Frage von Hofperle, 42

Ist eine Entschädigung für entgehende Leistungen für einen freien Mitarbeiter umsatzsteuerbefreit?

Hallo Ihr Lieben,

Ein freier Mitarbeiter arbeitet für einen Auftraggeber, stellt dafür monatlich eine Rechnung. Abgerechnet wird auf Stundenbasis. Umsatzsteuer wird berechnet.

Nunmehr wird dieses Auftragsverhältnis gekündigt, der freie Mitarbeiter erhält eine Entschädigung für entgehende Leistungen, eine Abfindung. Damit soll sicher gestellt werden, dass der freie Mitarbeiter keine Statusfeststellung bzw. Kündigungsschutzklage erhebt mit dem Ziel, nicht mehr als selbständig, sondern als Arbeitnehmer behandelt zu werden.

Der Mitarbeiter bekommt also eine Summe Geld, dafür sind alle weitergehenden Ansprüche abgegolten.

Wie wird das denn steuerlich behandelt bzw. verbucht? Es wird ja keine Leistung erbracht. Deshalb kann eigentlich auch keine Umsatzsteuer erhoben werden, oder? Und muss die Summe in der Umsatzsteuervoranmeldung eingetragen werden?

Vielen Dank!

Antwort
von wfwbinder, 26

Gamz einfach zu ermitteln.

WAs ist eine Leistung?

Eine Leistung ist eine Lieferung, oder sonstige Leistung.

Eine sonstige Leistung ist jedes handeln, dulden, oder unterlassen.

In diesem Fall duldet der Auftragnehmer, das sein Vertrag vorzeitig gekündigt wird. Also ist das eine sonstige Leistung und das Entgelt dafür unterliegt der Umsatzsteuer, wenn es keine Befreiungsvorschrift gibt.

Eine Befreiungsvorschrift gibt der Sachverhalt nicht her, also steuerpflichtig.

in der UStVa genau dort, wo die anderen steuerpflichtigen Umsätze zum vollen Steuersatz auch stehen.

Kommentar von Hofperle ,

Doch was ist damit: "Umsatzsteuer fällt dagegen nie an, da bei einer Schadensersatzzahlung kein Leistungsaustausch stattfindet." http://schadensersatz.net/entgangener-gewinn/

Kommentar von wfwbinder ,

Hier gibt es aber eine Leistung, nämlich den Verzicht gegen die Kündigung vorzugehen.

Der Unterschied ist, bei einem Schadenersatz wird einfach nur ein vorheriger Zustand wieder hergestellt (ein beschädigtes Auto repariert, ein zerstörter Gegenstand ersetzt durch einen funktionsfähigen).

Kommentar von Hofperle ,

"In diesem Fall duldet der Auftragnehmer, das sein Vertrag vorzeitig gekündigt wird. Also ist das eine sonstige Leistung und das Entgelt dafür unterliegt der Umsatzsteuer, wenn es keine Befreiungsvorschrift gibt." - Aber es gibt gar keinen Vertrag, sondern nur eine freie Mitarbeit. Und müsste auf der Vereinbarung dann nicht vom Entschädigungszahler eine Umsatzsteuer ausgewiesen werden?

Kommentar von wurzlsepp668 ,

seit wann weißt der KUNDE die Umsatzsteuer aus?

Kommentar von Hofperle ,

die Mehrwertsteuer

Kommentar von wfwbinder ,

Es gab keinen Vertrag?

Ich zitiere Deinen Sachverhalt:

Nunmehr wird dieses Auftragsverhältnis gekündigt, der freie Mitarbeiter
erhält eine Entschädigung für entgehende Leistungen, eine Abfindung.

ES gab einen Auftrag (Vertrag). Und weil der gekündigt wurde, wird ihm etwas gezahlt. Das unterliegt der Umsatzsteuer.

Kommentar von Hofperle ,

Verstehe, auch wenn ichs nicht verstehe. Denn auf dem Zahlungsbeleg müsste doch der Auftraggeber auch eine Steuer ausweisen. Aber danke für die Antwort!

Kommentar von wfwbinder ,

Nein, der Auftraggeber hat den Vorsteuerabzug. Er das Recht auf eine Rechnung für die Zahlung, die erleistet.

Oder er macht es als Gutschrift:

für vorzeitiges Auftragsende: 10.000,- + 19 % USt 1.900,- = 11.900,-.

Antwort
von newcomer, 29

steuerlich sind es Einnahmen egal ob was dafür geleistet wurde oder ob es um "Schweigegeld" handelt

Kommentar von Hofperle ,

Aber dann müsste ja vom AG auch eine Umsatzsteuer auf dem Dokument ausgezeichnet worden sein. Es handelt sich jedoch um eine einmalige Entschädigung.

Antwort
von Petz1900, 27

Hier könnte ein unechter Schadensersatz vorliegen, der umsatzsteuerpflichtig ist. Guck mal hier unter Punkt 4 im dritten Absatz:
https://www.smartsteuer.de/portal/lexikon/E/Entschaedigungszahlung.html#D0630284...

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