Frage von Coloniasonne, 69

Hallo liebe Forum Teilnehmer,?

Hallo liebe Forum Teilnehmer,

Ich wäre sehr dankbar wenn ich mich hier etwas austauschen kann und eventuell Ratschläge von betroffenen erhalte. Es geht um meine Mutter, sie ist 74 Jahre alt und im Dezember erhielten wir die Nachricht das sie Darmkrebs im Stadium IV mit Leber Metastasen hat. Der Tumor im Darm wurde entfernt und sie bekam eine Chemo. Sie hatte alle Nebenwirkungen die es nur gibt, es ging ihr so schlecht das die Chemo unterbrochen wurde. Der Arzt sagte das er nicht weiter machen würde, sie wollte aber kämpfen und erhielt eine leichtere. Ich versuche mich jetzt etwas kürzer zu fassen. Sie hatte unzählige Krankenhausaufenthalte. Leber Metas sind etwas kleiner geworden, dann kamen Knochenmetastasen dazu, zwei Beckenbrüche, Heftiges und ständiges Nasenbluten, akutes Nierenversagen, einmalige Dialyse, Gallenblase entfernt, Chemo bekommt sie seit Anfang Juni nicht mehr, auch keine Bestrahlung, sie will nicht mehr kämpfen.. Jetzt ist sie wieder zuhause, sie lebt alleine in einer Barriere freien Wohnung. Sie kann kaum laufen-nur mühselig mit Rollator- isst so gut wie nichts, wiegt etwa 50 kg und muss sich ständig übergeben-gelbe Flüssigkeit. Ich mache mir große Sorgen, zumal sie sich nicht helfen lassen will. Ich habe die Pflegestufe 2 beantragt, sie lehnt aber Hilfe ab. So kann es nicht weitergehen, sie ist stellenweise aggressiv und sehr stur. Ich mache alles was ich machen kann, wir wohnen zum Glück in einem Ort, sodass ich immer schnell da sein kann. Aber ich muss auch arbeiten und kann nicht rund um die Uhr bei ihr sein. Sie schläft viel und wird immer weniger. Hat jemand Erfahrungen mit dieser Situation? Ich möchte sie auch begleiten wenn es zu Ende geht. Von den Ärzten erhalte ich keine richtigen Aussagen. Ich weiß das sie keine Hellseher sind, aber sie haben Erfahrungswerte und ich fühle mich sehr alleine gelassen mit vielen Entscheidungen. Über Rückmeldungen würde ich mich sehr freuen.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Justwannaknow1, 41

Geniesse die Zeit mit ihr und respektiere ihre Entscheidung so wie sie es getan hätte.

Kommentar von Coloniasonne ,

Danke für deine Worte.

Antwort
von DerTroll, 25

Ich kann jetzt auch nicht viel sagen. Aber daß man die Behandlung jetzt abbricht, halte ich für sehr vernünftig. Die Erfolgschancen sind ja gleich Null und die Qualen sollte sie sich jetzt nicht aufbürgen. Dennoch ist sie geistig ja offenbar noch mündig. Wenn sie Hilfe ablehnt, kannst du sie ihr schlecht aufzwingen. Dann sag ihr einfach klar, daß du zwar so gut du kannst, für sie da bist, aber daß es nicht rund um die Uhr möglich ist und es wirklich gut wäre, wenn sie wenigstens ein bißchen Unterstützung kriegen würde auf ihren letzten Tagen. Mehr kannst du nicht tun. Wenn wieder ein Tag vergangen ist, wenn du von der Arbeit kommst und sie hilflos in der Wohnung war, kannst du sie ja noch mal fragen. Vielleicht kann sie ja auch in teilstationäre Pflege, so daß tagsüber fachpersonal auf sie aufpaßt und abends, wenn du nach Hause kommst, sie abholen kannst. Schlag ihr einfach mehrere Alternativen vor. Wenigstens ein ambulanter Pflegedienst sollte bei ihr zu Hause verbeischauen dürfen, wenn sie alles andere ablehnt. Worauf du achten solltest ist, daß sie trotzdem reichlich zu essen und trinken hat, aber auch zeugs, daß sie vertragen kann. Also nicht abends eine Scheibe Brot schmieren sondern vielleicht eine kleine Suppe kochen usw. Ansonsten halt so viel Zeit wie möglich bei ihr verbringen. Einfach Zeit nehmen und ihr zuhören oder ihr Dinge erzählen, die nichts mit der Krankheit zu tun haben, so wie man sich halt miteinander unterhält. Quasi die letzten Tage so angenehm wie möglich gestalten. Aus Erfahrung sage ich dir, daß es nicht mehr lang dauern wird. Selbst wenn es auf einmal Phasen gibt, wo es ihr sichtlich besser geht, solltest du dir nicht zu viel erhoffen. Das ist vielleicht für den ein oder anderen traurig, aber letzendlich dann das beste. Sie ist vom Leiden erlöst und du von dem Aufwand, den du zur Zeit hast. Bis dahin einfach dein bestes geben und halt immer wieder anbieten, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen.

Kommentar von Coloniasonne ,

Vielen Dank, damit hast du mir schon sehr geholfen. Deine Vorschläge sind sehr gut.

Antwort
von Coloniasonne, 19

Ich respektiere ihre Entscheidungen auf jeden Fall. Ich befürchte nur das sie sich überschätzt. Sie ist manchmal sehr unvernüftig, klettert mit letzter Kraft auf eine Leiter um staub zu wischen. Dabei hat sie eine Haushaltshilfe. Aber keiner macht ihr etwas gut genug :-). Ich habe Angst das sie stürzt und nicht mehr auf die Beine kommt. Ich wollte ihr einen "Notfallknopf" besorgen. Ihre Bekannte hat auch einen. Den hängt man sich wie eine Kette um den Hals und man kann damit einen Notruf auslösen. Das will sie aber nicht. Sie tut mir so leid. Sie leidet und quält sich nur noch.

Antwort
von Coloniasonne, 9

Entschuldigt bitte, ich bin neu hier und muss mich erst zurecht finden. Also bitte nicht wundern wenn ich irgendetwas fälschlicherweise anklicke :-).

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