Frage von fabio245, 198

Hallo ich wollte mal nachfragen ob dieses Arbeitszeugnis gut oder sogar sehr gut ist?

Herr..............................arbeitete bis...........bei uns. Seine Aufgaben waren.............

In neuen Situationen fand sich Herr ....... aufgrund seiner sehr schnellen Auffassungsgabe stets sicher und sehr gut zurecht. Er war außerordentlich hoch belastbar und stets sehr ausdauernd. Herr ...... zeichnete sich stets durch eine sehr gute Arbeitsweise aus. Er zeigte stets Eigeninitiative und beeindruckte durch seine sehr große Einsatzbereitschaft. Die Qualität seiner Arbeit war kontinuierlich und ausnahmslos sehr hoch.

Er verfügt über eine hohe Flexibilität und konnte vielseitig eingesetzt werden. Herr ...... überzeugte stets durch Kommunikationsstärke. Wir schätzten ihn stets als zuverlässigen, fleißigen, pünktlichen, freundlichen und ehrlichen Mitarbeiter.

Die Leistungen von Herrn ....... verdienen in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung.

Gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war sein Verhalten stets sehr vorbildlich. Zu erwähnen ist sein kontaktfreudiges und anpassungsfähiges Auftreten. Auch sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets vorbildlich. Seine exzellenten Umgangsformen fanden stets unsere volle Anerkennung.

Er verlässt uns auf eigenen Wunsch.

Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und bedanken und für seine stets vorbildlichen Leistungen. Für die berufliche und private Zukunft wünschen wir Herrn ...... alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Antwort
von DarthMario72, 114

Man kann ein Zeugnis nur dann vernünftig einschätzen, wenn man es im Zusammenhang liest, also vollständig von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum. Überall dort können Informationen enthalten sein, die für die Bewertung des Zeugnisses wichtig sind.

Man kann durchaus erkennen, dass der Verfasser des Zeugnisses dir ein sehr gutes Zeugnis geben wollte. Aber einerseits erkennt man an den Formulierungen erkennen, dass er vom Zeugnisschreiben offensichtlich nicht sehr viel Ahnung hat. Andererseits ist es meiner Ansicht nach viel zu dick aufgetragen - niemand ist so perfekt, wie es dieses Zeugnis (bzw. der Ausschnitt davon) aussagen soll. Und deshalb ist es für mich unglaubwürdig.

Abgesehen davon betont man im Zeugnis keine Selbstverständlichkeiten: Pünktlichkeit hat in einem guten Zeugnis nichts verloren, und Ehrlichkeit nur dann, wenn der AN eine besondere Vertrauensstellung hatte (also Umgang mit Geld, Zugriff auf die Kasse oder auf Firmenkonten).

Du solltest das Zeugnis beanstanden, allerdings ist es sinnvoll, es erst vollständig (aber anonymisiert) hier einzustellen.

Kommentar von Hideaway ,

Du solltest das Zeugnis beanstanden

Da müsste er sich aber eventuell selbst kritisieren. Das sieht doch sehr nach einer Eigenkreation aus (Wunschnote 1+).

Kommentar von DarthMario72 ,

Das sieht doch sehr nach einer Eigenkreation aus

So weit wollte ich nicht gehen, das dem Fragesteller zu unterstellen. Auf jeden Fall ist es offensichtlich, dass der Zeugnisschreiber nicht sonderlich kompetent ist...

Kommentar von fabio245 ,

Habe das Zeugnis nicht selber geschrieben?

Kommentar von fabio245 ,

Habe es in meiner neusten Frage als Datei reingestellt

Kommentar von fabio245 ,

Arbeitszeugnis

Herr ..... geboren am .. .. .... wurde am 01.07.2012 in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis eingestellt und arbeitete für uns bis zum 15.10.2014.

Zu seinen wesentlichen Aufgaben gehörten das Verräumen der Ware, die Parkplatzreinigung sowie weiter anfallende Arbeiten.

In neuen Situationen fand sich Herr ....... aufgrund seiner sehr schnellen Auffassungsgabe stets sicher und sehr gut zurecht. Er war außerordentlich hoch belastbar und stets sehr ausdauernd. Herr ...... zeichnete sich stets durch eine sehr gute Arbeitsweise aus. Er zeigte stets Eigeninitiative und beeindruckte durch seine sehr große Einsatzbereitschaft. Die Qualität seiner Arbeit war kontinuierlich und ausnahmslos sehr hoch.

Er verfügt über eine hohe Flexibilität und konnte vielseitig eingesetzt werden. Herr ...... überzeugte stets durch Kommunikationsstärke. Wir schätzten ihn stets als zuverlässigen, fleißigen, pünktlichen, freundlichen und ehrlichen Mitarbeiter.

Die Leistungen von Herrn ....... verdienen in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung.

Gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war sein Verhalten stets sehr vorbildlich. Zu erwähnen ist sein kontaktfreudiges und anpassungsfähiges Auftreten. Auch sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets vorbildlich. Seine exzellenten Umgangsformen fanden stets unsere volle Anerkennung.

Er verlässt uns auf eigenen Wunsch.

Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und bedanken und für seine stets vorbildlichen Leistungen. Für die berufliche und private Zukunft wünschen wir Herrn ...... alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Binzen, 31.10.2014

Hieber´s Frische Center


"Unterschrift"


Dieter Hieber



Kommentar von DarthMario72 ,

Oh je, da sehe ich jetzt ein paar mehr Probleme. Nur ein paar Beispiele:

Zu seinen wesentlichen Aufgaben gehörten das Verräumen der Ware, die Parkplatzreinigung sowie weiter anfallende Arbeiten.

"Weiter anfallende Arbeiten" ist zum Einen grammatikalisch falsch (falls das kein Übertragungsfehler ist) und zum Anderen ist es erforderlich, diese Arbeiten genauer aufzugliedern. Und zum Dritten "passt" zu solch eher einfachen Tätigkeiten ein so scheinbar perfektes Zeugnis überhaupt nicht.

Auch sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets vorbildlich.

Aus der Auflistung der Aufgaben kann ich nicht erkennen, dass du Kundenkontakt hattest. Also gehört dieser Satz gar nicht ins Zeugnis.

Binzen, 31.10.2014

Das ist falsch! Das Ausstellungsdatum muss immer mit dem letzten Tag des Arbeitsverhältnisses übereinstimmen. Alles andere gibt Anlass zu unangenehmen Nachfragen.

Ich kann mich @Nightstick da leider nur anschließen. Dieses Zeugnis ist - bitte entschuldige - absoluter Müll und sollte komplett neu formuliert werden.

Antwort
von Akka2323, 104

Ein bißchen viel stets, immer wäre auch gut.

Kommentar von Nightstick ,

Ja, 10 mal (!) das Wort "stets" - ein beschi..ener Scheibstil !!

Antwort
von WissensWisserDe, 111

Ja, das Arbeitszeugnis ist sehr gut. Nicht so wie diese anderen Arbeitszeugnisse die sich eigentlich nur gut anhören aber beim genaueren lesen den Arbeiter negativ bewerten.

Kommentar von Nightstick ,

Dieser Zeugnisausschnitt ist leider alles Andere als "sehr gut" (siehe meinen Kommentar zur Antwort von @Lumpazi77)!

Antwort
von Lumpazi77, 99

Das Zeugnis würde ich nirgends vorzeigen !

Beispiel: 

"Zu erwähnen ist sein kontaktfreudiges und anpassungsfähiges Auftreten"

= Herr ist ein übler Schwätzer, der auch noch auf einer Schleimspur unterwegs ist

Kommentar von fabio245 ,

Ich glaube nicht das dieser Satz so gemeint ist. So bin ich nämlich nicht.

Kommentar von Hideaway ,

So bin ich nämlich nicht

Das will dir hier auch niemand unterstellen. Aber die Formulierung kommt beim Leser genau  so an.

Kommentar von Nightstick ,

Auch ich würde es nirgends vorzeigen - dieses Zeugnis taugt stilistisch "nicht in die Wurst"...! 

Abgesehen davon kann man es deshalb nicht abschließend beurteilen, weil die Hälfte fehlt!

Grundsätzlich kann man ein Arbeitszeugnis nur dann beurteilen, wenn man es vollständig liest - von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum/Unterschrift, denn überall können sich versteckte Hinweise für den potentiellen neuen Arbeitgeber befinden, z.B. in der Reihenfolge der Auflistung der Tätigkeiten.

Die bisherigen Textausschnitte lassen zwar durchaus erkennen, dass es der Zeugnisautor gut gemeint hat, jedoch beweisen diverse ungeschickte Formulierungen die mangelhafte Beherrschung der Zeugnissprache.

Insofern rate ich dazu, das Zeugnis zunächst noch einmal anonymisiert, jedoch vollständig (!) hier einzustellen - nur dann kann man endgültig sagen, in welcher Form es zu reklamieren ist.



Kommentar von fabio245 ,

Arbeitszeugnis

Herr ..... geboren am .. .. .... wurde am 01.07.2012 in einem geringfügigen Beschäftigungsverhältnis eingestellt und arbeitete für uns bis zum 15.10.2014.

Zu seinen wesentlichen Aufgaben gehörten das Verräumen der Ware, die Parkplatzreinigung sowie weiter anfallende Arbeiten.

In neuen Situationen fand sich Herr ....... aufgrund seiner sehr schnellen Auffassungsgabe stets sicher und sehr gut zurecht. Er war außerordentlich hoch belastbar und stets sehr ausdauernd. Herr ...... zeichnete sich stets durch eine sehr gute Arbeitsweise aus. Er zeigte stets Eigeninitiative und beeindruckte durch seine sehr große Einsatzbereitschaft. Die Qualität seiner Arbeit war kontinuierlich und ausnahmslos sehr hoch.

Er verfügt über eine hohe Flexibilität und konnte vielseitig eingesetzt werden. Herr ...... überzeugte stets durch Kommunikationsstärke. Wir schätzten ihn stets als zuverlässigen, fleißigen, pünktlichen, freundlichen und ehrlichen Mitarbeiter.

Die Leistungen von Herrn ....... verdienen in jeder Hinsicht unsere vollste Anerkennung.

Gegenüber Vorgesetzten und Kollegen war sein Verhalten stets sehr vorbildlich. Zu erwähnen ist sein kontaktfreudiges und anpassungsfähiges Auftreten. Auch sein Verhalten gegenüber unseren Kunden war stets vorbildlich. Seine exzellenten Umgangsformen fanden stets unsere volle Anerkennung.

Er verlässt uns auf eigenen Wunsch.

Wir bedauern sein Ausscheiden sehr und bedanken und für seine stets vorbildlichen Leistungen. Für die berufliche und private Zukunft wünschen wir Herrn ...... alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Binzen, 31.10.2014

Hieber´s Frische Center

"Unterschrift"

Dieter Hieber

Kommentar von Nightstick ,

Vorbemerkung: Nachdem dieses Arbeitszeugnis nun vollständig vorliegt, ergibt sich eine vollkommen anderes Bild als vorher, als nur ein Zeugnisausschnitt vorlag.

Dies unterstreicht die Wichtigkeit, zur Beurteilung eines beruflichen Zeugnisses die vollständige Textversion vorliegen zu haben.

Zur Bewertung: Als die unvollständige Version vorlag, hatte ich noch am eine überwiegend magelhafte Fähigkeit des Zeugnisautors geglaubt. Nun, da die vollständige Version vorliegt, bin ich davon überzeugt, dass der Zeugnisautor bewusst ein schlechtes Zeugnis ausgestellt hat, das auf jeden Fall in geeigneter Form zu reklamieren ist, da es zumindest nicht dem Kriterium der wohlwollenden Formulierung entspricht.

Was heißt in diesem Fall "in geeigneter Form reklamieren"? Dieses Zeugnis muss, soll es für den weiteren beruflichen Werdegang benutzt werden, m.E. vollkommen neu formuliert werden, da es über weite Strecken nicht den gängigen Zeugnisformulierungen entspricht.

Da ich davon ausgehe, dass der Zeugnisempfänger dies nicht beherrscht, rate ich ihm, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen, mit ihm zusammen eine neue Zeugnisversion zu erstellen, und mit dieser im Zuge einer Reklamation an den Ex-Arbeitgeber heranzutreten. Dies kostet zwar Geld, aber ein gutes Zeugnis ist für den weiteren beruflichen Werdegang sehr wichtig.

Anm.: Die Zeit für eine Reklamation ist zwar schon weit fortgeschritten, aber aufgrund der vorgenannten Tatsachen sehe ich in diesem Fall die Möglichkeit der Anwendung des § 195 BGB (dreijährige Verjährung) gegeben.

Ich wünsche dem Zeugnisempfänger viel Erfolg!   

Antwort
von lohne, 105

Ein sehr gutes Zeugnis. Glückwunsch dazu.

Kommentar von fabio245 ,

Dankeschön :)

Kommentar von lohne ,

Bitte schön. Die Leistung hast du vollbracht.

Antwort
von dresanne, 55

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