Frage von Stefankarl, 79

Hallo, Ihr Lieben, wie kann ich meinen Dachboden zu einer kl. Wohnung ausbauen, ohne Architekt, d.h. möglichst günstig?

Wir haben ein Zweifamilienhaus. Der Dachboden soll zu einer kleinen Studentenwohnung für meine Tochter ausgebaut werden. Die Schwierigkeit ist die Treppe: Es existiert nur eine ausziehbare Luken-Bodentreppe, deshalb wird es sicherlich sehr teuer. Außerdem braucht man doch eine Zeichnung um den Grundriss zu planen? Eine Anfrage bei einem Architekten ergab Kosten in Höhe von ca. 10.000,00 EUR für denselben. Das sprengt schon im Ansatz unseren Rahmen. Braucht man unbedingt einen Architekten? Geht es auch ohne? Was ist mit der rechtlichen Seite, Baugenehmigung etc., Vorschriften, die eingehalten werden müssen? Bin für Hinweise sehr dankbar. Liebe Grüße Stefankarl

Antwort
von Joergi666, 55

von Bundesland zu Bundesland gibt es da unterschiedliche Vorschriften- wobei auch schon eine Nutzungsänderung- also von Nutz- in Wohnfläche eine Genehmigungspflicht bedeuten könnte. Wenn allerdings äußerlich nix verändert werden soll fällt ein Ausbau natürlich auch keinem Amt auf. Ich war bis vor kurzem auf Immobiliensuche und hab zig Objekte gesehen, bei denen der Dachausbau nirgenwo beantragt / vermerkt wurde. Zum Thema Treppe bleibt anzumerken, dass dabei nicht unbedingt so hohe Kosten entstehen müssen, eine einfache Holztreppe kann man schon für unter 200 Euro kaufen, komplizierter wird ggf. die Vergrößerung des Decken-Durchbruchs, insbesondere wenn es eine Betondecke ist oder tragende Holzbalken im Weg sind.

Kommentar von pharao1961 ,

Das Problem ist aber nur, wenn man einfach ausbaut - ohne Genehmigung und es brennt dort mal, wird die Versicherung als erstes fragen: Wieso ist das Dachgeschoss ausgebaut? Und was die dann zahlen oder nicht, kann man sich leicht vorstellen...

Kommentar von Joergi666 ,

das kommt aber auch auf die Art des Umbaus an- auch ausgewiesene Nutzfläche darf man ja zumindest zeitweise für Wohnzwecke nutzen- insofern müsste die Versicherung erst einmal Nachweise für eine dauerhafte Nutzung erbringen. Nichts desto trotz ist man mit ordnungsgemäßen Genehmigungen natürlich immer auf der sicheren Seite.

Antwort
von JanSant, 31

Guten Morgen Stefan Karl,

Als erstes zur Treppe, die lässt sich leicht durch eine Raumspartreppe ersetzen oder aber auch (je nach Platzangebot) durch eine richtige Wangen oder Holmtreppe.
Wie sieht es mit Fenstern im DG aus? 
Soweit ich weiß sind s.g. Gaubenfenster bei uns in NRW grundsätzlich genehmigungspflichtig, heißt wenn solche gebraucht werden dann kann das nur über den offiziellen Weg gehen. 
Dafür sollte aber kein Architekt notwendig sein,denn einen Bauantrag kann jeder stellen .

Die wichtigste Vorschrift an die du dich halten solltest wäre die geltende Brandschutzverordnung. Es muss unbedingt ein Fluchtweg vorhanden sein,und damit ist sicherlich keine Raumspartreppe gemeint, dann bei der Auswahl der Baustoffe unbedingt die Brandschutzklasse beachten, vor allem bei Dämmmaterialien und bei Verkleidung der Wände mit Rigips/Rigidur/OSB oder was auch immer.

Antwort
von MoLiErf, 54

Mit dem Architekten fängt es an und dann braucht man auch noch eine Statische Berechnung- denn ihr müsst ja sicher auch Wände einziehen. Im großen Ganzen lohnt sich das ganze eher nicht- weil zu teuer.

Antwort
von pharao1961, 41

Wenn das die Kosten sind, nur für den Architekten (Bauantrag) ist das natürlich viel zu hoch.

Aber einen vorlageberechtigten Architekten braucht man zwingend, da geprüft werden muss, ob ein Dachgeschossausbau überhaupt zulässig ist und nur er kann das beantragen mit Zeichnungen, Berechnungen, Formulare usw.. Man kann nicht einfach etwas ausbauen, nur weil der Platz eben da ist. Ich kann jetzt schon sagen, dass eine Einschubtreppe nicht zulässig ist. Die Treppe muss der DIN-Norm entsprechen, da das Kinderzimmer Wohnraum ist.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community