Frage von hanspeter336, 71

hallo ich möchte ein Pantherchamäleon kaufen, ich möchte ein exo terrarium kaufen welches zubehör brauche ich noch damit das Tier überlebt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von jaybee73, 44

hi,

ich gehe davon aus, du meinst ein exo terra terrarium. hier kann ich dir gleich den wind aus den segeln nehmen. selbst das größte dieser marke ist nicht annähernd groß genug, um ein furcifer pardalis artgerecht zu halten.

unter 100x70x180cm solltest du gar nicht erst anfangen, zu planen. schau also erst einmal, ob du den platz realisieren kannst. wenn ja, kannst du weiter denken.

das terrarium sollte möglichst nicht aus OSB bestehen, da dieses material, meist auch, wenn es versiegelt ist, früher oder später gammelt. besser ist z.b. siebdruck, forex, aluverbundplatten oder auch styropor.

Das terrarium muss über sehr große lüftungsflächen verfügen, d.h. der kpl. deckel sowie ca. 2/3 einer seitenfläche sollten mit gaze bespannt sein. die beleuchtung wird grundsätzlich über der deckelgaze istalliert. hier haben sich als grundbeleuchtung HCI-Strahler (70-150 W + passendes EVG) bewährt. Gern wird dieses Leuchtmittel zusammen mit einem T5 leuchtbalken betrieben, der die schlagschatten verringert und zur besseren ausleuchtung des oberen terrarienteils dient.

der HCI-strahler sollte so installiert werden, dass das Chamäleon sich auch beim kopfüber klettern an der Deckelgaze nicht verbrennen kann und am sonnenplatz 35 °C nicht überschritten werden. zusätzlich benötigst du das wichtigste leuchtmittel - UV! hier kann ich nur dringend von UV-Energiesparlampen oder UV-Röhren und Mischlichtstrahlern abraten. nimm hierzu am besten eine UV-metalldampfleuchte (Reptiles Expert oder Solar Raptor). auch diese benötigen ein passendes EVG. wichtig bei diesem leuchtmittel ist, dass es mindestens 35-40 cm entfernt von der Deckelgaze angebracht wird, da es sonst, auch bei passender temperatur zu UV-verbrennungen kommen kann.

es bietet sich an, das uv-leuchtmittel mittels einem uv-messgerät (solarmeter 6.2 oder 6.5) regelmäßig durchzumessen, damit man einen anhaltspunkt hat, wann das leuchtmittel zu wechseln ist. da dieses messgerät jedoch bei kauf sehr kostenintensiv ist, gibt es die möglichkeit, bei vielen tierärzten oder auch in sehr gut sortierten terraristikshops wird das durchmessen der uv-leuchtmittel angeboten. falls du keine möglichkeit hast, solltest du mindestens 1x jährlich das uv-leuchtmittel erneuern.

kommen wir zum nächsten punkt: einrichtung und bepflanzung:

als bodengrund kann ich nur lebende laubwalderde empfehlen, ggf. gemischt mit ungedüngter oder nur sehr leicht gedüngter blumenerde. dieser bodengrund sollte zusätzlich zu den darin sowieso lebenden klein- und kleinstlebewesen noch mit springschwänzen, verschiedenen asselarten (weiße asseln, kubanische asseln, keller- und rollasseln), regen- oder tauwürmern und ggf. ein paar zophobas angeimpft werden. diese tiere sind quasi die gesundheitspolizei im terrarium und kümmern sich um alles tote organische (kot, abgestorbene pflanzenteile, futtertierreste...). am besten gibst du über den bodengrund noch eine lage laub (eichenlaub macht sich super). dann trocknet der boden auch nicht so schnell ab und deine gesundheitspolizei hat einen reich gedeckten tisch :).

bevor du die erde einfüllst, solltest du eine drainageschicht (ca. 5 cm hoch) einfüllen. hier bietet sich z. b. seramis oder blähtonkugeln an. darüber kommt eine lage gartenvlies und darüber dann die erde, die 20-30 cm hoch eingefüllt wird. auch bei männchen bietet sich hoher bodengrund an, denn dieser ist wichtig, um ein gutes mikroklima zu schaffen und das funktioniert nicht, wenn nur 10 cm hoher bodengrund existiert. in den bodengrund am besten die ungiftige bzw. unbedenkliche pflanzen direkt einpflanzen. sehr gut bewährt und gern genutzt werden hier z.b. verschiedene Ficusarten, schefflera, efeutute, dracaena, yucca, passiflora ... wichtig ist, dass das terrarium recht dicht bewachsen ist, also 2 große pflanzen, die knapp bis zur deckelgaze gehen, ein paar mittelgroße und für den bodenbereich noch ein paar pflanzen, die schatten gut vertragen.

dann holst du dir ganz viele äste in verschiedenen stärken und oberflächenstrukturen, insbesondere aber welche, die das chamäleon zu ca. 2/3 gut umgreifen kann. hier haben sich äste der korkenzieherweide und korkenzieherhaselnuss sowie von ungespritzten obstbäumen und anderen laubgehölzen bewährt. diese äste müssen kreuz und quer im ganzen terrarium angebracht werden, so dass das tier das terrarium im kpl. ausmaß gut nutzen kann. im oberen terrarienteil sollten die äste aber vor allem in der waagerechten verbaut werden, damit das chamäleon sich bequem am sonnenplatz aufhalten kann.

die grundtemperaturen im terrarium sollten am boden um die 20 °C, mittig um die 24-26 °C und im oberen Teil um die 30 °C betragen. am sonnenplatz dürfen dann gern 35-38°C erreicht werden (bei adulten tieren, bei jungtieren bis zu ca. 1/2 jahr sollten temperaturen am sonnenplatz ca. 30 °C nicht überschreiten, da diese doch sehr schnell dehydrieren können).

ich beregne im winter 2x täglich 1 Minute per regenanlage mit zwei 80° düsen. im sommer wird 3-5x täglich je 1 minute beregnet. die blätter der bepflanzung sollten gut benetzt werden, da das chamäleon dort das wasser aufnimmt (stehendes wasser kann nicht wahrgenommen werden). ggf. sollte zusätzlich eine tropftränke installiert werden.

wenn das wetter es zulässt (ab ca. 23°C im schatten und nachts mindestens ca. 15 °C) lasse ich mein chamäleon im außengehege, welches natürlich auch dicht bepflanzt ist und windgeschützte schattenplätze sowie sonnenplätze bietet.

wichtig ist, dass das tier nicht ständig rein und raus geschleppt wird. das ist absoluter stress für ein chamäleon. wenn, dann sollte das tier, wenn möglich, direkt über tage draußen gehalten werden können. an kühleren tagen kann ggf. eine PAR38 (wassergeschützter wärmestrahler) als wärmequelle installiert werden.

ich hoffe, du konntest nun einen kleinen einblick in die haltung von furcifer pardalis erhalten. falls du noch fragen hast, immer raus damit :).

lg jana




Kommentar von hanspeter336 ,

Danke hat mir weitergeholfen

Antwort
von DanielDewald, 41

Nichts für ungut, aber das hört sich nicht gerade so an als hättest du dich sehr viel über das Thema informiert. Chamäleons sind keine Tiere die man sich mal gerade so aus einer Laune heraus zulegen sollte. Wenn du keine vorerfahrung mit der Haltung von Reptilien hast, empfiehlt es sich eher in dem Umfeld zuerst Erfahrung zu sammel. Chamäleons verzeihen kaum Fehler und gehen schon bei kleineren Missgeschicken in der Haltung ein. Meine Empfehlung daher: kauf dir ein gutes Buch zum Thema. Danach bist du hoffentlich informiert genug (und ehrlich genug zu dir selbst und dem Tier) um entscheiden zu können ob eine Haltung wirklich Sinn macht. Meistens ist die Antwort dann Nein. Sei es aus Erfahrung, Geld oder Platzmangel. Oder einfach weil man den Zusatz der lebendfutteHaltung und Fütterung scheut.

Antwort
von SJ7IFVQ5, 34

Es wâre super wenn du dich erst mal im Internet informieren würdest...

Kommentar von hanspeter336 ,

habe ich schon, aber ich finde nix konkretes was ist halt der hauptbestandteil eines Terrariums für Chamäleon, nur das wichtigste also?

Kommentar von SJ7IFVQ5 ,

die richtigen Lampen und die richtige Beschäftigung

Antwort
von DerFruchtKompot, 35

Ein großes Terrarium mit viel Erde am Boden, eine gute UV Lampe die du jedas Jahr wechseln musst. Außerdem gute Klettermöglichkeiten und eine große Pflanze. Gute Belüftung aber es muss trotzdem immer eine ausreichende Luftfeuchtigkeit vorhanden sein. Du musst auch das Terrarium alle 2 Wochen sauber machen und alle 2 Jahre der Erde wechseln.

Kommentar von jaybee73 ,

mit EINER großen pflanze ist es nicht getan. das terrarium sollte dicht bepflanzt sein, d.h. ein paar große und auch mittlere pflanzen. erde wechseln ist nicht erforderlich, wenn lebende laubwalderde genutzt wird. da kümmern sich dann die klein-/kleinstlebewesen um den organischen abfall (kot, futterreste, abgestorbene pflanzenteile) und wandeln diese in humus um. somit ist eine reinigung auch hinfällig. lediglich kot/tote futtertiere, die auf pflanzen (also außerhalb des bodengrundes) liegen, müssen manuell entfernt werden.

lg jana

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