Frage von NainiO, 91

Hallo liebe Community, sorry falls das schon mal beantwortet wurde, aber entweder bin ich zu doof zum suchen oder verstehe es nicht richtig...?

Vor ein paar Tagen habe ich durch einen "dummen" Zufall erfahren, dass meine Oma väterlicherseits verstorben ist. Ihr Todestag war bereits im Januar 2015. Bis jetzt ist diese Nachricht nicht zu mir durchgedrungen.

Mein Vater ist bereits ebenfalls verstorben, schon im Jahre 2000. Meine Frage ist jetzt, ob ich mich beim Nachlassgericht melden soll/muss und wie das mit dem Testament ist.

Meine Oma hatte 2 Söhne, von dem der eine noch lebt. Seit meinem 14 Lebensjahr, habe ich keinen Kontakt mehr zu der Seite der Familie. Wir sind damals mit der Scheidung meiner Eltern in eine andere Stadt gezogen, als ich quasi ausgewachsen war bin ich dann komplett in ein anderes Bundesland gezogen. Kann es sein, dass das Nachlassgericht mich nach einem Jahr nicht gefunden hat?

Wäre es möglich, das meine Oma mich vom Erbe ausgeschlossen hat und das Nachlassgericht gar nicht nach Erben suchen muss? Wenn man vom Erbe ausgeschlossen wird, ist man dann auch vom Pflichtteil ausgeschlossen?

Vielen Dank für eure Antworten.

Nine

Antwort
von imager761, 61

Kann es sein, dass das Nachlassgericht mich nach einem Jahr nicht gefunden hat?

Ja, denn es sucht erst garnicht :-(  Erst recht nicht, wenn du von der Ersatzerbfolge am Nachlass deiner Großmutter testamentarisch ausgeschlossen wurdest.

Da meldet man sich unter Beifügung seiner Abstammungsurkunde, der Sterbeurkunde seines Vaters und Kopie seines Bundespersonalausweises in der "Nachlasssache Vornam Name Oma., geb. am ..., verstorben am ..." beim Nachlassgericht am Amtsgericht, dass für den Sterbeort zuständig ist, "als gesetzliche Erbin n. § 1924 III BGB" (erbberechtigt sind nach dem Gesetz neben Ehegatten die Abkömmlinge (Kinder) des Erblassers, gegebenenfalls auch entferntere Abkömmlinge (Enkel ), wenn der nähere Abkömmling (Sohn) zum Zeitpunkt des Erbfalls nicht mehr lebt).

Bittet "um Auskunft über eine etwaig vorliegende letzwillie Verfügung der Erblasserin und beantragt andernfalls einen Teilerbschein" zu folgender Quote: Verstarb deine Großmutter unverheiratet oder verwitwet, wären du und ihr noch einziger Sohn zu je 1/2 als Erben berufen; lebt ihr Mann noch, Erben zu je 1/4.

Wäre nach Auskunft des NLG durch Testament oder Erbvertrg deiner Großmutter bzw. der Großeltern dein Vater bzw. du als Ersatzerbe testamentrisch ausgeschlossen, kannst du den zu deinem Erbrecht hälftigen Anteil in Geld als sog. Pflichtteil gegen den Erben (Onkel) fordern.

Hierbei wäre er zu einem bilanzierten Nachlassverzeichnis verpflichtet, dass aber kaum mehr als die dokumentierten Geldvermögen (Erbfallmitteilung der kontoführenden Bank) beinhalten dürfte. Und sich abzüglich der Verbindlichkeiten und Bestattungskosten an dem bemäße, was noch verblieb.

Dieser Anspruch wäre 3 Jahre nach Kenntnis deiner Enterbung nicht mehr zu stellen und erst mit Volljährigkeit zu beanspruchen.

G imager761



Antwort
von Energiefan03, 55

Als Enkelin kannst du nicht ausgeschlossen werden, wenn dein Vater nicht mehr lebt. Du erbst mindestens den Pflichtteil, der deinem Vater zu Lebzeiten zugestanden hätte (wenn du alleiniges Kind bist, sonst musst du mit deinen Geschwistern teilen.)

Wende dich an das Nachlassgericht.

Antwort
von Ranzino, 47

hmm, wenn ich Wikipedia richtig lese, geht der Pflicchteilsanspruch auf dich über.

https://de.wikipedia.org/wiki/Pflichtteil_%28Deutschland%29

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