Frage von Xenilion, 26

Hallo , ich habe in 3 Tagen eine Präsentation und ich wollte fragen ob die unabhängigkeit der USA der Auslöser der französischen Revolution ist.?

Also ich muss in 3 Tagen eine Präsentation machen, in Geschichte. Es geht um die unabhängigkeit der USA. Und ob die unabhängigkeit der USA der Auslöser für die französische Revolution ist. Ich hoffe das ihr mir helfen könnt, weil ich das Thema nicht ganz verstehe.

Antwort
von Albrecht, 7

Nein, die Unabhängigkeit der USA war kein Auslöser der Französischen Revolution (1789 – 1799).

Auslöser sind kurzfristig wirksame Umstände, durch die etwas in Gang gesetzt wird.

Die Unabhängigkeit der USA liegt aber in einigem zeitlichen Abstand zur Französischen Revolution (1789 – 1799), 13 Jahre, wenn die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika (Declaration of Independence; offiziell: The Unanimous Declaration of The Thirteen United States of America) vom 4. Juli 1776 als Bezugspunkt genommen wird, 6 Jahre, wenn der Friedenvertrag (Frieden von Paris am 3. September 1783 unterzeichnet) mit Anerkennung nach dem Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783) als Bezugspunkt genommen wird.

Die Unabhängigkeit der USA hatte auch keine direke Wirkung, die Französische Revolution (1789 – 1799) auszulösen.

Es gab einen Unabhängigkeitskampf amerikanischer Kolonien gegen das Mutterland, das Königreich Großbritannien, und dieser führte im Unabhängigkeitskrieg 1775 – 1783 zu der Loslösung. Der Revolutionscharakter war in den USA also ziemlich begrenzt.

Es hat Einflüsse des Unabhängigkeitkrieges auf Frankreich gegeben.

  • Anstieg der Schulden Frankreichs, ein wichtiger Faktor für den Ausbruch der Französischen Revolution 1789: Durch französische Unterstützung der 13 nordamerikanischen Kolonien im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775 – 1783) gegen Großbritannien (Frankreich hatte am 06.02.1778 einen Freundschafts- und Handelsvertrag sowie ein Defensivbündnis mit den USA abgeschossen, die Unterstützung hat zum Sieg der Amerikaner erheblich beigetragen) enstandene hohe Kriegskosten haben die Staatsschulden Frankreichs stark erhöht und die Probleme mit einem drohenden Staatsbankrott und die Frage der Steuern waren einen wesentliche Ursache der Französischen Revolution.
  • Erfahrungen von Franzosen mit den Vorgängen in Amerika und Beeinflussung durch dort vertretene Gedanken: Viele Soldaten waren von den Erfahrungen und den Gedanken beeindruckt. Marie-Joseph Motier, Marquis de La Fayette (Lafayette), eine wichtige Person in der Französischen Revolution, fuhr als Freiwilliger nach Amerika und kämpfte dort.
  • Bestärkung und Ermutigung durch praktische Umsetzung von politischen Gedanken der Aufklärung: In Amerika wurden Menschenrechtserklärungen und Verfassungen beschlossen und politisch verwirklicht. Dies konnte gleichartige Bestrebungen von Franzosen bestärken.
  • Kontakte und Freundschaften zwischen Personen der Amerikanischen Revolution und der Französischen Revolution: Zwischen Amerikanern und Franzosen entstanden enge und rege persönliche Kontakte und Freundschaften. Thomas Jefferson hegte Sympathien für die Revolutionäre und unterstützte sie im Rahmen seiner diplomatischen Stellung (1785 – 1789 Botschafter der USA in Frankreich). Er beteiligte sich an der Erörterung und Ausarbeitung eines Entwurfs zur Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, den Lafayette der Nationalversammlung vorlegte. Thomas Paine, ein nach Nordamerika ausgewanderter Brite und bedeutender Intelektueller, hat sich für die Unabhängigkeit mit Veröffentlichungen eingesetzt, wurde 1792 in Frankreich Abgeordneter der Nationalversammlung, war von Dezember 1793 – November 1794 inhaftiert. In den Revolutionskriegen blieben die USA neutral.



Ursachen der Französischen Revolution (1789 – 1799)
in grober Skizzierung:

  • Finanzkrise durch sehr große Staatsverschuldung mit drohendem Staatsbankrott
  • Hunger und Not, vor allem aufgrund von Mißernten und Preisanstiegs für Lebensmittel
  • gesellschaftliche Spannungen in einem Gesellschaftssystem, das noch stark von einer Ständegesellschaft geprägt war und Privilegien (Vorrechte) enthielt, die als ungerecht empfunden wurden (z. B. bei der Steuerlast), und in dem das Bürgertum an Bedeutung und Selbstvertrauen gewonnen hatte, aber keine politische Mitbestimmung besaß
  • Gedankengut der Aufklärung, Einfluß auch im Adel und Klerus und über die öffentliche Meinung
  • Legitimationsverlust der Monarchie bzw. des Königs Ludwig (Louis) XVI. aufgrund von mangelnder politischer Fähigkeit, nicht überwundener Blockade von Ansätzen zum Umbau im politischen und gesellschaftlichen System, Eindrucks von Leichtfertigkeit und Verschwendungssucht der Königin, Gottesgnadentum und durch keine Verfassung eingeschränkte Machtstellung, was Abneigung hervorrief
  • Widerstand des Adels ab 1787 in obersten Gerichtshöfen (parlaments) auf ständischer Grundlage und in einer einberufenen Notabelnversammlung (Notabeln: angesehene, vornehme/sozial hochstehende, wohlhabende Leute)


Es hat verschiedene Auslöser für einzelne revolutionäre Schritte gegeben:

  •  Konflikt zwischen König und Abgeordneten des Dritten Standes in den einberufenen Generalständen über Verfahren (Abstimmung nach Köpfen oder Ständen, getrennte oder gemeinsame Sitzungen der Stände zur Überprüfung der Vollmachten) und Ziel der Versammlung
  • Befürchtungen über einen Einsatz militärischer Truppen durch den König gegen die Nationalversammlung und die Bevölkerung von Paris
  • Anstieg der Brotpreise und Hunger
  • Nachrichten über Ereignisse in Paris und Versailles und Gerüchte über Räuberbanden und eine Adelsverschwörung, die zu einer großen Furcht und in Verbindung mit Zorn auf örtliche Grundherren einer Revolution von Bauern ab Juli 1789 in ländlichen Gegenden führten

Bücher zum Thema:

Axel Kuhn, Die Französische Revolution. 6. Auflage. Stuttgart : Reclam, 2013 (Reclams Universal-Bibliothek ; Nr. 18912 : Reclam-Sachbuch). ISBN 978-3-15-018912-2

Susanne Lachenicht, Die Französische Revolution. 2., aktualisierte Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2016 (Geschichte kompakt : 19./20. Jahrhundert. WBG - Wissen verbindet). ISBN 978-3-534-26807-8

Ernst Schulin, Die Französische Revolution. 5. Auflage. München : Beck, 2013 (Beck's historische Bibliothek). ISBN 978-3-406-65877-8

Hans-Ulrich Thamer, Die Französische Revolution. Originalausgabe. 4., durchgesehene Auflage. München : Beck, 2013 (Beck'sche Reihe : C.-H.-Beck-Wissen ; 2347). ISBN 978-3-406-50847-9

Johannes Willms, Tugend und Terror : Geschichte der Französischen Revolution. München : Beck, 2014. ISBN 978-3-406-66936-1

Antwort
von supersuni96, 5

Die französische Revolution war erst 13 Jahre nach der Unabhängigkeitserklärung der USA. 

Antwort
von JamesMontgomery, 7

Nein. Der Auslöser für die Revolution war, dass das arme Volk auch Mitbestimmungsrecht wollte und nicht mehr wollte, dass die Adeligen die komplette Macht hatten.

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