Frage von Carlzock, 88

Hallo. Meine Mutter ist vor kurzem gestorben und ich will das Erbe wegen ihrer immensen Schulden ausschlagen. Wie läuft das ab genau?

Ein paar weitere Details dazu:

Ich weiß, dass man dazu beim Amtsgericht einen oder mehrere Vordrucke ausfüllen muss, die dann beglaubigt werden müssen. Aber wenn der Papierkram dort erledigt ist, war es das dann?

Ein paar Bekannte haben mir nämlich erzählt, dass dann noch jemand vom Gericht käme sich den Wohnsitz anschauen ob und was da für Schulden verpfändet werden kann oder wieso auch immer.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ronox, 19

Ein paar Bekannte haben mir nämlich erzählt, dass dann noch jemand vom
Gericht käme sich den Wohnsitz anschauen ob und was da für Schulden
verpfändet werden kann oder wieso auch immer.

Das Personal hätte das Gericht nicht einmal. Mit der Ausschlagung ist die Sache für dich erledigt. Das ist eine Sache von 15 Minuten.

Kommentar von Carlzock ,

GeneralAtom meinte weiter unten es würde doch jemand kommen. Bin halt unsicher, dass mir nicht geglaubt wird wenn da doch jemand kommt und das Recht hat die Unterlagen nach Rechnungen zu durchsuchen von Dingen, die wegen der zuvor zugemüllten und unbewohnbaren Wohnung im Müll gelandet sind, weil sie vor lauter Dreck und womöglich Ungeziefer schlichtweg unbrauchbar waren.

Kommentar von Ronox ,

Es kommt überhaupt niemand. Wenn du die Ausschlagung erklärt hast, wird die Erklärung in die Nachlassakte abgelegt und diese weggelegt (außer es besteht der seltene Fall der Nachlasspflegschaft, aber das wäre dir bekannt). Die wird höchstens wieder rausgekramt, wenn z.B. ein Gläubiger den Erbschein beantragen will, um gegen die Erben vorzugehen (auch sehr selten). Generell wird nur in einem Erbscheinsverfahren die Wirksamkeit der Ausschlagung geprüft. Zuvor interessiert sie schlicht nicht.

Kommentar von Carlzock ,

Das wäre doch sehr gut. Nun will ich dir keineswegs mit Misstrauen oder ähnlichem begegnen aber hast du einen konkreten Nachweis (z.B. Paragraphenzitat, etc.) wo diese Information drin feststeht?

Denn bei jungen und gemeinhin leider oft auch rechtlich unerfahrenen Leuten kommt es gut und gerne mal vor, dass diese Unerfahrenheit ausgenutzt wird.

Kommentar von Ronox ,

In Paragrafen steht sowas nicht, da der Besuch des Wohnorts des Verstorbenen nicht zum Aufgabenkreis des Nachlassgerichts gehört. Die Aufgaben des Nachlassgerichts werden nur festgelegt, aber Dinge, die es nicht tun muss, nicht verneint. Aber wenn du dir mal vor Augen führst, wie viele Sterbefälle es in größeren Städten jährlich gibt, dann sollte dir klar sein, dass ein durchschnittliches Nachlassgericht mit ~10-15 Mitarbeitern, davon maximal die Hälfte Richter und Rechtspfleger, gar nicht die Kapazitäten hierfür hätten.

Kommentar von Carlzock ,

Nun, Amtsgericht Köln hatte laut Webseite 2014 ~844 Personen insgesamt beschäftigt, die meisten davon gehobene Beamte und Richter.

Kommentar von Ronox ,

Ja, davon gehören maximal 50 zum Nachlassgericht. Lediglich die Hälfte hiervon wird zu den Sachbearbeitern gehören, womit das Ganze bei der Anzahl der Sterbefälle im Amtsgerichtsbezirk Köln schon wieder anders aussieht. Mal abgesehen davon, dass das Gericht auch zu den größten Amtsgerichten in Deutschland zählt.

Kommentar von Carlzock ,

Danke, dann sollte das Ausschlagen ja einfach von der Bühne gehen.

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 14

Sie gehen zu den Nachlassgericht an Ihrem Wohnort oder zum Nachlassgericht am letzten Wohnort des Verstrobenen und sagen, das sie das Erbe von XY ausschalgen wollen. Der Rechtspfleger nimmt dann die Ausschlagung auf. Irgendwann bekommen sie dann eine Gebührenrechnung ( bei überschuldeten Erbe müsten es so 20€ sein) die sie dann überweisen.

Ich weiß, dass man dazu beim Amtsgericht einen oder mehrere Vordrucke
ausfüllen muss, die dann beglaubigt werden müssen. Aber wenn der
Papierkram dort erledigt ist, war es das dann?

Jain. Sie müssen als Unterhaltspflichtiger eventuell noch für die Beerdigung aufkommen.

Ein paar Bekannte haben mir nämlich erzählt, dass dann noch jemand vom Gericht käme sich den Wohnsitz anschauen ob und was da für Schulden verpfändet werden kann oder wieso auch immer.

Das ist insoweit richtig, als das wenn sich kein Erbe findet, das Land erbt und jemanden vorbeischickt.

Mein Hauptbedenken ist aber, dass jemand vom Gericht nach Hause kommt, sich die Wohnung anschaut und mir nicht glaubt, dass ich nichts
rausgeschafft, sondern nur Müll und Schimmel beseitigt habe damit die
Wohnung überhaupt mal wieder bewohnbar wird.

Sofern die Mutter eine Eigene Wohnung hat und nicht mit Ihnen zusammengelebt hat, haben sie mit der Wohnung nichts zu tun. Sie müssen und dürfen dort nichts aufräumen. Sie können höchsten den Vermieter Bescheid geben das seine Mieterin überschuldet verstorben ist und wohl alle bis zum Land das Erbe ausschlagen werden.

Antwort
von annrose66, 34

du gehst zum nachlaßgericht und erklärst dort, dass du das erbe ausschlägst! damit ist für dich die sache geklärt und erledigt, außer, dass du dafür noch ca. 20 euro bezahlen mußt. aber das ist vielleicht auch von bundesland zu bundesland verschieden.

und du mußt deinen personalausweis mitbringen!

Kommentar von Carlzock ,

Bin aus NRW um genau zu sein.

Kommentar von annrose66 ,

der von dem ich das weiß, ist aus baden-württemberg..

ich denke aber, das kostet in ganz deutschlang wahrscheinlich das gleiche..

Antwort
von musso, 35

nein, beim Amtsgericht schlägst du das Erbe aus. Da muss nichts beglaubigt werden.

Kommentar von annrose66 ,

klar muß das vom nachlaßgericht beglaubigt werden, oder glaubst du ernsthaft, da reicht eine mündliche erklärung?? und das kostet 20 euro. und funktioniert nur mit personalausweis.

Kommentar von musso ,

nein, man bekommt direkt beim Amtsgericht ein Formular, das man ausfüllt und unterschreibt. Mag regional unterschiedlich sein.Aber bei mir wr es so

Antwort
von GeneralAtom, 40

bist du sicher, dass die schulden den wert des besitzes übersteigen?

das ist meist bei habenichtsen so, wenn deine mutter schon ein haus hatte


ich würde mich über den aktiva und passiva-stand da sehr genau schlau machen


Kommentar von Carlzock ,

So ziemlich. Sie hatte einen unbekannten Schuldenberg mit fünf Stellen, wo bis auf einen Rahmenkredit von 11.000 Euro nichts an Unterlagen existiert, da sie gegen Ende keinen Überblick mehr hatte und im Wahn sehr viel weggeworfen hat.

Kommentar von GeneralAtom ,

ein haus ist auch 5 stellen wert

Kommentar von Carlzock ,

Ein Haus hatte sie ganz sicher nicht, das weiß ich. Bei ihr war eher Kaufsucht ein starkes Problem.

Mein Hauptbedenken ist aber, dass jemand vom Gericht nach Hause kommt, sich die Wohnung anschaut und mir nicht glaubt, dass ich nichts rausgeschafft, sondern nur Müll und Schimmel beseitigt habe damit die Wohnung überhaupt mal wieder bewohnbar wird.

Kommentar von GeneralAtom ,

alles klar, weil du wohnsitz schriebst, hat sich schon erleidigt

da kommt schon jemand, aber die müssen dir beweisen, dass du irgendetwas weggeschafft hattest


nicht du, dass du es nicht getan hattest

also zb müssen sie eine rechnung bringen, ihre mutter hatte vor 1 jahr einen rembrandt gekauft, wo ist der?


so etwas

Kommentar von Carlzock ,

Darf derjenige dann auch in den Unterlagen rumblättern oder sich nur generell umschauen? Kenn da nicht so wirklich meine Rechte und auch keinen, der darüber genauer Bescheid weiß.

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