Frage von Ravinchen, 46

Hallo, kann es nach Beantragung/Bewilligung Schwerbehindertesausweis nach Krebs Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber geben - hat jemand Erfahrung?

Hatte vor kurzem eine Nierenteilentfernung wg. eines Nierenkarzinoms. Habe mich heute beraten lassen und könnte einen Schwerbehindertenausweis (wahrsch. 50% für 2 Jahre) beantragen. Ich würde gerne wissen, ob jemand nach Ablauf der 2 Jahre (wahrsch. keine Verlängerung) Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber bekommen hat.... - mache mir darüber ein bisschen Sorgen (obwohl es ja gesetzliche Grundlage ist). Im voraus vielen Dank für informative Antworten.... Iris

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ASRvw, 23

Moin.

Ein temporärer GdB ist für Deinen Arbeitgeber zunächst mal ohne großen Belang. Insbesondere wenn es kein GdB von 100 ist bzw. wenn keine speziellen Merkzeichen vergeben wurden.

Die Änderungen für den AG halten sich dabei in Grenzen und wie Du schon richtig schriebst, ist er dabei ohnehin an geltendes Recht gebunden. Der spätere Wegfall stellt in der Regel auch kein Problem für den AG dar. Insbesondere größere und ältere Firmen haben da keine Probleme bei. Erst recht nicht, wenn Dein Arbeitsverhältnis schon länger besteht.

Problematisch ist es teilweise mit Personaldienstleistern jüngeren Datums. Teilweise überschauen diese die aktuelle Rechtslage schlicht und ergreifend nicht oder behaupten das zumindest gern.

Aber letztlich haben auch diese keine Möglichkeiten, die Zuerkennung oder den Wegfall eines GdB gegen den Arbeitnehmer zu verwenden. Wenn Du aber wirklich auf Nummer sicher gehen willst, dann wende Dich mit Deinen Bedenken oder Ängsten an den Betriebsrat, sofern vorhanden, oder an Deine Gewerkschaft. Die regeln das alles für Dich und schauen Deinem AG auch entsprechend auf die Finger.

Soweit das Allgemeine. Befürchtest Du denn irgendwas spezielles? Wenn ja, was?

ASRvw de André

Kommentar von Ravinchen ,

Erstmal vielen Dank für die Antwort. Bin mittlerweile im 14. Jahr bei einer mittelgroßen Versicherung beschäftigt, die auch tarifvertraglich gebunden ist.

Ich hab keine speziellen Befürchtungen, nur so ein ungutes Gefühl... Mit Wiedereingliederung bin ich jetzt 12 Wochen krank... für mich eine ewig lange Zeit. Nicht, dass man dann nach Ablauf der 2 Jahre sozusagen die erstbeste Gelegenheit nutzt mich loszuwerden...

Klar, Gesetz ist das eine - aber die Wirklichkeit sieht halt manchmal anders aus.

Ich weiß auch nicht, bin irgendwie unruhig deswegen. 

Erstmal Gruß.   Ravinchen

Kommentar von ASRvw ,

Moin.

Bei der Konstellation gehe ich davon aus, dass man nach den zwei Jahren nicht versuchen wird, Dich loszuwerden. Immerhin spricht die Aufhebung des GdB nach den zwei Jahren ja für Dich und nicht gegen Dich.

Schließlich sagt die Aufhebung des GdB ja aus, dass die aktuellen, gesundheitlichen Einschränkungen bei Dir dann ja nicht mehr bestehen. Und auch, dass nicht damit zu rechnen ist, dass sie auf absehbare Zeit zurückkehren.

In einem mittelgroßen Versicherungsunternehmen, ich vermute mal so 250+ Beschäftigte, sollten zu dem auch alle Gremien vorhanden sein, an die Du Dich mit Deinen Bedenken und Befürchtugen wenden kannst, sprich Betriebsrat, Betriebsarzt, Gleichstellungsbeauftragter, ggf. Gewerkschaft, etc.

An diese solltest Du Dich dann auch direkt mit Deinen Bedenken wenden. Insbesondere der Betriebsrat und ein ggf. vorhandener Gleichstellungsbeauftragter können Deine Bedenken sicherlich verbindlich aus der Welt schaffen. Also sprich sie einfach mal darauf an. Am Besten jetzt schon.

ASRvw de André

Kommentar von Ravinchen ,

Vielen lieben Dank für die Antwort - jetzt bin in beruhigter!

Zufällig haben wir heute unsere jährliche Betriebsversammlung und da kommt der BR-Vorsitzende auch - da werd ich gleich mal fragen.

Nochmal lieben Dank!!!  :-)

Ravinchen

Antwort
von dadamat, 29

Der Arbeitgeber muss dir eine Woche Sonderurlaub geben. Ansonsten kann die Schwebehinderung deiner Kariere abträglich sein, du würdest vermutlich nicht "Befördert", wenn es dazu keine tariflichen Verpflichtungen gibt.

Antwort
von Dickerchen123, 22

Hallo

ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, war allerdings auch in einer großen Behörde über Jahrzehnte beschäftigt.

Es sollte keine Probleme geben. Du hast ein paar "Sonderrechte", die aber überschaubar sind für deinen AG z. B. Sonderurlaub.

Die Betriebe sind ohnehin gehalten Schwerbehinderte einzustellen (ab einer gewissen Betriebsgröße). Es kann für deinen AG also auch von Vorteil sein, wenn er keine "Strafgebühr" bezahlen muss.

Alles Gute

LG

Antwort
von Jacek Wojcik, 11

Hallo,

wenn du Schwerbehindertenausweis beantragst oder bekommst, bekommt der Arbeitgeber keine Infos davon, wenn du ihn nicht informierst.

Es ist aber empfehlenswert den Arbeitgeber zu informieren, da bekommst du zusätzlich 5 Urlaubstage pro Jahr mehr und zusätzlich eine Steuerermäßigung (Pauschalbetrag).

Ich selbe bin schwerbehindert wegen Krebs und weiter arbeite. Ich kenne viele Leute mit Schwerbehindertenausweis, auch begrenztem, aber habe nie gehört, dass jemand deswegen beim Arbeitgeber Probleme hätte.

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