Hallo, was haltet Ihr von Leuten die eine Vorstrafe haben, wegen Betrug oder Drogendelikten, jetzt nichts krasses wie Nötigung oder so?

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15 Antworten

Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst.

Johann Wolfgang von Goethe (Faust, Prolog. [Der Herr])

Weise Worte und da ist etwas wahres dran. Kurz um, nur weil jemand straffällig geworden ist, wird er nicht gleich zu einem schlechteren Menschen. Geschweige ein Mensch zweiter Klasse. Ich differenziere da eigentlich immer etwas zwischen Straftaten, bei denen andere geschädigt wurden sowie all jene Straftaten, bei denen lediglich gegen geltendes Gesetz verstoßen wurde. 

Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet.

Matthaeus 7.1 (Lutherbibel von 1912)

LG medmonk 

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Was erwartest Du jetzt hier für eine Antwort? Das ist ganz normal das man solchen Menschen skeptisch gegenüber eingestellt ist. 

Sicherlich, fast jeder verdient eine zweite Chance und es kommt auf den Einzelfall an. Vertrauen muss man sich jedoch verdienen. Wenn man sieht das diejenige Person sichtlich bemüht ist an sich zu Arbeiten und sich das Vertrauen wieder zu verdienen spricht nichts dagegen eine zweite Chance zu geben. Aber wie gesagt, diese muss man sich erst verdienen.

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Wenn es bereits zu Vorstrafen gereicht hat, ist es schon kein Kavaliersdelikt mehr gewesen. Ich persönlich sehe Betrugs- und Drogendelikte höher angesiedelt als eine Nötigung. Mein Vorurteil wäre dahingehend begründet,. dass diese Person nicht nachdenkt, bevor sie handelt, und dass andere Menschen und deren Rechte in seiner Welt gering geschätzt werden. Insofern habe ich wenig Lust, diesem Menschen in besonderem Maße Vertrauen zu schenken.

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Es kommt sehr darauf an, was die Person gemacht hat, wie lange das her ist und wie die jetzige Einstellung dazu ist.

Wenn jemand beispielsweise gefälschte DB-Fahrkarten verkauft hat, weil er/sie einem todkranken Familienangehörigen eine vielversprechende Therapiemöglichkeit erkaufen wollte, die die Krankenkasse nicht übernimmt und ansonsten keinen "betrügerischen Charakter" hat, würde ich das nicht weiter schlimm finden. Der Konzern, dem das "weh tut" misswirtschaftet ohnehin und ist von Kundenfreundlichkeit recht weit entfernt und es ist nicht in böser Absicht geschehen, sondern mehr aus Hilflosigkeit. Hat die Person aber stattdessen Rentnern "Verträge" angedreht, um ihnen Geld aus der Tasche zu ziehen und sich ein neues Auto davon zu kaufen, wäre ich der Meinung, dass die Person zumindest damals ein Charakterschwein gewesen sein muss. Eine zweite Chance auf mein Vertrauen gäbe es natürlich, wenn das zeitlich mindestens zwei Jahre zurückliegen würde, aber erstmal mit angezogener Handbremse. Alleine in meine Wohnung lassen würde ich so jemanden wohl erstmal nicht.

Auch im Falle von Drogendelikten macht es für mich einen großen Unterschied, ob jemand sich mit ein paar Gramm Marihuana hat erwischen lassen oder ob jemand ein millionenschweres Heroin-Kartell auf die Beine gestellt hat. 

Am Ende zählt nicht, wie ein Mensch früher war, sondern wie er jetzt ist. Und das findet man nur heraus, wenn man ihm/ihr eine Chance einräumt und Vertrauen schenkt. 

Minderwertig ist niemand, auch kein Charakterschwein. Jeder Mensch sollte denselben Wert haben. Man muss nicht alle Menschen gleich mögen oder allen Menschen gleich viel Vertrauen entgegnen, aber bloß weil man jemandem nicht vertraut, bedeutet das nicht, dass diese Person weniger Recht auf respekt- und würdevolle Behandlung hat.

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Kommentar von Hyaene
26.03.2016, 19:58

Ich stimme dir da schon zu. Nur ein was frage ich mich trotzdem.

Am Ende zählt nicht, wie ein Mensch früher war, sondern wie er jetzt ist. Und das findet man nur heraus, wenn man ihm/ihr eine Chance einräumt und Vertrauen schenkt. 

Würdest du auch Menschen eine neue Chance geben, welche in ihrer Vergangenheit Kinder vergewaltigt und/oder getötet haben? 

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wirklich interessant, daß für dich betrug und drogendelikte "nichts krasses" sind - da haben wir wohl unterschiedliche perspektiven

aber zu deiner frage: vorstrafen als solche interessieren mich wenig - mir ist vollkommen klar, daß es bei der heutigen rechtslage weniger darauf ankommt, was man tut, als eher, ob sich der staat dafür interessiert - man denke nur an schulschwänzer, die mit der polizei der schule "zugeführt" werden und an kinderschändende pfaffen, die mit ihren taten sogar prahlen können, ohne daß auch nur ein staatsanwalt dafür von seiner zeitung hochschaut

allerdings schätze ich personen danach ein, was ich von ihnen weiß - und mit einem verurteilten betrüger mache ich meine geschäfte etwas mißtrauischer als mit anderen - ganz einfach

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Ich persönlich sehe diese Leute nicht als "schlecht". Aber natürlich klingt es nicht einladend, wenn jemand vorbestraft ist. Viele sind da wohl sehr pingelig und haben Vorurteile. Es kommt immer ganz auf die Person an. Wer mit Drogen zu tun hat, nimmt sie vielleicht ja gar nicht selber oder ist kein schlechter Mensch.

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Kommentar von Skibomor
26.03.2016, 15:52

Wie "nimmt sie nicht selber"? Vertickt sie nur an Kinder?

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Wenn sie aus Industrie, Finanzwelt oder der Politik kommen, scheint das in der gesellschaftlichen Akzeptanz keine Probleme zu bereiten. 

Ansonsten hilft vielleicht (politische) Bildung. 

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Kommentar von Janiela
26.03.2016, 16:08

LOL!

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Deine Frage beinhaltet doch auch schon ein Werturteil. 

was haltet Ihr von Leuten die eine Vorstrafe haben, wegen Betrug oder Drogendelikten,

Du stufst offenbar Drogenhändler  und Betrüger eher als Kleinkriminelle ein

während

 krasses wie Nötigung oder so?

In deinen Augen anscheinend zur Schwerkriminalität gehört.

Bei den 3 von dir genannten Tatgruppen hat die Nötigung die geringste Strafandrohung, wird von dir aber schwerer als die anderen beiden gewertet. 

Ist das nicht auch schon ein Vorurteil?

Ich persönlich halte Drogenhändler und Betrüger für verachtenswert. 

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Betrug ist nicht gleich Betrug, Drogendelikte sind nicht gleich Drogendelikte. Nenne Beispiele, dann reden wir weiter.

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Wenn ich guten Willen und auch Einsicht verspüre und erlebe das die Leute sich bemühen Fuß zu fassen ist das für mich ok.

Was ich nicht ab kann ist, wenn immer die anderen Schuld am eigenen Versagen haben sollen. Von der Gesellschaft wird dann gefälligst Mitgefühl und Unterstützung gefordert. 

Resozialisierung ja....aber beide Seiten müssen daran arbeiten. 


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Mit einem Betrüger oder Dealer harter Drogen möchte ich eigentlich nichts zu tun haben.

Aber auch hier kommt es auch auf die Person an.

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ICH persönlich finde Betrugs- und/oder Drogendelikte jetzt auch nicht gerade "nett".

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Straftäter sind immer nicht gern gesehen. Auch weil man der Person ggf nicht vertrauen kann. Aber bei BTM-Delikten ist es ja auch oft einfach nur die Sucht. Ein Handel mit BTM ist natürlich zu verurteilen!

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was wäre denn mit Vertrauensbruch?  Wenn man sein Partner betrügt?  Würdest du sofort verzeihen?

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Naja, was die Person gemacht hatte war ja auch nicht gerade "nett". ^^

Trotzdem kommt es mir immer auf den Hintergrund der Taten an. 

Wurde betrogen, weil somit das letzte Bisschen, was man noch hatte gerettet werden musste oder weil man gierig war und somit sogar andere Menschen bis zum Existenzminimum brachte?

Genauso sehe ich es sogar bei Mord. 

Gerade hier wird sofort mit dem Finger gezeigt, ohne erst einmal den Hintergrund zu kennen. Ich glaube keiner kann wirklich sagen, dass er selbst nie morden würde. Diese Personen, die so reden, sollten erstmal den Mörder der eigenen Familie gegenüber treten. Vielleicht noch den Mörder des eigenen Kindes. Das wollte ich dann wirklich mal sehen, wie ruhig die dann noch bleiben würden. ;-P 

Das Letzte, das ich aufschrieb, eigentlich die ganze Frage, erinnerte mich sehr an einen Klassenausflug bei dem wir von einem Polizisten gefragt wurden, ob wir uns vorstellen könnten zum Mörder zu werden. Ich war die Einzige die diese Frage bejate. :-D Die Augen des Polizisten und der anderen wurden natürlich groß. Dann brachte ich das oben genannte Beispiel an... ;-) 

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