Frage von kevin230994, 50

Hallo ich habe eine frage zu Schlaganfällen und die darauffolgende schluck Störung die zu einer Entzündung der Lunge führt ?

Mein Vater (53) hat vor 5 tagen eine Schlaganfall bekommen sein zustand ist soweit stabil er kann nicht gut sprechen und sein arm ist gelähmt aber er versteht alles und weis was los ist meine sorge ist er hat eine schluck Störung die dazu führt das er eine Entzündung der Lunge hat der artzt meinte eiskalt das daran schon ältere Patienten gestorben sind was ich eigentlich nicht hören wollte und das es zeit braucht bis das weg geht er hatte for 2 tagen eine Magensonde die aber jetzt weg ist und braucht nur noch eine atem Maske zur Sicherheit ich wollte wissen ob das schon ein gutes zeichen für seine Genesung ist das er keien Magensonde mehr braucht , und wie lang es dauert bis die lunge wieder normal ist ? weil ich denke das wen die lunge sich erholt hat seine Therapie beginen kann das er vill in einem jahr wieder halbwech gesund ist

PS tut mir leit für meine reschreibung ich leide unter Legasthenie

Antwort
von amdros, 31

schon ältere Patienten gestorben sind was ich eigentlich nicht hören wollte

..was aber leider der Tatsache entspricht!

Nun ist dein Vater aber noch kein alter Mann..eher in den besten Jahren. Es kommt natürlich auch darauf an, was alles in Mitleidenschaft gezogen wurde und wie stark der Schlaganfall war! In der heutigen Zeit läßt es sich tatsächlich schon danach gesunden und das, ohne bzw. nur kleinere Schäden zurück bleiben.

Ich wünsch deinem Vater alles Gute, baldige Gesundung und du..du solltest ihn kräftig dabei unterstützen, indem du dich ihm von der positiven und hoffnungsvollen Seite zeigst!

Kommentar von kevin230994 ,

das ist ein toller rat vielen dank

Kommentar von amdros ,

Wenn alles gut verläuft..hat er sogar die Chance wieder ganz fit zu werden..wollen wir das Beste für ihn hoffen!!

Kommentar von Sirius66 ,

Du kannst ihn fördern. Geh oft hin, aber nie zu lange. Bring ihm Musik, Bilder ...

Sprich ihn von seiner betroffenen Seite an, animiere ihn in die schwache Richtung. Formuliere kurze Sätze ... und frag die Therapeuten, was du tun kannst - ich weiß ja nicht, auf welchem Level er ist.

Gruß S.

Kommentar von kevin230994 ,

ok danke

Antwort
von Sirius66, 28

Du leidest nicht unter Legasthenie - du gibst dir keine Mühe!

Bei einem Schlaganfall ist eine gesamte Körperhälfte betroffen, aber nicht alles gleich stark. Eine Schluckstörung ist nicht selten, weil auch der Kehlkopf mitsamt Stimmritzen und allem drum und dran mehrfach innerviert wird.

Hatte er eine Lyse? Weißt du das?

Mit der zunehmenden Widerkehr der Funktionen kann sich auch das verbessern. Eine Schluckstörung wird oft gar nicht bemerkt. Die modernen Zentren - Stroke Units - sind dafür aber bestens ausgerüstet. Anhand von blau gefärbtem Apfelmuß kann man über ein Laryngoskop sehr gut sehen, wie der Spreisebrei läuft und weggeschluckt wird. Ob der Kehldeckel richtig schließt. Läuft etwas in die Trachea, geht es auch in die Lunge. Es können Entzündungen entstehen, die man dann als Aspirationspneumonie bezeichnet.

Die Entzündungen heilen aus. Man muss aber dann durch eine PEG ernähren, solange der Schluckvorgang noch nicht funktioniert. Wenn er sie nicht mehr braucht, ist das natürlich ein gutes Zeichen. Eine Logopädin kann den gesamten Schluckvorgang - aufnehmen, pressen, kauen, sammeln, transportieren, abschlucken - trainieren.

Der Fehler liegt also nicht in der Lunge, sondern im Mund/Hals/Rachen.

Mit allem anderen Funktionen kann und wird es langsam immer besser werden. 5 Tage sind da noch keine Zeit. Er braucht viel Therapie. Physio/Ergo/Logo/Psycho, natürlich auch gute Ärzte und vor allem seine Familie.

Gruß S.


Kommentar von kevin230994 ,

Dankeschön

Kommentar von kevin230994 ,

das mit der Lyse weis ich nicht aber ich werde nachfragen morgen

Kommentar von Sirius66 ,

Da wird das Gerinsel aufgelöst. Die Versorgung wieder hergestellt oder auch eine Blutung gestillt, die raumfordernd ist. Je schneller das geht, umso besser.

Gruß S.

Kommentar von kevin230994 ,

Ich gehe mal davon aus das er das hatte es wurde sofort erkannt das er eine Schlaganfall hat nach dem er ins Krankenhaus gekommen ist  

Kommentar von Sirius66 ,

Ich denke auch ...

Antwort
von Rendric, 22

Zieht euch einen Logopäden mit dazu. Logopäden machen Schluck- und Sprechtraining und das kann wirklich viel bewirken. Und das würde ich auch gleich in Angriff nehmen, nicht erst wenn die Lunge abgeheilt ist.

Natürlich gibt es auch einige Regeln, die das Verschlucken minimieren:

- viel Zeit lassen beim Essen und für jeden Bissen

- aufrechte Sitzposition, eher etwas vorgebeugt

- Konsistenzen nicht mischen: also Kartoffelbrei, Fleisch, Erbsen immer einzeln von etwas essen

- Getränke können angedickt werden (z.B. thicken up)

- manchen fällt das Trinken z.B. mit einem Strohhalm leichter (Schnabelbecher sind eher nicht zu empfehlen)

Kommentar von Sirius66 ,

Man beginnt mit Breikost oder passierter Kost. Niemals sollte jemand mit Schluckstörung ERBSEN essen. Auch Getränke müssen angedickt werden.

Bei einer Schluckstörung, die sehr wahrscheinlich ja auch mit einer Störung der Mund-/Zungen-Lippenmotorik einhergeht, ist Trinken mit einem Strohhalm meist gar nicht möglich. Sie können ihn gar nicht halten, geschweige denn Flüssigkeiten ziehen.

Gruß S.

Kommentar von Sirius66 ,

Oh sorry - das mit den Getränken hattest du ja auch schon gesagt. Sitzposition ist natürlich besser ;) - nur die Erbsen sind gefährlich ... :) - und warum willst du nicht mischen? Passiert geht alles ... wenn BREI ok ist ...

Kommentar von Rendric ,

auch Erbsen lassen sich prima passieren :)

Man mischt nicht. Das ist eklig, unmenschlich und nennt sich Astronautenkost. Der gute Mann soll ja schließlich auch noch erschmecken können, was er da ist.

Und wenn wir mal wieder von der passierten Kost weggehen, ist es gefährlich, jemanden z.B. eine breiige Konsistenz mit Stückchen anzubieten. Auf Stücke ist er dann nicht vorbereitet und der Mund kann das schwer verarbeiten, wenn er auf so verschiedene Konsistenzen trifft. Eintöpfe oder Grießsuppen sind da echt fies.

Kommentar von Sirius66 ,

Nein - das ist logopädisch unlogisch ... ehrlich ... eklig sind auch Blutkonserven und Larven zur Wundreinigung. Manche Dinge sind aber nötig. Schmecken kommt NACH Schlucken OHNE Aspirationsgefahr!

Er soll ja auch noch nicht LAUFEN - bevor er SITZEN kann .... obwohl er sicher möchte und im Bett liegen auch entwürdigend ist - Schritt für Schritt - ganz einfaches Prinzip.

Das ist kein pauschlisieren, sondern durchdachte funktionelle Schulung. 2 Tage nach PEG gibt es KEINE losen Erbsen ... ;)

Gruß S.

Kommentar von Rendric ,

Jeder darf essen, was ihm schmeckt und was er gut essen kann. Das kann man nicht pauschalisieren und Breikost halte ich für den letzten Schritt, wenn gar nichts anderes mehr geht.

Vielleicht zum Training damit anfangen und dann steigern - na gut, meinetwegen - hat vielleicht Sinn.

Ihr müsst es echt ausprobieren, was ihm hilft und was nicht. Das ist individuell und es lässt sich nicht pauschalisieren.

Kommentar von Sirius66 ,

Weißt du, wir kämpfen JEDEN Tag mit Angehörigen, die es gut meinen und dem Patienten eher schaden.

Er mochte doch immer Kaffee so gerne ... ich hab mal Pflaumen mitgebracht .... ein gesundes Körnerbrötchen ... kann er nicht mal Kassler und Sauerkraut haben, das ist sein Leibgericht ... NEIN - ohne Absprache mit denen, die Ahnung haben, macht man GAR NICHTS. Erst recht nicht FÜTTERN ...

Selber ausprobieren ist da definitv sehr gefährlich und - ich habe nichts gegen dich - kein guter Rat.

Wir schreiben IMMER große Tafeln ÜBER das Patientenbett, wie die Kost auszusehen hat. Immer wieder meinen Angehörige, das ignorieren zu dürfen und schaden ihren "Lieben" .... wirklich!

Kommentar von Rendric ,

Es ist nicht so, das ich das nicht kenne. Ich komme aus der Pflege, ich arbeite in der Pflege. Ich nehme mal an, dass sich unsere Bereiche etwas unterscheiden werden.

Ich arbeite mit alten Menschen, wo insgesamt gesagt wird, Lebensqualität vor allem anderen. Allzu viel Reha ist natürlich auch nicht, denn vieles hat einfach sein Ende.

Ich sehe, dass du ein enorm hohes Fachwissen hat. Ich finde es gut. Dennoch habe ich das Gefühl, dass bei dir sehr vieles einfach so nach Schema F geht.

Von Schlaganfall gelesen und schon rattert der Film ab. Klar ist die häufigste Schlaganfallsymptomatik die Hemiplegie/ Hemiparese. Hier ist aber von einer Monoparese und Fazialisparese die Rede.

Das heißt, sein Vater wird höchstwahrscheinlich laufen, Minimum im Rollstuhl sitzen. Da wundern mich deine Therapievorschläge schon ein bisschen, da sie von einem weit aus eingeschränkterem Menschen ausgehen, als ich aus dem Text lese.

Das mit den Erbsen nehme ich zurück, wenn sie nicht passiert sind. Ich war mehr darauf konzentriert, wie ich vermittle, was ich mit verschiedenen Konsistenzen meine, dass ich über das Fehlbeispiel nicht gestolpert bin.

Klar kommt Schmecken nach Schlucken. aber man muss es nicht schlimmer machen, als es eh ist. Es gibt keinen Grund, warum man alles zusammen passieren und verrühren sollte. Jede Zutat kann einzeln passiert werden und einzeln gegessen werden. Das ist Menschenwürde und Lerninhalt aus meinem ersten Lehrjahr. Passierte Kost wird nicht vermischt!

Kommentar von Sirius66 ,

Monoparese? Fazialisparese?

Nein - sicher nicht. Es ist ja eine ZENTRALE Parese, keine periphere. Und die Rede war von Schluckstörung und Aspirationspneumonie. Nur darauf bin ich eingegangen. Das mit Laufen/Sitzen war ein Beispiel.

Selbst eine Hemiparese kann zwar typisch sein, ist aber niemals bei zwei Patienten genau gleich. Es gibt immer Unterschiede in den Funktionen. Pauschalisieren liegt mir also VÖLLIG fern :) Ich finde eher deine Prognose mehr als gewagt - du kennst ihn auch nicht ...

Die Pflege hat da Ahnung von, sicherlich, aber ich bin Therapeut. Selbst an meinem Arbeitsplatz - Weaning und Stroke - sind wir nicht immer einer Meinung.

Patienten mit Hirnfunktionsstörung haben ein sogenanntes motorisches Alter. Durchaus in Arm und Bein unterschiedlich, in Sprachverständnis und Sprachproduktion unterschiedlich, sehr oft auch optisch, kognitiv, ausitiv ... und auch im Schlucken - je nachdem, welches Areal es erwischt hat. Die mit Hemiparese/Hemiplegie sind nur einseitig defizitär, was die Sache einerseits leichter, andererseits unheimlich kompliziert macht.

In diesem motorischen Alter muss man sie abholen und hier beginnt die Therapie. Jemand mit Schluckstörung ist in diesem Segment ein Säugling und er bekommt die entsprechende Nahrung. Da der andere Teil bzw. der erwachsene Hemiplegiker auf seine Erinnerungen zurückgreifen kann, ist schnelles Neu-Lernen möglich, aber nicht immer zwangsläufig.

Mit dem Rest der Motorik muss man manchmal ganz weit zurück. In die ersten Monate. Ins Drehen aus der RL, in die Amphibienreaktion, in den 4-Füßler - je nachdem, welches Level sie haben. Daß ich nicht weiß, weches Level die restliche Motorik hat, habe ich erwähnt.

Nix für ungut - alles ok - wir sind ja im Grunde d´accord.

Gruß S.

Kommentar von Rendric ,

:-)

Anders Fachgebiet, anderer Blickwinkel.

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