Frage von ANachtschatten, 36

HALLO Ich habe selber einen spitzwegerich Hustensirup hergestellt aus Spitzwegerichsud und Honig. Nun beginnt der zu gähren. Was habe ich falsch gemacht?

Ich habe einen Spitzwegerich Sud hergestellt und in den warmen Sud Honig eingearbeitet. Alles nach einem Rezept aus einem Buch.

Antwort
von T3Fahrer, 17

Hallo, naja, Gähren rührt ja von Pilzen/Hefen (und Bakterien?) her, die bereiten meist Probleme, wenn etwas nicht stark genug erhitzt wurde, um Pilze oder Sporen platt zu machen... Nun weiß ich aber nicht, ob es nicht den (heilsamen) Inhaltsstoffen Deines Honigs schadet ihn so stark zu erhitzen... Unterschätzt wird auch gerne die Sterilisation der Flaschen oder worin immer Du den Sirup abgefüllt hast. Für meinen Obstsaft kommen die Glasflaschen vor dem Einfüllen des Saftes 45-60 Minuten bei 120 Grad in den Ofen und die Schraubdeckel koch ich ab, bei Marmelade kommen die Gläser unmittelbar aus der Spülmaschine! Wichtig ist, dass die Behältnisse nicht erst wieder 2 Tage rumstehen vorm Befüllen, sonst können sie wieder besiedelt sein! Und die Gefäße müssen natürlich verlässlich dicht schließen! Eine Alternative für das Haltbarmachen könnte Alkohol sein. Vielleicht Korn oder so… Funktioniert ja mit allen möglichen Obstsorten beim Einlegen auch, siehe zum Beispiel Rumtopf. Allerdings solltest du dir dann überlegen, wann du deinen Hustensirup einnehmen möchtest, denn wenn du beispielsweise indirekt über den Sirup den ersten Korn vor der Arbeit getrunken hast oder vor dem Autofahren, ist das vielleicht nicht so dolle, vorm Schlafengehen aber vielleicht n netter Schlummertrunk… 

Grüße!

T3Fahrer

Antwort
von Kitharea, 8

Du hast nichts falsch gemacht - früher war es halt nicht üblich solche Arzneien aufzubewahren - sie wurden gemacht wann sie benötigt wurden und gleich verbraucht. "Moderne" Medizin hat halt einen Haufen zusätzliche Inhaltsstoffe um die Haltbarkeit zu gewähren. Ob das gut oder schlecht ist muss jeder selbst entscheiden.

Kommentar von Wurzelstock ,

Es gibt keinen "Haufen zusätzlicher Inhaltsstoffe".

Jede Zubereitung, die Wasser enthält, muss konserviert werden. Zugleich muss sie stabilisiert werden, das heißt, dass sie vor chemischen Veränderungen geschützt werden muss. Zusammen ist dies eine eigene, sehr aufwendige Wissenschaft. Sie kann nur im Hausgebrauch "von jedem selbst" entschieden werden.

Nebenbei: Auch Zucker selbst hat eine konservierende Wirkung. Die Konzentration muss aber dann so hoch sein, dass sie pur praktisch nicht genießbar ist.

 Ein häusliches Beispiel ist der sommerliche "Himbeersaft". Das war ein hochkonzentrierter Sirup, mit dem Speisen wie Reisbrei und Grießbrei gesüßt, aber auch Vanillepudding verfeinert wurde. Der war stabil. Zur Verwendung als Getränk wurde er mit Leitungswasser verdünnt (Pi mal Daumen: 1:5)

Antwort
von CharaKardia, 13

Dann sind irgendwo Bakterien mit ins Glas gekommen. Wenn man ihn nach dem Verschließen wieder öfnet, passiert das schonmal. Im geschlossenen Glas (mit Unterdruck) hält er sich lang.

Antwort
von matmatmat, 11

Nicht sauber gearbeitet? Nicht kalt gelagert?

Ist in dem Rezept Alkohol drin zum konservieren?

Antwort
von Wurzelstock, 16

Mit einer alkoholischen Gärung musst Du immer rechnen, wenn Du eine zuckerhaltige Lösung aus Naturprodukten hast, die nicht konserviert ist. Sterile Abfüllung allein genügt nicht. Die Gärung wird übrigens nicht von Bakterien, sondern von Hefen ausgelöst. Das sind einzellige Pilze. 

Kommentar von Wurzelstock ,

P.S.: Ein Tip vom ausgebildeten Hustensiruphersteller an den Hobbykollegen:

Wurden wässrige Lösungen zur Einnahme hergestellt, wie Säfte oder Tropfen, so wurden sie nur dann nicht konserviert, wenn das ausdrücklich auf dem Rezept untersagt wurde. Dann erhielt das Etikett den Hinweis: "Zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt!" Die Menge entsprach dem Bedarf für etwa eine Woche bei bestimmungsgemäßen Gebrauch.

Der Standardhustensaft war übrigens Eibischsirup (Sirupus Altheae), während Huflattichblätter (Folia Farfarae) eher im Infus und Decoct verwendet wurden.

Antwort
von Altersweise, 12

Du hast nichts falsch gemacht, da du den Saft ja nicht unter pharmakologisch reinen Bedingungen hergestellt hast.

Auch unsere selbstgemachten Hustensäfte halten nicht ewig; die sind ja auch zum sofortigen Gebrauch vorgesehen. Das Zeug hält ein wenig länger, wenn man es im Kühlschrank aufbewahrt und irgendwann fängt es halt zu gären an, genauso, wie andere Lebensmittel zu schimmeln beginnen.

Die Welt ist halt voll von Pilzen!

Kommentar von Wurzelstock ,

Die "reinen Bedingungen", haben nichts mit Pharmakologie zu tun. Das ist die Lehre von den Arzneimittelwirkungen, und ein Fachbereich der Medizin.

Was Du meinst, gehört zur  pharmazeutischen Technologie. Die "aseptische Herstellung" ist immer dann angesagt, wenn eine Sterilisierung des Endproduktes nicht möglich ist.

Kommentar von Altersweise ,

Weder bin ich Pharmazeut noch wollte ich eine pharmakologische Abhandlung schreiben. Ich wollte nur sagen, dass beim Zusammenrühren zuhause einfach der Verkeimungs- und Verpilzungssgrad höher sind als in einer Pharmafabrik, Das ist, wenn ich mein eigenes Bier braue, auch nicht anders und es wird in der Regel nicht so lange haltbar sein wie das aus einer modernen Brauerei.

Kommentar von Wurzelstock ,

Ich wollte deine durchaus richtigen Feststellungen eigentlich fachlich stützen. :-)

Übrigens ist der Unterschied den Du zwischen Bier und Bier machst, nicht unbedingt richtig. Das fließbandmäßig gefertigte Flaschen- und Dosenbier ist heute eine Konserve. Ohne Konservierungsmittel ist es auch nicht länger haltbar, als ein zu Hause sauber gebrautes Bier.

Vielleicht trifft das nicht auf jedes Markenbier zu. Wenn Du aber ein langes Haltbarkeitsdatum auf dem Etikett findest, ganz bestimmt.

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