Frage von Nicky3000, 58

Hallo, weiß jemand was genau ein Barocksonett ausmacht?

Hab versucht es zu googeln, aber nichts sinnvolles dazu gefunden :-(

Antwort
von Ghostwriter2, 31

Sonett bezieht sich auf die äußere Form (Reimschema, Zeilenzahl,...s. Antwort von suziesext10), Barock auf die Stilmittel und das Inhaltliche. Das Wichtigste hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Barockliteratur#Lyrik\_des\_Barocks

http://www.literaturwelt.com/epochen/barock.html#lyrik

Antwort
von achwiegutdass, 29

Ein Barocksonett spiegelt die religiöse Auffassung der Zeit wider und ist deshalb meistens antithetisch aufgebaut (Erde/Himmel, Gott/Mensch, Gut/Böses, Ewigkeit/Vergänglichkeit usw.)

Feststeht:

Zwei Vierzeiler, also acht Verse

auf die folgen

Zwei Dreizeiler, also sechs Verse

Das Reimschema erlaubt verschiedene Kombinationen, zB:

aabb, abab, abba für die Vierzeiler.

Bei den Dreizeilern ist das etwas komplizierter, auf jeden Fall bilden sie eine Einheit, deshalb kann das Reimschema sich auf beide Strophen erstrecken:

cdc cdc oder cdd ddc usw.

Meistens ist das Gedicht wie gesagt antitethisch aufgebaut, und zwar auf verschiedenen Ebenen:

- Vierzeiler und Dreizeiler

- innerhalb der Verse selbst

Aufschlussreiche Beispiele findest du etwa bei Gryphius:

Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein; 

Wo ietzundt Städte stehn, wird eine Wiese seyn, 

Was itzundt prächtig blüth, sol bald zutreten werden; 
Was itzt so pocht und trotzt, ist morgen asch und bein;

ietzundt = jetzt

Meistens steht am Ende des Gedichtes eine sogenannte Pointe, die das "Gesetz" des Textes zum Ausdruck bringt:

Noch will, was ewig ist, kein einig (= einziger) Mensch betrachten.

Der Dichter selbst spielt dabei eine entscheidende Vermittlerrolle zwischen Gott und Menschen.

Kommentar von Nicky3000 ,

super, vielen Dank :)

Antwort
von paulklaus, 14

Als Barock- und Gryphius-"Fan" kann ich nur auf die Antwort von "ach wie gut dass" verweisen.

Zwei Quartette, zwei Terzette / zumeist Alexandriner-Sonette / Vergänglichkeit (vanitas) im Vordergrund antithetischen Denkens ("Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein...") (Sehnsucht nach Gott, dennoch Abkehr vom Glauben ---> "die Kirch' steht umgekehret"). Grauen des 30-jährigen Krieges contra Schäfer-Idylle (Arkadische Dichtung); barocker Prunk, gerade WEIL die Menschen die kurze Zeit ihres "Diesseits" genießen wollen und und und......

pk

Antwort
von suziesext10, 29

die haben halt ganz strenge Form-Vorschriften, mit dem Reim. also 2 vierzeiler, dann zwei dreizeiler,

wie es gereimt sein muss, kannste hier bei den Italienern sehn, von denen stammt es ja:

https://de.wikipedia.org/wiki/Sonett

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