Frage von nettepolin14, 35

hallo ich hab da mal eine frage und zwar kennt einer von euch das gedicht "vorbeigeflogen"?

Antwort
von schmidtmechau, 5

Hallo nettepolin14,

hast Du eine Idee, von wem das Gedicht sein könnte, oder was darin vorkommt? Ich kenne eine Menge Gedichte, aber eines mit diesem Titel oder Textanfang weiß ich nicht.

Aber wie wäre es mit diesem:


von Alexander Block


Dort ist des Himmels lichter Rand
       Die Wolken zogen,
Dort ist der wilden Gänse Band
       Vorbeigeflogen.

Frei bin ich und die Weite spricht
       So unvergeßlich
Unfaßbar. Ich verstehe nicht
       Was unermeßlich.


Dort ist der Herbst. Er fliegt und malt
       In dunklen Tönen.
Dort lichtet sich der alte Wald.
       Die Äxte dröhnen.
Aus dem Russischen von Sarah Kirsch

- oder diesem von Heinz Janisch:

Heute sah ich ein fliegendes Pferd.
Es ist – wirklich wahr, nicht gelogen! –
an meinem Küchenfenster vorbeigeflogen.
Ich blieb ganz still am Fenster stehen
und habe ihm lange nachgesehen.

- oder auch das von Ulrich P. Hagg

Schaut dein Auge trüb zu Boden
Kommt der Hund vorbeigeflogen
Wird dein Blick auch wider Wille
Aufgefrischt und hochgezogen.

- dann gibt es noch das von Klaus Bayer:

Helene fühlt sich
nun da sie tot ist
von ihren Göttern
grausam betrogen
vor lauter Beten
ist sie im Sterben
blindlings am Himmel
vorbeigeflogen

- oder eher dieses von Adelheid von Stolterfoth?

Sey mir gegrüßt im Morgenschimmer
O Rheinstein! hohes Felsenschloß,
Einst ging ich hin durch deine Trümmer,
Als Abendglanz mein Haupt umfloß.
Die goldne Harfe ließ ich schallen
Vom hohen Thurm, und sang mein Lied
Und klagte tief, daß du gefallen
Und daß dein Burggeist von dir schied.
  
Seitdem sind Jahre fortgezogen,
Der Woge gleich, die d'runten wallt. -
Ein Adler kam vorbeigeflogen
An deiner sinkenden Gestalt;
Und seine königlichen Schwingen
Erwählten dich zur würd'gen Rast,
Der sechs Jahrhunderte vergingen,
Auf daß dich nicht Zernichtung faßt.
  
Nun schauen freudig meine Blicke,
O stolze Burg! an dir empor.
Ich überschreite rasch die Brücke,
Ich eile durch's gewölbte Thor,
Und steige träumend auf die Zinnen
Und schaue hin auf Strom und Thal -
Und grüße dich in tiefem Sinnen,
Du hohes, schönes Heldenmal.
  
Und alle Sagen, alle Lieder
Aus einer alten kräft'gen Zeit,
Erwachen in der Harfe wieder,
Die ihr so manchen Sang geweiht.
Denn - traut in ritterlichen Hallen
Grüßt mich der alte treue Geist,
Dem mit der Burg, die einst gefallen,
Die Huld des Adlers leben heißt.

Nun hör ich aber auf!

Gruß Friedemann

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