Frage von Sorvahr, 60

Hallo, eine Frage zu Betriebskosten?

Hallo zusammen. Ich habe eine Betriebskostenabrechnung für März bis Dezember 2015 bekommen. In dieser steht grob gesagt drin, dass ich in der Zeit 650€ NK gezahlt habe, aber, dass die Kosten 842,82€ betragen. Nun soll ich bis zum 10.12.2016 noch 192,82€ nachbezahlen an meinen Vermieter.

Das war das erste mal, dass ich in einer eigenen Wohnung gewohnt habe und ich kenne mich da nicht aus. Ist das normal? Darf er das? Ich wohne seit Juni diesen Jahres nicht mehr in der Wohnung. Heißt das ich bekomme nächstes Jahr nochmal so eine Abrechnung für 2016?

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Antwort
von stefan1531, 30

Ist das normal?

ja, wenn Du zuzüglich zu Deiner Kaltmiete eine Nebenkostenvorauszahlung leistest. Zahlst Du eine Nebenkostenpauschale, dann kann er nichts nachfordern.

Mit der NK-Vorauszahlung zahlst Du z.B. Treppenhauslicht, Kaltwasserverbrauch, ggf. auch Heizung.

Je nach dem, wie viel Du im Abrechnungszeitraum verbrauchst, musst Du nachzahlen oder bekommst etwas zurück.

Kommentar von Sorvahr ,

Vor dem Mieten der nächsten Wohnung frage ich auf jeden Fall mal nach ob es eine Pauschale oder eine Vorauszahlung ist. Danke für die Info^^

Kommentar von stefan1531 ,

in 95% der Fälle handelt es sich um eine Vorauszahlung; das ist absolut üblich.

Schließlich will der Vermieter nicht auf den Kosten sitzen bleiben, wenn es mal einen kalten Winter gibt oder ein Mieter meint, er braucht 28°C in der Wohnung.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 14

Er, der Vermieter, darf das und es nicht unnormal Mieter  das bei der Betriebskostenabrechnung nachzahlen müssen.

Warum?

Weil die tatsächlichen Kosten höher waren als die Vorauszahlungen.

Fehlerhafte Abrechnung mal außer acht gelassen.

Wenn der Abrechnungszeitraum = Kalenderjahr ist bekommst Du irgendwann 2017 noch eine Abrechnung für deinen Nutzungszeitraum Januar -  Juni 2016.

Ob Du eine Pauschale oder Vorauszahlungen gezahlt hast steht im Mietvertrag. Mietens ist es aber Vorauszahlung.

Expertenantwort
von Gerhart, Community-Experte für Mietrecht, 5

Wie aus deinen Kommentaren hervorgeht, hast du im Jahr 2015 Betriebskostenvorauszahlungen geleistet. Der Abrechnungszeitraum für Betriebskosten Vorauszahlungen wurde auch mitgeteilt: das Kalenderjahr.

Du hast hier gepostet, dass dein Abrechnungszeitraum 1.3. bis 31.12.2015 vom Vermieter gerechnet wurde. Das ist formal falsch, denn der Abrechnungszeitraum läuft hier vom 01.01.2015 - 31.12.2015. Dass deine Zahlungen erst im März 2015 beginnen, ist zwar verständlich, aber im Sinne der BK-Abrechnung durch den Vermieter nicht exakt, denn der Vermieter muss in dieser Abrechnung die Gesamtkosten der 12 Monate angeben.

Daher kannst du der Abrechnung insgesamt widersprechen. Der Vermieter muss diese neu erstellen und damit noch bis 31.12.16 Zeit.

Inzwischen kannst du beim Vermieter im Büro die Belege der Abrechnung prüfen und ergründen, warum du mit einer Nachzahlung belastet wirst. Die einzig relevante Kostenposition ist dein Wasser/Abwasserverbrauch, den der Vermieter bei der Festlegung der angemessenen BK-Vorauszahlung nicht einschätzen konnte. Dennoch eine Nachzahlung von fast 200 € lässt vermuten, dass dich der Vermieter mit der niedrigen BK-Rate in den Mietvertrag gelockt hat. Also lass dir kein x vor dem u machen.

Antwort
von TrudiMeier, 28

Was meinst du mit "darf er das"? Natürlich darf er dir eine Nebenkostenabrechnung schicken. Nicht nur das - er muss es sogar. Du hast für deinen Verbrauch Vorauszahlungen (davon gehe ich mal aus) geleistet. Die Summe dieser reichte aber offentsichtlich nicht aus um deine Nebenkosten zu decken. Daher musst du nachzahlen. Der Vermieter wird deine angefallenen Kosten sicher nicht übernehmen. Ich nehme an, die Frage hättest du nicht gestellt, wenn du den Betrag zurückerhalten hättest, wenn deine Vorauszahlungen höher waren, als tatsächlich angefallen?

Wenn du im Juni ausgezogen bist, wirst du im nächsten Jahr natürlich wieder eine Nebenkostenabrechnung erhalten und zwar über deinen Nutzungszeitraum Jan. bis  Juni 2016.

Kommentar von Sorvahr ,

Ich dachte halt wenn ich Miete + NK zahle, dann war es das damit auch ^^ Strom und Gas hab ich eh schon selber zahlen müssen und ich dachte der Rest steht soweit fest. Ich wusste nicht, dass der sich um fast 200€ verrechnet haben kann mit seiner NK Forderung und dann nachträglich noch mehr Geld bekommt^^

Wäre es zu meinen Gunsten ausgefallen dann hätte ich mich auch gewundert, aber mich weniger geärgert. Ist doch klar :D 
Trotzdem Danke :)

Kommentar von stefan1531 ,

nein, der Vermieter hat sich nicht verrechnet, sondern Du hast halt mehr verbraucht.

Kommentar von TrudiMeier ,

Mit verrechnen hat das nicht viel zu tun. Er weiß ja nicht, wieviel du verbrauchen wirst und wie sich die Preise entwickeln. Hellsehen kann er leider nicht. Auch er erhält die Abrechnungen der Versorger erst zum Ende des Abrechnungsjahres und muss dadurch womöglich auch nachzahlen. Erst darauf bezogen kann er dann die NK-Abrechnung für seine Mieter erstellen. Es gibt auch Mieter die weit mehr als 200 € nachzahlen müssen.

Antwort
von Sbuttner, 24

Hi,

die Nebenkosten zahlst du in gleichen Beträgen jeden Monat. Damit hast du insgesamt 650€ NK. Da du aber jeden Monat unterschiedlich viel verbrauchst und jeden Monat eine Ermittlung deines Verbrauchs umständlich ist, wird dies 1x mal im Jahr gemacht. Da wurde bei dir ein höherer Verbrauch ermittelt, als wie zu Anfang vermutet. Bei der Betriebsabrechnung hast du in eigentlich auch eine ausführliche Auflistung, wieso was berechnet wurde - sprich: deine Verbräuche müssten aufgeschlüsselt dargelegt worden sein, damit du das selbst nachvollziehen kannst...

Kurz gesagt: Ja der Vermieter darf dir einmalig eine Betriebskostenrechnung zuschicken für den Zeitraum, wo du in der Wohnung gelebt hast... und ja, jeder Mieter erhält eine Betriebskostenabrechnung.

Kommentar von TrudiMeier ,

und ja, jeder Mieter erhält eine Betriebskostenabrechnung.

Nö. Mieter die eine Nebenkostenpauschale zahlen, erhalten keine Nebenkostenabrechnung. Mit der Pauschale sind damit alle Kosten abgedeckt. Möglicherweise hat ein Mieter einen höheren Verbrauch, als die Pauschale abdeckt. Dann hat der Vermieter halt Pech gehabt.

Kommentar von albatros ,

Außer Heiz- und Wassererwärmungskosten. Diese müssen zwingend nach Verbrauch abgerechnet werden, egal was dazu im MV steht. Erfolgt das so nicht, darf der Mieter diese Kosten um 15% kürzen.

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 1

Welcher Abrechnungszeitraum ist in der Abrechnung mit welchem Nutzungszeitraum innerhalb dessen ausgedruckt. Das ist entscheidend.

Außerdem: Ist die Abrechnung überhaupt formell in Ordnung? Bitt eine Kopie hier einstellen.

Antwort
von Zakalwe, 35

Ist das normal?

Ja, wenn du Betriebskostenvorauszahlungen geleistet hast, dann kann das durchaus sein. Es weiß ja vorher niemand, was du tatsächlich an Wasser und Heizkosten verbrauchst. Wird bei deinem Strom genau so sein.

Antwort
von Barolo88, 24

Ist rechtens:
In § 556 Abs. 3 Satz 2 heißt es: „Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen.“

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