Frage von NH147, 34

Hallo. Jemand unter euch, der auch an Bandscheibenvorwölbung u. ISG-Blockade leidet? Seit 1 Jahr Austrahlung ins Bein lässt langsam nach. Wann hört das auf?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 18

Ich kann Dir nur dringend dazu raten, dass Du Dir Hilfe durch eine physiotherapeutische Behandlung holst. Dies kann in Form einer gerätegestützten Krankengymnastik oder auch als manuelle Therapie stattfinden.

Zudem solltest Du einen Kurs in Rückenschulung besuchen. Dort wird Dir gezeigt, wie Du rückenschonend arbeiten kannst und welche Bewegungsübungen dabei helfen, Deine Rückenbeschwerden zu lindern.

Wichtig ist hauptsächlich, dass Du Deine Rücken- und ganz besonders Deine Bauchmuskulatur stärkst.

Sofern keine akute Entzündung der betroffenen Gelenke vorliegt, ist Wärme immer sehr gut bei Beschwerden infolge einer ISG-Blockade. Hier sollte es aber eine Wärmeanwendung sein, welche über mehrere Stunden gleichbleibend erfolgt. Das geht z.B. sehr gut mit ThermaCare-Gürteln oder es gibt auch Wärmepflaster der Firma Figo, welche man in die Kleidung klebt. Diese Produkte halten für bis zu 12 Stunden eine angenehme und gleichbleibende Wärme, welche zu einer sehr guten Muskelentspannung führt.

Abraten möchte ich Dir von Wärmepflastern, welche auf Chayenne-Pfeffer-Extrakt beruhen (z.B. ABC-Pflaster). Hier wird lediglich eine oberflächliche Wärme durch Reizung der Haut bewirkt, aber die wirklich tieferen Muskelregionen erreicht man mit dieser Methode nicht. Zudem sind die Pflaster so hautreizend, dass sich die meisten Menschen diese Pflaster schon nach nur wenigen Minuten wieder abreißen. Dafür ist das Geld zu schade.

Weniger gut ist auch das Benutzen von Wärmflaschen oder Körnerkissen. Man erreicht so zwar kurzzeitig eine Erwärmung der Muskeln, aber weil die Wärme nicht gleichbleibend ist, sondern Wärmflasche oder Körnerkissen recht schnell wieder abkühlen, verkrampfen sich die Muskeln sehr schnell wieder, was dann eher kontraproduktiv ist.

Auf jeden Fall solltest Du Dich mal einem Neurochirurgen vorstellen, damit dieser untersucht, ob man nicht doch besser den bestehenden Bandscheibenvorfall behandeln sollte. Dies kann, wenn es ein leichter Vorfall ist, durchaus auch minimalinvasiv erfolgen, so dass man hinterher superschnell wieder fit ist.

Ansonsten wäre es auch ratsam, wenn Du mal zu einem Osteopathen gehen würdest. Der hat häufig noch ganz andere Ansätze als ein Schulmediziner. Bitte erkundige Dich aber unbedingt vorher bei Deiner Krankenkasse, ob diese überhaupt die Kosten für osteopathische Behandlungen übernehmen würde. Das ist zwar schon bei vielen Krankenkassen der Fall, aber leider immer noch nicht bei allen Krankenkassen. Bei vielen Krankenkassen ist es auch so, dass diese 80% der Kosten übernehmen, der Patient selber aber einen Eigenanteil von 20% tragen muss. Da sollte man sich wirklich vorher informieren, bevor es hinterher ein böses Erwachen gibt.

Ich wünsche Dir alles Gute

Kommentar von NH147 ,

Hallo Sternenmami.Besten Dank für die Antwort. Habe Wärmepflaster die 24h drauf bleiben können und danach 24 Pause. Wärme ist immer das Beste hab ich für mich rausgefunden. Wollte zum Neurologen.Meine Aerztin ist aber der Meinung das dies nix nützt.Hat mich jetzt zum Rheumatologen "abgegeben". Hofffe,der ist fit und nicht auch nur ein Geldeinkassierer. Irgendwo muss doch was sein,weshalb die Ausstrahlungen nicht aufhören. Ich bild mir das ja nicht ein. Aber genau so werd ich grad hingestellt u das nervt. Meine jetzige Physio ist supi. Rückentraining an Geräten und Ellipsentrainer. Bin auf Termin mit Rheumadoc gespannt.  Dank dir nochmals..

Kommentar von Sternenmami ,

Der Neurologe ist nicht wirklich der richtige Arzt. Da gebe ich Deiner Ärztin recht. Da wäre der Neurochirurg die bessere Wahl. Da gibt es allerdings nicht so wirklich viele niedergelassene Praxen, aber da könnte man sich an ein Gesundheitszentrum einer Klinik mit neurochirurgischer Abteilung wenden. Habe ich damals bei meinem ersten Bandscheibenvorfall auch gemacht.

Ich wurde bereits an drei Bandscheibenvorfällen der Halswirbelsäule operiert (wurde versteift) und dann nochmals drei Bandscheibenvorfälle der Lendenwirbelsäule. Alle OPs sind super verlaufen und ich habe so gut wie gar keine Probleme mehr ... zumindest was den Rücken angeht. Leider kam eine OP etwas zu spät, so dass mein rechtes Bein vom Knie abwärts taub ist. Damit kann ich aber ganz gut leben, weil die zunächst vorhandene Lähmung sich wieder zurückgebildet hat. Nur die Sensibilitätsstörungen sind noch vorhanden.

Ich kann Dir aber wirklich nur dringend empfehlen, dass Du einen Schmerztherapeuten aufsuchst. Der kann Dir mit Sicherheit helfen, zumindest so lange, bis eine Methode gefunden werden kann, wie man Dir langfristig Deine Schmerzen komplett nehmen kann.

Ich weiß ehrlich gesagt nicht so ganz, wieso Du zum Rheumatologen geschickt wirst. Das ist doch keine rheumatologische Erkrankung, welche Du da hast oder wurden anhand von Blutwerten da irgendwelche Auffälligkeiten in Richtung Rheuma festgestellt?

Nun gut ... ich hoffe mal, dass Deine Ärztin weiß, was sie tut.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir alles Gute. Das Wichtigste ist ja schon einmal, dass Du einen guten Physiotherapeuten hast.

Antwort
von Anni478, 16

Wenn es sich "nur" um eine Bandscheibenvorwölbung handelt, ist es im Fall, dass der Spinalkanal groß genug ist, um bei einer Vorwölbung keinen Nerv zu reizen/komprimieren, wahrscheinlicher, dass die Ausstrahlungsschmerzen evtl. in Zusammenhang mit dem ISG-Problem stehen.

Eine Physiotherapie sollte deine erste Anlaufstelle sein. Es ist notwendig, dass zunächst die Defizite an deinem Bewegungsapparat erkannt werden, um daraus ein geeignetes Behandlungsprogramm abzuleiten. Etwaige Fehlbelastungen und Nervenkompressionen müssen beseitigt werden. Dies kann geschehen durch Traktionen und verschiedene Mobilisationstechniken, Dehnungen; Kräftigung und Stabilisation nach Bedarf. Dazu gibt es ein regelmäßig durchzuführendes Hausübungsprogramm.

Der Pauschaltipp, Rücken- und Bauchmuskulatur zu kräftigen ist, ohne den Zustand deines Körpers zu kennen, sträflich. Bei den meisten Menschen finden wir im Bereich des Rückens einen muskulären Hartspann, der daraus resultiert, dass die vorder Muskelkette (Bauch und Hüftbeuger z.B.) unter enormer Spannung stehen und die Rückenmuskulatur dagegen arbeiten muss. Hilfreich ist also somit nicht eine Kräftigung der Rückenmuskulatur (das erhöht die Belastung, die auf den Bandscheiben liegt!), sondern eine Entspannung der überlasteten, verkürzten, spannungsüberladenen Strukturen.

Kommentar von NH147 ,

Hallo Anni478.  Sehr wahrschl lief bei mir von Anfang an alles schief mit Arzt u Co. Sport durfte ich nicht machen. Es hiess immer:das ist noch zu früh. Hab mir im April selbst Kräftigungstherapie gesucht. Supersache!!!   Habe inzw die 3.Physio und die dort sind super. Training an 5 Geräten und vorher u nachher 5-10min Ellipsentrainer. Gehe 3x die Woche. Allerdings ist der Bauch und hüftbeuger wirklich das schlimmste Gerät von allen.  Meine Hausärztin hat mich jetzt "abgegeben". Schickt mich zum Rheumatologen,obwohl ich gebeten hatte zum Neurologen. Auf MRT ist keine Nervenreizung zu sehn,hab aber gelesen, dass auch die umliegenden Nerven gereizt werden können und es nicht der Ischiasnerv sein muss.Diese sind halt auf MRTs nicht ersichtlich. Laut HA bin ich wd voll arbeitsfähig. ?? IV hatte recht, ich soll Druck machen das endlich was passiert,sonst schreibt mich Aerztin gesund und das wars.  Ich dank dir für deine Antwort!! Werde mit meim Physio reden zwecks Gerät wos am meisten zwickt.

Kommentar von Anni478 ,

Möglicherweise habe ich mich falsch ausgedrückt. Wenn ich von Bauch- und Hüftbeugern spreche, meine ich damit die Muskeln, die die Hüfte beugen und die Bauchmuskeln. V.a. Hüftbeuger sollten NICHT auf Kraft trainiert werden sondern auf Länge und Flexibilität, da diese Muskeln eher zu Verkürzung neigen. Ebenso sollten die Bauchmuskeln entspannt werden!

Was war eigentlich der Grund für die "Schonung".

Kräftigung reicht, wie ich oben geschrieben habe, nicht aus. Ich halte Kräftigung generell erst dann für sinnvoll, wenn der Patient schmerzfrei und frei von etwaigen Ausstrahlungen (in deinem Fall in die Beine)  ist und Verspannungen beseitigt wurden.

Die Anwendung von Wärme in Form von Pflastern, Körnerkissen, Wärmeflasche etc. wirkt zwar schmerzlindernd, beseitig langfristig aber keine Ursachen!

Antwort
von critter, 19

Das mit der Bandscheibe kann sofort aufhören, wenn die richtige Behandlung erfolgt ist.

Wenn das ISK betroffen ist, muss man damit rechnen, dass das nie wieder weg geht. Man kann sich nur immer wieder eine Ischiasspritze geben lassen oder computergesteuerte Infiltrationen und nur hin und wieder mal eine Schmerztablette nehmen.

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