Frage von Captaincarmen1, 66

Hallo Ich habe keine Ahnung von Musik und stelle mal ne blöde Frage Wozu gibt's eigentlich diese ganzen Tonleitern und wodurch unterscheiden die sich?

Antwort
von Merkantil, 2

Hallo,

Du bringst 2 Behauptungen und stellst dann 2 Fragen:

„Ich habe keine Ahnung von Musik“: Nicht jeder kann sich in der Musik total gut auskennen.

„Ich stelle mal ne blöde Frage“: Die vermeintlich blöden Fragen sind oft die besten.

„Wozu gibt's eigentlich diese ganzen Tonleitern?“

1.) Wenn man ein Lied oder ein anderes Musikstück komponieren (also sich ausdenken) möchte, so hat man die Möglichkeit, die Töne aus einer Tonleiter (oder eine Auswahl dieser Töne) sozusagen als „Baumaterial“ zu nehmen. Wie man sie in der Reihenfolge anordnet, ob man einzelne Töne wiederholt, und wie man sie zeitlich strukturiert (Rhythmus), bleibt dem Komponisten überlassen: In der Tonleiter selbst sind die Töne nach der Tonhöhe sortiert; in einem Musikstück dagegen kann man sie auch ganz anders anordnen, wenn man möchte; wenn es einem gefällt, kann man aber auch in ein Musikstück eine ganze Tonleiter oder zumindest eine kleinere Tonfolge daraus einbauen.
Wie man ein Haus meist aus mehreren Materialien baut (Stein, Holz, Glas, Metall ... ), so kommt es vor, daß man für ein Musikstück Töne aus mehreren verschiedenen Tonleitern nimmt.

2.) Man kann Tonleitern auch benutzen, um im Vergleich mit ihnen herauszufinden, wie ein Lied oder ein anderes Musikstück aufgebaut ist, also z.B. um welche Tonart und um welches Tongeschlecht es sich handelt.

3.) Oft werden Tonleitern auch benutzt, um die Fingerfertigkeit auf einem Instrument zu trainieren.

„Wodurch unterscheiden sich die ganzen Tonleitern?“
Meine Antwort bezieht sich nur auf eine gewisse Auswahl von Tonleitern, die in der westlichen Kunstmusik hauptsächlich benutzt werden.
(Daß es eine fast unübersehbare Fülle an verschiedenen Tonleitern gibt, wenn man auch noch in andere Musikkulturen und in andere Epochen schaut, kannst Du hier sehen:
https://de.wikipedia.org/wiki/Tonleiter
Aber bitte glaub nicht, daß Du diesen ganzen Artikel von vorn bis hinten gründlich durchlesen mußt: Um zu erkennen, was ich meine, genügt es, wenn Du ihn mal kurz überfliegst.)

A) Die meisten Tonleitern sind so aufgebaut, daß der höchste Ton 1 Oktav höher ist als der tiefste Ton. Die Tonleitern unterscheiden sich darin, wieviel verschiedene Töne sie haben. (Der höchste Ton wird nicht mitgezählt, da er ja quasi eine Wiederholung des tiefsten Tones darstellt und deshalb auch den gleichen Tonnamen wie der tiefste Ton trägt.)
Die meisten Tonleitern haben 7 Töne (z.B. Dur-, Moll-Tonleitern und Tonleitern der verscheidenen Kirchentonarten); es gibt aber auch Tonleitern mit 5 (pentatonische Tonleitern), 6 (Ganztonleiter) und 12 Tönen (chromatische Tonleiter) pro Oktav.

B) Die Tonleitern unterscheiden sich in ihrer Struktur. Meist werden Halbton- und Ganztonschritte verwendet, und so ergibt sich die jeweilige Struktur daraus, wie oft welches Intervall nacheinander vorkommt, und in welcher Reihenfolge diese Intervalle vorkommen. (Es können auch andere Intervalle vorkommen, z.B. die kleine Terz in der pentatonischen Tonleiter oder die übermäßige Sekund in der harmonischen Molltonleiter.)
In der Regel werden bei einer Tonleiter, die von unten nach oben (aufsteigend) gespielt wird, die gleichen Töne verwendet, wie wenn sie von oben nach unten (absteigend) gespielt wird. Es gibt aber auch Ausnahmen (z.B. die melodische Molltonleiter).
Zu Übungszwecken (siehe oben unter 3.)) wird eine Tonleiter oftmals nicht nur durch 1 Oktav, sondern durch 2, 3 oder 4 Oktaven gespielt. (Eine Durtonleiter durch 4 Oktaven z.B. hätte dann 29 Töne vom untersten bis zum obersten Ton, da die 7 Töne der Tonleiter nacheinander 4mal vorkommen + 1 Ton als oberster Abschlußton.)

Es gibt auch Tonleitern, die speziell für die oben genannten Übungszwecke verwendet werden (z.B. die Terztonleiter).

Es gab Komponisten im 20. Jahrhundert (z.B. Messiaen), die genug hatten von den Tonleitern, die sie vorgefunden hatten, und sich für ihre Werke neue Tonleitern ausgedacht haben. (Messiaen nannte das „Modi“). Durch mathematisch-logische Überlegungen kann man nämlich herausfinden, welche Möglichkeiten für Tonleitern in unserem Tonsystem überhaupt denkbar sind, und dann ausprobieren, welche von den selten benutzten Möglichkeiten interessant klingen.

C) Eine Tonleiter von einer bestimmten Struktur kann man in der Tonhöhe verschieben. So hat die G-Dur-Tonleiter dieselbe Struktur wie die C-Dur-Tonleiter, sie beginnt nur auf einer anderen Tonhöhe, das heißt, alle ihre Töne sind im Vergleich zur C-Dur-Tonleiter um denselben Abstand verschoben.
Es gibt Tonleitern, die so gleichmäßig aufgebaut sind, daß keiner ihrer Töne wichtiger erscheint als die anderen Töne: So kann man bei ihnen gar keinen Grundton erkennen. (Chromatische Tonleiter und Ganztonleiter.) Wenn man die chromatische Tonleiter (alle Tasten eines Tasteninstruments) um einen Halbton verschiebt, ändert sich an der Tonauswahl nichts (wieder alle Tasten). Wenn man eine Ganztonleiter (nur aus Ganztonabständen bestehend) um 1 Halbton verschiebt, kommen genau die Töne dran, die in der 1. Version ausgelassen worden waren; verschiebt man sie nochmal um 1 Halbton, so hat man wieder die Tonauswahl der 1. Version: Bei der Ganztonleiter gibt es also nur 2 verschieden klingende Möglichkeiten, bei der chromatischen Tonleiter sogar nur 1.

Eine Frage hast Du nicht gestellt: „Was ist überhaupt eine Tonleiter?“
Ich beantworte sie trotzdem, indem ich daran erinnere daß dafür zu Beginn des oben erwähnten Wikipedia-Artikels eine ganz gute Definition steht: „Eine Tonleiter ... ist in der Musik eine Reihe von der Tonhöhe nach geordneten Tönen, die durch Rahmentöne begrenzt wird, jenseits derer die Tonreihe in der Regel wiederholbar ist. In den meisten Fällen hat eine Tonleiter den Umfang einer Oktave ...“

Antwort
von Kickflip99, 7

Die Tonleitern und Tonarten sind einfach eine Klassifizierung der verschiedenen Töne und deren Systeme. 440 Hz ist ein A und darauf baut das ganze auf. Eine Tonleiter ist einer Tonart zugehörig und je nachdem welche Töne in einem Stück vorkommen, ändert sich die Tonart. Das ist relativ komplex das ganze zu erklären, aber generell ist es nur ein Raster um Musik zu beschreiben. Viele (Pop)-Musiker komponieren nur nach Gehör und wissen gar nicht welche Tonart das ist. Der gelernte Musiker sagt dann "das ist eine iv-IV-I-V Harmoniefolge in Es-Dur", aber zum Musikmachen an sich ist es nötig. Das sage ich, obwohl ich einer dieser Musiktheorie-Freaks bin.

Expertenantwort
von WebThoWeb, Community-Experte für Musik, 11

Hi Captaincarmen,

sie dienen dem Komponisten als Werkzeug, um dem Stück einen  jeweiligen Ausdruck zu geben, plump gesagt, z. B. traurig oder fröhlich.

Die Tonlage entscheidet auch über den Klang in Bezug auf schwer, mächtig oder leicht, strahlend.

Es ist so, wie der Maler mit verschiedenen Farben und Materialien arbeitet.

Thomas Weber




Antwort
von Reanne, 20

Verschiedene Tonlagen, die mit Notenschlüsseln gekennzeichnet werden, schau Dir das hier mal genau an

http://www.gymnasium-stein.de/filedownload/Fachschaften/Faecher_Gruppe_2/Musik/G...

Expertenantwort
von TimeosciIlator, Community-Experte für Musik, 15

Die Tonleitern unterscheiden sich lediglich in der Tonhöhe.

Eigentlich würde meistens eine Dur-Tonleiter und eine Moll-Tonleiter schon reichen um jede Melodie spielen zu können. Warum es mehrere gibt hat mindestens zwei Gründe bzw. Vorteile:

Zum einen ist es dadurch möglich auch die Melodie höher oder tiefer zu singen/spielen und zum anderen kann man dadurch auch mehrstimmig singen/spielen.

Antwort
von Momothlbr, 25

Naja also sie unterscheiden sich im Grundton also wenn man beim C1 beginnt dann endet die Tonleiter bei C2 (das ist der gleiche ton nur höher) und wenn man bei G1 beginnt endet er bei G2 also der gleiche ton nur höher . Und die braucht man wegen den vorzeichen . Also wenn ein stück in A moll is , dann weiß man welche töne zu einem b oder -is werden.

Antwort
von SaskiaUzumaki, 17

Die Tonleiter dienen dazu, um zu sehen, welcher Ton gespielt wird. Musik besitzt unterschiedliche Töne: Höhe Töne und tiefe Töne. Jede Taste (z.B beim Klavier) wird durch einen Buchstaben markiert: a, b, h ect. Dann gibt es noch die Notenschlüssel, also dieses große P und ihre verschiedene Kombinationen, das du aufden Blättern siehst. Damit kenne ich mich aber nicht aus.

Antwort
von erikology, 30

Hi,
Als Tonleiter bezeichnet man eine definierte Reihenfolge von Tönen, die auf einem Ausgangston beginnt, dann einem bestimmten Schema folgt, und dann auf dem um eine Oktave erhöhtem Ausgangston endet.

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