Frage von Sophia1445, 77

Hallo, ist diese Definition zu Adam Smith und seiner Unsichtbaren Hand richtig?

Adam Smith beschreibt mit der Unsichtbaren Hand eine freie Marktwirtschaft, wo der Markt von alleine läuft, ohne das der Staat mit eingreifen muss. Es ist ein Nachtwächterstaat vorhanden, der für den innerlichen und äußerlichen Frieden der Bevölkerung sorgt. Das freie Wirtschaftsleben sollte jedem Chancen eröffnen. Adam Smith beschreibt einen klassischen Liberalismus, wo ein freier Wettbewerb, die größt mögliche Freiheit für den wirtschaftlichen Menschen sorgt. Die Berufswahl, das Privateigentum und Bewegungsfreiheit darf der Mensch entscheiden. Keiner lenkt die freie Marktwirtschaft, trotzdem funktioniert sie, aber manche müssen dran glauben die krank oder arbeitseingeschrenkt sind. Jeder sollte profitieren können, mit dem freien Spiel von Angebot und Nachfrage. Die Gesellschaft profitiert von Egoismus, jeder möchte für sich selber das Beste bekommen, den besten Preis, die beste Qualität und den besten Verkauf. Nach Adam Smiths Meinung sollten Unternehmer den Arbeitern einen guten Lohn ermöglichen (einen Mindestlohn) , sodass sie ihre Familie finanzieren können, um eine neue Generation zu ermöglichen, da sonst die Arbeitsschicht ausgeht.

Danke im Vorraus :)

Antwort
von berkersheim, 61

Der Begriff "freie Marktwirtschaft" heute für Adam Smith zu gebrauchen ist mindestens irreführend. Auch einige andere Ausführungen lassen auf eine Bewertung im Licht der heutigen Zeit schließen. Adam Smith, ein enger Freund von David Hume war ebenso Philosoph, der sich mit der menschlichen Moral befasste, bevor er sein Buch "Wohlstand der Nationen" schrieb, nicht Wohlstand der Individuen und auch nicht Wohlstand durch Egoismus. Man muss wissen, dass Smith sein Buch 1776 geschrieben hat vor der französischen Revolution und im Jahr der US-Unabhängigkeitserklärung. Dieses Buch soll im Kampf gegen den Feudalismus und dessen Wirtschaftskonzept des Merkantilismus mit willkürlichen Wirtschaftsentscheidungen der Fürsten zeigen, dass die eigenständige Entscheidung freier Bürger zu einem größeren Wohlstand für alle führen als die eigenmächtigen Bestimmungen der Fürsten. Freie Marktwirtschaft wird heute mit der Ökonomie des Kapitalismus in Verbindung gebracht. Das ist bezogen auf Smith falsch, denn zu seiner Zeit gab es den Kapitalismus, wie ihn 70 Jahre später Karl Marx beschrieben hat, noch gar nicht. Smith hat auch nie behauptet, dass ein System von Märkten (der Markt ist eh falsch) alles regelt. Er hat beschrieben, dass öffentliche Güter demokratisch entschieden werden müssen. Der Liberalismus von Adam Smith wandte sich gegen die Herrschaft der Fürsten! Liberalismus heute unterliegt einem anderen Verständnis. Auf den Punkt gebracht hat Smith geschrieben, dass freie Bürger eigenverantwortlich insgesamt bessere Entscheidungen für alle treffen als Fürstenwillkür. Ob Smith oder Marx, es rentiert sich immer, die Theorien im Licht ihrer Zeit zu beurteilen. Sonst wird man den Autoren und ihren Anliegen nicht gerecht.

Antwort
von borriquito, 77

Liebe Sophia, was Du da formulierst ist der Versuch, die Lehre von Smith im Ganzen knapp darzustellen - das ist keine Definition von der "Unsichtbarer Hand".

Die "unsichtbare Hand" ist letztlich nur die Kraft, die Smith Vorstellung von Ökonomie - sein "System der natürlichren Freiheit" (nicht der größtmöglichken Freiheit!!!) funktionieren lässt - die Selbstregulierung der Märkte durch das Wettbewerbsprinzip (Wirtschaftsethiker argumentieren, das Smith - seines Zeichens ursprünglich Moralphilosoph - mit der "unsichtbaren Hand" tatsächlich ein gottgegebenes natürliches Prinzip meinte, aber das sei mal dahingestellt).

Formulierungen der Sorte "manche müssen dran glauben" sind übrigens hochgradig unwissenschaftlich (wenn auch ganz lustig).

Antwort
von wfwbinder, 61

On the long run, all ist in order.

Auf lange Sicht reguliert sich der Markt selbst.

Ich bin Keynsianer und Keynes sagte:

On the long run, we are all death.

Auf lange Sicht sind wir alle tot.

Wir haben heute eine andere Zeit als die, die Adam Smith kannte. 

Wir haben eine Zeit, wo die Menschen nicht mehr in einem Familienverbund aufgefangen werden. Wo man nicht mehr in den Wald gehen kann, um sich Brennholz zu holen. Wir haben eine globalisierte Welt.

Kommentar von Sophia1445 ,

Danke für deine Antwort, aber sie hat leider nichts mit meine Frage zutun.

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