Frage von DennisKa1, 97

Hallo zusammen, ich möchte gern das Haus meines Vaters kaufen, in dem ich aktuell zur Miete wohne. Hier gibt es aber ein paar Besonderheiten, weswegen ich noch?

mehr Informationen brauche, wie wir das am besten abwickeln.

Das Haus hat einen Verkehrswert von ca. 165.000 EUR und gehört alleinig meinem Vater (gemäß Grundbuch). Mündlich abgesprochen war, dass mein Bruder und ich jeweils 1/3 vom Verkaufspreis bekommen, sollte es mal veräußert werden. Dies ist nun der Fall, jedoch haben sich alle Parteien geeinigt, dass ich es erwerbe.

Nun kommt mein Problem:

Und zwar will ich das Haus natürlich nicht für 165.000 EUR kaufen, da mein Anteil in diesem Preis ja schon mit drin wäre. Geplant ist nun, dass ich 90.000 EUR (inkl. Rabatt) zahle, also 45.000 EUR an meinen Vater und 45.000 EUR an meinen Bruder.

Geht das problemlos, oder wird hier von einer (Teil)Schenkung ausgegangen, die später einmal angefochten werden kann? Muss ich noch irgendwas anderes bedenken oder kann ich einfach das Darlehen aufnehmen, den Kaufpreis an die beiden (auch wenn mein Bruder nicht im Grundbuch steht) geben (natürlich alles über einen Notar) und dann gehört mir das Haus?

Möchte vermeiden, dass hier irgendwer noch Steuern etc. zahlen muss, die nicht sein müssen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 50

Geht das problemlos, oder wird hier von einer (Teil)Schenkung ausgegangen, die später einmal angefochten werden kann?

Ja,Ja,Nein.

Es wäre von einer gemischten Schenkung auszugehen. Allerdings kann eine Schenkung nicht einfach angefochten werden. Im Schlimmstens Fall, z.B. bei Bedürftigkeit des Schenkers innerhalb von 10 Jahren, wäre ggf. der Schenkungsanteil in Geld zu zahlen.

Mündliche Absprachen sind in Bezug auf die Verfügung über Grundstücke übrigens grundsätzlich formunwirksam. Hier ist nämlich die notarielle Form vorgeschrieben.

Die Grundererbssteuer berechnet sich nach den Kaufpreis. Der Schenkungsanteil wird grundsätzlich nach den Erbschafts- und Schenkungssteuergesetz versteuert. (§3 Abs 2 GrEStG ). Sprich die Grunderwerbssteuer richtet sich nach den 90000€. Das ist unabhängig davon ob an den Vater gezahlt oder per Auflage teilweise an den Bruder gezahlt wird.

Wäre es nicht ihr Vater, wären auf die 75000€ Schenkung Schenkungssteuer fällig.





Kommentar von ichweisnix ,

ellaluise hat natürlich Recht, das hier nach §3 Abs 6 GrEStG keine Grunderwerbssteuer anfällt.


Antwort
von DerHans, 64

Das Haus muss trotzdem zum tatsächlichen (jetzigen) Wert übereignet werden. Dann kann dein Anteil als Anzahlung gewertet werden. Die Grunderwerbssteuer muss auf den vollen Wert berechnet werden.

Auch wenn du evtl. finanzieren musst, ist der tatsächliche wert wichtig um die Beleihung zu berechnen.

Auch Nebenabsprachen werden nur gültig, wenn sie vom Notar dokumentiert werden.

Kommentar von ellaluise ,

Grunderwerbssteuer fällt zwischen Kind und Eltern nicht an.

Kommentar von ichweisnix ,

stimmt.

Antwort
von schelm1, 53

Der Vater kann Ihnen das Haus in notarieller Form steuerfrei (Obergrenze € 400.000) schenken.

Sie verpflichten notariell sich an Ihren Vater und Ihren Bruder im Gegenzug unter dem Verzicht auf alle späteren Erbschaftsansprüche des Bruders hinsichtlich des Hauses, jedem von Beiden eine Gegenleistung von je € 45.000 zukommen zu lassen.

Antwort
von Akka2323, 44

Ihr müßt eh zum Notar. Klärt das doch da, er wird Euch die günstigste Möglichkeit aufzeigen.

Antwort
von DennisKa1, 19

Sorry für die sehr späte Antwort meinerseits. Ich dachte man kriegt hier eine E-Mail Benachrichtigung bei einer Antwort.

Erst Mal danke für Ihre vielen Antworten und hilfreichen Tipps. Natürlich gehen wir zu einem Notar und lassen alle Absprachen dort beurkunden. Mündlich wird da nichts geregelt, dafür ist eine Immobilie definitiv der falsche Ort.

Würde mein Vater mir das Haus aber schenken, und er wird in bis zu 10 Jahren pflegebedürftig, würde man mit Sicherheit doch an mich herantreten und den Gegenwert der Schenkung fordern, oder?

Antwort
von DerGeodaet, 23

Hallo,

es ist zu empfehlen, diese Details mit einem Notar zu besprechen, den Ihr eh braucht.

Antwort
von Bestie10, 33

nicht für 165.000 EUR kaufen

warum nicht willst du das Finanzamt um die Grunderwerbsteuer betruegen

Kommentar von ichweisnix ,

Was heißt hier betrügen ? Nach § 3 Abs 2 GrEStG ist das explizit vom Gesetzgeber so gewollt, das eine Grundstücksschenkung nicht doppelt besteuert wird.

Natürlich kann man eine Doppelbesteuerung absichtlich herbeiführen in dem man 165000€ zahlt und sich die Differenz schenken läßt.

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