Frage von frgfrg, 12

Hallo, wie "schafft" es das biologische Leben, das männliches und weibliches nahezu gleich verteilt ist. Woher stammt das " Wissen" wie es verteilt ist ?

Antwort
von PWolff, 6

Es gibt ja verschiedene Methoden, ein Geschlecht zu bestimmen. Viele Tiere bekommen ihr Geschlecht von der Umwelt bestimmt, z. B. bei bestimmten Würmern und Fischen davon, ob sie sich an einem Weibchen festsaugen können (-> Männchen) oder nicht (-> Weibchen). Andere wiederum sind in ihrer Jugend männlich, und wenn sie groß genug sind, um eine größere Anzahl Eier legen zu können, werden sie weiblich. Oder das dominante Tier ist das Männchen der Gruppe. Oder die Tiere tauschen nach dem Liebesspiel die Rollen.

Aber hier geht es wohl um die genetische Bestimmung des Geschlechts.

Bei den Bienen z. B. sind die Weibchen diploid und die Männchen haploid.

Bei den meisten Tieren haben aber die Weibchen 2 X-Chromosomen und die Männchen ein X- und ein Y-Chromosom (bei manchen Schmetterlingen ist es umgekehrt). Betrachten wir den Fall, der auch beim Menschen vorliegt:

Bei der Meiose wird ja der diploide Chromosomensatz auf die haploiden Gameten aufgeteilt. Hierbei bekommen bei den Weibchen natürlich alle Gameten ein X-Chromosom, beim Männchen die Hälfte der Gameten ein X-Chromosom und die andere Hälfte ein Y-Chromosom.

Wenn die männlichen und weiblichen Gameten sich nun zufällig-gleichverteilt treffen, wovon man zunächst ausgehen kann, bekommen wir 50% X-X- und 50% X-Y-Kombinationen, also je zur Hälfte Weibchen und Männchen. Das ist also die Ursache der "Gleichverteilung".

Bestimmte Faktoren beeinflussen aber die Eigenschaften der Samenzellen, z. B. sind Samenzellen mit einem Y-Chromosom tendenziell schneller, solche mit einem X-Chromosom tendenziell langlebiger. Deshalb ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Junge bzw. ein Mädchen gezeugt wird, vom Zeitpunkt des Geschlechtsverkehrs innerhalb oder kurz vor der fruchtbaren Phase des weiblichen Zyklus abhängig. Außerdem sind in Hungerzeiten die Körperflüssigkeiten dünnflüssiger, was die Zeugung männlicher Kinder begünstigt.

Antwort
von Alucardazzz, 12

So gleich verteilt ist das ganze gar nicht. Es gibt oft mehr Weibchen als Männchen (einfach weil die Samenzellen mit weiblicher Erbinformation länger überleben als die mit männlicher Information und dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöht wird, dass es ein weibliches Wesen wird). Man braucht mehr "weibliches" weil diese Kinder zur Welt bringen (und das dauert normalerweise seine Zeit...während "Männer" schneller wieder Samenzellen nachproduzieren können). Eigentlich ist diese "Gleichheit" von der du sprichst meines Wissens nur bei dem Menschen vertreten. Das liegt vor allem an dem "wert der Frau" in manchen Ländern. In China, zu der Zeit in der der Nachwuchs noch begrenzt wurde und man nur eins, höchstens zwei Kinder haben durfte, wurden die weiblichen Nachkommen umgebracht und die männlichen behalten...dadurch ist das natürliche Verhältnis durch den Mensch ( wie so oft) zerstört worden...

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