Frage von PaulNeustadt, 49

Hallo, eine Firma wird geschlossen und ein Sozialplan wird ausgehandelt, in dem Abfindungen usw. geregelt sind.?

In diesem Sozialplan ist festgelegt, daß alle Kolleginnen und Kollegen Ende 2016 ihren Arbeitsplatz verlieren. Mit Ausnahme einer Abteilung, diese darf bis Ende Januar 2017 arbeiten. Dadurch hat diese Abteilung unzweifelhaft Vorteile, da sie 1. eine höhere Abfindung bekommt ( höheres Lebensalter, längere Betriebszugehörigkeit, beides fließt in die Abfindungsformel ein) 2. einen Monat länger das reguläre Gehalt (dieses ist sehr hoch in dieser Firma) 3. steuerliche Vorteile, weil die Abfindung erst Ende Januar 2017 bezahlt wird, und diese ja mit dem Jahresbrutto "in einen Topf" geworfen wird. Ist das rechtens? Kann man dagegen vorgehen? Viele Kolleginnen und Kollegen fühlen sich dadurch benachteiligt.

Danke & Gruß Paul

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ernsterwin, 9

Wenn ein Sozialplan ausgehandelt wurde (was ja auch durch die von den Mitarbeitern gewählten Betriebsratsmitglieder) erfolgte, dann ist das zunächst erst mal ein verbindlicher Kompromiss. Auch beim besten Willen kann es da immer sein, dass jemand benachteiligt wird, weil zwar für alle gleiche Bedingungen ausgehandelt sein sollten, aber eben nicht alle gleiche Bedingungen haben.

Natrülich bleibt dem Einzelnen auch die Möglichkeit, dagegen zu klagen. Dazu sollte man jedoch die Chancen und Risiken ehrlich kalkulieren.

Ein paar Tipps dafür findest Du unter anderem hier: http://www.abfindunginfo.de/tag/sozialplan

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 20

Wenn eine Firma geschlossen wird, gibt es immer jemanden der "das Licht ausmacht".

Die Kollegen die einen Monat länger arbeiten werden wohl benötigt werden. Das hat aber mit Vorteil oder Benachteiligung nichts zu tun. In vielen Firmen werden Abteilungen nach und nach aufgelöst und es dauert z.T. Monate bis alle MA weg sind.

Was den Sozialplan betrifft kann ich Dir nicht ganz folgen.

Wie kommst Du darauf, dass die Mitarbeiter alle innerhalb eines Monats ein höheres Lebensalter haben? Haben die alle im Januar Geburtstag?

Sind alle MA in einem Januar in die Firma eingetreten dass sie innerhalb eines Monats ein Jahr mehr Betriebszugehörigkeit haben?

Das wage ich zu bezweifeln. Es gibt hier wohl einen "Denkfehler" und nein, Ihr könnt rechtlich nichts dagegen tun, dass die Kollegen einen Monat länger arbeiten dürfen.

Womit soll denn der AG die anderen MA die zum Jahresende ausscheiden im Januar beschäftigen?

Antwort
von Gerneso, 28

Das ist alles ok und kein Grund sich benachteiligt zu fühlen. Es handelt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Buchhaltung / Controlling, die den Geschäftsjahresabschluss noch erstellen müssen und daher nicht Ende Dezember fertig sein können.

Wir haben jetzt gerade mal Anfang Juni. Die meisten von Euch werden übergangslos einen neuen Job antreten können, wenn sie wollen.

Antwort
von Jewiberg, 19

Das sind sicher die Mitarbeiter, die die Firma letzlich abwickeln. Verkauf von Inventar und sowas. Außerdem muß in jedem Fall noch der Jahresabschluß und die Steuererklärung gemacht werden. Diese Regelung ist ganz normal und nicht ungerecht. Sei froh, das es überhaupt einen Sozialplan gibt. In ner kleinen Klitsche ständest du schneller und ohne Abfindung bei einer Schließung auf der Straße.

Antwort
von alexbababu, 31

Wollt ihr, dass deren Abteilung auch zum Ende 2016 aufgelöst wird, oder wollt ihr, dass eure Abteilung bis Ende Januar 2017 bestehen bleibt?

Kommentar von PaulNeustadt ,

Es ist natürlich das Ziel, daß alle bis Ende Januar 2017 bleiben können.

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