Frage von Schneeburg82, 49

Hallo an alle Therapeuten, die Mutter meiner Freundin lebt in einer Beziehung mit einem Computerspielsüchtigen 23 Jahre (Sohn des Partners). Was kann man tun?

Der Partner ist schon 2x geschieden, die Ex vom misratenen Sohn ist psychisch krank. Beide haben in der Erziehung völlig versagt und alles falsch gemacht was man nur falsch machen kann. Seit 1 Jahr lebt der Sohn beim Vater und spielt Tag und Nacht. Er macht sich sogar in die Hosen (kein Scherz) und isst nur sehr wenig weil er dann vom PC weg muss. Der Vater (Ende 60) ist zu schwach oder zu faul um den Stecker zu erziehen (mit 23 ist es auch zu spät für eine gute Erziehung). Vermutlich auch vor Angst der Sohn nimmt sich das Leben wenn man den Stecker zieht. Der Vater hat viel Geld und Immobilien aber er schafft es nicht den Sohn rauszuwerfen. Die Beratungstelle sagte mann kann gegen den Willen des Sohns nur etwas tun (Suchtklinik zwangseinliefern) wenn er sich oder andere gefärdet. Bis das passiert spielt er fröhlich weiter und bekommt alles was seine Sucht fördert (Essen, Internet, All Inklusiv ohne Scherz). Was wäre hier sinnvoll? Bitte keine sinnlosen Ratschläge wie er soll sich auf eine Ausbildung usw. machen, der Kerl ist extrem spielsüchtig und hat am normalen Leben kein Interesse. Sein Leben ist das Zimmer bzw. das PC Spiel.

Antwort
von Schuhu, 16

Bei jedem Süchtigen gibt es Kooperations-Partner, in diesem Fall der Vater. Der 23-Jährige sollte sich selbst versorgen, in seiner eigenen Wohnung leben und sich nicht auf die Hilfe der anderen verlassen. So lernt er, Verantwortung zu übernehmen oder kommt zu Einsicht, tätsächlich krank zu sein und in Therapie zu gehen.

Solange Papa ihm die Hand unter den Hintern hält, gibt es ja gar keinen Grund, etwas im Leben zu ändern.

Kommentar von Schneeburg82 ,

Du hast recht, schuld ist der Vater der zu faul ist oder sich nicht traut durchzugreifen. Für Erziehung ist es viel zu spät, der Sohn ist krank und abhängig! Man kann nun keine 23 Jahre nachholen! Die Frage ist aber genau diese. Was kann man in dieser Situation tun? Sohn Spielsüchtig, Vater unterbindet es nicht und lässt ihn als weiterspielen

Kommentar von Schuhu ,

Dann muss der Vater halt akzeptieren, dass er Teil der Krankheit seines Sohnes ist. Ja, vielleicht schafft der Sohn es nicht, von seiner Sucht loszukommen, wenn der Vater ihn fallenlässt. Allerdings schafft der Sohn es erst recht nicht, wenn Papa ihn vor dem Leben beschützen will, und ihm eine lebenslange Kindheit vor dem PC ermöglicht.

Antwort
von Ille1811, 2

Hallo!

Mach deine Mutter und ihren Partner mal auf  Nar-Anon aufmerksam. Das ist eine Selbsthilfegemeinschaft für Angehörige und Freunde von Spielsüchtigen.

Antwort
von Gerneso, 17

Die Mutter Deiner Freundin entscheidet nur über ihr Leben. Wenn sie so nicht leben kann / möchte, soll sie gehen. Dann liegt es am Vater sie zurück zu holen und dafür den Sohn rauszusetzen oder aber auf sein Glück zu verzichten.

Das ist der einzige Druck, den sie machen kann: Konsequent gehen, wenn der Vater die Faulheit und Sucht seines Sohnes weiter fördern möchte.

Wenn er sie gehen lässt und sich für den Sohn entscheidet, hätte sich ohnehin nie was geändert, aber die Frau hat jetzt wieder ihr Leben zurück.

Kommentar von Schneeburg82 ,

Sehe ich genau so. Sie ist aber finanziell von ihm abhängig und hat den Vater ja auch gern. Ist also eher unwahrscheinlich das sie geht.

Kommentar von Gerneso ,

Nein, dann kann sie nichts machen. Sie hat ja unverheiratet keine Ansprüche auf z. B. Trennungsunterhalt bis zur Scheidung.

Werde nie verstehen warum Frauen sich in die Abhängigkeit begeben. 

Antwort
von apophis, 13

Ziemlich interessant wieviel Du über den Sohn des Partners der Mutter Deiner Freundin weisst.
Weisst Du denn auch aus erster Hand, dass es tatsächlich so zugeht oder hörst Du das nur über Andere?

Naja, tun kannst Du da wohl recht wenig, wenn Du Dich mit dem Jungen nicht auseinandersetzen willst.
Der erste Schritt wäre halt mit ihm zu reden.
Du hast ja selbst geschrieben, ohne Gefährdung ist eine Zwangseinweisung nicht möglich.

Wenn das tatsächlich so extrem ist, wie Du es behauptest (was ich nicht glaube), dann könnte der Vater aufhören ihm Essen zuzubereiten. Der Junge wäre somit "gezwungen" selbst etwas zuzubereiten, was er Deiner Beschreibung nach nicht machen würde.
Entsprechend wäre er irgendwann unterernährt und würde sich somit selbst gefährden, wodurch eine Zwangseinweisung möglich wäre.

Allgemein rate ich aber nicht allem zu glauben, was so rumerzählt wird. Nicht jedes Grücht ist wahr und Deine Geschichte kommt ja nun auch über ein paar Ecken.

Kommentar von Schneeburg82 ,

Es ist ja für alle eine belastende Situation und demnach sickert auch viel durch. Ob das alles stimmt weiß ich natürlich nicht, denn ich bekomme es auch nur von 2. Hand. Man versucht nur zu helfen wenn es die Eltern ja nicht hinbekommen, was ist daran verkehrt. Also ich persönlich werde ganz sicher nichts machen, mich geht das ja auch eigendlich überhaupt gar nichts an und ich kümmere mich auch nicht um fremde Sorgen, aber wenn jemand hilflos ist dann helfe ich schon gerne. Das mit dem Essen ist gute Idee, weg von All Inclusive. Hierfür benötigt es aber auch jemand der das durchsetzt

Antwort
von Muhviehstarx3, 19

Einem süchtigen kann man erst helfen wenn er sein Problem selbst erkennt.

Kommentar von Schneeburg82 ,

Von alleine wird das nie passieren. Die einizgste Konfrontation findet nur statt wenn das Internet mal ausnahmsweise streikt. Das ist aber nur sehr, sehr selten.

Kommentar von mirolPirol ,

Dann sorg doch dafür, dass das öfter passiert ;-))

Kommentar von Schneeburg82 ,

Dann macht der Sohn hungerstreik und andere Dinge

Kommentar von Muhviehstarx3 ,

Ein Tipp der vllt etwas grenz wertig ist...
Sorgt dafür dass das Internet mal "Streikt". 
Sollte es dann soweit kommen, dass er ausrastet müsst ihr die Polizei rufen und denen sagen, das besagte Person ein Suchtproblem hat und droht in den Hungerstreik zu gehen etc.
Denn wenn eine Eigengefährdung vorliegt wird er eingewiesen.

Klingt zwar im ersten Augenblick "hart", aber so erreicht man meist schneller, dass besagter Person geholfen wird.

Antwort
von Django1104, 6

Wenn Er so süchtig ist,wird er sich nicht umbringen denke Ich.

Ein Alkoholiker läuft doch auch direkt zur Tankstelle,oder in einen Discounter und holt sich Nachschub. 

Naja Ich kann mich da nur anschließen. Bis zum Tag X muss er arbeiten oder RAUS.

So tun sich beide keinen Gefallen. 

Kommentar von Schneeburg82 ,

Danke für die Antworten, vielleicht öffnet das ja die Ohren des Vaters. Durch kontinuirliche Suchtunterstützung wird ein Abhängier wahrscheinlich niemals clean.

Antwort
von Wonnepoppen, 21

tut mir leid, aber da hilft wirklich nur "raus werfen"!

Wenn er vor hat sich das Leben zu nehmen, macht er es auch, aber der Vater ist dafür nicht mehr zur Rechenschaft zu ziehen, auch wenn er in der Erziehung versagt hat. 

Wenn er ihn weiterhin bei sich wohnen läßt auf seine Kosten, unterstützt er die Sucht irgendwie ungewollt!

Da der Vater finanziell gut gestellt ist, könnte er ihm eine Wohnung besorgen,  dann wäre der Sohn auf sich gestellt, was für den Vater das beste wäre.

Meiner Meinung nach ist das, was er macht schon eine "Selbstgefährdung"!

Man sollte mal mit einem (seinem) Arzt darüber sprechen!

Antwort
von Panazee, 21

Wenn der Vater nichts macht und der Sohn nichts machen will, dann kann man da auch nichts machen.

Wenn das mein Sohn wäre und es soweit gekommen wäre (was bei mir nicht passieren würde), dann würde ich ihm eine Frist setzen bis wann er eine Ausbildung anfangen muss oder sonst etwas Produktives auf die Beine stellt und wenn die Frist vorbei ist würde ich ihn auf die Straße setzen.

Da er nichts tut wäre ich erst einmal nicht verpflichtet ihn zu unterstützen. Sobald er eine Ausbildung anfängt würde ich ihm sofort Unterhalt zahlen und ihm helfen eine Wohnung zu bekommen.

Manchmal muss man erst in der Gosse landen, bevor man erkennt, dass es so nicht weiter geht. Der junge Mann hat doch gar keinen Grund etwas zu ändern, solange sein Nichtstun außer PC spielen von seinem Vater voll finanziert wird.

Kommentar von Schneeburg82 ,

Du hast 100% recht. Der Vater hatte jahrelang keinen Kontakt zum Kind. Nun ist die Kindesmutter krank und das spielsüchtige, nie erzogene oder geliebte "Kind" lebt beim Vater der nie eine Chance hatte das misratene Kind zu erziehen. Der Vater macht sich Vorwürfe das Kind in dieser Situation alleine zu lassen. Ich gebe dir recht. Der Vater packt das aber nciht und finanziert die Spielsucht schön weiter. Meiner Meiinung nach müsste die Partnerin gehen weil sie die Sucht ebenfalls unterstützt (kochen, waschen usw). Da der Vater zu schwach ist, könnte sie ihm die Augen öffnen doch das wird auch nicht passieren da sie vom Vater finanziell abhängig ist

Kommentar von Panazee ,

Niemand ist von irgendwem finanziell abhängig. Hartz IV bekommt man immer.

Man/Frau will einen bestimmten Lebensstandard beibehalten (und hat vielleicht keine Lust zu arbeiten). Ist der Wunsch nach bestimmten Luxusgütern höher, als der Leidensdruck, dann verweilt man in dieser unbefriedigenden Situation. Das ist aber nicht das was ich unter Abhängigkeit verstehe. Das ist für mich Bequemlichkeit.

Antwort
von mirolPirol, 17

Der Mensch ist volljährig! Bei JEDER Sucht kann man nur helfen, wenn man denjenigen komplett alleine lässt, bis er von selber kommt und um Hilfe bittet. Diese Hilfe muss mit strikten Auflagen verbunden sein.

Jede Heilung von einer Sucht beginnt mit einem Entzug - natürlich nur mit Einverständnis des Kranken. Solange ihr das nicht habt, hilft nur Abgrenzung: Rausschmiss!

Kommentar von Schneeburg82 ,

Danke für die Antwort aber das wissen doch alle. Die Frage war: Was kann man hier tun wenn der Vater ihn nicht rauswerfen will? Oder Angst hat den Stecker zu ziehen?

Kommentar von mirolPirol ,

Auch das steckt in allen Antworten: NICHTS!!! Wenn der Kerl nicht selbst etwas ändern will und sein Verhalten durch Koabhängigkeit des Vaters unterstützt wird, kann ein Dritter gar nichts tun.

Kommentar von apophis ,

Aha, man kann jemanden also nur aus einer Sucht helfen, wenn man diesen komplett alleine lässt, bist er ganz von alleine den ersten Schritt macht. Genau.

Dass dieser erste Schritt der schwierigste ist und die Meisten ihn eben nicht alleine schaffen und Hilfe brauchen, wird dabei ignoriert?

Kommentar von Schneeburg82 ,

Also was würdest du dem Vater raten ? Wie könnte er sich trauen den Sohn rauszuwerfen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben? Oder wie könnte es dazu kommen das er überhaupt durchgreift?

Kommentar von mirolPirol ,

@schneeburg82 Du hast es erfasst: Das eigentliche Problem ist in dieser Situation der VATER! Er wird ein schlechtes Gewissen haben, das sollte er auch! Er hat bisher alles verbockt, also soll er endlich mal etwas richtig machen und dem Sohn zeigen wo die Tür ist. Erst, wenn der im richtigen Leben ankommt, wird er überhaupt merken, dass er Hilfe braucht!

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