einem abgeschlossenen Studium sehr viel mehr, wie Du der Tabelle entnehmen kannst. Du solltest aber auch bedenken, dass ein Studium ein großer Aufwand ist. Du wirst vermutlich mehr Zeit aufwenden müssen und (je nachdem, was Du studierst) auch einiges mehr an Stress (Termindruck, etc.) haben. Außerdem musst Du natürlich berücksichtigen, dass Du während des Studiums auch einen nicht unerheblichen Verdienstausfall haben wirst.

Wie so ziemlich überall im Leben, musst Du also erst einmal investieren (Zeit, Geld), um anschließend Profit (höheres Entgelt) zu haben. Grundsätzlich würde ich ein Studium nur dann empfehlen, wenn Dich das entsprechende Fach wirklich zu 100 % interessiert. Ansonsten verlierst Du schnell die Motivation und wirst ohnehin nicht erfolgreich abschließen. Ein Studium ist nicht mit der Schule vergleichbar, wo man sich mal "durchschleppen" kann. Das Niveau ist, insbesondere in den technischen Studiengängen, größtenteils wirklich extrem hoch.

Solltest Du allerdings ein Fach finden, das Dich wirklich begeistert, dann kann ich ein Studium hingegen nur empfehlen. Eine wissenschaftliche Ausbildung zu genießen ist etwas tolles, allein schon für die persönliche Entwicklung. Du wirst die Welt danach ein Stück weit mit anderen Augen sehen. ;-)

Antwort
von HansH41, 47

Zunächst mal: dein Chef kann dir nicht mehr bezahlen, denn im Öffentlichen Dienst sind die Gehälter fixiert und dagegen kann er nichts machen.

Deine nächste Frage: Der Öffentliche Dienst ist deutlich unterbezahlt. Aber wer nicht im Öffentlichen Dienst arbeitet, der stänkert über die Beamten, deren Gehälter, deren Pensionen usw., und das aus Unkenntnis der Verhältnisse. 

Also gibt es keinen Druck, den Öffentlichen Dienst besser zu bezahlen.

Durch ein Studium würde sich deine Situation deutlich bessern. Falls du dann wieder im Öffentlichen Dienst landest, dann rutscht du in der Gehaltsstufe weiter nach oben.

Antwort
von Kallahariiiiii, 69

So weit ich weiß sind die Gehälter im öffentlichen Dienst festgeschrieben und da kann man auch nichts dran rütteln. Dafür steigt man langsam aber sicher mit Berufsjahren immer etwas weiter. Große Sprünge sind hier aber nicht wirklich zu erwarten.

Mit einem Studium kannst du dich natürlich für höhere (und damit besser bezahlte) Jobs qualifizieren. Hängt aber auch ein wenig davon ab, was du studierst.

Antwort
von EHECK, 48

hallo leibe/r Slawa,

ja unbedingt!

Nach einem Studium erhöhen sich Deine Chancen für ein höheres Einkommen ungemein, und natürlich auch überhaupt Deine Chancen auf eine gute Stelle. Du wirst dann auch unabhängiger sein, eine größere Auswahl haben und die besseren Jobs bekommen. Eine zusätzliche Asubildung lohnt sich eigentlich also (fast) immer.

Ich habe festgestellt, dass der Vorteil einer besseren/höheren Ausbildung nicht (unbedingt) das Geld ist, aber die größere Auswahl, die man hat sowie die besseren Möglichkeiten, an einen interessanten Job zu kommen..... 

Also auch, wenn Dir das Geld zurzeit ausreicht: Du wirst viele weitere Vorteile haben, wenn Du Dich weiterentwickelst....

Wünsche Dir viel Erfolg dabei!

EHECK

Antwort
von ErsterSchnee, 63

Der Chef zahlt nach Tarif(eingruppierung). Da geht es nach der Tätigkeit lt. Arbeitsvertrag und Erfahrung/Dauer. Das Abitur und die Abschlussnote interessieren niemanden.

Antwort
von akkurat01, 57

Es ist immer gut sich weiter zu bilden.

Ein Studium bringt einen auf dem Arbeitsmarkt immer ein Stück weiter. Auf jeden Fall studieren, nach dem Abschluss kommt auch mehr Geld rüber, ...

Antwort
von wilees, 36

Dein Chef hat sehr genaue Vorgaben wie er seine Angestellten im Bereich des Tarifvertrages einstufen kann.

Zum anderen - wie würdest Du ein Studium finanzieren wollen?

Kommentar von NoHumanBeing ,

Dein Chef hat sehr genaue Vorgaben wie er seine Angestellten im Bereich des Tarifvertrages einstufen kann.

In der Tat.

Zum anderen - wie würdest Du ein Studium finanzieren wollen?

Sie wohnt noch bei ihren Eltern, hat also wohl freie Kost und Logie.

Kommentar von wilees ,

Heißt aber noch lange nicht, dass der User auch vor Ort studieren könnte. Zudem müssen Eltern keine Zweitausbildung finanzieren.

Kommentar von Slawa96691 ,

ich habe platz direkt in meinem ort, 2 km zur hochschule mit bus. zudem hab ich einen wagen, der über 50.000 euro wert hat, könnte den verkaufen und gut leben,

Antwort
von DerDudude, 38

In der freien Wirtschaft kannst du individuell nach Leistung bezahlt werden.

Im ÖD gibt es allerdings die Tarife, wo genau festgehalten ist, was du bei welcher Tätigkeit verdienst. Klar, die Entgeldgruppe 5 ist jetzt gerade das Minimum an dem, was du als gelernter Arbeiter verdienen kannst, aber es ist im Rahmen.

Wenn du studierst und wieder im ÖD nach TVÖD arbeitest, dann steigst du bei Entgeldgruppe 9b ein. Je nach Tätigkeit geht das mit Bachelor bis Entgeldgruppe 12.

Antwort
von Nico63AMG, 66

Ein Studium ist natürlich nicht schlecht. Du wohnst zuhause, das ist finanziell vom Vorteil. Jeder muss für sich wissen, was gut ist und was schlecht ist ..

Antwort
von Jerne79, 11

Ich habe den Eindruck, du siehst die Welt noch mit sehr kindlichen Augen.

Du wirst nach Tarif bezahlt. Der richtet sich nicht nach deinen Noten. Und was am Ende nach der Steuer übrig bleibt, ist für dich als Single nunmal deutlich weniger. Dein Chef kann auch nicht mehr bezahlen, schließlich laufen diese Tarife im öffentlichen Dienst nach einem System. Im Gegenzug für die nicht so üppige Bezahlung hast du dafür einen relativ krisensicheren Job, in dem du schon fast jemanden umbringen musst, um gefeuert werden zu können.

Ehrlich lachen musste ich über "diese mache ich völlig selbstständig". Ja, mei, was denkst du denn, wie die Arbeitswelt aussieht? Du hast seit drei Jahren ausgelernt, d.h. du bist jetzt gerade erst in der Arbeitswelt angekommen. Da solltest du allmählich in der Lage sein, selbstständig zu arbeiten, meinst du nicht?

Mit €1500 Euro kann man übrigens durchaus allein leben, die meisten Studenten leben von deutlich weniger. Tja, und da stellt sich die Frage: Wenn du studieren willst, wie willst du das finanzieren? Kannst du auf Teilzeit umstellen?

Wie deine Lohnsituation danach aussieht, ist von der Stellensituation im Studienfach abhängig. Entsprechend sinnvoll ist dann ein Wechsel. Bei dem dir klar sein muss, dass du erstmal wieder NICHTS verdienst. Für mindestens 3 Jahre. Eher für 5, wenn du nicht nur einen Bachelor-Abschluss machen willst.

Antwort
von Kandahar, 44

Dieser Verdienst ist auf jeden Fall angemessen. Damit kann man auch rumkommen, wenn man nicht mehr zu Hause die Füße unter den Tisch streckt.

Im übrigen kann der Chef dir keine Lohnerhöhung geben, denn das hat er im öffentlichen Dienst nicht zu entscheiden. Das solltest du eigentlich wissen.

Kommentar von SiViHa72 ,

Dafür ist es im ÖD doch aber oft so, dass automatisch Lohnerhöhungen abhängig von Dauer der Zugehörigkeit kommen.. udn nb sind meist die sozioalen Leitsungen auch nciht zu verachten.

So hätte ich zwar, als ich mal fast nen Stzelle im ÖD kriegte, erstmal 50€ netto weniger verdient.. dafür gab es aber Jahressonderzahlungen und ich hätte 30 oder 32 Tage Urlaub gehabt statt jetzt bei meinem AG 26.

Das rechnet sich auch.

Kommentar von Kandahar ,

So ist es!

Dazu kommt noch die Zusatzversorgung bei der Rente.

Kommentar von Slawa96691 ,

Der Chef will bei mir keine Stellenbewertung machen, weil er weiß, dass ich dadurch mehr Geld erhalte und er macht das nicht. vorher war auf meiner stelle eine mitarbeiterin mit EG mit zulage und ha tetto knapp 3.000 Euro bekommen.

Kommentar von wilees ,

Und wie lange war diese dort tätig?

Kommentar von HansH41 ,

Und wie alt war die Dame??? Davon hängt auch die Bezahlung ab.

Antwort
von Jack98765, 29

Das ist doch ein toller Gehalt im öffentlichen Dienst. Geh mal als Verkäuferin, dann weißt du es zu schätzen.

Antwort
von porki678, 23

Wenn die Stelle auch im Stellenplan nach EG 5 ausgewiesen ist, ist das ok und auch dein Chef muss sich danach richten. Ob die Tätigkeit auch den Bewertungsrichtlinien entspricht, also im Bezug auf Selbstständigkeit und Verantwortung, ist eine andere Frage.

Abitur und Berufsschule begründen keinen Anspruch auf eine höherwertige Stelle. Hierfür zählen nur Abschlüsse der Verwaltungsschulen/Akademie.

Insofern sind Angestelltenlehrgänge bzw. das Studium an einer Verwaltungsakademie sinnvoll. (Ähnlich wie Aufstiegslehrgänge bei Beamten, z. B. für den gehobenen bzw. höheren Dienst.)

Kommentar von NoHumanBeing ,

Abitur und Berufsschule begründen keinen Anspruch auf eine höherwertige Stelle. Hierfür zählen nur Abschlüsse der Verwaltungsschulen/Akademie.

Jedes Hochschulstudium führt zu einer höheren Einstufung, mit Bachelor mindestens Entgeltgruppe 9b (in der Regel 10), mit Master mindestens Entgeltgruppe 13.

Auch mit Abschluss einer Verwaltungsschule bleibt man in den Entgeltgruppen 5 bis 9a. Der Abschluss ist mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung vergleichbar, die hier bereits vorliegt. Ein Hochschulstudium würde einen wesentlichen Fortschritt bringen.

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