Hallo, was haltet ihr von Organspende?

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6 Antworten

Servus,

Ich halte Organspende für sehr gut und auch wichtig. :)

Eine Person, bei der Organe entnommen werden, muss noch einen lebendigen Körper haben, aber gehirntot sein - das heißt, dass das Gehirn seine Tätigkeit vollständig eingestellt hat.

Dein Bewusstsein existiert zu diesem Zeitpunkt nicht mehr, genausowenig wie irgendein Schmerzempfinden o.Ä.

Das Ganze, was du beschreibst (Zucken o.Ä.) nennt sich Lazarussyndrom, hat aber rein gar nichts mit einer "Lebendigkeit" des Spenders zu tun.

Leider gibt es im Internet viele Verschwörungstheoretiker, die stark gegen Organspenden und den Gehirntod wettern...

Der aktuelle medizinische Stand lässt jedoch keine Zweifel an Gehirntod erkennen; die meisten Organspendegegner zitieren daher meist Einzelfälle, bei denen der Gehirntod falsch festgestellt worden ist (als Beweis dafür, dass es unzuverlässig ist) oder ziehen die ganze Diskussion ins Emotionale :D

Es ist Standardprozedur, dass der Gehirntod vor Entnahme der Organe getestet werden muss - eine Fehldiagnose ist in Deutschland so gut wie ausgeschlossen.

Du solltest dir keine Gedanken machen, denn du wirst als Organspender im Krankenhaus nicht anders behandelt werden als andere Menschen auch, die keine Organe spenden möchten.

Ein paar dieser Argumente, die du zitierst, finden sich hier mit Widerlegung:

In D/A/CH ist bei Hirntoten ein Schmerzempfinden absolut unmöglich, da durch die Definition des Hirntods als Gesamthirntod keine Schmerzwahrnehmung möglich ist. Hierzu bedarf es eines funktionierenden Großhirns. Dieses ist jedoch beim Gesamthirntod abgestorben.

Das schmerzverzerrte Gesicht ist eine Interpretation. Es kann vor allem zustande kommen durch den Beatmungsschlauch (Tubus), den der Organspender bis zum Ende der Organentnahme im Mund hatte.

Speziell bezüglich der Schweiz:

In der von Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) und Swisstransplant herausgebrachten Schrift "Organspende und Transplantation" (Januar 2013) heißt es auf Seite 31 (siehe auch: Schmerzwahrnehmung):

Es wird empfohlen eine Narkose einzuleiten um spinalen Reflexen und Muskelkontraktionen vorzubeugen. (s. SAMW Richtlinien Seite 19)

Und nochmal wegen dem Lazarussyndrom:

http://www.organspende-wiki.de/wiki/index.php/Schmerzwahrnehmung#Schmerzreaktion_bei_Hirntoten

http://www.organspende-wiki.de/wiki/index.php/Richtigstellung

Aufgrund der vielen Fehlinformationen und der gezielten Stimmungsmache gegen Organspenden muss man vorsichtig sein, wo man sich informiert.

Speziell sind hier vertrauenswürdige medizinische Quellen natürlich am Besten - bspw. bei Pubmed oder größeren Arzneizeitungen, wo es für Laien aufbereitet wurde (worauf organspende-wiki.de auch verlinkt mit Quellenangabe)

Generell sollte man sich vorher immer informieren, von wem die Information stammt :)

Lg

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Kommentar von CalicoSkies
30.06.2016, 08:49

Hier bspw. ein Statement von einem Neurologen:

Die Erkennt­nis vom Hirntod als dem Tod des Menschen beansprucht Validität per se [16]. Sie ist in sich schlüssig, und sie hat die Naturwissenschaft auf ihrer Seite. Es ist kein Fall bekannt, in dem eine lege artis durchgeführte klinische Hirntoddiagnostik durch eine Rückkehr von Hirnfunktionen widerlegt worden wäre [28]. Auf der ganzen Welt hat sich Auffassung vom Hirntod als dem Tod des Menschen weitgehend durchgesetzt [29] [30]; auch in Ländern, in denen religiöse Einwände erhoben werden [31].

Selbstverständlich ist es möglich, gesellschaftliche Übereinkünfte zu erzielen, die diese Evidenz in Abrede stellen, wie das in einigen Ländern der Fall ist. Abschaffen lässt sie sich aber nicht. Der jüngste Fall der dreizehnjährigen Jahi McMath in den USA, deren Mutter den Hirntod nicht akzeptiert und darin die Unterstützung der Gerichte und der Öffentlichkeit gefunden hat, erzeugt Verunsicherung bis in die Fachliteratur [32]. Da keine neuen wissen­schaftlichen Erkenntnisse vorliegen, erschöpft sich die Debatte in einer stetigen Wiederholung der alten Argumente [33], die bereits einer umfassenden Würdigung unterzogen worden sind [34]. Wenn eine Lehre aus dem Fall McMath zu ziehen ist, dann ist es diese: Einmal für die rationale Weltsicht gewonnenes Terrain ist nicht für alle Zeiten gewonnen, sondern muss weiterhin gegen Missverständnisse, Verwirrungen und irrationale Ängste verteidigt werden [35].

https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/html/10.1055/s-0035-1553544

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Ja – hast Recht ! Manches ist schon sehr sehr gruselig !

Und beim sog. Hirntod (juristisches Konstrukt, damit die Mediziner nicht wg. Tötung vor den Kadi gezerrt werden können) ist eine Frau z.B. noch so lebendig, dass sie in dem Zustand ein Kind gebären kann !

............und Patienten, deren Eltern trotz Hirntod-Diagnose durch 2 Ärzte (!) keine Einwilligung in die Entnahme von Organen gegeben hatten, hatten die Möglichkeit, sich wieder voll zu erholen - und leben z.T. noch heute MUNTER unter uns. Ansonsten wären sie brutal auf dem OP-Tisch aus dem leben befördert worden. Irgend was stimmt da doch nicht im Staate Dänemark !


Ich halte daher und auch aus anderen Gründen nichts von der Organspende.

Organspende ist nicht unbedingt eine gute Sache - wie uns gerne immer wieder weisgemacht wird.

Es ist vor allem ein gutes  Geschäft. Dasaber wird aber wohlweislich verschwiegen. Das sollen wir möglichst nicht wissen bzw. mitkriegen. Aber  anz so doof sind wir doch nicht - oder ? Heute gibt es das Internet. Und da kommt  dann so manches zum Vorschein.

Ich habe den Eindruck, dass das Hirntod-Konzept vorne und hinten nicht stimmt.

Es ist unter Experten deshalb auch mit Recht sehr umstritten. Der Mensch hat ein RECHT auf einen friedvollen und würdigen Tod. Das ist aber bei der Organspende nicht möglich. Dabei kann sich die Seele nicht in Ruhe vom Körper und von der Welt verabschieden, sondern wird mit Gewalt aus dem Körper getrieben.Was das für Folgen und Qualen mit sich bringt, lässt sich kaum ermessen. Das will ich mir jedenfalls nicht antun.


Der Diplompsychologe und ehemalige Krankenpfleger Roberto Rotondo hat auf diesem Gebiet Erfahrungen und Erfahrungsberichte gesammelt, welche tiefe Einblicke in die Thematik geben.

Das ist dann  quasi die Kehrseite der Medaille, nämlich das, wasgerne verschwiegen wird. Aber bilde dir am besten selbst ne Meinung:

 WIE TOT IST HIRNTOT WIRKLICH?

Seit der Neudefinition des Todes durch das Harvard ad hoc Komitee 1968, sei es in Forschungs- und Ärzteberichte zum Hirntod oder in den Gesetzentwürfen der Bundesregierung wurde die Einstellung und Praxis der Pflege und Pflegekräfte nie berücksichtigt.

Die Transplantationsmedizin blickt eher auf den Empfänger und betont den lebensrettenden Aspekt der Organspende.


Aber welche psychischen Belastungen bringt die Arbeit in der Transplantationsmedizin mit sich? Pflegende leiden oft an quälender Wahrnehmungsspaltung durch das gleichzeitige Vorhandensein von Lebens- und Todeszeichen bei Gehirntoten.

Der Psychologe, Supervisor und ehemalige Krankenpfleger Rotondo stellt Erfahrungsberichte aus dem medizinischen und pflegerischen Bereich zur Diskussion.

Roberto Rotondo ist Diplom-Psychologe und im Erstberuf Krankenpfleger. Seit 1996 ist er freiberuflich als Supervisor, Teamberater, in der
Krisenintervention und in der beruflichen Aus- und Weiterbildung im
Gesundheitswesen tätig.

Er arbeitete bis 1996 mehrere Jahre alsKrankenpfleger auf einer Intensivstation und pflegte «Hirntote».

1995 und 1996 war er als Sachverständiger in Bonn vor dem
Gesundheitsausschuss zu Anhörungen zum Transplantationsgesetz
geladen.

Neben seiner hauptberuflichen Arbeit als Diplom-Psychologe
betreibt er im Internet die «Informationsstelle Transplantation und
Organspende»

Googel mal unter Roberto Rotondo - oder geh auf mein Profil - da findest du weitere informationen. LG

 

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Kommentar von Mucker
15.07.2016, 03:08

KAO ist ebenfalls eine gute Info-Quelle, die ganzheitlich informiert - im Gegensatz zu der üblichen völlig einseitigen Info.


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Ich persönlich habe eine Ausweis. Da steht allerdings drin, daß ich weder Spender, noch Empfänger bin.

Das alles, obwohl ich einen sehr nahestehenden Angehörigen habe, der irgendwann vermutlich eine neue Leber benötigt und in der Nachbarschaft ein Kleinkind von 1,5 Jahren, daß nicht mehr leben würde, hätte es mit 8 Monaten kein neues Herz bekommen.


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Ich finde es gut, dass es die Möglichkeit gibt, lehne sie aber für mich selbst ab, solange es nicht möglich ist entsprechende Organe künstlich herzustellen. Insofern besitze ich einen Organspendeausweis, habe aber angegeben, dass ich eine Spende ablehne.

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1. Hirntote also klinisch Tote, existieren quasi nicht mehr als menschliche Einheit. 

Was das in der Schweiz ist, weiß ich nicht. 

Der Hirntot muss zumindest hier einwandfrei geklärt/bestätigt sein.

2. Es ist auch möglich,  dass der Blutdruck sozusagen "post mortem"steigt.

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Kommentar von 123456
29.06.2016, 22:36

Ja, aber ich finde es trotzdem gruselig, dass die obwohl die an ein Beatmungsgerät angeschlossen sind teilweise noch Kinder austragen, Verdauen und Urin abgeben können.... Was genau heißt denn "post mortem"? 

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Für mich gehört der Tod zum Leben und irgendwo muß es eine ethische Grenze geben.

Ich halte von Organ-Transplantationen gar nichts. Weder will ich Organe von einem anderen Menschen, noch würde ich mich dafür zur Verfügung stellen.

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Kommentar von YuyuKnows
29.06.2016, 22:29

Das ist eine sehr egoistische Ansicht... 

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