Frage von MariaausBayern, 85

Hallo, ich hätte eine Frage bezüglich der Aufsichtspflicht meines Kindes wenn er nach der Schule in den Hort geht?

Mein Sohn ist jetzt sieben Jahre und geht in die zweite Klasse. Da ich berufstätig bin muss er an drei Tagen in der Woche nach Schulschluss in die Mittagsbetreuung. Die Räume der Betreuung sind im Schulgebäude und die Mittagsbetreuung selbst wird durch einen e. V. organisiert.

Nun habe ich das Problem das mein Sohn schon mehrmals einfach nicht in die Betreuung ging und mit dem Bus nach Hause kam. Bisher war ich Gott sei Dank dann zuhause. Zweimal hat sich der Hort bei mir gemeldet das mein Sohn nicht da ist und zweimal habe ich Bescheid gegeben, da sich niemand gemeldet hatte.

Letztens jedoch wollte ich ihn ausnahmsweise vom Hort abholen und wartete fast 30 Minuten und mein Sohn kam nicht. (Um den Ablauf nicht zu stören wollen die Betreuer nicht das man einfach klingelt sondern man soll warten bis die Kinder geschickt werden) Als ich dann nach langem warten doch geklingelt habe wurde mir gesagt das er heute nicht da war! Ich war schockiert denn mein Sohn war über drei Stunden alleine unterwegs.Ich habe alles stehen und liegen gelassen und bin nach Hause gefahren. Mein Sohn tingelte quietschvergnügt im halben Ort umeinander und hat in der Zeit alles gemacht was er eigentlich nicht sollte. Gott sei Dank ist nichts schlimmes passiert.Ich bin daraufhin nochmal zurück gefahren und hab den Betreuern so richtig meine Meinung gegeigt. Die meinte dann sie hätten einmal bei mir zuhause angerufen aber niemand erreicht und dachten sich dann das ich wohl vergessen hätte ihn für den Tag abzumelden.

Die Betreuerinnen kennen meine Arbeitszeiten und wussten das ich nicht zuhause bin! Das wurde mir damals auch mit Unterschrift bestätigt.Nun wollte ich meinen Sohn nicht mehr dort hinschicken da ich in der Arbeit einen freien Kopf brauche und mein Kind sicher betreut wissen möchte.

Nun haben wir familiär einiges umgestellt und die Arbeitszeiten jongliert so dass er seit diesem Vorfall nicht mehr dort war.Der Schreck kam aber jetzt da ich gekündigt habe, fristlos, und der Verein diese nicht akzeptiert weil es ja kein triftiger Grund wäre. Nun soll ich bis zum Jahresende monatlich bezahlen obwohl mein Sohn nicht mehr hingeht.

Das kann doch nicht Rechtens sein, oder? Zumal ich die Betreuung ja gerne genutzt hätte wenn sie denn funktioniert hätte.Wer kann mir da Auskunft geben bzw. wer weiß an welche Stelle ich mich wenden kann?

Der Verein behauptet übrigens das er die Aufsichtspflicht nicht verletzt habe und er mit einem einmaligen Telefonanruf (ob der nun ankommt oder nicht) der Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Ich freu mich auf ein paar hilfreiche Antworten - Maria K.

Antwort
von kabbes69, 35

Da Schulform ja auch wieder Landesrecht ist, kann es hier Unterschiede geben. Bei uns gibt es im Bereich des Minsteriums eine Abteilung welche für die Zulassung zur Freiwilligen Ganztagsschule zuständig ist, ebenso ist bei uns die Schulleitung für die Auswahl der Betreuung zuständig und hat auch das Recht evtl .den Anbieter zu wechseln. Das wären für mich mal die ersten Ansprechpartner. Unser Vertrag mit der Betreuung läuft aber auch immer von Schuljahr zu Schuljahr. Ebenfalls hat die Betreuung eine ganze Liste mit Telefonnummern, als erstes meine HandyNummer, und eine Liste mit abholberechtigten Personen.

Ich denke auch, dass es sich deine Betreuung da etwas zu einfach macht, was die Aufsichtspflicht betrifft, aber wie das rechtlich wirklich aussieht, weiß ich nicht. 

Da ich mein Kind kenne, sage ich ihm jeden Morgen, heute gehst du nach der Schule in die Betreuung, oder heute kommt die Oma dich abholen und lasse ihn wiederholen was ich gesagt habe! Ich erwarte nicht von einem 7 jährigen , dass er morgens noch weiß, was am abend vorher gesagt wurde. 

Und deinem hätte ich bereits beim 2. ungeplanten Auftauchen zu Hause gesagt, so jetzt gehst du jeden Tag in die Betreuung und hätte ihm erklärt warum. 

Kommentar von MariaausBayern ,

 Mein Sohn bekam jeden morgen eine Karte in das Federmäppchen wo drauf stand wo er nach der Schule hin muss. Direkt nach Hause oder in die Mittagsbetreuung.

Ich hatte ihn anfangs täglich in der Betreuung aber leider gab es Probleme mit den Hausaufgaben. Da wurde mit Bleistift die Lösung vorgeschrieben anstatt ihm beim lösen zu helfen. Ich hatte auch angeboten das ich die Hausi dann lieber alleine mit ihm mache und in der Betreuung gar keine gemacht wird aber das wollten sie nicht. Es gibt einen Zeitplan und der gilt für alle Kinder.

Deshalb habe ich dann entschieden das er nur an den Tagen in die Betreuung muss an denen ich wirklich arbeiten bin und sonst niemand zuhause ist. So hab ich seine Hausaufgaben wenigstens im Blick.

Der Hort hat auch alle Nummern die in Frage kommen, Handy, Festnetz, Arbeit, Oma, Opa... aber sie haben eben nur einmal auf dem Festnetz angerufen obwohl sie wussten das ich nicht daheim bin.

Na dann werd ich mich schon mal auf einen Brief vom Anwalt freuen. Gott sei Dank hab ich alles dokumentiert und auch genügend Leute im Umfeld die das bestätigen können. Hat ja das halbe Dorf mitbekommen :-)

Antwort
von Stachelkaktus, 45

Wie das mit dem Vertrag rechtlich ist, weiß ich nicht. Ich kann dir aber von unserer Mittagsbetreuung sagen, dass die es niemals auf nur einem Anruf beruhen lassen würden. Wir müssen neben unserer Nummer zwei weitere hinterlegen, wo man im Zweifelsfall jemanden erreicht (Großeltern, Nachbarn etc), und sollte ein Kind dennoch unabgemeldet fehlen und nicht auffindbar sein, informieren sie die Polizei. Alles Gute für euch! 

Antwort
von BenniXYZ, 17

Also ich würde keinen Cent bezahlen und erst mal abwarten wie der Verein reagiert. Erst wenn Mahnbescheid oder Drohbrief vom Anwalt kommt, dann würde ich mir einen Anwalt suchen. Dann zahlt den auch die Rechtsschutzversicherung.

Nimmst du dir vorher einen Anwalt, sozusagen vorbeugend oder weil du eine Auskunft haben möchtest, mußt du den selbst bezahlen, es ist nicht versichert.

Der Verein macht es sich sehr leicht, zumal dein Sohn ja mehrmals nicht dort ankam. Nach dem ersten Mal müßten doch alle Alarmglocken angehen, wenn dein Kind nicht im Hort ankommt!

Antwort
von PeterSchu, 37

Eine Aufsichtspflicht kann der Hort nur haben, ab dem Zeitpunkt, zu dem das Kind dort anwesend ist. Er ist aber nicht dafür veranwortlich, wie das Kind von der Schule dorthin kommt.

Auch ist es keine Frage der Aufsichtspflicht, wenn das Kind nicht erscheint. Denn das Kind war ja gar nicht unter Aufsicht. Ich sehe es eher als eine Frage des "Service", wenn der Hort dann anruft und nachfragt, was mit dem Kind ist. Mag sein, dass man diesen Service verbessern kann, andererseits hat das Personal dort eben Kinder zu beaufsichtigen und kann derweil nicht noch in der Gegend herumtelefonieren.

Kommentar von MariaausBayern ,

Danke für deine Meinung. Beginnt die Aufsichtspflicht denn nicht auch dann wenn diese Übertragen wurde ab Schulschluss? Zumal die Betreuung ja im gleichen Gebäude ist und die Schule auf der Homepage dafür wirbt. Wer würde dann denn im Ernstfall die Verantwortung übernehmen? Es kann ja auch nicht sein das die Eltern dafür verantwortlich sind da das Kind ja eigentlich nach dessen Wissen beaufsichtigt ist.

In der ersten Klasse wurden sie vom Klassenzimmer abgeholt. Wenn dann offiziell alle Kinder da sind wird anhand einer Liste kontrolliert. Da ist es aufgefallen das er nicht da ist aber es wurde nur einmal zuhause angerufen. Mobiltelefon oder Arbeitsanschluss war ihnen bekannt. Auch die Nummer von Oma und Opa. Es wurde nur einfach nichts unternommen!

Wie soll man denn das sonst machen wenn niemand dafür verantwortlich ist. Ich kann ja schlecht nach Schulschluss extra von der Arbeit zur Schule fahren und ihm vom Klassenzimmer in den Keller begleiten. Ganz davon zu schweigen das mein Arbeitgeber das auch nicht mitmachen würde.

Kommentar von PeterSchu ,

Natürlich ann man dein Problem verstehen. Aber du solltest es auch von der anderen Seite sehen. Du schreibst, dass die Bertreuung von einem e.V. geleistet wird, also vielleicht sogar unter Mitarbeit von Ehrenamtlichen (?). Selbst wenn die Einrichtung räumlich mit der Schule zusammenhängt, dürfte es nicht so einfach möglich sein, die Kinder von der Schulklasse "abzuholen" und aufzupassen, dass niemand wegläuft.

Von Vereinen mit Jugendarbeit kenne ich es so, dass die Aufsicht tatsächlich erst dann beginnt, wenn die Kinder auf dem Vereinsgelände sind und die vereinbarte Betreuungszeit begonnen hat. Sollte sich die Aufsichtspflicht darüber hinaus auch auf das "Abholen" erstrecken, müsste das meines Erachtens irgendwo vertraglich vereinbart sein.

Ich kenne zwar die Strukturen dieses e.V. nicht, aber oft ist es so, dass solche Aktivitäten doch recht oft von Eigeninitiativen abhängen und vielleicht sogar Menschen ehrenamtlich dort arbeiten, zu Gunsten von Anderen.

Und wenn dort eine größere Anzahl von Kindern betreut wird, ist es unter Umständen nicht immer möglich, mehrere Versuche zu unternehmen, um Eltern anzurufen, während die anderen Kinder dann unbeaufsichtigt sein könnten.

Deine Frage danach, wie man das Ganze besser organisieren könnte, ist verständlich. Aber die Frage, ob man jemandem eine Verletzung der Aufsichtspflicht anhängen könnte, wäre eventuell ein wenig ungerecht gegenüber denjenigen, die sich bemühen, etwas Sinnvolles auf dei Beine zu stellen.

Antwort
von Menuett, 20

Die müssen schon mehr tun, um Dich zu erreichen. Ein einmaliger Anruf langt da nicht.

Da wirst um den Anwalt nicht herum kommen.

Antwort
von frodobeutlin100, 36

vielleicht hättest Du anstatt dem Betreuer mal Deinem Sohn "die Meinung geigen sollen" - warum er nämlich nicht in die Betreuung geht, wie es vereinbart war ....

die Betreuer haben ga rnichts falsch gemacht .. wenn Dein Sohn einfach nicht hingeht ... und Du es offenbar hinnimmst ..

Kommentar von MariaausBayern ,

Ich habe sein Verhalten nicht einfach so toleriert. Er ist erst 7 und bringt schon öfter einmal etwas durcheinander und ich unterstelle ihm da keine Absicht. Er hat halt das Beste aus der Situation gemacht als er dann zuhause war und niemand da war. Ich weiß ja wie zerstreut er ist - die Betreuer wissen das im Übrigen auch!

In der Betreuung sind die Kinder fest angemeldet für die Zeiten und müssen abgemeldet werden wenn sie nicht kommen. Es wurde allen Eltern von der Leiterin auch zugesagt das sie angerufen werden wenn ein Kind fehlt. Deshalb müssen sie ja abgemeldet werden wenn sie nicht kommen.

Wenn da niemand die Verantwortung hat wäre das schon ein starkes Stück. 

Kommentar von Menuett ,

Die Betreuer haben nix falsch gemacht?

Das Kind kommt nicht und die melden sich nicht?

Das wäre böse für die Erzieher ausgegangen, wenn dem Kind etwas passiert wäre.

Man gibt sein Kind in eine Betreuung, um es sicher zu wissen.

Kommentar von frodobeutlin100 ,

Die Betreuer sind zuständig, wenn das Kind "da" ist ... für den Weg von A nach B sind sie nicht zuständig (also von der Klasse zur Betreuung) außer es ist so vereinbart ...

wenn ein Kind tut was es will, sind erstmal die Eltern zuständig auf das Kind einzuwirken, dass es Regeln und Verabredungen einhält (also nach der Schule in die Betreuung gehen) ... wenn das nicht klappt, ist das Kind für diese Aufgabe nicht reif genug ... dafür können aber die Betreuer auch nichts ...

im Übrigen wurde offenbar angerufen ....

Kommentar von Menuett ,

Die haben aber niemanden erreicht.

Die Betreuer müssen zwingend melden, dass das Kind nicht angekommen ist.

Die Betreuer müssen dann nicht suchen gehen.

Klar muß man auf sein Kind einwirken.

Aber der Erzieher kann nicht davon ausgehen, dass das Kind aus Lustlosigkeit nicht auftaucht.

Stell Dir vor, ihm wurde schlecht und es liegt hilflos irgendwo im Graben und die Eltern wissen von nix, weil der Erzieher keine Lust hat die Eltern zu informieren.

Oder das Kind wird entführt, wird krank, verletzt, wurde verprügelt - und die Eltern können das Kind nicht suchen, weil sie denken, es ist sicher in der Betreuung.

Manche Betreuungen denken, sie seien schlau, und schließen den Anruf per Vertrag aus - der Passus ist nichtig.

Die können sich nicht aus der Verantwortung stehlen.

Ich kenne einer Erzieherin, die ist deswegen vorbestraft - zu Recht.


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