Hallo alle zusammen, was droht meinem Neffen als strafe?

... komplette Frage anzeigen

7 Antworten

Hoi.

Solange das während der Schulzeit passiert ist, handelt es sich um einen Schulunfall, den die Unfallkasse des Bundeslandes übernimmt. 

Zu seinem Glück wird wohl kein Regreß gefordert werden können und ein Schmerzensgeldanspruch besteht auch nicht. 

https://www.rechtslupe.de/wirtschaftsrecht/versicherungsrecht/40041-340041

"Die zivilrechtliche Haftung des Unternehmers – beziehungsweise bei Schulen des Sachkosten/Schulträgers (§ 136 Abs. 3 Nr. 3 SGB VII) – für fahrlässiges Verhalten bei Personenschäden gegenüber dem Arbeitnehmer oder Schüler wird durch die öffentlichrechtliche Leistungspflicht der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung abgelöst (§ 104 SGB VII). Mit dieser Ablösung einher geht eine entsprechende Haftungsfreistellung aller Betriebs- und Schulangehörigen bei Betriebs- und Schulunfällen (§ 105 SGB VII). Die gesetzliche Regelung dient zum einen dem Schutz des Geschädigten durch Einräumung eines vom Verschulden unabhängigen Anspruchs gegen einen leistungsfähigen Schuldner. Der Geschädigte muss weder ein Verschulden des Schädigers nachweisen noch sich ein eigenes Mitverschulden auf seine Ansprüche anrechnen lassen. Diese werden vielmehr ohne Verzögerung durch langwierige und mit einem Prozessrisiko behaftete Auseinandersetzungen mit dem Schädiger von Amts wegen festgestellt."

"Nach Auffassung des Berufungsgerichts stehen dem Kläger keine Schadensersatzansprüche zu, da es sich um einen versicherten Schulunfall gehandelt habe. Die Beklagte sei als Schulträger zum Ersatz des Personenschadens nur bei Vorsatz verpflichtet (§ 104 Abs. 1 Satz 1, § 2 Abs. 1 Nr. 8 Buchst. b SGB VII). Unter Personenschaden sei dabei der Schaden zu verstehen, der den Verletzten in seiner körperlichen Unversehrtheit treffe. Hierunter fielen nicht nur Ansprüche auf Schmerzensgeld, sondern auch solche auf Ersatz der aus der Verletzung folgenden vermögensrechtlichen Nachteile. Der zumindest bedingte Vorsatz des Schädigers müsse sich dabei nicht nur auf die Verletzungshandlung, sondern zusätzlich auf den Verletzungserfolg, also den Eintritt und Umfang des Schadens beziehen. Der Kläger habe jedoch nicht den Nachweis führen können, dass die Beklagte den Unfall vorsätzlich herbeigeführt oder gar den Verletzungserfolg billigend in Kauf genommen habe."

Der BGH (Urteil vom 08.03.2012 - III ZR 191/11) hat entschieden:

Zur Strafrechtlichen Frage haben sich ja schon andere geäußert.

Zieh dem Idioten mal ordentlich die Ohren lang, hoffentlich lernt er was daraus.

Ciao Loki

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hallo alterkecks,

insofern die Polizei eingeschaltet wurde, wird diese gegen ihn ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gem § 224 StGB einleiten.

Was die mögliche Strafe angeht, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren wegen Geringfügigkeit gem. § 153 STPO ein oder
  2. Dein Neffe muss sich vor einem Richter verantworten. Bei einer Verurteilung droht ihn eine erzieherische Maßnahme die meist  in Form von Sozialstunden verhängt wird

Im Führungszeugnis steht die Verurteilung nicht mit drin.

Zivilrechtlich wird er zudem die Behandlungskosten tragen müssen.

Schöne Grüße
TheGrow

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Er kann vor einen Jugendrichter zitiert werden und sich dort seine Strafe abholen, von einer Verwarnung über Sozialstunden bis hin zum Jugendarrest ist da alles drin. Zivilrechtlich muss er wohl Schadenersatz leisten und möglicherweise auch Schmerzensgeld zahlen. Wenn die Krankenkasse und der Geschädigte Titel gegen ihn erwirken, so bleiben diese 30 Jahre gültig, d.h. wenn er irgendwann Einkommen hat, so muss er zahlen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Naja dass die Mutter jetzt die Behandlungskosten zahlen muss ist ja grundsätzlich erstmal klar.

Wenn die andere Mutter die Anzeige wegen Körperverletzung auch durchzieht und es zur Verurteilung kommt gäbe es noch Sozialstunden und Eintrag ins Führungszeugnis.(worst case

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Aliha
07.11.2016, 17:34

Die Mutter muss gar nichts zahlen. "Eltern haften für ihre Kinder" ist ein großer Blödsinn.

1

Sicher sicher, der Neffe. :)

Bin kein Anwalt, aber google mal nach fahrlässiger Körperverletzung.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von alterkecks
07.11.2016, 17:50

100% ist es der Neffe.

0

Zumindest können die Eltern zu den Kosten herangezogen werden, die entstehen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der arme Kerl... Wie kann der andere Junge bloß sein Gesicht in die Flugbahn des Steins halten..

Auf euch werden eventuell Arztkosten zukommen wenn die Mutter ernst macht. Man könnte auch mit Schmerzensgeldzahlungen rechnen

Am besten mal abwarten was kommt:





Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?