Frage von Herpo24, 267

Hallo! Kann mir jemand erklären, wieso man bei der Frage "Vous allez oú" das z nicht spricht, bei "Allez y!" aber schon?

Vous allez oú? Warum das z nicht sprechen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von FerryB, 39

Weil es zwischen Verb und Interrogativpronomen keine Liaison gibt, z.B.

Combien # as-tu en acheté?  (Das # kennzeichnet, dass es keine Liason gibt)

"Où" ist ebenfalls ein Interrogativpronomen (wenn hier auch nachgestellt) und daher gibt es auch in "Vous allez # où?" keine Liaison.

Kommentar von LolleFee ,

Aber bei

Comment allez-vous? [komɑ̃talevu]

Quand est-ce que... [kɑ̃tɛskə]

hört man doch schon häufig eine Liaison...

Kommentar von FerryB ,

Ich würde - französisch in Norden (Nancy) gelernt habend - in den genannten Fällen keine Liaison verwenden.

Ich habe allerdings festgestellt, dass die Liaison im Süden generell mehr verbreitet ist. So verbindet man dort z.B. bei "Je vais penser à toi" das "r" in penser mit dem "à", etwas, was ich im Norden nicht kennengelernt habe. Gut möglich, dass in deinen Beispielen je nach Region die Liaison doch fallweise angewendet wird.

Aber die generelle Regel ist, dass zwischen Verb und Interrogativpronomen (und umgekehrt) keine Liaison angwendet wird.

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Grammatik, Sprache, franzoesisch, 110

"Vous allez où" ist eine Intonationsfrage und der langage familier zuzuordnen. Die Liaison hängt auch mit dem Register zusammen: Je höher das Register, desto mehr ist man auf Liaison bedacht. Bei fehlender syntagmatischer Stimmigkeit spricht man keine Liaison - wenn nun also die Intonationsfrage "vous allez où" zum einen als "niedrigeres Sprachregister" und zum anderen als syntagmatisch nicht stimmig gilt (im Gegensatz zu "où allez-vous" und "où est-ce que vous allez?"), dann ließe sich so die fehlende Liaison erklären. "Allez-y" ist hingegen der korrekte Imperativ mit obligatorischer Liaison.

Es stimmt offenbar auch nicht, dass die Liaison zu "où" verboten wäre: "au cas où" darf mit Liaison gesprochen werden, es ist nur nicht besonders üblich. (s. Link, Nr. 93)

Noch ein nettes Zitat: 

La liaison est un phénomène qui obéit à des règles complexes et qui se situe pour une certaine partie dans le domaine de l’irrationnel : on fait la liaison pour « faire joli », pour montrer qu’on a de la culture. En général, quand on veut montrer qu’on a de la culture, c’est souvent parce qu’on n’en a pas tellement. Il n’est donc pas étonnant que ceux qui font beaucoup de liaisons fas­sent aussi souvent beaucoup de fautes de liaison. C’est aussi une des raisons pour les­quel­les il est difficile de donner des règles absolument dé­finitives au sujet de certaines liaisons. Enfin, puisque la liaison a aussi une fonction sociale, elle est sou­mise aux lois d’un autre phé­no­mè­ne tout à fait irrationnel : la mode. Telle « règle » vraie en 2016 sera peut-être tout à fait dépassée dans cinq ans ou dix ans (voir par exemple la liaison avec les infinitifs en −er). (Quelle: s. Link, Nr. 96)

Zum Weiterlesen: http://research.jyu.fi/phonfr/86c.html (zur Liaison: 89-96). 

Kommentar von achwiegutdass ,

Das Argument mit "au cas où" greift nicht, es wird ja auch durch dein "nettes Zitat" widerlegt: au cas où mit liaison aussprechen geschieht betont "ironisch" als gewollter liaison-Fehler - oder eben weil man nicht weiss, dass das üblicherweise ironisch ist

Kommentar von LolleFee ,

Vielleicht liest Du Dir den entsprechenden Abschnitt mit "au cas où" einfach mal durch - die Quelle habe ich in meiner Antwort schon genannt (Nummer 93!): 

2. Au cas où...

On trouve également un groupe « semi-figé », au cas où. Quand cette locution s’utilise comme locution conjonctionnelle introduisant une proposition subordonnée, la liaison est possible, mais facultative (et très peu fréquente dans la la langue courante) :

  • Vous nous préviendrez au cas où il y aurait des retards. > [okazu], mais plus fréquemment [okau].

Cependant, cette locution est aussi employée comme locution adverbiale qu’on ajoute en fin de phrase (comme si jamais), et dans ce cas-là, on la prononce assez fréquemment avec une liaison :

  • J’ai emporté un parapluie, au cas où... [okazu]
  • Il faudrait peut-être réserver pour ce soir, au cas où... [okazu]
Kommentar von Herpo24 ,

Das Problem ist, dass ich erst seit einem halben Jahr frz. habe und den Text nicht ansatzweise verstehe. Könntest Du ihn bitte kurz auf dt. zusammenfassen? Danke! :)

Kommentar von LolleFee ,

Die Liaison ist ein Phänomen, dass komplexen Regeln unterliegt und das sich zu eiem gewissen Teil im Irrationalen bewegt: Man macht die Liaison, um es "schön zu machen", um zu zeigen, dass man Kultur/Bildung hat. Und allgemein ist es so, dass, wenn man Kultur/Bildung zeigen möchte, man oft gerade keine hat. Es wundert also nicht, wenn diejenigen, die oft eine Liaison realisieren, genauso oft Fehler bei der Liaison machen. Das ist auch einer der Gründe, warum es in manchen Fällen so schwierig ist, für die Liaison eine klar definierte Regel aufzustellen. Da sie auch eine soziale Funktion hat, ist sie letztlich auch den Gesetzen eines weiteren, komplett irrationalen Phänomens unterworfen: der Mode. Eine Regel, die 2016 genau so gilt, wird in 5 oder 10 Jahren dann vielleicht veraltet sein.  

Kommentar von achwiegutdass ,

"Vielleicht liest Du Dir den entsprechenden Abschnitt mit "au cas où" einfach mal durch"

Wer Lehrerin-Töne anschlägt, hat selten die besseren Argumente. Mein Französisch kommt nicht aus Büchern, sondern aus einer Familie, wo auf Sprachliches sehr geachtet wurde. Daher weiss ich schon, dass "okazu" "très peu fréquente dans la la (einmal la genügt) langue courante" ist. Die "forme semi-figée" kommt aus dem bewussten Liaison-Fehler, auf den ich schon hingewiesen habe. Leider nichts Neues.

Kommentar von LolleFee ,

Natürlich kann man da "Lehrerin-Töne" lesen, wenn man das denn unbedingt möchte. Muss man aber nicht. 

Nein, das ist nichts Neues, aber für mich liest sich das schon so, als sei die Liaison zwar nicht üblich, aber auch möglich, ohne ironisch sein zu wollen. Dafür spricht auch, dass die Liaison zu où nicht in den zahlreichen Quellen zur liaison interdite auftaucht. Nur weil die Liaison in "Deinem Französisch" als einer Variante des Französischen undenkbar falsch ist, muss sie das nicht für andere sein.

PS: Bzgl. des doppelten "la" kannst Du Dich, wenn Du magst, an Jean-Michel Kalmbach wenden, den Verfasser des zitierten Textes. Für mich schwächt ein süffisanter Hinweis auf einen Flüchtigkeitsfehler, noch dazu in einem zitierten Text, übrigens die Kraft einer Kritik, weil eine Nebensächlichkeit so derart ins Rampenlicht gezerrt wird. Aber natürlich hätte ich [sic!] dahinterschreiben können, sollen und müssen.

Kommentar von achwiegutdass ,

Mensch, wie sauer ! :)) Dass jeglicher Humor dir fehlt, stellte ich nicht ohne Bedauern fest, aber du bist halt so, wie du bist, forsch und selbstbewusst nach aussen - was oft besondere Schwächen verbirgt. Hast vielleicht schon Gründe dafür... Mein Hinweis war überhaupt nicht "süffisant", sondern nur ein humorvoll-relativierender Hinweis auf deine nachweislich nicht nur mir gegenüber angeschlagenen Lehrerin-Töne :)) dass du daraus einen ganzen Abschnitt machst, zeigt bloß, dass ich da etwas Wichtiges getroffen habe.

Und um mal zur Sache zurückzukommen: habe ich je behauptet,  oder auch nur nahegelegt, dass die liaison da "interdite" sein sollte? Natürlich nicht. Folglich ist das auch kein Argument. Aber wenn du das nicht anders verstehen kannst, lasse ich dich jetzt in Ruhe.

Kommentar von LolleFee ,

Ein Kommentar, in dem jemand derart persönlich werden muss, spricht für sich selbst. Das ist erbärmlich, wirklich. Bevor Du die sachliche Ebene nun ganz verlässt, halte ich es tatsächlich für das Beste, wenn Du mich in Ruhe lässt.

Antwort
von ClaraBClaire, 73

Je viens précisément de résoudre ton problème de liaison, voir réponse précédente.

Et le cas que tu présentes n'est qu'une tournure familière qui déplace le mot interrogatif, pas de liaison dans ce cas là. (et ce cas, re, illustre une nouvelle fois la question de la place des mots dans la phrase). A toi de voir et de lire avec attention.

Kommentar von ClaraBClaire ,

Ajout: parce que nous sommes dans une interrogative et que "où" est renvoyé à la fin= déstructuration de l'interrogative directe. DONC pas de laiton, clair?!

Kommentar von achwiegutdass ,

Du meinst wohl nicht laiton, sondern liaison, aber sonst alles klar ! :)

Für "vous allez au zoo ?"  sagt man ja auch nicht vuzalezozo !:) 

Kommentar von achwiegutdass ,

Und trotzdem : bei "vous allez au cinéma?" kann man durchaus die liaison machen, wenn das auch etwas gespreizt klingt. Bei meinem Beispiel "au zoo" dürfte die liaison nur deshab ausbleiben, weil "zozo" auch ein selbständiges Wort ist, das komisch klingt ("c'est qui ce zozo?").

Ähnlich bei allez + à (vous allez à la pêche?), aber auch + en (vous allez en vacances?).

Dass "où" in der Ausgangsfrage ein unabhängiges Lexem ist, bleibt also für mich nach wie vor ein gültiges Argument - in Ermangelung eines Besseren, faute de mieux.

Kommentar von ClaraBClaire ,

Entschuldigung für das Französische, das ich verwenden werde; so ist es einfacher für mich, um mich so klar wie möglich auszudrücken.

Les exemples que tu cites ensuite  sont des questions, certes, mais sans mot interrogatif. Ta question initiale est une interrogative avec mot interrogatif "où…?". 

Dès le moment où tu déplaces ce mot interrogatif derrière le contenu de l'interrogation, l'usage et non l'obligation formelle, n'implique pas la liaison dans la prononciation. Mais si tu veux, toi, faire la liaison entre "allez" et "où", rien ni personne ne t'en empêche: il n'y a aucun interdit …. ! (= aucune règle grammaticale l'interdisant, ehehhehe!) L'usage oral, dans ce cas de figure, ne fait pas la liaison. Cet usage est tenace; il a des habitudes auditives également, donc ton auditeur, à l'écoute de cette liaison, sera surpris, c'est tout; peut-être te reprendra-t-on pour "corriger" cette liaison inhabituelle, peut-être sourira-t-on, peut-être se moquera-t-on de toi, et alors, tu n'auras que la réaction de l'habitude qui ne s'est pas interrogée! et la spontanéité de l'usage.

Les exemples que tu fournis ensuite n'ont pas de mot interrogatif. Ils ne rejoignent donc pas ta question initiale. Quel que soit alors l'ordre des mots ("Allez-vous au zoo?// "Vous allez au zoo?"), à toi de voir si tu veux faire les liaisons; libre à toi. L'absence de liberté est dans la liaison entre "vous" et "allez" dans "Vous allez": là tu y vas direct: tu lies et tu prononces le son "z". 

J'en ai fini. 

Kommentar von LolleFee ,

"Et le cas que tu présentes n'est qu'une tournure familière qui déplace le mot interrogatif, pas de liaison dans ce cas là. (et ce cas, re, illustre une nouvelle fois la question de la place des mots dans la phrase)." - ce qui est exactement ce que j'ai écrit.

Expertenantwort
von achwiegutdass, Community-Experte für Sprache & franzoesisch, 132

Die bisherigen Antworten sprechen nicht gerade für diese Seite...

Die Regel ist folgende:

"On fait la liaison lorsqu’un mot terminant par une consonne qui d’ordinaire ne se prononce pas en finale de mot (D, P, S, T, X, Z, G) est suivi par un mot commençant par une voyelle ou un « h » muet, dans certains cas".

Das heisst also: eine liaison ist erforderlich, wenn ein Wort, das auf einen nicht ausgesprochenen Konsonanten endet, von einem Wort gefolgt wird, das mit einem Vokal beginnt oder in gewissen Fällen mit einem "h muet".

bei "allez-y" ist die Bedingung erfüllt: z wird nicht ausgesprochen, und y ist ja ein Vokal.

bei "vous allez où?" ist die Bedingung zwischen vous und allez erfüllt ("s" wird nicht ausgesprochen, "aller" beginnt mit einem Vokal), nicht aber zwischen "allez" und "où", da "où" kein Vokal ist.


Kommentar von Herpo24 ,

Hallo! Erstmal vielen, vielen Dank für diese Antwort. Jetzt interessiert mich nur noch, warum où nicht mit einem Vokal beginnt? ich als Französisch-Anfänger, höre dort ein "u", was für mich ein Vokal ist

Kommentar von Luchriven ,

Hallo achwiegutdass,
Danke für deine Erklärung, dennoch bin ich in einem Punkt mit dir nicht einverstanden.
Du schreibst:
„bei "vous allez où?" ist die Bedingung zwischen vous und allez erfüllt ("s" wird nicht ausgesprochen, "aller" beginnt mit einem Vokal), nicht aber zwischen "allez" und "où", da "où" kein Vokal ist.“
Es ist schon richtig, dass man zwischen "allez" und "où" keine "Liaison" macht. Ich habe auch recherchiert, warum das so ist, und habe bisher über diesen speziellen Fall nichts Konkretes gefunden.
Dennoch kann deine Argumentation hier nicht stimmen, denn im Französischen gibt es 6 Vokale (Voyelles), nämlich A, E, I, O, U und Y. Das "o" von "où" ist tatsächlich ein Vokal. Das ganze Wort besteht aus 2 Vokalen. Außerdem zählt phonetisch das [u] (so wird "où" ja ausgesprochen) ebenfalls zu den Vokalen.
Also müsste man in diesem Fall nach einem anderen Grund, nach einer anderen Regel suchen, warum man tatsächlich den Satz [vu zale u] und nicht [vu zale zu] ausspricht.
Wie gesagt, ich bin hier noch nicht fündig geworden, die Suche geht weiter :-)

Kommentar von achwiegutdass ,

Beide Kommentare gehen in die selbe Richtung, daher genügt eine Antwort :

Der Fall ist doch klar: "ou/où" ist kein Vokal, das sagt Luchriven doch selbst ("nämlich A, E, I, O, U und Y"), es sei denn, er verwechselst das französische u (wird ü ausgesprochen) mit dem deutschen Vokal u (wird "ou" ausgesprochen, aus frz. Seite gesehen). Ein solches "u" (das "ou" ausgeprochen wäre) gibt es im Vokalsystem des Frz. nicht.

Es geht hier ja um Aussprache, also nicht um einzelne Buchstaben, sondern um einen Laut. "ou/où" besteht zwar aus zwei Vokalen (o/u), ist aber als Lexem (einfacher: als selbständiges Wort) kein Vokal. Folglich wird keine liaison gemacht.

Kommentar von LolleFee ,

Richtig, es geht hier um Aussprache, nicht um einzelne Buchstaben, und [u] ist sehr wohl ein Vokal des Französischen, der in der Schriftsprache als <ou> realisiert wird. Ebenso ist ja auch das <y> nicht per se ein Vokal (vgl. des yeux), sondern nur das Schriftbild des Vokals [y], auch wenn er im IPA genauso auftritt.

Nein, die fehlende Liaison bei "vous allez où?" kann nicht damit erkläret werden, dass kein Vokal sei - oder wie erklärst Du dann die Liaison bei "les ours"? ;))

Ich denke auch nicht, dass man die semantisch-lexikalische Ebene und die phonetisch-phonologische durcheinander werfen darf - où oder auch ou sind zwei Lexeme, aber nur ein Phonem. Demnach dürfte man bei "on a" auch keine Liaison machen, weil "a" ja auch ein Lexem (und ein Phonem) ist. Auch diese Erklärung greift also nicht. 

Kommentar von LolleFee ,

Selbstkorrektur: Ebenso ist ja auch das nicht per se ein Vokal (vgl. des yeux), sondern nur das Schriftbild des Vokals [i], das [y] im IPA ist dagegen das deutsche <ü> (Gemüse) und das französische <u> (bien sûr).

Kommentar von Herpo24 ,

Ja, das [y] ist kein Vokal, denn Du sagst ja "tu aimes" und nicht "t' aimes".

Kommentar von LolleFee ,

Du darfst nicht Laute mit Buchstaben verwechseln: Diese Klammern [...] (oder auch diese /.../) zeigen Laute aus dem IPA an (und [y] ist tatsächlich ein Laut!), diese Klammern <...> kennzeichnen Buchstaben. Wenn man <tu> in Lautschrift schreiben will, schreibt man [ty].

Kommentar von achwiegutdass ,

Die frz. Vokale sind a e i o u [ü] y. Die Aussage  "[u] ist sehr wohl ein Vokal des Französischen, der in der Schriftsprache als <ou> realisiert wird." ist mir in dem Zusammenhang unverständlich. Bitte erklären !

An den möglichen Einwand mit ours habe ich natürlich gadacht. Meine Erklärung wäre hier (bin zwar kein Phonologe von Beruf), dass "ou"  in diesem Fall Teil eines Lexems ist, im Gegensatz zu unserem "ou" in "allez où". Die Liaison wird dagegen mit dem alleinstehenden y gemacht, weil y ein Vokal ist.

Kommentar von LolleFee ,

Bei der Verschriftlichung von gesprochener Sprache kommt es zur Phonem-Graphem-Korrespondenz, das bedeutet, dass Laute in Buchstaben ([z] wird bspw. schriftlich zu <s>) ,  Lautkombinationen in Buchstaben  ([ts] wird bspw. schriftlich zu <z>) und Laute in Buchstabenkombinationen  ([ç] wird bspw. schriftlich zu <ch>) ausgedrückt werden. Wenn ein Französische [u] spricht, dann schreibt er <ou> oder <où>. Trotzdem bleibt [u] ein Vokal.

Und ich bleibe dabei: Die semantisch-lexikalische Ebene hat hier bei einem rein artikulatorischen Phänomen nichts zu suchen. "On a" spricht man auch mit Liaison, und das <a> ist nicht nur Vokal, sondern auch vollständiges Lexem. 

Kommentar von Luchriven ,

Nein ich verwechsle "das französische U mit dem deutschen Vokal U" nicht!

 Ich erinnere jedoch an dein Zitat:

Die Regel ist folgende: "On fait la liaison lorsqu’un mot terminant par une consonne qui d’ordinaire ne se prononce pas en finale de mot (D, P, S, T, X, Z, G) est suivi par un mot commençant par une voyelle ou un « h » muet, dans certains cas". 

Da "où" ohne Zweifel, da aus 2 Vokalen bestehend, ein "mot commençant par une voyelle" ist, sollte dieser Satz laut dieser Regel  [vu zale zu] ausgesprochen werden!

Es geht zwar schon um die Aussprache (logisch!), aber nicht nur. Es geht auch um das geschriebene Wort.

Das phonetische [u] wird außerdem auch als Vokal betrachtet, wie du das im Wikipedia.fr-Eintrag "Voyelle" nachschauen kannst (dort heisst es:

"Le français comprend :

6 voyelles écrites : A, E, I, O, U, Y

16

voyelles

phonétiques, ou vocoïdes :

a, ɑ, e, ɛ, i, o, ɔ,

u

, y, ə, œ, ø, ɑ̃, ɔ̃, ɛ̃, œ̃

."

Ich denke, dass man nach einer Erklärung suchen sollte, warum in diesem Fall man keine Liaison macht. Ich denke, der Grund könnte der sein, der hier auf dieser Seite in der rechten Spalte (Liaison interdite) unter "Groupe verbal /Après le verbe" steht: http://www.lepointdufle.net/ressources_fle/liaisons_obligatoires_liaisons_interd...

Also, bei "Vous allez où" ist es ähnlich: -> man könnte sagen "vouz allez à la montagne" [vu zale a la] und nicht [vu zale za la], oder, wie das Beispiel auf der besagten Seite: "elle descend à ski" ( [aski], nicht [taski]), oder "elle part avec sa copine" ([par avɛk], nicht [par tavɛk]).

Kommentar von LolleFee ,

Das geschriebene Wort <où> oder <ou> besteht aus einem Vokallaut, nämlich [u]. Das Französische hat auch nicht nur 6 Vokallaute, sondern je nach Zählweise 11-16. Die Liaison ist ein artikulatorisches Phänomen, keines der Schriftsprache; deshalb kommt man mit den Schriftvokalen auch nicht weiter.

Kommentar von achwiegutdass ,

Die Erklärungen von Luchriven und LolleFee widersprechen einander, ein Zeichen, dass das gar nicht so einfach ist.

"Da "où" ohne Zweifel, da aus 2 Vokalen bestehend, ein "mot commençant par une voyelle" (Luchriven)

Du übersiehst da, dass où nicht mit einem Vokal beginnt, weil où an sich ein Wort ist. Beginn und Ende fallen da zusammen.

Kommentar von LolleFee ,

Hier wird gar nichts übersehen. <ou> ist und bleibt ein Vokal, selbst wenn es an sich auch ein Wort ist. <en> ist auch ein Vokal (nämlich ein Vokalnasal), auch wenn es ein Wort ist, und die Liaison ist obligatorisch, sogar in beide Richtungen (prends-en, il y en a).

Kommentar von achwiegutdass ,

Ich habe recherchiert und herausgefunden, dass ou als "voyelle arrondie" bezeichnet werden - also eine Sonderform, die es nur beim Mündlichen gibt.

Bliebe nun die Ausgangsfrage : warum wird bei "vous allez où" keine liaison gemacht, wo es mit dem Nasalvokal en "obligatorisch" ist und wo "vous allez où" wie du selbst angegeben hast nur français parlé ist ? Ein Narr wartet auf Antwort.

Kommentar von LolleFee ,

Nun etwas direkter: Du hast wirklich großartige Kenntnisse, die sind Dir unbenommen. Du kannst auch besser Französisch sprechen, schreiben, lesen und verstehen als ich.

Aber in der Theorie der Linguistik sind meine Kenntnisse größer als die Deinen, das behaupte ich nun mal ganz forsch.

Natürlich gibt es les voyelles arrondies nur im Mündlichen, weil das die Artikulationsform der Lippen bei der Artikulation des Vokallauts beschreibt. Ein [o] ist ebenfalls ein voyelle arrondie, ebenso das [y]. Es ist also keine Sonderform eines Vokals, sondern es handelt sich um eine Teilbeschreibung der Artikulation. Nochmal: Hier werden Schrift"vokale" und Vokallaute vermischt. Da die Liaison ein rein artikulatorisches Phänomen ist, hilft die Betrachtung von "Schriftvokalen" nicht weiter.

Vielleicht ist es ja tatsächlich das Register und die syntagmatische Unstimmigkeit (die eben bei "prends-en" und "il y en a" nicht gegeben ist!) - Deine Vokalerklärung trägt jedenfalls aus linguistischer Sicht nicht.

Kommentar von achwiegutdass ,

Ich fürchte, es geht hier - ich meine ja die Beantwortung der gestellten Frage -  gerade nicht um "Theorie der Linguistik", sonst hättest du ja längst die Antwort geliefert... Dass meine Erklärung ungenügend ist, habe ich inzwischen erkannt, "ganz forsch" ist eben nicht so meine Sache.

Kommentar von LolleFee ,

Sprache ist nie im Kleinsten theoretisch erklärbar, was auch nie meine Absicht war, wie man in meiner Antwort nachlesen kann. Was aber die linguistische Theorie schon zeigt, ist, dass die Kein-Vokal- und die Lexem-Theorie nicht trägt. Wenn also die Linguistik ein Phänomen nicht erklären kann, so kann sie doch eine Theorie dazu widerlegen.

Antwort
von Saragoza, 22

Das ist etwas , was  man/ frau  neben der  "trockenen" Regelanwendung im Umgangssprachlichen Austausch lernt, ebenso, ..!

Wer sich zu sehr mit allen Grammatikregeln  befasst, verliert dahinter oft den Bezug zur  gesprochenen Sprache und bringt keinen Satz heraus, also besser etwas "falsch" sagen, als "gar nichts", (gesagt=)

Antwort
von ClaraBClaire, 99

Doch, du musst die Liaison aussprechen, also das "z" aussprechen:

"vas-y"

"allez-y"

"vous allez"

"vous êtes"

usw. In jedem Fall wird's ausgesprochen. Mit Sicherheit, ich bin Französin! Viel Spass

Kommentar von achwiegutdass ,

Du hast die Frage offensichtlich nicht verstanden. Meine Antwort hätte dir da helfen können. Bei der Frage handelt es sich um die Verbindung zwischen allez und où - da gibst du überhaupt kein Beispiel für. Auch als Französin ist ein bisschen Reflexion nicht überflussig...

Kommentar von ClaraBClaire ,

Danke für deinen allzulieblichen Kommentar; ich habe nämlich das "z" schon als ausgesprochene Verbindung verstanden. Entschuldigung, also!

Wenn du mit dem Verb beginnst, dann sprichst du das "s" oder das "z" in der Liaison aus. Bindestrich, wenn nur ein Wort folgt.

-Allez-y!

-Prends-en si tu veux!

-Faites en sorte que …!

Dann wird das "s"/"z" nicht unbedingt ausgesprochen, wenn das Verb nicht an erster Stelle steht. Du kannst es jedoch aussprechen, wenn du willst: es gehört dann zu einem, sagen wir, "höheren Sprachniveau".

Auf die Frage, warum, kann ich nicht antworten.

Kommentar von achwiegutdass ,

Noch mal: es geht hier um das liaison-Problem zwischen allez und !

Antwort
von Luchriven, 56

Siehe meinen Kommentar auf die Antwort von achwiegutdass und die darauf folgende Diskussion :-)

Antwort
von flash97, 72

öhm naja Nie warum sprichst du das nicht richtig mit ??? ist genau das selbe man betont im Französichem ein wort ja auch anders wenn am ende ein e oder sonst n buchstabe steht anders aber man spricht es halt nichts aus

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