Frage von madhouse210, 87

Hallo, ich hoffe, jemand kann mir weiterhelfen: welche nachteile ergeben sich für mich, wenn mein befristeter Vertrag in einen unbefristeten geändert wird?

Folgende Situation: habe in einem Unternehmen einen unbefristeten Vertrag und habe mich auf eine interne Stellenausschreibung (komplett andere Postition) auf eine Stelle beworben - und diese auch bekommen. Allerdings bietet der AG mir jetzt einen befristeten Vertrag auf 2 Jahre an, die Bestandteile des alten Vertrages bleiben bestehen. Was muss ich für mich beachten? Vielen Dank schon mal für eure Rückmeldungen.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 34

Grundsätzlich kann man einen befristeten Arbeitsvertrag abschließen, auch wenn man schon eine unbefristete Beschäftigung hat. Du solltest für eine bessere Antwort aber etwas mehr Infos liefern.

Ist der befristete Arbeitsvertrag mit oder ohne Sachgrund? Ist es nur eine Teilbefristung, also eine Befristung von einzelnen Arbeitsbedingungen? Wurde ein Änderungsvertrag angeboten? Läuft es über einen Aufhebungsvertrag?

Warum soll überhaupt der neue Job befristet werden? Gibt es eine Vereinbarung, dass Du nach der Befristung den alten Job wieder zurück bekommst oder, falls das nicht möglich ist, in einem anderen Büro arbeiten kannst?

Solltest Du eine Befristung mit Sachgrund bekommen und es gibt keine Vereinbarung über eine spätere Weiterarbeit im Betrieb, würde ich die Finger von der Befristung lassen.

Hat die Befristung keinen Sachgrund und man will den Vertrag nach zwei Jahren einfach auslaufen lassen, kannst Du Entfristungsklage einreichen, da eine Befristung ohne Sachgrund in Deinem Fall nicht rechtmäßig ist. Klagen musst Du dann aber innerhalb von drei Wochen nach Ablauf der Befristung.

War eigentlich ersichtlich, dass die neue Stelle befristet werden soll? Gibt es einen Betriebsrat? Wenn ja, würde ich mit diesem mal sprechen.

Kommentar von Hexle2 ,

Wer immer den "Pfeil nach unten" betätigt hat, könnte ja mal schreiben, was an meiner Antwort so schlecht ist. Ich lerne gerne dazu

Kommentar von madhouse210 ,

Danke für deine Rückmeldung und eine Menge Fragen. Ich fange mal an, um somit "Licht ins Dunkel" zu bringen :

- befristeter Vertrag: was ist ein Sachgrund? Also ich habe eine Zusatzvereinbarung zu meinem bestehenden Vertrag bekommen. In dieser Zusatzvereinbarung ist die Position angegeben, meine wöchentl. Arbeitszeit, Gehalt, Start des Vertrages und Befristung  und dass der Arbeitsvertrag vom xxx weiterhin seine Gültigkeit behält (weiß jetzt nicht, ob das ein Änderungsvertrag oder Aufhebungsvertrag ist...)

- ansonsten war bei der Stellenausschreibung nicht ersichtlich, dass diese befristet sein sollte..

Ich kann mir vorstellen, da ich gerade erst seit kurzem bei diesem AG bin und mit der Veränderung der Position einen für mich erheblichen Karrieresprung mache, dass die sich das erst einmal ansehen wollen, zudem läuft es auf Teilzeit in Führungsposition und damit haben die überhaupt keine Erfahrung.

Ich hoffe, ich konnte das jetzt einigermaßen klar darstellen, falls doch noch Fragen sind, einfach reinschreiben. Denn ich freue mich, dass ihr mir dabei mit Infos behilflich seid. Vielen Dank

Kommentar von madhouse210 ,

hallo hexle2,

noch eine Anmerkung zu dem vorangegangen:

wenn ich das richtig verstehe, bei der Angabe eines Sachgrundes muss doch auch wahrscheinlich Bezug auf das Teilzeitgesetz genommen werden?

und da in der Zusatzvereinbarung steht, dass der Vertrag vom xxx. seine Gültigkeit behält, verstehe ich das jettz so, dass wenn die Befristung auf der neuen Position ausläuft und ich mich bis dahin nicht bewährt habe, habe ich danach wieder meine alte Position inne? Oder verstehe ich das falsch.

Kommentar von Hexle2 ,

Befristungsgründe sind z.B. Mutterschaftsvertretung, Vertretung für Elternzeit, Ersatz für Langzeitkranke oder auch für die Dauer eines bestimmten Projekts. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Du hast keinen Aufhebungsvertrag sondern eine Zusatzvereinbarung zum bestehenden unbefristeten Arbeitsvertrag. In dieser ist geregelt, dass Du auf zwei Jahre befristet die neue Position hast.

Wenn nach zwei Jahren der Vertrag für die höhere Stelle nicht verlängert (nur mit Sachgrund) wird oder in einen unbefristeten Arbeitsvertrag übergeht, hast Du auf alle Fälle den jetzigen Job immer noch. Du wirst also nicht arbeitslos.

Unter diesen Umständen kannst Du den neuen Job nehmen, Du kannst Dich ja nur verbessern. Nutze die Zeit, dann hast Du die Stelle oder eine ähnliche vielleicht auch noch nach diesen zwei Jahren. Alles Gute.

Kommentar von madhouse210 ,

Danke für deine Hilfe! Dir auch alles Gute.

Kommentar von Hexle2 ,

Bitte gerne und Danke

Antwort
von johnnymcmuff, 29

Du schreibst ein bisschen durcheinander:

In der Überschrift steht von befristet zu unbefristet

Im Erklärungstext von unbefristet zu befristet

Wie ist denn der neue Vertrag nun?

Befristet ist schlechter, z.B wenn man Kredit aufnehmen will oder wenn man eine neue Wohnung mieten will.

Der befristete Vertrag endet mit dem Datum der Befristung und es muss nicht gekündigt werden.

MfG

johnnymcmuff

Antwort
von promooo, 26

Eine Befristung mit einem als unbefristet eingestellten Arbeitnehmer ist unzulässig. D.h. kannst den Vertrag unterschreiben, wenn Sie ihn nicht verlängern auf unbefristet, innerhalb 3 Wochen Klage beim Arbeitsgericht wegen unwirksame Befristung. 

Kommentar von Familiengerd ,

Eine korrekte Antwort!

Zu ergänzen wäre, dass nach der Rechtsprechung das Verbot nicht gilt, wenn zwischen dem alten unbefristeten und dem neuen befristeten Arbeitsverhältnis bei demselben Arbeitgeber eine Frist von 3 Jahren liegt.

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Das gilt aber nur für Zeitbefristungen, Sachgrundbefristungen sind erlaubt.

Kommentar von promooo ,

kann ich nur zustimmen :)

Antwort
von DerTroll, 41

Irgendwie bin ich verwirrt. Der Titel deiner Frage sagt genau das Gegenteil aus, zu dem was du im Text beschreibst. Wenn der Vertrag vorher befristet war und jetzt unbefreistet ist, hat es nur vorteile für dich. Wenn er vorher unbefristet war und jetzt durch einen Jobwechsel (wenn auch beim selben Arbeitgeber) befristet ist, hat es den Nachteil, daß der Vertrag nach zwei Jahren auslaufen kann. Und wenn er nicht verlängert wird, bist du dann arbeitslos.

Kommentar von madhouse210 ,

ja, sorry, da habe ich mich vertippt - ich meine natürlich, dass ich derzeit einen unbefristeten Vertag habe und jetzt in der Zusatzvereinbarung eine Befristung angeboten bekommen habe.

Antwort
von nickboy, 37

befristet heißt ersteinmal das du nur die 2 jahre da bist und dein AG den vertrag nicht verlängern muss ein fest vertrag ist halt unbefristet so das er nie ausleuft nur wen er dich kündigt warum auch immer oder halt andere sachen passiren wie z.b. du kanst den job nicht mehr ausüben oder sowas

aber ansonsten solten da teoretisch keine nachteile entstehen

Antwort
von ShitzOvran, 31

Wenn du jetzt einen befristeten Vertrag unterschreibst, kann es sein, dass sich dieser nach zwei Jahren verlängert, es kann aber auch sein, dass du nach diesen zwei Jahren ohne Job dastehst...

Antwort
von Joergi666, 40

NICHT ZULÄSSIG: § 14 Satz 2 TzBfG: ...Eine Befristung nach Satz 1 ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Kommentar von Familiengerd ,

Endlich eine korrekte Antwort:

Das Verbot eines befristeten Arbeitsverhältnisses nach einem unbefristeten bei demselben Arbeitgeber!

Zu ergänzen wäre, dass nach der Rechtsprechung das Verbot nicht gilt, wenn zwischen dem alten unbefristeten und dem neuen befristeten Arbeitsverhältnis bei demselben Arbeitgeber eine Frist von 3 Jahren liegt.

Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Das gilt aber nur für Zeitbefristungen, Sachgrundbefristungen sind erlaubt.

Kommentar von Hexle2 ,

Da muss ich widersprechen. Eine Befristung nach einem unbefristeten Arbeitsvertrag ist durchaus zulässig. Bedingung ist allerdings, dass die Befristung einen sachlichen Grund hat.

Außerdem wissen wir hier zu wenig um eine sichere Aussage treffen zu können.

@Familiengerd: Schau mal bei "Wedde" vorbei ( § 14 ab Rn 15 TzBfG, § 307 Rn 48 BGB ).

Daher habe ich bei meiner Antwort auch einige Fragen gestellt um eine genauere Antwort geben zu können.

"Deine Ergänzung" habe ich gerade erst gelesen. Ich lass das aber trotzdem mal stehen.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist selbstverständlich völlig korrekt, Hexle!

In einem "Kurzschluss" bin ich wegen der Formulierung "einen befristeten Vertrag auf 2 Jahre" unterschwellig wohl von einer Zeitbefristung ausgegangen; aber natürlich hätte ich in meinem Kommentar sofort darauf hinweisen sollen, dass sich das Verbot auf Zeitbefristungen beschränkt.

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