Frage von Pappnase11, 80

Hallo meine Frau will sich von mir nach 16 Jahren scheiden lassen.wir haben ein Haus zusammen gekauft was bezahlt wurde von einer Erbschaft meinerseits.?

Antwort
von DFgen, 15

Auch eine Erbschaft während der Ehe zählt als Alleineigentum des Erben - es wird seinem Anfangsvermögen vor der Ehe zugerechnet, gehört ihm also auch nach der Ehe wieder allein...

Wurde von dem Erbe ein Haus gekauft, so gehört das Haus als Geldwert also nur dir (auch wenn die Frau mit im Grundbuch steht...).

Nur, wenn das Haus inzwischen mehr wert wäre als zum Zeitpunkt des Kaufes, stünde der Frau die Hälfte des Mehrwertes als "Zugewinn" zu.. 

(Wenn das Haus beim Kauf also 150.000 Euro wert war und nun 200.000 Euro wert ist, beträgt die Wertsteigerung 50.000 Euro - du müsstest der Frau 25.000 Euro "Zugewinn-Ausgleich" zahlen...)

jetzt bekomme ich noch mal ca 250t€

Es spielt keine Rolle, ob du die Erbschaft noch während der Ehe oder erst nach der Scheidung erhältst - sie gehört dir allein.....

Kommentar von Pappnase11 ,

Wir haben in Kroatien auch ein Grundstück gekauft nächstes Jahr verkauft wird! Im Grundbuch steht nur sie drin wurde aber in der Ehe gekauft?

Kommentar von DFgen ,

Wann was, wo gekauft wurde und wer im Grundbuch steht, spielt erstmal keine Rolle, sondern - von welchem (bzw. wessem) Geld wurde es bezahlt....

Am Ende der Ehe, bei der "Zugewinnaufteilung", sind die beiden "Anfangsvermögen" und das "Endvermögen" entscheidend für den "Zugewinnausgleich":

Anfangsvermögen: das ist das, was jeder vor der Ehe bereits allein besaß (Ersparnisse, Immobilie, Möbel, Auto..., aber auch Schulden) und auch das, was vor oder während der Ehe geerbt wurde

Endvermögen: Alles, was am Ende der Ehe insgesamt vorhanden ist (Bargeld, Immobilien, Möbel, Schulden.....)

Zugewinnausgleich: Endvermögen minus beide Anfangsvermögen gleich Zugewinn

  • Der Zugewinn muss durch zwei geteilt werden - jedem steht die Hälfte zu
  • Sein Anfangsvermögen gehört jedem wieder allein wie vor der Ehe

 Grundstück gekauft nächstes Jahr verkauft wird! Im Grundbuch steht nur sie drin wurde aber in der Ehe gekauft?

Wird es noch in der Ehe verkauft, fließt der Verkaufserlös also noch in das Endvermögen ein...

Wird es erst nach der Ehe verkauft, fließt der Geldwert des Hauses in das Endvermögen ein.... (und muss beim tatsächlichen Verkauf dann entsprechend verteilt werden......)

Der Grundbucheintrag hat mit dem Geldwert an sich nichts zu tun, er hat nur Einfluss, welche Person den Kaufvertrag abschließen kann - unabhängig, wem der Verkaufserlös tatsächlich gehört......

Antwort
von wfwbinder, 29

Deine Erbschaft zählt als Anfangsvermögen.

Beispiel: Ihr hattet bei Eheschließung beide nichts. Dann hast Du 200.000,- Euro geerbt.

Davon habt ihr das Haus gekauft.

Heute ist das Haus 300.000,- Wert.

Anfangsvermögen Deiner FRau: 0,- Euro.

Anfangsvermögen von Dir: 200.000,-.

Endvermögen jeder 150.000,-, weil jeder ein halbes Haus.

Also Zugewinn Deiner Frau: 150.000,- - 0,- Euro 150.000,-.

Dein Zugewinn: 150.000,- - 200.000,- = -50.000,-

Deine Frau müsste Dir 100.000,- geben, oder Du nimmst das Haus und zahlst ihr 50.000,-

Vermutlich müsste das Haus verkauft werden.

Als Du mit Deiner Erbschaft Euer gemeinsames Haus bezahlt hast, hast Du ihr 100.000,- Euro geschenkt.

Kommentar von Pappnase11 ,

Die Erbschaft wo das Haus finanziert wurde habe ich in der Ehe bekommen. Jetzt bekomme ich noch mal ca 250t€

Kommentar von wfwbinder ,

Das Du das Geld in der Ehe bekommen hast, habe ich schon gelesen.

Erbschaften in der Ehe werden trotzdem als Anfangsvermögen gezählt, also so, als hätte man sie schon früher bekommen.

Antwort
von Wippich, 39

Zugewinn und Erbschaft sehr kompliziert.Da hilft der Fachanwalt.

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