Frage von Eule52, 133

hallo, guten Morgen, bin seit vielen Jahren in einem Theaterverein. Bin auf der Suche nach einem Haushälterinnenkostüm um 1900-1920 Größe 44-46.?

Antwort
von Tanzistleben, 104

Hallo, 

Auf diesem Gemälde eines unbekannten Malers zur Jahrhundertwende, siehst du eine typische Uniform. Wenn du das Kostüm nur für einen kurzen Zeitraum brauchst, würde ich dir auch raten, dich an einen Kostümverleih, oder an ein Theater bzw. Opernhaus in deiner Nähe zu wenden, wo du auch entsprechende Schuhe ausleihen könntest. 

Brauchst du das Kostüm öfter, ist es sicher eine gute Idee, eine schlichte schwarze Bluse mit extra aufnähbarem weißen Kragen sowie zwei einfache schwarze Röcke, einen langen und einen wadenlangen anzuschaffen oder selbst zu nähen. Achte dabei darauf, dass die Stoffe etwas schwerer sind, damit sie schön fallen. Dazu brauchst du eine lange, weiße Schürze mit Latz und nicht zu aufwändiger Verzierung sowie eine weiße Haube für die Zeit zwischen 1900 bis etwa 1912. Die zweite Schürze muss in der Länge zum kürzeren Rock passen, kann, aber muss keinen Latz haben und sollte keine, oder nur sehr einfache Verzierungen aufweisen. Am Kopf wurde damals nur mehr eine weiße Blende ist einfache Rüsche zum Aufstecken getragen. 

Immer wurden schwarze, blickdichte Strümpfe und einfache, schwarze Schnürschuhe mit flachem Absatz getragen. Zur Jahrhundertwende trugen Haushälterinnen auch noch schwarze, nicht zu elegante Schnürstiefel bzw. würden wir das heute eher als Stiefeletten bezeichnen. 

Viel Glück bei der Suche oder Herstellung der passenden Kostüme. 

Antwort
von MissMarplesGown, 96

Schwarzes, schlichtes, schmales Kleid, vorn geknöpft, ab 1910 kein schwingender, weiterer, gerüschter Rock mehr, lange Ärmel, hoch geschlossen. Weißer, runder oder spitzer Kragen.

Dazu eine weiße Schürze mit "Latz", schlicht und lang bis mittellang plus weiße, kleine "Haube".

Um 1900 waren die Kleider der Dienstmädchen noch knöchellang und sehr hoch geschlossen, die Knopfreihen lang und mit Häkchen oder Knöpfen dicht geschlossen, die Schürzen sehr lang und teilweise mit Biesen und Rüschen verziert. Innerhalb der nächsten 15 Jahre tat sich dann viel: Bein- und Schnürkorsetts verschwanden, Die Kleider wurden schmaler und kürzer, die Hauben waren nur noch "Teilchen", Verzierungen an Kragen, Ärmeln, Schürze wurden reduziert, alles wurde sehr viel schlichter und praktischer.

Ab 1912 -1915 wurden die Kleider und Schürzen wesentlich kürzer, die Farben je nach "Einsatzgebiet" im Haus heller (auch Grau bis Graublau wurde nun getragen) die Hauben waren nur noch angedeutet und schlichter (keine Rüschen mehr) und wurden nicht mehr grundsätzlich gebunden (Bänder im Nacken), sondern oft nur noch mit Haarnadeln gesteckt.

Das Bild zeigt eine eher aufwändigere, in Details nicht ganz authentische Dienstkleidung von ca. 1900, die Rüschen der Schürze kamen in dieser Zeit nicht oft entlang der gesamten vorderen Kanten vor, sondern überwiegend nur auf den Schultern bzw. an den Kanten entlang der Schürzenfläche.

Die Dienstkleidung unterschied sich noch einmal je nach Rang und Aufgabenbereich: Wäsche- und Bügelfrauen, die für Kleidung zuständig waren, waren anders gekleidet als die Küchenmädchen, Haushälterinnen, persönliche Bedienstete oder Frauen, die beim Essen servierten (um 1900 taten dies in der Regel nur Männer, Frauen blieben der Familie und deren Gästen "unsichtbar" und waren nur dort tätig, wo sie Gästen nicht in "offiziellen" Situationen begegneten.

Ein solches Kostüm kannst Du improvisieren - oder beim Kostümverleih anfragen. Auch manche Theater haben einen speziellen Fundus, aus dem sie auch verleihen, fragen lohnt sich, aber die Kostüme sind oft schon sehr verschlissen und "mit heißer Nadel konfektioniert", d.h. sie wurden für unzählige Rollen immer wieder anders auf Körpermaß gebracht, da sieht man Stiche, Markierungen, "heiße" Nähte oder Abnäher, herausgelassene und eingehaltene Säume.

Vielleicht könntest Du ein geeignetes Kleid in dieser Größe auftreiben und die Schürze plus Haube könnte jemand selbst nähen? Für eine ganze Spielzeit lohnt sich das, die braucht man immer mal wieder! Für Anfang der 1820iger kann das Kleid wirklich sehr schlicht sein, es sieht dann ohne Schürze nicht mehr "historisch" aus und die Ärmel dürfen notfalls auch halblang sein, so etwas findest Du vielleicht auch noch Second Hand - oder man näht es selbst.

Tip für die Zeit ab 1920: Man kann hier auch eine schwarze Bluse organisieren (weiße Kragen müssen aber sein, die kann man auch einzeln bekommen!) und dazu einen schwarzen, schmalereren Rock nehmen. Wenn die Schürze drüber gebunden ist, sieht es aus wie ein Kleid. Die Haube nicht vergessen! Um 1920 kann die Schürze auch klein und rund geschnitten sein und braucht keinen Latz zu haben, wenn nicht gerade in der Küche oder mit Wäsche gearbeitet wird.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Fehler im vorletzten Absatz! Es muss heißen:

Für Anfang der 1920iger kann das Kleid wirklich sehr schlicht sein

Antwort
von Snake34, 77

Und weiter?  Was genau möchtest du denn wissen?  

Antwort
von Nirakeni, 53

Google: TV Serie Leben im Gutshaus. Da siehst du, was die Mamsell (Haushälterin) an hatte. Kann  ja nicht so schwer sein, das zusammenstellen.

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