Hallo. Ich habe eine Frage Ich bekomme immer wieder Anzeigen, Vorladungen(Unschuldig!). Kann ich gegen diese Polizeiliche Belästigung Strafrechtlich Vorgehen?

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3 Antworten

Ja, du kannst dich Beschweren. Die Erfolgsaussicht dürfte allerdings so bei 0,05 % liegen.

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Hallo Netzflexx,

sobald die Polizei durch eine Anzeige Kenntnis über eine Straftat hat oder ein begründeter Verdacht vorliegt, dass Du eine Straftat begangen hast, kann die Polizei nicht nur gegen Dich ein Ermittlungsverfahren einleiten, sondern sie ist dazu nach folgender Rechtsgrundlage verpflichtet:

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§ 163 StPO - Aufgaben der Polizei im Ermittlungsverfahren

(1) Die Behörden und Beamten des Polizeidienstes haben Straftaten zu erforschen und alle keinen Aufschub gestattenden Anordnungen zu treffen, um die Verdunkelung der Sache zu verhüten. Zu diesem Zweck sind sie befugt, alle Behörden um Auskunft zu ersuchen, bei Gefahr im Verzug auch, die Auskunft zu verlangen, sowie Ermittlungen jeder Art vorzunehmen, soweit nicht andere gesetzliche Vorschriften ihre Befugnisse besonders regeln.

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Da die Polizei verpflichtet ist, gegen Dich zu ermitteln, wenn Du angezeigt wurdest, ist das auch keine polizeiliche Belästigung, sondern pflichtgemäße Wahrnehmung ihrer Aufgaben. Dagegen kannst Du weder  strafrechtlich noch sonst in irgendeiner Art und Weise erfolgreich vorgehen.

Du kannst aber gegen denjenigen erfolgreich strafrechtlich vorgehen, der Dich angezeigt hat. Voraussetzung ist bloß, dass man ihm nachweisen kann, dass der Anzeigende wusste, dass Du die Tat nicht begangen hast.

Der Straftatbestand der er dann erfüllen würde, lautet.

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§ 164 StGB - Falsche Verdächtigung

(1) Wer einen anderen bei einer Behörde oder einem zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Amtsträger oder militärischen Vorgesetzten oder öffentlich wider besseres Wissen einer rechtswidrigen Tat oder der Verletzung einer Dienstpflicht in der Absicht verdächtigt, ein behördliches Verfahren oder andere behördliche Maßnahmen gegen ihn herbeizuführen oder fortdauern zu lassen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft

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Hat er die ganze Tat nur erfunden, kann er auch folgenden Straftatbestand erfüllt haben:

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§ 145d StGB - Vortäuschen einer Straftat

(1) Wer wider besseres Wissen einer Behörde oder einer zur Entgegennahme von Anzeigen zuständigen Stelle vortäuscht,

  1. daß eine rechtswidrige Tat begangen worden sei oder
  2. daß die Verwirklichung einer der in § 126 Abs. 1 genannten rechtswidrigen Taten bevorstehe,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 164, § 258 oder § 258a mit Strafe bedroht ist.

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Aber wenn Du denjenigen wegen Vortäuschen einer Straftat oder wegen falscher Verdächtigung anzeigst und es stellt sich dann raus, dass Du die vorgeworfene Tat doch begangen hast, wirst Du selber mit einer Strafanzeige wegen falscher Verdächtigung und vortäuschen einer Straftat rechnen müssen.

Schöne Grüße
TheGrow

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Die Polizei reagiert nur und ist VERPFLICHTET, Anzeigen nachzugehen. Du lebst im Rechtsstaat; sei froh drum!

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