Frage von Neeger88, 67

Hallo liebe User. Könnt Ihr mir Information zur Wohnungsnot rund um 1850, in Form eines Textes mitteilen?

Antwort
von Wissensdurst84, 12

Guten Morgen,

Um 1850, als viele Menschen in die Industriezentren einwanderten, stand nicht nur im Ruhrgebiet, im Saarland oder in Schlesien zu wenig Wohnraum zur Verfügung. Besonders in den Großstädten wie Berlin oder Hamburg war die Zahl der Unterkünfte für Neubürger begrenzt. Wo also sollten die Fabrikarbeiter wohnen? In Industrieräumen, die kurz zuvor noch ländlich geprägt waren, ließ mancher Fabrikherr eine „Werkskolonie" errichten. Meist entstanden Reihen von Einzelhäusern mit mehreren
Wohnungen in unmittelbarer Nähe der Fabrik. Auf der Rückseite hatten viele dieser Häuser Gärten — für die „Bergmannskuh", die Ziege und den Gemüseanbau. Einen Garten zu haben, bedeutete zusätzliche Nahrungsmittelversorgung. Außerdem förderten Gärten die Bindung der Arbeiterfamilien an das Haus und damit an die Fabrik. Denn den Unternehmern lag an der Beständigkeit ihres Personals. Die Großstädte Berlin, Hamburg, Frankfurt und München entwickelten sich schnell zu
Industriezentren. Deshalb waren sie für viele Menschen Anziehungspunkte. Einer amtlichen Statistik zufolge verdoppelte sich die Einwohnerzahl Berlins zwischen 1850 und 1870 auf etwa 800 000 Menschen. Rund ein Fünftel von ihnen lebte 1870 in Kleinwohnungen. Anders als heute gab es aber keine Singlehaushalte. Jede dieser Unterkünfte wurde von
durchschnittlich sieben Personen bewohnt!


Quelle: http://www.niqu-region-hannover.de/fileadmin/Niqu_Geselle_IGS_Langenhagen/Indust...

Liebe Grüße

Wissensdurst84

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