Frage von cbausde, 90

Hallo zusammen, ich wohne als Vermieter in einem 2-Familienhaus mit meinen Mieter zusammen und möchte kündigen. Wie ist die Kündigungsfrist?

Mein Mieter zahlt keine Miete und ich habe gelesen wenn man mit ihm gemeinsam in einem 2-Familienhaus wohnt bedarf es nicht mal Gründe für die Kündigung. Nur die Kündigungsfrist soll sich verlängern. Weiß jemand wie lange ? Danke für die Hilfe !

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Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 15

Drei Kündigungsmöglichkeiten:

Fällt die zweite Monatsmiete aus oder ist diese schon ausgefallen oder auch nur eine Monatsmiete und Kaution auch nicht bezahlt (Gesamtbetrag mehr als zwei Monatsmieten):

1. Fristlose Kündigung wegen des Zahlungsrückstandes

2. Kündigung mit Frist von drei Monaten wegen schwerwiegender Vertragsverletzung

3. Kündigung ohne Grund mit drei Monate verlängerter Kündigungsfrist

Ich würde sinngemäß die fristlose Kündigung aussprechen und ersatzweise die fristgerechte wegen (2.) und dem Mieter mitteilen, dass wenn er die Forderungen vollständig ausgleicht und gegen Kündigung aufgrund 2. widerspricht, jetzt schon vorsorglich die Kündigung zum 28.2.2017 ausgesprochen ist aufgrund der Möglichkeit nach §573a BGB. Dieser Hinweis auf den Paragraphen muss dazu.

Das gibt Dir einigermaßen Sicherheit, dass die Mieter in spätestens 6 Monaten wieder raus sind.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 28

In dem Fall verlängert sich die Kündigungsfrist um 3 Monate.

Also je nach Wohndauer 6, 9 oder 12 Monate.

Der Vermieter muß sich im Kündigungsschreiben aber auf sein erleichtertes Kündigungsrecht gem. § 573a BGB berufen.

Aber einem Mieter der nicht zahlt kann man doch fristlos, ersatzweise fristgerecht falls er den Rückstand zahlt, kündigen.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 19

Wie lange zahlt denn dein Mieter schon keine Miete?

Wahrscheinlich brauchst du die Kündigung nach BGB § 573a nicht sondern kündigst außerordentlich und fristlos wegen Mietschulden von mehr als einer Monatsmiete.

Gegen diese Kündigung ist kein Widerspruch des Mieters möglich.

Antwort
von PolluxHH, 37

Wenn es ein unbefristetes Mietverhältnis ist, also eine ordentliche Kündigung möglich, es nur zwei Wohnungen im Haus (wichtig: ein Gebäude, eine zusätzliche gewerbliche Nutzung wäre unschädlich) gibt, von denen eine der Vermieter (wirklich!, auch über die gesamte Dauer der Kündigungsfrist) bewohnt,  kein Kündigungsverzicht erklärt wurde, dann bestünde nach § 573a BGB ein erleichtertes Kündigungsrecht. Nach dem Bundesgerichtshof (BGH, Urteil vom 25. 6. 2008 – VIII ZR 307/07) besteht dieses Recht auch dann, wenn fehlende gemeinsam genutzte Flächen wie ein gemeinsames Treppenhaus eine Gelegenheit zum Zusammentreffen nicht eröffnen. In der Kündigung muß aber explizit Bezug auf § 573a BGB genommen werden.

Die Kündigungsfrist betrüge nach § 573a BGB zusätzlich zu der Kündigungsfrist nach § 573c Abs. 1 BGB 3 Monate, also dann, wenn der Mieter weniger als 5 Jahre dort wohnt, insgesamt 3+3=6 Monate.

Zu beachten ist aber, daß durch nicht erfolgende Mietzahlung ein Sonderkündigungsrecht (fristlose Kündigung) entstehen kann. § 543 Abs.2 Nr. 3 BGB sieht hier einen Rückstand von zwei Monatsmieten vor. Dies könnte der deutlich schnellere Weg sein.


Expertenantwort
von johnnymcmuff, Community-Experte für Mietrecht, 6

Die normal Kündigungsfrist die sich nach Wohndauer des Mieters richtet verlängert sich dann um drei Monate.

Ich würde aber fristlos kündigen, wenn es zwei Mieten Rückstand sind in dem Kündigungsschreiben hilfsweise auch fristgerecht kündigen.

Somit kann der Mieter durch Zahlung der Rückstände nur die Fristlose Kündigung abwenden nicht aber die Fristgerechte.

Antwort
von DerSchopenhauer, 45

§ 573a BGB - Erleichterte Kündigung des Vermieters

(1) Ein Mietverhältnis über eine Wohnung in einem vom Vermieter
selbst bewohnten
Gebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen kann der
Vermieter auch kündigen, ohne dass es eines berechtigten Interesses im
Sinne des § 573 bedarf
. Die Kündigungsfrist verlängert sich in diesem Fall um drei Monate.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für Wohnraum innerhalb der vom
Vermieter selbst bewohnten Wohnung, sofern der Wohnraum nicht nach § 549 Abs. 2 Nr. 2 vom Mieterschutz ausgenommen ist.

(3) In dem Kündigungsschreiben ist anzugeben, dass die Kündigung auf die Voraussetzungen des Absatzes 1 oder 2 gestützt wird.

(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Kommentar von DerSchopenhauer ,

Vielen Mietern, die aufgrund ihrer Wohnsituation unter den § 573a BGB fallen, ist die Problematik überhaupt nicht bewußt - ich war selbst vor etlichen Jahren ein "Opfer" dieser Vorschrift (auch wenn ich den § vorher durchaus kannte) - "wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um" = Risiko eingegangen und verloren...; man hat im Grunde keinen Kündigungsschutz - ich würde niemals wieder eine solche Wohnung beziehen.

Antwort
von schelm1, 12

Gehen zunächst den einfachen Weg, indem Sei den Mieter mit einem Mahnbscheid überziehen.

Sofern 2 oder gar mehr Monatsmieten rückständig sind, kündigen Sie fristlos, hilfsweise frsitgerecht mit dem Hinweis, dass einer stillsvchweigenden Fortsetzung des Mietverhältnisses bereits jetzt widersprochen wird.

Das Ganze lassen Sie auf kleiner Flamme köcheln!

Führt dies nich zum gewünschten Erfolg, reichen Sie für den Fall, dss die Kündigung erfolgt ist, die Räumungsklage bei Gericht ein.

Antwort
von TrudiMeier, 15

Die Kündigungsfrist richtet sich nach der Wohndauer. Wenn du grundlos kündigst, verlängert sie sich um 3 Monate. Bei der Kündigung ist der Verweis auf das erleichterte Kündigungsrecht des Vermieters nach § 573a hinzuweisen. Dies reicht als Begründung aus. Tust du das nicht, ist die Kündigung unwirksam.

Antwort
von GravityZero, 52

Kündigungsfrist steht im Mietvertrag, ansonsten kannst du nach der 3. nicht gezahlten Miete fristlos kündigen.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Was er auch tun sollte...

Kommentar von anitari ,

Nicht immer steht die Kündigungsfrist bzw. die korrekte im Mietvertrag. Die gesetzliche, und die gilt für Vermieter auf jeden Fall, steht im BGB § 573c Abs. 1.

Sobald ein Betrag in Höhe von 2 Monatsmieten, das müssen nicht 2 in Folge sein, kann dem Mieter fristlos gekündigt werden.

Antwort
von TheAllisons, 34

Das wirst du doch sicher im Mietvertrag reingeschrieben haben, ansonsten wirst du einen Anwalt brauchen, da könnten Probleme auftauchen.

Antwort
von Ballerburg, 32

Sollte eigentlich im Mietvertrag stehen.
Normalerweise ist die Kündigungsfrist 3 Monate, keine Ahnung wie das bei euch geregelt ist

Kommentar von Gerhart ,

Bei uns in Deutschland müssen die Kündigungsfristen nur dann im Mietvertrag stehen, wenn dem Mieter kürzere als vom Gesetzgeber vorgeschrieben eingeräumt wurden.  

Ansonsten gelten die Bestimmungen des BGB.

Antwort
von TechnologKing68, 36

Nachdem er die erste Miete nicht gezahlt hat, kannst du ihn Abmahnen und wenn er innert 30 Tagen die Miete nicht zahlt, kannst du ihn ohne wenn und aber rauswerfen.

Kommentar von DarthMario72 ,

Wofür abmahnen? Das ist überflüssig.

Kommentar von TechnologKing68 ,

Weil nun einmal eine Abmahnung die Voraussetzung für eine fristlose Kündigung ist.

http://www.beobachter.ch/wohnen/miete/artikel/geldnot_wer-die-miete-nicht-zahlt-...

Kommentar von Feuerhexe2015 ,

seit wann gelten in Deutschland die Schweizer Vorschriften? Du solltest mal schaun wenn du einen Link einstellst auf welches Land sich das bezieht!

Kommentar von TechnologKing68 ,

Mein Fehler. In Deutschland kannst du kündigen, wenn entweder zwei Monate hintereinander keine Miete bezahlt wurde, oder wenn man mit zwei Monatsmieten über den Zeitraum von zwei Monaten im Rückstand ist.

Kommentar von Gerhart ,

Das SchweizerZivilrecht ist nicht auf Deutschland anwendbar.

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