Frage von NumbergerUte, 96

Hallo, eine gute Freundin von mir (leider Hartz IV, wegen Behinderung und dann arbeitslos geworden) hat geerbt. Kann sie sich da was zurück behalten?

Durch eine Unfall wurde sie behindert und verlor ihre Arbeit und hat jetzt eben Hartz IV. Sie hätte gerne einen fahrbaren Untersatz, es würde ein Roller reichen, da nicht so teuer im Unterhalt. Darf sie sich den von dem Geld kaufen? Kann sie von dem Geld was zur Seite legen, bzw. kann sie ihren Töchtern (beide in Ausbildung) was geben? Wie läuft das ab, bekommt sie dann eine Zeit lang kein Geld vom Amt oder muss sie denen gleich das Geld geben? Leider habe ich bzw. auch meine Freundin da gar keinen Peil wie das richtig abläuft und ein Rechtsanwalt hat bei mir letztens für eine popelige halbstündige Beratung 1.100,- € verrechnet. Vlt. kennt sich da rechtlich jemand aus, weil die auf dem Amt sind ganz schön unverschämt zu ihr und stellen sie hin, als wäre sie absichtlich behindert. Vielen Dank schon mal vorab für eure Hilfe!!!!

Antwort
von Nordseefan, 38

Also das Geld abgeben muss sie nicht. Aber Hartz 4 wird erst mal ausgesetzt, bis das Geld verbraucht ist. Dann bekommt sie wieder Hilfe vom Staat. Man muss das Geld aber "angemessen" ausgeben. Das heißt einen Mercedes oder Taschen von Gucci oder sonst was teueres was man nicht braucht kaufen und dann nach ein paar Monaten oder Wochen sagen ( je nach Höhe des Betrages) das Geld ist alle das geht nicht.

Ob nun ein Roller angemessen ist kann ich nicht sagen, weil ich die genaue Situation nicht kenne. Aber ein gebrauchter ist ja auch nicht soooo teuer.

Kommentar von NumbergerUte ,

Ja das würde sie eh nicht, aber vlt wäre ja mal ein Friseurbesuch drin und nicht immer selber rum "schnibbeln" und auch mal einige neue Klamotten, nicht nur aus der Kleiderkammer....., aber danke!

Kommentar von Nordseefan ,

das darf sie. keiner sagt was wenn sie in einem "normelen" bekleidungsgeschäft sich ein schönes Kleid kauft.

Und wenn sie nicht gerade zum Starfriseur geht sondern sich einfach die Haare schneiden lässt ist das auch in Orduung.

Ich hab halt mal ein paar überzogene Beispiele gebracht, aber es gibt Leute, die würden das wirklich machen.

Sie darf ganz normal leben, auch über Hartz 4 Niveau. Nur halt nicht "neureich spielen"

Kommentar von NumbergerUte ,

Das würde sie sowieso nicht machen.... Ich hab ihr gesagt, sie soll mal schauen, dass sie vielleicht. mal in Urlaub weg kommt, mal weg von dem ganzen Mist! (vielleicht nach Spanien oder Italien, da gibt es ja immer wieder günstige Angebote) Sie war in Ihrem leben (43 Jahre) nur ein mal weg, mit dem Zug an der Ostsee. Eine Kur oder so was hat sie auch noch nie gemacht, trotz Krankheit, weil sie das nicht will, weil das eben so viel Geld kosten würde, meinte sie, die Zuzahlungen zu den Anwendungen und so, ich meine sie bräuchte da auch nichts zuzahlen, aber die "Tante" vom Amt ist da anderer Meinung als ich, die meine ich hat auch schon zu viel schlechte Erfahrungen auf dem Amt gesammelt und meint jetzt alle sind gleich, leider traurig, weil sich manche echt schämen, aber was will man machen, wenn man mit der Krankheit keinen Job mehr bekommt. Ihre Sachbearbeiterin ist da echt so gemein, wenn irgend ein Pups ist, dann macht sie ihr das Leben zur Hölle und sie lässt es sich gefallen, weil sie meint sie ist froh, dass sie überhaupt irgendwo was bekommt, traurig......

Kommentar von Nordseefan ,

Stimmt leider, das es viel am Sachbearbeiter liegt ob man sich ärgern muss oder nicht. Es gibt zwar Richtlininen aber das sind eben nur Richtlininen und die sind oft Auslegugssache.

Konkret weiß ich nun auch nichts. Aber ich würde einfach mal machen, vorgehen kann man immer noch.

Antwort
von Miwalo, 30

Ich würde das Geld direkt abheben und später sagen ich musste geliehenes Geld zurückgeben. Das ist jetzt keine professionelle Antwort, aber deine arme Freundin kann das Geld brauchen und ich finde es eine Unverschämtheit Leute um ihre Erbschaft bringen zu wollen, die hilfebedürftig sind.

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Hartz IV, 19

Bei 60.000 € Erbe kann man definitiv sagen das sie erst mal keinen Leistungsanspruch mehr hat !

Sie muss sich dann selber bei ihrer Krankenkasse versichern und kann nach 6 Monaten einen neuen Antrag auf ALG - 2 stellen,dann wird erneut geprüft.

Da sie dann aus dem Leistungsbezug raus ist,die Töchter dann auch wenn sie bisher noch Anspruch auf eine Aufstockung hatten,kann sie sich auch von ihrem Erbe benötigte Dinge kaufen oder evtl. Schulden abzahlen.

Sie selber könnte sich jetzt z.B. ein KFZ - mit einem Zeitwert von bis zu 7500 € kaufen,dieses würde dann als privilegiertes Vermögen gelten,also auch nach diesen 6 Monaten nach neuem Antrag nicht zu ihrem Schonvermögen gerechnet.

Da darf sie min. 3100 € + einmalig 750 € für notwendige Anschaffungen = 3850 € auf dem Konto oder Sparbuch haben,allgemein gilt hier,pro vollendetem Lebensjahr 150 € + diese einmaligen 750 €.

Dann hätte sie angenommen mit 40 Jahren einen Anspruch auf 6000 € + diese einmaligen 750 € = 6750 €,diese kämen also zu diesen angenommenen 7500 € für das KFZ - dazu,so würde sie schon mal 14.250 € sicher haben.

Den Kindern kann sie dann auch etwas abgeben,dieser Betrag sollte dann aber mit evtl.schon vorhandenen Vermögen nicht das Schonvermögen der Kinder übersteigen.

Also diese min. insgesamt 3850 €,sie kann ihnen aber theoretisch zusätzlich auch jeweils ein KFZ - mit einem Zeitwert bis zu 7500 € kaufen,dass wäre dann wie bei ihr dann privilegiertes Vermögen.

Ich würde ihr aber davon abraten ihnen zu viel zu geben,denn dann könnte das Jobcenter ihr unterstellen ihre Bedürftigkeit vorsätzlich verursacht zu haben und dazu käme dann,würde sie innerhalb von 10 Jahren nach der Schenkung Leistungen vom Sozialamt benötigen,könnten diese die Schenkungen anfechten und zurück verlangen,wenn sie über dem üblichen liegen würde,was man so zu Geburtstagen / Weihnachten usw.schenken würde.

Also wenn du ihnen etwas gibst dann sollte das in bar erfolgen,nicht durch Überweisungen aufs Konto.

Dazu käme ja dann die Überbrückung der 6 Monate wo sie keinen Leistungsanspruch haben,inkl.der Beiträge für Kranken und Pflegeversicherung.

Sie könnte dann auch angemessene Reisen machen oder sich benötigte Sachen für die Wohnung kaufen,die Belege dafür sollte sie unbedingt sammeln,auch wenn sie dann ein oder mehrere KFZ - kaufen würde.

Dann könnte sie z.B. auch einen Teil für die Altersvorsorge fest anlegen,so dass sie vor Eintritt des Rentenalters nicht ran kommt,aber davon würde ich ihr persönlich abraten,denn wenn sie dann im Alter auf Hilfe vom Sozialamt angewiesen wäre würde ihr das auf die Füße fallen,denn da dürfte sie dann derzeit nur 2600 € als Schonvermögen haben.

Auch ein KFZ - würde dann z.B. nur noch in Betracht kommen,wenn sie einen Schwerbehinderten Ausweis mit Merkzeichen aG ( außergewöhnliche Gehbehinderung ) hätte.

Würde sie dann nach diesen 6 Monaten erneut einen Antrag stellen wird dann das Vermögen erneut geprüft und wenn sie dann über ihrem Schonvermögen liegen würde rechnet man das wieder an bzw.man würde den Antrag ablehnen,je nach dem was dann an Überschuss noch vorhanden wäre.

Antwort
von Obsidiangolem, 42

sie muss das geld nicht abgeben

es wird ihr nur angerechnet und sie bekommt solange kein h4, wie das geld reichen muss

Antwort
von ThomasAral, 39

gibt ja nen geringen freibetrag den man sparen kann

hat sie ganz viel geerbt: also 200,000 euro oder mehr --- dann hat sie halt kein hartz 4 mehr und lebt vom erbe

problem nur wenn sie nun so nen mittleren betrag erbt wie z.B, 50,000 Euro ----  da wird sie wohl nicht viel von haben.


sie muss dem amt mitteilen wieviel sie geerbt hat und die rechnen den neuen unterstützungsbetrag aus ....   evtl. kriegt sie dann eben gar kein hartz4 mehr.  ist das erbe aufgebraucht muss sie neuen hartz4 antrag stellen am besten mit nachweis wo das erbe hingekommen ist --- also immer schön kaufbelege aufheben

gab schon fälle von ehemaligen millionören deren hartz4 antrag abegelehnt wurde --- weil man unterstellte vom amt sie haben noch was vom millionenvermögen auf seite geschafft --- nachweise fehlten

Kommentar von NumbergerUte ,

Danke für die schnelle Antwort!!!! Ja es sind so 60.000,- €, darf sie sich da echt gar nichts davon kaufen wie z.B. den Roller? Sie hat ein Fahrrad und da sie sich was am Fuß hat, ist das immer so schlecht, wenn sie wo hin muss.... Oder mal neue Klamotten, für sich und die Mädels? 

Kommentar von ThomasAral ,

 sie wird dann nur scherereien mit dem amt haben und das geld verpufft im nichts ... wenn sie also die 60,000 euro schneller durchrbingt, kann es sein dass das amt dann nicht sofort wieder zahlt ....  also anwalt schadet dann nicht ... und natürlich schön kaufbelege aufheben ...   auch vom supermarkt

Antwort
von DODOsBACK, 36

Es gibt Sozialberatungen, die nehmen nur einen Unkostenbeitrag von 5-10€...

Außerdem gibt es seitenlange Infos in einigermaßen verständlicher Sprache im Netz, z.B.

http://www.sozialleistungen.info/hartz-iv-4-alg-ii-2/erbschaft.html

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/0344e199e90ac280a.php

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