Frage von susaru, 93

Hallo, vermutl. steht eine recht unschöne Erbstreitigkeit an und ich möchte nichts verkehrt machen bzw. bloß keinen Anstoß irgendwelcher dummen Fragen geben.?

Eine liebe Bekannte (seit 18 J. sehr vertraut) ist verstorben. Ich habe Zugang zum Haus (Schlüssel u.s.w.) ; ebenfalls hat sie mich testamentarisch bedacht. Es sind keine Verwandten da, also keine gesetzl. Erben. Es besteht jedoch noch ein Test. aus alter Zeit, nach Erbexp. jedoch äußerst löchrig, vermutl. nichtig. Aber das soll jetzt nicht vorrangig sein. Es geht mir darum, was ich nun darf und was nicht. Ich bin die Einzige mit Schlüssel u.s.w. Die Beerdigung habe ich veranlasst, soll vom Konto gezahlt werden, das geht wohl. Möchte auch aus Haus u.s.w. nichts, bevor ich weiß, wer Erbe ist. Aber nun meine Frage, wie mache ich es richtig, darf ich Schlüssel behalten, u.s.w.Habe Testament zum Gericht gebracht, kann schon jetzt davon ausgehen, dass das 2. auftaucht. Denke, auch nach Eröffnung wird nicht Erbe festgelegt??Denke, ich muß Erbschein bentragen? Wann muss ich dies tun?? Wie verhalte ich mich jetzt? Wen muss ich was melden?? Wäre für Ratschläge sehr dankbar.

Antwort
von imager761, 51

Zunächst kämne es darauf an, was dir "vermacht" wurde. Mit einer Verfügung des Erblassers "Mein(e) liebe(r) Y soll einmal X erhalten" bist du kein Erbe noch Erbschaftsbesitzer, sondern Vermächtnisnehmer, eine ganz andere Nummer.

Es mag ja sein, dass du die Bestattung veranlassen durftest und die  Beerdigungskosten von dem Konto der Verstorbenen bezahlen konntest, ein Erbscheinanspruch oder Hausrecht ergäbe das nicht. Bewahre alle Belege über Zahlungen aus dem Nachlass gut auf.

Richtig war, alle Testamente dem Nachlassgericht zu übergeben und  Informationen weiterzugeben, die du erlangen konntest. Nun den Fortgang abzuwarten.

Gläubigerpost und Rechnungen an den Verstorbenen retourniert man mit dem Aufkleber CN-15 und Vermerk "verstorben" und gibt sie regelmäßig bei jeder Post ab, die sie über das Briefzentrum an den Absender weiterleitet.

Es gibt keine herrenlosen Nachlässe: Könnte das NLG keine Erben in der entferntsten Verwandschaft ermitteln, fällt es dem Landesfiskus zu, an den man sich wg. seines Vermächtnisses wendet.

Das darfst dir derzeit noch nicht aneignen: Wäre der Nachlass nicht so werthaltig, dass die Pflichtteilsrechte verblieben, kann Erfüllung deines Vermächtnisses abgelehnt werden, es wäre unerfüllbar.

G imager761



Antwort
von Realisti, 52

Ich würde das Schloß austauschen und dann alles verschließen und im Auge behalten, bis die Sache geklärt ist. Dem Nachlaßgericht würde ich das auch sagen.

Normalerweise zählt das aktuellste Testament. Aber eventuelle Angehörige könnten noch auftauchen. Den Erbschein würde ich auf jeden Fall beantragen, schon jetzt. Dann hat man auch Dritten gegenüber eine Legitimation.

Kommentar von Realisti ,

Die Beamten vom Nachlaßgericht haben oft keine Lust irgendwelche Schlüssel zu verwalten. Spreche mal persönlich mit denen. Oft reicht es ihnen, wenn sie sich notieren können, wer die Schlüssel hat und wie man an den Schlüssel kommt.

Den Schlüssel würde ich auch nicht einfach so aus der Hand geben. Es können immer Fehler passieren und dann ist er bei der falschen Person.

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