Frage von MigiW, 60

Hallo,meine Mutter hat vor kurzem eine sterbeversicherung abgeschlossen und aber sie erhält Sozialhilfe,wie hoch darf die Rücklage sein?

Antwort vom Anwalt erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Rechtsfrage. Kompetent, von geprüften Rechtsanwälten.

Experten fragen

Antwort
von Wummel1975, 32

Internet sagt folgendes:

Sterbegeldversicherung bei Sozialhilfe

Eine Sterbegeldversicherung ist eine sinnvolle Absicherung für den
eigenen Todesfall. Sie gewährleistet eine würdige Bestattung und
verhindert eine finanzielle Belastung der Hinterbliebenen. Beim Bezug
oder der Beantragung von Sozialhilfe sollten einige Dinge bekannt sein
und beachtet werden.

Bestattungsvorsorge

seit 2004 kein Sterbegeld von der GKV

private Vorsorge notwendig

Sterbegeldversicherung

Absicherung der Hinterbliebenen

Planung und der Rahmen der eigenen Bestattung kann festgelegt werden

Sozialhilfe – Privatvermögen

muss bis zu gewissen Freigrenzen vor Erhalt von Leistungen verbraucht werden

Sterbegeldversicherung bei Hartz 4

nicht Hartz 4 fest

Zeitwert zählt zum Vermögen

Zeitwert häufig unter Freibetragsgrenze

Begünstigte

Schonvermögen, wenn Auszahlung des Sterbegeldes laut Versicherungspolice zweckgebunden

versicherte Person

keine Berücksichtigung beim Anspruch auf Sozialleistungen

Beitragszahlungen Sterbegeldversicherung

zählt nicht zu den Sozialversicherung

Beiträge werden nicht vom Sozialamt übernommen

Und schau mal hier:

http://sozialrechtsexperte.blogspot.de/2013/05/die-vermogensverwertung-der.html

Antwort
von GerdausBerlin, 12

A) Eigentum, Besitz und Ansprüche gegenüber Dritten zählen als Vermögen, wenn man es schon hatte, bevor man Sozialleistungen (ALG II/Hartz IV, Hilfe zum Lebensunterhalt/Sozialhilfe, Grundsicherung/Grusi) beantragt.

B) Sie zählen aber als Einkommen, wenn sie erst zufließen (bzw. der Anspruch darauf erst entstanden ist), nachdem man Sozialleistungen beantragt hatte.

Wenn ich also einen Anspar-Versicherungs-Vertrag "mit hinein bringe" in die Zeit der Sozialleistung, gilt dieser als Vermögen. Beispiele sind a) Kapital-Lebensversicherungen. Gegenbeispiele sind b) reine Risiko-Lebensversicherungen, da hier kein Vermögen aufgebaut wird.

Eine Sterbe-Versicherung kann beides sein: a) Kapitalgedeckt oder b) nur risiko-absichernd. a) gilt als Vermögen, b) nicht.

Ob ein solches Vermögen verwertet werden muss, ist die nächste Frage. Zunächst gibt es einen Freibetrag von 2.600,- als Single bei der Alters-Grusi. Dann gibt es noch Urteile, wonach etwa eine angemessene Begräbnisversicherung nicht verwertet werden muss. Möglicherweise gibt es noch weitere Härtefälle.

Soweit zu A), also zu "alten" Versicherungen. Nun zu B), den "neuen" Versicherungen: Wenn ich erst einen Antrag stelle auf Sozialleistungen und dann einen Versicherungsvertrag abschließe, hat das keinen Einfluss auf die Höhe der Sozialleistung.

Denn zum einen kann ich mit meiner Sozialleistung machen, was ich möchte - außer dem Geld für Miete und Heizung, das muss ich dafür verwenden. Also darf ich auch mein Geld in eine Versicherung stecken. Der damit erworbene Anspruch ist zunächst kein anrechenbares Vermögen.

Wenn ich aber eine Leistung erhalte von der Versicherung, kann dies als Einkommen angerechnet werden. Beispiel: Eine vorzeitige Auszahlung, eine Prämie, eine Gutschrift, ein Bonus usw. Dieses Einkommen wäre aber vor einer Anrechnung auf die Höhe der Sozialleistung zu bereinigen um dies und das - insbesondere um die dafür getätigten Aufwendungen, also z. B. um die Versicherungsprämien, die ich selbst eingezahlt habe.

Gruß aus Berlin, Gerd

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten