Frage von Pecko, 30

Hallo ich habe vergessen eine Rechnung über 2,99 €, nach 6 Monatan kamm Forderung von Inkasskobüro.Die 2,99 habe ich bezahlt, muss ich Inkassko auch zahlen?

Hallo ich habe vergessen eine Rechnung über 2,99 €, nach 6 Monatan kamm Forderung von Inkasskobüro.Die 2,99 habe ich bezahlt, muss ich Inkassko auch zahlen?

Antwort
von franneck1989, 30

Der Gläubiger ist Unternehmen, du Verbraucher? Dann sind die Gebühren nicht durchsetzbar, heißt du brauchst das nicht bezahlen

Kommentar von AnReRa ,

Hast Du eine Begründung (Urteil) dafür ?
Ich kenne

Beschluss vom 7. September 2011 – 1 BvR 1012/11

Gläubiger können demnach die Kosten für die Einschaltung eines
Inkassounternehmens „grundsätzlich als Verzugsschaden geltend machen.

Gestritten wird nur über die Höhe der Kosten ...

Kommentar von mepeisen ,

Immer wieder gerne nehmen Inkasso-Verfechter dieses Urteil des Bundeverfassungsgerichts her. Sie zitieren einen Halbsatz aus dem Urteil und denken dann, sie hätten automatisch gewonnen.

Dummerweise steht in selben Satz, aus dem dein Zitat stammt folgendes: "unbeschadet bestimmter Einschränkungen"

Soll heißen: Es gibt Einschränkungen wann und wie hoch der Verzugsschaden zu ersetzen ist.

Es ging dem Verfassungsgericht gar nicht darum, die Frage nach dem ob und dem wie hoch zu beantworten (das hätte es im Zweifel auch gar nicht entscheiden dürfen). Da hat es sich davon gehütet. Es hat nur festgestellt, dass es umstritten ist und es hat festgestellt, dass es eine absolute Höchstgrenze gibt, nämlich das RVG.

Das Bundesverfassungsgericht schreibt sogar: "Es stand dem Amtsgericht zwar frei, so zu entscheiden, es hätte dann aber die Berufung zwingend zulassen müssen " Die Entscheidung konnte man also so treffen und die Inkassogebühren als Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht ablehnen. Aber es hätte eine Berufung zugelassen werden müssen, weil diese Rechtsansicht umstritten ist. Dies ist der Knackpunkt.

Im übrigen hat das entsprechende Inkasso zwar erstritten, dass es eine Berufung geben durfte, hat diese aber danach nie betrieben. Weil es vor dem nächsten Gericht ebenso verloren hätte.

Das alles berücksichtigt nicht die vielen anderen Argumente gegen Inkassogebühren. Insbesondere wirft im Massengeschäft grundsätzlich von Seitens Inkasso kostenlos gearbeitet. Wo aber nie ein Schaden stattfindet, da kann auch nie Schadensersatz eingefordert werden. Die Inkassos sind hier also Opfer ihrer eigenen Preispolitik. Zu dumm...

Kommentar von EXInkassoMA ,

mepeisen hat recht , es ging nur um ein Verfahrensfehler des Brandenburger Gerichtes (nicht zugelassene Berufung)

Antwort
von kevin1905, 23

Höchstwahrscheinlich nicht (folgt aus §§ 254 BGB uns 4 Abs. 5 RDGEG).

Sind neben den Inkassokosten noch Forderungen offen (Zinsen, Mahngebühren, Rücklastschriftkosten).

Antwort
von AnReRa, 28

Ja. Das Büro ist ja tätig geworden und treibt diese Forderung unabhängig vom eigentlichen Betrag ein.

Kommentar von franneck1989 ,

Blödsinn. Inkassogebühren muss man i.d.R. nicht zahlen

Kommentar von AnReRa ,

Arbeitest Du auch ohne Gehalt ?
Was meinst Du woran das Inkassobüro verdient ?
Normalerweise schickt der Gläubiger erst eine Mahnung an den Schuldner (kostet dann regelmäßig schon mal mind. 3 EUR mehr)
Zahlt der Schuldner nicht, gibt der Gläubiger das an ein Inkassobüro ab. Das schreibt eine Brief und schlägt eine Gebühr drauf.

Kommentar von mepeisen ,

Arbeitest Du auch ohne Gehalt ?

Dieter Bohlen arbeitet auch nicht ohne Gehalt. Trotzdem muss ich ihn nicht bezahlen, wenn der Gläubiger ihn für die Zustellung eines Mahnbriefes engagiert.

Normalerweise schickt der Gläubiger erst eine Mahnung an den Schuldner (kostet dann regelmäßig schon mal mind. 3 EUR mehr)

Unzulässig. Mahnbriefe kosten keine 3€. Das sind die Kosten von 2 Briefen. Manche Gerichte lassen sogar nur Mahngebühren in Höhe von 1€ zu. Mahngebühren sind keine Strafzahlung. Sie sollen die Kosten für Briefpapier, Tinte/Toner und Porto decken, mehr nicht.

Zahlt der Schuldner nicht, gibt der Gläubiger das an ein Inkassobüro ab. Das schreibt eine Brief und schlägt eine Gebühr drauf.

Und dieser Vorgang ist rechtlich vollkommen sinnlos und nicht zweckdienlich. Das Inkasso macht außer Briefe schreiben nichts im Masseninkasso. Es nimmt weder Rechtsberatung noch Einzelfallprüfungen vor. Dafür haben die großen Konzern fest angestellte Anwälte.

Mit dem ersten Mahnbrief befindet sich der Schuldner in Verzug. Alle weiteren Briefe bedeuten null rechtlichen Mehrwert. Der Gläubiger kann sofort einen gerichtlichen Mahnbescheid beantragen und sich den völlig unsinnigen Umweg über ein Inkassobüro sparen. Genau deswegen verstößt eine Inkasso-Einschaltung bei solchen geschäftserfahrenen Gläubigern gegen §254 BGB.

Kommentar von AnReRa ,

Danke, wieder was gelernt. Die Kernaussage ist also, dass dem geschäftserfahrenen Gläubiger (wie auch immer das definiert ist)  den 'Gesamtschaden' für den Schuldner minimieren muss.
Daher ist er im Zweifelsfall gehalten, dass Mahnverfahren selbst zu betreiben.

Aus §254 (2):

wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt
[...] dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern

--

Mahnbriefe kosten keine 3€

Hm, also ich habe sogar schon mal 5 € zahlen sollen (Versandhändler), weil eine Überweisung (Zahlendreher in Auftragsnummer) nicht angekommen ist.
(Wurden nach Rücksprache aber erlassen, weil auch keine Rücküberweisung erfolgte)
Aber vermutlich wird wegen 3€/5€ Mahnspesen keiner prozessieren ...

Antwort
von dresanne, 27

Nicht bezahlte Rechnungen, verpasste Fristen, zu spät abgegebene Steuererklärung sind alles Dinge, die einen Haufen Geld kosten. Wir Deutschen sind Weltmeister im Geld wegwerfen. Es gibt kein schlimmer rausgeschmissnes Geld, als Säumniszuschläge oder sonstige finanzielle Schäden durch verpasste Termine.
Wenn das bei Dir sogar 6 Monate gedauert hat, dann bezahl mal schön.

Kommentar von kevin1905 ,

Nicht bezahlte Rechnungen, verpasste Fristen, zu spät abgegebene Steuererklärung sind alles Dinge, die einen Haufen Geld kosten.

Der Vergleich mit den Steuern hinkt m.M.n. etwas.

Wenn Pflichtveranlagung besteht wird gemahnt oder geschätzt, wer es jedoch nicht schaft bei freiwilliger Veranlagung vor Festsetzungsverjährung abzugeben, hat dann wohl ohnehin Geld verschenkt. Steuern werden aber kraft Gesetzes geschuldet (AO, EStG, UStG, etc.), Nebenkosten einer privaten Forderung nur bedingt.

Ähnlich dämlich ist der Gläubiger der seine Schuld nicht titulieren lässt.

Wir Deutschen sind Weltmeister im Geld wegwerfen.

Da stimme ich voll und ganz zu, würde ich aber an was anderem festmachen.

Deutschland ist beinahe Weltmeister im Sparen. Kaum ein anderes Volk legt so viel Geld auf Seite, aber kaum ein anderes Volk investiert so schlecht und hat eine derart geringe Finanzblldung.

=)

Antwort
von Juli1511, 27

Eigentlich schon oder? Wenn die dich nach 6 Monaten aufmerksam machen

Kommentar von franneck1989 ,

Für eine Mahnung kann man pauschal maximal 2,50€ ansetzen

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten