Frage von Jessy8888, 47

Hallo! Kann mir ein Anwalt einen Mahnbescheid erwirken, obwohl ich in monatlchen Raten zahle?

Ich brauchte einen Anwalt, kann aber seine Rechnung über 430 Euro nicht auf einmal bezahlen. Ich habe ihm geschrieben, dass ich monatlich 50 Euro zahlen kann. Daraufhin kam per Mail eine Ratenzahlungsvereinbarung die ich unterschreiben soll, worin er gleich über 100 Euro draufschlägt. Wenn ich diese nicht unterschreibe und ihm zukommen lasse, wird er einen Mahnbescheid gegen mich erwirken. Kann er das, obwohl ich monatlich zahle? Muss ich die Ratenzahlungsvereinbarung unterschreiben und somit über 100 Euro mehr bezahlen? Danke für eure Antworten!

Antwort
von torfmauke, 27

Einen Mahnbescheid erwirken manche Anwälte alleine schon wegen der Möglichkeit, sofort pfänden zu können, wenn Du nicht zahlst.

Ratenzahlung einseitig, d.h. nur von Deiner Seite ohne Zustimmung des Gläubigers, schützt nur vor Pfändung, wenn dein Einkommen unterhalb der Pfändungsgrenze liegt.

Wenn beide Seiten der Ratenzahlung zugestimmt haben, musst Du darüber eine schriftliche Vereinbarung haben, aus der die Eckdaten hervorgehen.

Kommentar von torfmauke ,

Wenn Du ein derart geringes Einkommen hast, hättest Du, falls es um ein Verfahren gegen Dich gegangen ist, beim Amt Gerichtskosten(bei)hilfe beantragen können. Das beinhaltet auch die Anwaltskosten. Darauf hätte Dich Dein Anwalt auch hinweisen können, wenn er um Deine Finanzen wusste.

Antwort
von Nemesis900, 29

Wenn das nicht vorher so festgelegt wurde ist er nicht dazu verpflichtete dir in irgendeiner Form eine Ratenzahlung an zu bieten. das er dir soetwas überhaupt anbietet ist schon eine freiwillige Sache mit der er dir entgegen kommt. Wenn du diese ablehnst kann er natürlich auch einen Mahnbescheid erwirken wenn du nicht zahlst.

Antwort
von turnmami, 27

Du hättest die Ratenzahlung vor dem Besuch des Anwaltes klären sollen. Er ist nicht verpflichtet, dass er überhaupt eine Ratenzahlung annimmt!

Antwort
von Georg63, 17

Der Mahnbescheid kostet weniger als 100 Euro - ich halte die Forderung für Wucher.

Kommentar von torfmauke ,

Das ist leider nicht ganz richtig, der Anwalt kann in einem Vertrag durchaus einen Betrag als Entschädigungsaufwand festlegen, dafür, dass wenn der Vertrag nicht eingehalten wird und der A, Schritte unternehmen muss. Die Gerichtskosten würden dann noch zusätzlich zu zahlen sein.

Kommentar von Georg63 ,

Was sollen die 100 Euro sein? Mahngebühren? Inkassokosten oder was? Wenn er einen Mahnbescheid erwirkt, kostet das so um die 30 Euro. Ich kann mir nicht vorstellen, das er dann noch weitere Kosten geltend machen kann.

Selbst der Mahnbescheid könnte anfechtbar sein, weil er ja sinnlos ist. Der Gläubiger weiß, dass der Schuldner nicht voll zahlungsfähig, aber zahlungswillig ist. Daher ist ein Mahnbescheid nicht zielführend sondern reine Kostentreiberei.

Die nächste Stufe wäre eine Klage - nur bis die bearbeitet wird, ist der Betrag vermutlich längst bezahlt - hier gehts ja nur um paar Monate - nicht um einen längerfristigen Kredit.

Die Drohung mit dem Mahnbescheid allein zeigt schon, dass hier nur um zusätzliche Bereicherung geht.

Kommentar von mepeisen ,

Der Anwalt darf ausschließlich fordern, was das RVG her gibt und das kann zwar durchaus eine Einigungsgebühr vorsehen, aber das sind keine 100€. Das ist eine 1,5 Gebühr auf 45€ (da 430€ Streitwert niedrigste Kategorie ist). Das macht mit Auslagen 81€, keine 100€.

Antwort
von WildPferd2000, 17

ruf doch nochmal an, 50 euro halte ich allerdings auch für ein bischen wenig ;) bist du arbeitslos? dann hol dir doch den kredit beim amt! ratenzahlungen vereinbart man bevor man eine leistung kauft

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