Frage von 7348z32t423, 11

hallo, ich muss ein referat über "Wanderers Lied" von Ehrenstein halten. Kennt sich jemand aus und kann mir bei der Analyse helfen?

Ich verstehe bei "wanderers lied" zum Beispiel die letzten beiden Verse überhaupt nicht und auch bei der ersten Strophe hab ich einige Probleme bei der Deutung. Außerdem fällt es mir schwer bei gedichten ein Versmaß zu finden und hoffe mir kann jemand helfen

Antwort
von GDichte, 11

Vermaß: Da gibt's nicht viel zu finden, mal so, mal so, also freie Verse ohne strenge metrische Bindung.

1. Strophe: Das Herz, das auf den Lippen sitzt, sitzt nicht innen. Freundlichkeit, Herzlichkeit ist nur äußerlich. "Keuschheit kennen sich nicht". Die Freunde scheinen ein wenig triebgesteuert zu sein. Muss nicht nur der Sexualtrieb sein, sondern kann auch ganz allgemein ein etwas aggressives Wesen sein. Vers 1 und 4 sind glaub ich nicht erklärungsbedürftig, oder?

Schluss: "Karossen", nicht Autos oder Wagen, also etwas Besseres, Teureres, "Mondregenbogen", das ist Nacht und Tag in einem, beides positiv, schön, also geht's den Feinden Tag und Nacht ganz phantastisch, sozusagen High Life rund um die Uhr, während das Ich "im Kote" liegt.

Kommentar von 7348z32t423 ,

Vielen Dank, 

aber könntest du mir die doch nochmal erklären, weil "schwank wie Rohr" ist mir immer noch ein Rätsel?

und im allgemeinen, was der dichter überhaupt ausdrücken möchte.

Das lyrische ich wurde verlassen von seiner liebe und lebt in einem heruntergekommenem Haus. Außerdem die Suizidgedanken in der letzten Strophe. Aber für mich passt das alles irgendwie nicht zusammen, was damit gesagt werden soll und was es dann mit dem Titel "Wanderers Lied" auf sich hat.

Danke für die Antwort schon mal (:

Kommentar von GDichte ,

"schwank wie Rohr": Er meint wohl Schilfrohr, das im Winde schwankt. Auf seine Freunde bezogen, dass sie wenig zuverlässig sind, hin- und herschwanken.

Ansonsten: Ich meine nicht, er wurde verlassen, er hat überhaupt gar kein Land gesehen bei der Frau seiner Träume: "Nie sahst du mich an". Das ganze Gedicht ist ein einziges Bild des Jammers. Der Mann hat sozusagen den "Blues", Freunde taugen nix, seine Liebe will nichts von ihm wissen und die Leute, die er nicht ausstehen kann, denen geht's ganz fantastisch. "Wanderer": er wird nicht heimisch, kann sich nicht zu Hause fühlen (siehe die Beschreibungen in der dritten Strophe).

Ich weiß nicht, ob man beim Titel evt. den Bogen zu Wanderers Nachtlied von Goethe schlagen sollte. Es ist in jedem Fall ein ziemlicher drastischer Kontrast, obwohl das inhaltliche Thema ähnlich ist:

Der du von dem Himmel bist,
Alles Leid und Schmerzen stillest,
Den, der doppelt elend ist,
Doppelt mit Erquickung füllest;
Ach, ich bin des Treibens müde!
Was soll all der Schmerz und Lust?
Süßer Friede,
Komm, ach komm in meine Brust!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten