Frage von aloisff, 64

Haltet Ihr es für einen Skandal, wenn ein multinationales Unternehmen durch 'Gewinnverschiebungen' Steuern spart?

Basis dieser Frage ist dieser Bericht:

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/basf-steuer-101.html

...hier wird also einem Unternehmen 'vorgeworfen' dass es sich Gedanken macht, wie es möglichst wenig Steuern zahlt. Aber ist das für ein börsengezeichnetes Unternehmen nicht sogar Pflicht? ...die Grünen sprechen auch von 'einem perfidem System zur Steuervermeidung'. Ich würde es einfach nur ein gut durchdacht nennen, ist das gleiche kingt aber netter.

Wäre ich Aktionär und würde harausfinden, dass das Unternehme die entsprechenden Möglichkeiten zur Steuerersparung kennen aber nicht nutzen würde, würde ich das Unternehmen auf Schadensersatz verklagen.

Natürlich ist das im Endeffekt ein 'Schaden' zum Nachteil des Steuerzahlers, aber das liegt doch an den unzureichenden Gesetzen und nicht am Unternehmen (wie geschrieben sehe ich da sogar eine Pflicht eventuelle Lücken auszunutzen).

Will hier die Legislative ihre eigene Unfähigkeit durch Schuldzuweisungen an Nutzer derselben vertuschen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 37

Aber ist das für ein börsengezeichnetes Unternehmen nicht sogar Pflicht?

Ja durchaus.

Denn die Manager des Unternehmens haften durchaus gegenüber dem Aufsichtsrat und den Aktionären. Rein rechtlich ist also gegen legale Steuersparmodelle nichts einzuwenden.

Unternehmen haben natürlich auch gewisse soziale und ökologische Verantwortungen, Image spiel durchaus eine Rolle, aber primäres Ziel von Unternehmertum ist es Gewinn zu generieren.

aber das liegt doch an den unzureichenden Gesetzen und nicht am Unternehmen

Hier bin ich voll bei dir und hier ist die Staatengemeinschaft bzw. die ganze Welt in der Pflicht

  • Trockenlegung von Steueroasen
  • Angleichung der Besteuerung weltweit
  • Abbau bzw. Verbot von Subventionen

Will hier die Legislative ihre eigene Unfähigkeit durch Schuldzuweisungen an Nutzer derselben vertuschen?

Das ist kein nationales Problem. Sind die Steuergesetze in Land A derart nachteilig für die Profit-Margin eines Unternehmens im Vergleich zu Staat B, dann werden viele Unternehmen es meiden im Staat A Geschäfte zu machen.

Man wird für Investitionen zusehends unattraktiv, ergo braucht es multilaterale Lösungen. Steuervermeidung darf für einen Staat kein Geschäftsmodell sein zum Anlocken von ausländischem Kapital.

Kommentar von DerHans ,

Sie machen ja doch weiter Geschäfte z.B. in Deutschland und "realisieren" den "Gewinn" in Irland.

Nur Boykott hilft da weiter.

Antwort
von archibaldesel, 32

Nein, auch Unternehmen haben eine Pflicht sich sozial, ethisch und moralisch zu verhalten. Viele Unternehmen haben auch entsprechende Unternehmensleitsätze.

Du hast sicher Recht, dass es ausgesprochen unglücklich ist, dass es sogar innerhalb der EU Steueroasen gibt, sie Unternehmensanwerbungen über Steuerdumping betreiben. Auch das ist unethisch.

Aber ein Unternehmen, dass öffentliche Leistungen in Anspruch nimmt, sei es Infrastruktur, Subventionen, öffentliche Sicherheit usw. ist auch verpflichtet, in diesem Land die Steuern zu bezahlen um diesen Standard zu erhalten. Alles andere ist asoziales Verhalten.

Kommentar von aloisff ,

Ich sehe nichts ethisch verwerfliches darin, wenn ich meine Einkünfte aus Lizenzen und Patenten in den Niederlanden versteuere. Wenn sich jemand ethisch verwerflich verhält, dann ist es doch der niederländische Gesetzgeber, der offensichtlich ganz bewusst ein entsprechendes Schlupfloch kreiert um auf Kosten der restlichen EU-Staaten Steuern einzutreiben. Da ist doch die Politik gefragt.
Und wie bereits gesagt, sehe ich bei einem börsenorientiertem Unternehmen eine Pflicht solche Schlupflöcher zu suchen und zu nutzen.
Natürlich gibt es Schlupflöcher, die gegen jeden ethisch moralischen Grundsatz verstossen. Nach meinen (nicht sicheren) Informationen hat z.B. stellt VW für seine Vorstände eine eingene Flotte von Flugzeugen bereit, diese Flotte ist in einem seperaten Unternehmen innerhalb des Konzerns gebündelt, offizieller Sitz des Unternehmens: Cayman Inseln....

Kommentar von Hefti15 ,

Schon ein wenig billig deine Verteidigungsrede oder? Die Niederlande verhalten sich ethisch verwerflich, nicht derjenige, der so was nutzt?

Also, wenn Land A jetzt die Kinderprostitution zulässt, dann bist du der Meinung, man sollte dieses Land (verbal) angreifen, aber derjenige der z.B. aus Deutschland in dieses Land reist und sich entsprechend verhält, ist fein raus?

Und es ist ein Märchen, dass Unternehmer in der Pflicht stehen. Unternehmen können sehr viel selber regeln. Niemand kann sie dazu zwingen. Wenn sich jetzt ein Unternehmen entscheidet solche "Schlupflöcher" zu nutzen, dann mag dies rechtlich in Ordnung sein. Nur kann jedes Unternehmen dies jederzeit auch unterbinden.

Es ist ja auch nicht die Pflicht eines Unternehmens, seine Angestellten (im Rahmen der Gesetze) bis zum letzten auszubeuten.

Kommentar von aloisff ,

Ich denke ich habe in meinem Posting deutlich gemacht wo ich die Grenzen sehe...und Du kommst mir mit Kinderprostitution...diese Art von Polemik kenne ich eigentlich nur vom ultrarechten Rand...

Antwort
von DerHans, 24

Wenn alle Leute, denen das nicht gefällt, bei diesen Firmen nichts mehr kaufen würden, wäre schon viel geholfen.

Kommentar von aloisff ,

Naja, es ist ja nicht wirklich erkennbar welches Produkt auf ein Vorprodukt von BASF basiert (gerade wenn es Patent- und Lizenzprodukte geht).

Kommentar von DerHans ,

Es wird aber z.B. niemand gezwungen die "Starbucks-Plörre" zu trinken.

Auch zu IKEA muss man nicht unbedingt

Antwort
von bronkhorst, 10

Das Management eines Unternehmens ist dessen Gesellschaftern gegenüber dazu verpflichtet, den Nettogewinn zu maximieren, also auch vermeidbare Steuern zu vermeiden, sofern dies legal ist.

Es ist schon ziemlich heuchlerisch, den einen oder anderen Markenartikler dafür an den Pranger zu stellen - das ist eine Maßnahme, die fast nur Konsumgüterhersteller trifft - irgendeiner Firma, die Produktionsanlagen herstellt und deren Namen kaum einer kennt, wird das egal sein.

Interessant, dass sich darüber immer diejenigen Politker aufregen, die erst hohe Steuersätze festsetzen, sich dann aber nicht um eine durchgängige Erhebung quer über alle Länder kümmern, weil dann ihre Konzentrationsspanne schon abgelaufen ist....

Antwort
von Ontario, 4

Solange es diese Schlupflöcher gibt, ist es völlig legal, Gewinne dort zu versteuern, wo  die Steuern günstiger sind. Solange es sich um legale Steuersparmodelle handelt, ist dagegen nichts einzuwenden. Auch grosse Konzerne unterhalten "Briefkastenfirmen" in steuergünstigen Ländern. Das weiss man auch bei Schäuble und Co. Geschäfte werden eben da gemacht wo es möglich ist, satte Gewinne zu generieren und Steuern zu sparen.Wie die GRÜNEN dazu stehen, ist eigentlich völlig uninteressant. Aus deren Reihen ist noch nie etwas Brauchbares verlautet. Die stellen nur Forderungen, verschweigen aber, wie diese zu finanzieren sind. Deshalb zählt für mich die Meinung der GRÜNEN nicht. Es ist kaum anzunehmen, dass die Politik diese "Schlupflöcher" schliessen wird. Schliesslich kennt man sich und was hinter den Kulissen abgesprochen wird, entzieht sich der Öffentlichkeit.

Antwort
von Hefti15, 9

Selbstredend ist es ein Skandal und verwerflich. Fakt ist, nicht alles was rechtlich erlaubt ist, ist auch moralisch in Ordnung. Weiterhin verhält man sich in einer zivilisierten Welt auch nicht nur an die "Verbote bzw. Vorschriften", sondern akzeptiert auch moralischen gesellschaftliche Ansichten.

Und selbstverständlich ist den Unternehmen ihr verwerfliches Verhalten bzw. die entsprechende Reaktion ihrer Kunden auch klar. Nicht ohne Grund wird man nicht ein einziges Unternehmen finden, dass sich hinstellt und freiwillig darstellt, wie es (legale) Steuerschlupflöcher nutzt. Wie gesagt, es ist wohl kein Zufall, dass man teilweise Berichte von Unternehmen findet, die Tochterunternehmen enthalten, die im Ausland liegen und z.b. mit geringen Lohnkosten erklärt werden. Aber schon mal was von Tochterunternehmen gehört, die nur gegründet wurden um Gewinne zu verschieben (also die Info vom Unternehmen)?

Wie gesagt, es gibt keinen Zweifel an der moralischen Niedertracht dieses Verhalten. Wer z.B. in Deutschland ein produzierendes Unternehmen hat, wer die gesamte Infrastruktur nutzt, wer dann bewusst Lücken nutzt um seine Steuern im Land x zu versteuern (um weniger Steuern als in D zu zahlen) und somit der Allgemeinheit die Kosten für die Infrastruktur aufbrummt, der kann unter keinen Umständen die Moral auf seiner Seite haben.

Kommentar von aloisff ,

Die Zahlen eines börsengezeichneten Unternehmens sind doch öffentlich, man muss doch nichts anderes tun als diese mal durchzurechnen dann weiß man doch wo her der Wind weht. 

Jetzt haben sich die Grünen mal hingesetzt und das für irgend ein Unternehmen mal gemacht und reden von einem Skandal. Das kann man mit allen Zahlen zu allen größeren börsenorientierten Unternehmen machen und wird den gleichen 'Skandal' finden, selbst (oder eher ganz speziell) bei denen mit einem grünem Tatsch...

Ausserdem denke ich dass die mir bekannten gut situierten alternativ denkende Aktionäre (also reiche potentielle Grüne) die ersten wären, die gegen einen Börsenbericht klagen würde in dem stehen würde, dass das Unternehmen die Möglichkeit auf 900 Mio. Steuerersparnis verzichtet hat.

Um auch das auch mal klar zu stellen, ich empfinde es schon eher als Kompliment wenn man mich in anderen Postings hier als 'linksgrünversifft' abstempeln will...

Kommentar von Hefti15 ,

Ihr erster Absatz ist doch ein Witz, oder? Gerade aufgrund der Verschiebereien ist es ja nicht möglich, dies nachzuvollziehen.

Beschäftigen sie sich eigentlich mit dem Thema? Weil mehr oder weniger häufig, solche "verdeckten" Transaktionen, die eben nicht öffentliche bzw. nachvollziehbar sind aufgedeckt werden. Und entgegen ihrer absurden Darstellung, ist es eben nicht möglich, dies aufgrund der veröffentlichen Unternehmenszahlen nachzuvollziehen.

Ihr zweiter Absatz ist doch der gleiche Witz, oder? Hat erstmals gar nichts mit den Grünen zu tun. Jeder halbwegs intelligente Mensch, der noch einen Funken Moral hat, ärgert sich über so ein Verhalten.

Ihr dritter Absatz ist doch "billig" ohne Ende. Einfach mal anderes Sachen unterstellen. Unterirdisch, selbst für sie.

Zum letzten Absatz: Das man sie abstempelt, wundert mich nicht. Nur sehe ich bei ihnen da ganz andere Problem: Wenig Ahnung, viel Meinung bzw. auf kindische Art und Weise anderen (hier den Grünen) Sachen unterstellen wollen.... Und bei ihnen bin ich mir sicher, dass sie das auch als Kompliment empfinden.

Kommentar von aloisff ,

ok, lassen wir das...ich drohe ja kindischerweise mit Logik und Matematik...

Kommentar von Hefti15 ,

Nein, ersten sehe ich keine "Drohung". Zweitens hat das nichts mit Mathematik und Logik zu tun.

Eine Unterstellung ist eben keine Logik!

Und weil du keine Ahnung von Bilanzen u.ä. hast, kannst du auch nur die absurde Idee haben, dass man die entsprechenden Sachen dort herauslesen kann.

Witzig daran ist, dass dieses Thema in den Medien jetzt zig mal erklärt wurde. Man kann es eben nicht herauslesen! Du schreibst schlicht weg die Unwahrheit.

Richtig witzig wird es u.a. deshalb, weil dir nicht mal klar ist, aus welchen Quellen man die Informationen hat.

Ernsthaft, du bist der typische Internettroll: Keine Ahnung, viel Meinung.

PS: Bevor du weiterhin hier lügst, beim nächsten mal werde ich dir einen Link von einem Unternehmen (Zahlen, Bilanz) schicken. Dann gebe ich dir 2 Tage Zeit und du stellst dann aufgrund dieser Zahlen da, welche "Steuervermeidung - Ausland" die betreiben.... Also, sei lieber ruhig, bevor du dich weiter blamierst.

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